Direkt zum Hauptbereich

Heute stirbt die alte Welt (Karfreitag)


Himmel und Erde werden vergehen.
(Mark 13,31)

"Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?"
(Mark 15,34)

Aber Jesus schrie laut und verschied.
(Mk 15, 37)




Lies die Texte mehrere Male und bitte den Heiligen Geist, Dich zu leiten.



Gottverlassen. 
Schuldbeladen. 
Gemartert. 
Geschlagen. 
Zerstört. 
Unansehnlich.
Gerade so wie Du heute am Kreuz, so wird eines Tages die ganze Welt vergehen, wenn das Maß ihrer Schuld voll ist. Es wird eine fassungslose Welt sein, entsetzt darüber, dass es soweit überhaupt kommen konnte, beschämt über die Schuld, die sie nun ganz alleine tragen muss. "Mein Gott, warum hast du mich verlassen?" wird auch diese Welt schreien, keine Antwort bekommen und vergehen. 

Und ich, ich würde in panischem Entsetzen mit ihr vergehen. 

Ich hätte meine eigene Schuld zu tragen, wärest Du nicht heute gottverlassen, schuldbeladen, gemartert, geschlagen, zerstört und unansehnlich in den Tod gegangen. An meiner Stelle. So sehr hat Gott, der Vater, diese schuldbeladene Welt geliebt, dass er Dich dafür opferte. Ich stehe vor Deinem Kreuz und kann es immer noch nicht fassen, dass ich es war, der Dich da hochgebracht hat. Du hängst da an meiner Stelle. Und an Stelle aller derer, die gestern mit Dir aßen, ohne später das Zimmer zu verlassen.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Zero Commitment

Vor knapp zwei Wochen habe ich meinen Sohn verheiratet. Welch ein Erlebnis. Noch heute bin ich voll auf Endorphin: Sonne, Fest und Stolz auf Sohn und Schwiegertochter. Die zwei sind wunderbar, kommen aus stabilen Familien, die ihren Vorbildern in den kommenden 65 Jahren nacheifern wollen. Allen, die uns weder auf Instagram noch Twitter oder Facebook folgen, werde ich irgendwann ein paar Bildchen auf new-reformation-privat einstellen.

Doch im Rausch der Glückshormone schmecke ich auch einen Wermutstropfen. Der hat nichts damit zu tun, dass nun auch das zweite Kind Vater und Mutter verlassen hat. Die Tatsache, dieses Ziel erreicht zu haben, macht mich nur noch stolzer. Der Wermutstropfen kommt nicht aus der Familie, sondern aus der Gesellschaft, in der wir leben.

Nie habe ich nämlich so viele verstörte Blicke und Kommentare erhalten. ”Was?! Die heiraten?! Ja, wie alt sind die denn?! Was, 21?! SO JUNG?!?!” Und dann dieser Blick, das künstliche Grinsen, als würde bald unser Haus von ein…

Fertig.

Wenn über Wochen nichts oder nur wenig auf meinem Blog zu lesen ist, dann ist das kein gutes Zeichen. Denn Blogartikel schreibe ich in erster Linie für mich selbst, weniger für die Öffentlichkeit. Ich schreibe als Übung zum Ordnen meiner unfertigen Gedanken. Der Blog ist mein Canvas. Wenn hier also nicht gekleckst wird, dann gab's auch keine unfertigen Gedanken. So einfach ist das. Dann gab es nur fertige Gedanken. Das ist schlecht. Denn fertige Gedanken sind nicht nur schon da und geboren, sie sind schon lange da. Alt sind sie. Alte Bekannte.

Fertige Gedanken sind längst aus den Kinderschuhen herausgewachsen. Sie sind erwachsen, kennen den Ernst des Lebens. Haben Erfahrung und Falten, aber nichts Spielerisches mehr. Fertige Gedanken erwartet man von einer Kanzel. Von einem fertigen Prediger.

Unfertige Gedanken sind hingegen wie Kinder. Sie sind laut und springen herum. Sie haben Zeit, viel Zeit. Und sie brauchen Zeit. Zeit zum Spielen. Zum Ausprobieren. Zeit zum Entdecken. Und z…