Direkt zum Hauptbereich

Karfreitag: Party für die Depressiven


Nicht, weil am heutigen Feiertag die Enttäuschung, die Frustration, der Zerbruch, die Schwärze und die Hoffnungslosigkeit seinen ultimativen Höhepunkt findet. Sondern weil heute alle diese destruktiven Mächte tödlich getroffen wurden. Der Depressive muss nicht mehr über den eigenen Selbstmord nachdenken. Das, was sich so arglistig und feuchtkalt zersetzend in unsere Herzen frisst, wurde heute jemand anderem injiziert. Einem Unschuldigen, einem Lebensspender und Heiler, der daraufhin gewissermaßen den Selbstmord auf sich nahm, indem er sich freiwillig den Schindern, den vermeintlichen Herrschern und Tyrannen aussetzte - wehr- und waffenlos. Durch diesen unbegreiflichen und unschuldigen Tod - und nur dadurch - wurde das Böse der Welt unheilbar verwundet. Für alle Depressiven gibt es heute einen Grund zum Feiern. Denn jedes erlebte Tief, jede Schwermut, die uns treffen mag, jede Verzweiflung oder Freudlosigkeit, die uns umgarnen und verhexen will, gehören seit Karfreitag nur noch zum letzten Aufbäumen vor dem endgültigen Tod des Bösen und des Widersachers. Wir sollten feiern. Aber mit Respekt und Ehrfurcht vor dem, der das freiwillig auf sich nahm.

Gründonnerstag bei H2O: Ein ungewöhnliches Passahabendmahl mit viel jüdischer Tradition. Und gegenseitiger Fußwaschung (siehe Schüssel im Hintergrund).

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Missionarsalltag

Was machen wir eigentlich? Wie sieht eine "normale" Woche aus? Das werden wir immer wieder gefragt. Zeit für eine verständliche Antwort.


Forge Film

Unter die Rubrik "Sachen, die wir so machen" fallen mal sehr schöne, mal sehr unschöne Aufgaben. Zu den besonders schönen gehört es, wenn ich einen Filmauftrag bekomme. In meinem Fall sind die Aufraggeber meistens christlich und deren Budgets ebenso, dass heißt, ich muss alles alleine in sehr begrenzter Zeit hinkriegen. Doch selbst, wenn das Resultat aufgrund solcher Begrenzungen nicht immer so perfekt ist, wie Profis sich das vorstellen, so ist die Arbeit an sich schon Belohnung.

Ein Film, den ich diese Woche geliefert habe.


Übersetzung, gefällig?!

Forge ist eine Ausbildung für Pioniere, die dich aufmuntern und ausrüsten will, Jesus in deinem Umfeld zu folgen. Risiken eingehen, neues Territorium zu erschließen, Jünger machen, die neue Jünger machen. 

Forge ist eine Gedankenschmiede, wo wir versuchen und darüber nachdenken, das Evangelium auf relevante Weise im heutigen Schweden zu formulieren. Es gab eine Zeit, wo in Schweden die Kirche mitten im Dorf stand. Es war eine chr…

Schlechterwisser XII.: Nach Furz kommt Festland

Jeder kennt die sagenumwobene Flatulenz der Rinder. Obwohl nur ein kleiner Teil der Verdauungsgase ausgepupst und der Großteil über die Atemwege abgegeben wird, bleibt ein Faktum bestehen: Die durchschnittliche Milchkuh produziert mindenstens 100kg Methan pro Jahr. Methan in unsere heutige Atmosphäre zu geben ist genauso weise wie Windpocken durch exzessives Kratzen zu behandeln, Lungenkrebs mit Rauchen zu therapieren, Kopfschmerzen mit Holzhämmern zu kurieren.

Der Treibhauseffekt von Methan verhält sich relativ komplex im Vergleich zu Kohlendioxyd, doch vereinfacht kann man sagen, dass Methan 72x schlimmer ist als CO2, in Worten: zweiundsiebzig mal.

Am Beispiel meines obigen Instagram-Posts vereinfacht ausgedrückt: Mein Platz in den Fliegern auf der letzten Dienstreise nach Madrid hat eine gute halbe Tonne CO2 in die Atmosphäre gepustet, und das ist ziemlich viel, finde ich, doch der Treibhauseffekt dieser Menge entspricht nur 7,5kg Methan - das entspricht einem knappen Monat im Leb…