Direkt zum Hauptbereich

Posts

Es werden Posts vom März, 2015 angezeigt.

(Wie lange noch) auf Tour

12x12+x - zwölf Tage lang mindestens zwölf Stunden - meine Tour geht heute zu Ende und ich darf wieder heim. Hoffentlich - denn mein Schnitt liegt zuverlässig bei 1 ausgefallenen Flug oder verpassten Anschlussflug pro CA-Reise. Bis ging alles ungewohnt glatt. Doch es kam, wie es kommen musste: Heute wurde mein KLM-Flug nach Göteborg annulliert. Meine Umbuchung auf Britisch Airways ist dafür so verspätet, dass ich meinen Anschlussflug in London verpassen könnte. Nun, wir werden sehen.Vielleicht sollte ich mir während des Wartens ein Pind von meinen letzten Pfund gönnen. Ob ich mir das verdient habe?!

Thinklings-Abschluss

Ein herzliches Dankeschön an alle, die unser Theologiewochenende "Gesunde Sexualität" im Gebet mitgetragen haben! Selten habe ich so gute, offene, tiefe Gespräche in einer Atmosphäre des gegenseitigen, tiefen Vertrauens erlebt und das zu einem Thema, das sonst gern Frust und Zwietracht sät. Wir sind im Laufe der Tage durch sämtliche Texte der Bibel gegangen, die in dieses Thema hineinsprechen, haben Analysen zu Begriffen und Redewendungen in den Ursprachen Hebräisch und Griechisch durchgeführt, haben Auslegungen der verschiedenen Epochen der Geschichte verglichen, haben gebetet und diskutiert. An jedem Tag haben zwei oder drei von uns ihre persönlichen Geschichten und Reflektionen zum Thema Sexualität gegeben, was zu einer wunderbaren Atmosphäre der Offenheit, der eigenen Verletzlichkeit und des gegenseitigen Vertrauens führte. Nicht zuletzt hatten wir für ein paar Stunden zwei Gäste bei uns: Zwei hiesige Gemeindepastoren, die von sich sagen, dass die schwul bzw. lesbisch g…

Let's Sex

oder: Auf Tour, Etappe III



Heute beginnt der nächste und vorletzte Teil meiner Reise. Wieder in Glasgow wird sich eine Gruppe CA-Theologen treffen, um über Sex zu sprechen - ein Thema, welches in Zukunft nicht nur CA, sondern alle Gemeinden zunehmend beschäftigen wird, sofern man nicht gerade hinterm Mond seine Adresse hat (und wer weiß schon, was dort alles passiert?). Ihr ahnt oder kennt schon alle die vielfältigen Sex-Kulturen, denen man im westlichen Großstadtmilieu immer häufiger begegnet. Zu alledem werden jährlich neue Ideen und Ansichten in die Diskussionen geworfen, deren öffentliche Erwähnung vor wenigen Jahrzehnten noch völlig undenkbar gewesen wären. Es nützt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken, wir müssen lernen, eine Sprache zu finden, die unseren Leuten draußen hilft.

CA ist eine der wenigen missionalen Missionsgemeinschaften, die viel Wert auf Theologie, Exegese, Bibel und Hermeneutik legt. Deshalb nimmt sich nun eine Gruppe von zehn Leitern ganze drei Tage lang Z…

Beileid

Ich fliege nun relativ viel und leidenschaftlich gerne. Mehrmals bin ich von Spanien nach Deutschland geflogen, habe die Alpen von oben gesehen. Alle unsere drei Kinder waren in Spanien zum Schüleraustausch. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man zum Flughafen fährt, um seinen Sohn oder seine Tochter von einer spannenden Reise abzuholen. Ich nehme an, ich kann nur schwach erahnen, wie es sein muss zu erfahren, dass die Maschine niemals mehr landen wird.

Ich fühle und trauere mit allen Angehörigen, die einen Lieben in diesem unerkärlichen Unglück verloren haben und möchte auf diesem Wege mein tiefstes Beileid ausdrücken. Ich bete um Hoffnung, Kraft, Licht und tragende Gemeinschaften für alle Betroffenen. Möge Gott sich mitten im tiefsten Leid zeigen.

