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Pastor mit weit verstreuter Gemeinde

Ich fühle mich eher wie ein Cowboy als ein Hirte. Aber beide haben ja ähnliche Aufgaben.

Im Moment komme ich mir eher wie ein Pastor als wie ein Missionsleiter vor. Meine Gemeinde ist auf ganz Europa verteilt, sie dienen in verschiedenen Städten, und jeder hat an seiner Front zu kämpfen. Durch die vielen Wechsel in der Communitasleitung in den vergangenen Jahren fühlt sich der ein oder andere etwas vernachlässigt, verunsichert oder gar verwaist. In Absprache mit meinem Leiungsteam, der "Gemeindeleitung" wenn man so will, haben wir uns geeinigt, dass alle Projekte "Hausbesuche" benötigen. Wenn man weit verstreut lebt, geht nichts über persönliche Begegnungen. Ich hätte nie und nimmer gedacht, dass mir die persönliche Begegnung, die Zeit von Mensch zu Mensch einmal so wichtig werden würde. Es geht darum, zu hören und lernen, Beziehung und Vertrauen zu bauen und vor allem die gemeinsame Vision zu bauen und zu vermitteln. Heute geht es zu diesem Zweck für drei Tage und zwei Nächte nach Schottland. Und ich freue mich über Eure Gebete.

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Zero Commitment

Vor knapp zwei Wochen habe ich meinen Sohn verheiratet. Welch ein Erlebnis. Noch heute bin ich voll auf Endorphin: Sonne, Fest und Stolz auf Sohn und Schwiegertochter. Die zwei sind wunderbar, kommen aus stabilen Familien, die ihren Vorbildern in den kommenden 65 Jahren nacheifern wollen. Allen, die uns weder auf Instagram noch Twitter oder Facebook folgen, werde ich irgendwann ein paar Bildchen auf new-reformation-privat einstellen.

Doch im Rausch der Glückshormone schmecke ich auch einen Wermutstropfen. Der hat nichts damit zu tun, dass nun auch das zweite Kind Vater und Mutter verlassen hat. Die Tatsache, dieses Ziel erreicht zu haben, macht mich nur noch stolzer. Der Wermutstropfen kommt nicht aus der Familie, sondern aus der Gesellschaft, in der wir leben.

Nie habe ich nämlich so viele verstörte Blicke und Kommentare erhalten. ”Was?! Die heiraten?! Ja, wie alt sind die denn?! Was, 21?! SO JUNG?!?!” Und dann dieser Blick, das künstliche Grinsen, als würde bald unser Haus von ein…

Fertig.

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Fertige Gedanken sind längst aus den Kinderschuhen herausgewachsen. Sie sind erwachsen, kennen den Ernst des Lebens. Haben Erfahrung und Falten, aber nichts Spielerisches mehr. Fertige Gedanken erwartet man von einer Kanzel. Von einem fertigen Prediger.

Unfertige Gedanken sind hingegen wie Kinder. Sie sind laut und springen herum. Sie haben Zeit, viel Zeit. Und sie brauchen Zeit. Zeit zum Spielen. Zum Ausprobieren. Zeit zum Entdecken. Und z…