Direkt zum Hauptbereich

Viel Glück, Herr Papst.

Ich wünsche dem neuen Papst alles Gute und viel Erfolg für seine neuen Aufgaben. Ob es ihm gelingen wird oder nicht, diese Frage ist - zumindest hier - ungefähr genauso alltagsrelevant wie die Frage ob Pluto nun ein echter Planet des Sonnensystems ist oder nicht. Was der Papst im Vatikan treibt, ist genausoweit weg wie Pluto, vielleicht sogar ein bisschen weiter. Hand auf's Herz - was wäre an diesem Donnerstag für Dich und mich anders gelaufen, wenn nicht Franziskus, sondern ein neuer Benedictus oder Pius gewählt worden wäre? Oder wie beeinflusst der Papst unsere Alltagsagenda heute in einem Jahr, am Freitag, den 14 März 2014?

Der neue Papst hat es immerhin selbst in Göteborg bis auf die Titelseite der Tageszeitung gebracht. Das heißt schon was. Sonst wird Kirche von der Majorität dieser Stadt nur als historisches Gebäude bzw. als Randerscheinung gesehen. Zur 400-Jahr-Feier der Stadt gibt es eine große Planungsplattform, wie Göteborg 2021 aussehen soll. Alle waren namentlich eingeladen, mitzumachen und mitzugestalten - alle außer christlichen Gemeinden. (Und die waren wiederum so damit beschäftigt, christliche Gemeinde zu sein, dass sie den Zug erst mitgekriegt haben, als er abgefahren war.) Niemand erwartet heute ernsthaft etwas konstruktives von den Frommen. Niemand kann sich vorstellen, dass im Namen Jesu ein ganzer Stadtteil geheilt werden kann.

In jedem Fall wünsche ich Bergoglio, dass er seinen Namen wirklich nach Franz von Assisi gewählt hat und es ihm gelingen wird, der ganzen katholische Kirche wieder einen Lebensstil wie Franziskus von Assisi zu lehren. Dieser Mann hatte es nämlich raus, Jesus nachzufolgen und sich seiner Umwelt mit vollem Herzen, offenen Augen und arbeitenden Händen anzunehmen. Und ich wünsche Bergoglio, dass es ihm nicht so geht, wie seinem letzten Vorgänger mit ähnlichen Ambitionen, der unter höchst kuriosen Umständen schon nach 30 Tagen ausgeschaltet auf der Bahre landete. Bergoglio wird mehr als 30 Tage brauchen, um die katholische Kirche zurück zu Assisi zu bringen. Das ist nämlich wie eine Plutoreise. Und bis Jesus ist es nochmal so weit.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Was weder Nachricht noch Notiz wert ist

Europäer sehen's schwitzend
Auf dem weichen Sofa sitzend
Haben keine Lust zu teilen

So dichtete ich am ersten Januar in meinem Rap zur Jahreslosung. Auf den Tag zwei Monate später wünschte ich, es wäre wirklich alles nur erdichtet gewesen. In Anbetracht der Lage und des eigenmächtigen Vorpreschens einiger europäischer Länder ("8 ganze Flüchtlinge pro Tag in die Stadt lassen beweist genug, welch gutherzige Katholiken wir sind!") wurden die Sofaschweißflecken sogar prophetisch. Und wer weiß, wohin das noch führen wird.

Während viele Europäer damit beschäftigt sind, den Braten auf dem Tisch zu schützen, spielen sich woanders Geschichten ab, die sich in keinen Zeitungen oder Nachrichtenforen finden: Der innere Kampf vieler Menschen mit Glaubensfragen. Doch solche Angelegenheiten werden in westlichen Medien als uninteressant und nichtig betrachtet. Entsprechend hört man nichts darüber. Doch IS & Co. treiben Muslime mit extrem viel Energie direkt in die offenen Arme des Chri…

Die Lehre der Leere (16): Viel Feind, wenig Ehr

Dass viele unserer Hoffnungen und Vorstellungen, mit denen wir 2006 ausgezogen waren, nicht erfüllt werden würden, wurde schon lange vor der Veröffentlichung des obigen Videos klar. Wir hatten geträumt. Geträumt von vielen interessanten und kreativen Ideen, einem wirklich missionalen Lebenswandel und einer daraus erwachsenden neuen, interessanten, kreativen und missionalen Gemeinde, die hoffentlich ein Katalysator für viele weitere kreative Neugründungen im neuen 21. Jahrundert sein wird. Unsere Aussendung war gewaltig und feierlich, voller Musik, Freude und Party. Nach so vielen Dingen und all den kleinen Wundern, die Gott vor aller Augen getan hatte, um all das überhaupt möglich zu machen, waren die Erwartungen hoch: Gott zog schließlich mit uns, das war allen klar. Manche sprachen von zu erwartenden Erweckungen in ganz Skandinavien.

Im Gastland angekommen, öffnete Gott noch mehr unerwartete Türen, hieß uns durch hiesige Gemeinde- und Missionsleiter herzlichst willkommen, knüpfte w…

10 Dinge, die's vor 10 Jahren noch nicht gab (und warum das so wichtig für Gemeinden ist)

Herzlich willkommen im Jahre 2017! 

Ich hoffe, Ihr seid gesund herübergekommen und habt allen Grund, zuversichtlich in die Zukunft zu sehen.

Als wir vor 10 Jahren das erste Mal Silvester in Schweden feierten, hatten wir gerade erst damit angefangen, Ansätze und Ideen für die Gemeinde der Zukunft zu entwickeln. Aus einem kleinen, bayerischen Dorf kommend kam es uns damals grad so vor, als seien wir selber direkt in die Zukunft gezogen.

Doch heute möchte ich Euch 10 Dinge vorstellen, die es vor zehn Jahren noch gar nicht gab - bzw. von denen zu Silvester 2006 noch keine Rede war. Wenn Ihr die Liste seht, werdet Ihr manchmal denken: ”Echt jetzt?! Das gab’s da noch nicht?!” In der Tat, es ist schwer zu glauben. So sehr haben wir uns heute an so manches gewöhnt.

Legen wir los:

Nummer 1: YouTube

Streng genommen wurde YouTube schon 2005 gegründet, aber vor 2007 hat’s in unserem Teil der Welt kaum jemand beachtet. Heute ist eine Welt ohne das Videoportal undenkbar: Rezepte, Trailer, Urlaubsfi…