Auf Tour Etappe II

Der Fahrer wollte mich nicht rauslassen: "Das ist doch kein Hotel! Kommen Sie, ich bringe Sie zu einer vernünftigen Unterkunft!" Dann kam einer der Arbeiter, die auf dem großen Parkplatz vor dieser Fabrik riesige Sattelschlepper ent- und beluden, auf uns zu. "Ihr sucht das Hotel, was. Um die Ecke." Doch da war nur ein Tor zur Verladung von Kühlgut. Erst nachdem ich die Nummer auf meiner Buchungsbestätigung angerufen hatte, öffnete sich eine kleine, unbeschriftete Metalltür, welche ich für einen Notausgang gehalten hatte. Eine Treppe hoch, und ich war in einem für mich gemachten sauberen, kleinen Zimmer, wenn auch ohne Mahlzeiten und mit Klo und Bad auf dem Flur.

Eine kleine Nebengeschichte einer typischen Budgetreise. Gestern war ich vom Leitungstreffen in Glasgow nach Moss in Norwegen geflogen. Dort werde ich heute Mittag von einem ALT-Bus aufgesammelt werden. Denn sämtliche ALT-Studenten Schwedens samt Personal sind jetzt gerade auf dem Weg zu den "Oslotage…

Gebetsclip im März

Auf Tour

Am heutigen Freitag beginnt für mich eine längere und außergewöhnliche Tour, für die ich Eure Gebete sehr begrüßen würde. Die erste Etappe führt mich bis Montag zum EAT-Treffen in Glasgow. Das EAT ist das European Advancement Team oder unser Leitungsteam für Europa, dessen Leiter ich bin. Es besteht aus acht Leuten, die in sieben verschiedenen Ländern leben. Wir treffen uns regelmäßig per Skype und dreimal jährlich persönlich, davon einmal auf unserer Jahreskonferenz CONNECT. Das letzte Mal trafen wir uns im Dezember in Frankreich. Persönliche Treffen in Fleisch und Blut sind unersetzlich, erst recht bei CA, wo Beziehungen das A und O sind.

Für dieses Treffen haben wir einige kreative und spannende Übungen vorbereitet, die uns helfen sollen, ein gemeinsames und tieferes Verständnis für die Veränderungen bei CA der letzten paar Jahre zu bekommen. Der Wunsch des ganzen Teams ist es, besser und zielgerichteter Schneisen in die Zukunft schlagen zu können. Ich hoffe, das nächste Gebetsvid…

CA bekommt Zuwachs in Schweden

David hörte mich auf mehreren Vorträgen, die ich in Schweden gehalten hatte, und begann CA näher zu erforschen. Die Art, wie wir Reich Gottes und Gemeindegründung denken, faszinierte ihn. Er bewarb sich, war im Oktober auf ENGAGE in Madrid dabei und ist nun offiziell "CA-Associate Staff" - früher hätte man das "Zeltmacher"* genannt. Er fühlt sich in einen ganz bestimmten Teil seiner Stadt Jönköping berufen, um dort Gemeinde zu gründen. Um CA noch besser kennenzulernen, hat unser ENGAGE-Team ihm empfohlen, sich erstmal für ein paar Monate nahe an H2O zu halten. Seit Januar ist er deshalb weitestgehend Teil des H2O-Teams.

Letzte Woche war angesagt, dass wir ihn auf seinem eigenen Boden treffen. Einen ganzen Tag nahmen Rob und ich uns Zeit, nach Jönköping zu reisen, die Stadt, sein Leben und vor allem den besagten Stadtteil und seine Gedanken dazu kennenzulernen und zu diskutieren, miteinander zu beten. Im Mai werden wir wieder reisen; dann geht's darum mit einer…

Be the Gospel (2): Schlaf

"Der Schlaf erwies sich in der Tat als Problem. Ransom kam es vor, als habe er lange verkrampft, müde und bald auch hungrig und durstig in der Dunkelheit gesessen."

"Die Frau schlief mit einem Arm unter dem Kopf und leicht geöffneten Lippen. Sie schlief ganz ohne Zweifel, denn ihre Augen waren geschlossen, und ihr Atem ging gleichmäßig, doch sie sah nicht aus wie Schläfer auf unserer Welt, denn ihr Gesicht wirkte ausdrucksvoll und intelligent, und ihre Glieder schienen bereit, jeden Augenblick aufzuspringen; alles in allem hatte man den Eindruck, der Schlaf sei nicht etwas, das über sie kam, sondern eine Tat, die sie vollbrachte." 

C.S. Lewis, Perelandra In meinem Post Be the Gospel: Mission als Lebensstil habe ich ansatzweise erklärt, warum klassische Evangelisation heutzutage nicht mehr funktioniert: Ein schwer begreifbares Evangelium des unverständlichen Kreuzestod eines außergewöhnlichen Juden, verkündigt aus dem Munde fremder Prediger ohne Bezug zum Leben der Hö…

Postmoderne Apologetik

So manchem hängt das Wort "Postmoderne" heute schon zum Halse raus, dabei hat sie noch gar nicht richtig angefangen. Die wahren postmodernen Zeiten kommen erst noch. Wer Gemeinde gründet, darf dies nie nur für die eigene Generation tun, sondern muss auch immer die kommende im Blick halten. Mein "Kartoffelpost" vom 6. Februar zeigt sowohl die Sinus-Milieus für ganz Deutschland als auch die nur der Jugendlichen. Und siehe da: Unter den Teenagern sind die Traditionellen schon jetzt komplett verdunstet. Was sagt da die Hochrechnung? In einigen Jahren wird es wohl endgültig keine absoluten Wahrheiten mehr geben.

Das ist ja eine postmoderne Grundhaltung: Nichts ist objektiv. Es gibt zwar Aussagen und Behauptungen, aber erst die eigene Deutung oder Interpretation machen solche Behauptungen wahr oder falsch. Ein Beispiel: Vor 500 Jahren wurde ein Mensch als Bauer geboren. Seine Wirklichkeit war, dass er zeitlebens im Bauernstande leben würde. Der Postmoderne sagt hingegen…

Jesus: "Warum lässt du das zu?!"

Unverhoffter Orkan. Es geht drunter und drüber. Das ist nicht die erste Welle, die uns tsunamimäßig fast über Bord spült. Kälte. Nässe. Panik. Verzweiflung. Dieses Gefühl der totalen Einsamkeit. Todesangst. Wenn's so weitergeht, war's das wohl. Wir werden ernsthaft mit dem Leben abschließen müssen, und zwar alle miteinander. Gott? Wir dachten, er hätte uns hierher geschickt. Wir haben an eine Berufung geglaubt. Jetzt weiß ich nicht, wo er ist. Schlummert er? Vielleicht ist er ja da, aber entweder kriegt er nichts mit, oder es interessiert ihn einfach nicht. Unser Leben wird gerade demontiert, wir sind in der Hölle, und keiner kriegt's mit. Kein Mensch, kein Gott. Andererseits habe ich so viel mit ihm erlebt die letzte Zeit, ich will nicht so einfach glauben, dass er wirklich so gleichgültig und selbstvergessen ist. Warum lässt er das zu?! Ein letztes Mal erhebe ich ein verzweifeltes Geschrei und blöke ihn vorwurfsvoll an: "Merkst du eigentlich gar nichts, Jesus?! Ist …

Gunst und Gnade

Während unserer Besuche in Colorado hörte ich Dudley bei der Vorstellung von CA immer wieder sagen, dass wir eine Reihe Mitarbeiter haben, die andere Organisationen erst gar nicht nehmen würden. Oder sogar rausgeschmissen haben. Ich fand es interessant, dass er es immer wieder so betonte (vielleicht muss man das bei Christen), doch es stimmt. Viele CA'ler haben nur bei uns eine zweite Chance bekommen. Und nur wegen dieser zweiten Chance sind sie zu erstklassigen Mitarbeitern geworden. Hier wird nicht dem heiligen Generalschristbaum der fommen Leistungen nachgeeifert. Hier darf man sein. Es beweist, dass wir unseren Grundwert "grace-oriented" mit vollem Herzen ausleben.


Diese Woche hat mich ein Gespräch darauf aufmerksam gemacht, wie sehr mich dieser CA-Grundwert geprägt hat. Ein Pastor sprach mich auf einen jungen Christen an, den ich seit ein paar Jahren begleite. Ich mag diesen jungen Menschen, und mittlerweile mag ich sogar das, was ich anfangs etwas nervig fand. Ich …

Meet the President: Gebetsclip Februar 2015