Direkt zum Hauptbereich

Thinklings-Abschluss

Hören, reden, lesen, lernen: Thinklings zum Thema "Gesunde Sexualität"
Ein herzliches Dankeschön an alle, die unser Theologiewochenende "Gesunde Sexualität" im Gebet mitgetragen haben! Selten habe ich so gute, offene, tiefe Gespräche in einer Atmosphäre des gegenseitigen, tiefen Vertrauens erlebt und das zu einem Thema, das sonst gern Frust und Zwietracht sät. Wir sind im Laufe der Tage durch sämtliche Texte der Bibel gegangen, die in dieses Thema hineinsprechen, haben Analysen zu Begriffen und Redewendungen in den Ursprachen Hebräisch und Griechisch durchgeführt, haben Auslegungen der verschiedenen Epochen der Geschichte verglichen, haben gebetet und diskutiert. An jedem Tag haben zwei oder drei von uns ihre persönlichen Geschichten und Reflektionen zum Thema Sexualität gegeben, was zu einer wunderbaren Atmosphäre der Offenheit, der eigenen Verletzlichkeit und des gegenseitigen Vertrauens führte. Nicht zuletzt hatten wir für ein paar Stunden zwei Gäste bei uns: Zwei hiesige Gemeindepastoren, die von sich sagen, dass die schwul bzw. lesbisch geboren wurden. Wir haben ihnen eine sichere Atmosphäre versprochen in einer Gruppe, die einfach lernen, zuhören und verstehen will, selbst wenn man vielleicht anderer Ansicht ist und ihren persönlichen Geschichten zugehört. Abgeschlossen haben wir heute mit dem beginnenden Versuch einer sogenannten missionalen Hermeutik, wo wir versuchen wollen, unsere Einsichten und all das Gelernte und Verstandene in hilfreiche und praktisch machbare, erste Schritte für die Gemeindearbeit umzusetzen.

Leider fehlt mir die Zeit, nun mehr dazu zu schreiben (obwohl ich weiß, dass es viele brennend interessieren würde) - doch nun warten die nächsten Treffen auf mich: Mit dem CA-UK Leitungsteam und den Europaleitern des missionalen Trainingsnetzwerkes Forge, die ebenfalls in Glasgow leben.

Irgendwann in hofflentlich baldiger Zukunft werde ich etwas mehr zu unseren ersten Erkenntnissen schreiben. Bis dahin sind Eure Gebete weiterhin sehr willkommen. Ich danke Euch!

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Zero Commitment

Vor knapp zwei Wochen habe ich meinen Sohn verheiratet. Welch ein Erlebnis. Noch heute bin ich voll auf Endorphin: Sonne, Fest und Stolz auf Sohn und Schwiegertochter. Die zwei sind wunderbar, kommen aus stabilen Familien, die ihren Vorbildern in den kommenden 65 Jahren nacheifern wollen. Allen, die uns weder auf Instagram noch Twitter oder Facebook folgen, werde ich irgendwann ein paar Bildchen auf new-reformation-privat einstellen.

Doch im Rausch der Glückshormone schmecke ich auch einen Wermutstropfen. Der hat nichts damit zu tun, dass nun auch das zweite Kind Vater und Mutter verlassen hat. Die Tatsache, dieses Ziel erreicht zu haben, macht mich nur noch stolzer. Der Wermutstropfen kommt nicht aus der Familie, sondern aus der Gesellschaft, in der wir leben.

Nie habe ich nämlich so viele verstörte Blicke und Kommentare erhalten. ”Was?! Die heiraten?! Ja, wie alt sind die denn?! Was, 21?! SO JUNG?!?!” Und dann dieser Blick, das künstliche Grinsen, als würde bald unser Haus von ein…

Fertig.

Wenn über Wochen nichts oder nur wenig auf meinem Blog zu lesen ist, dann ist das kein gutes Zeichen. Denn Blogartikel schreibe ich in erster Linie für mich selbst, weniger für die Öffentlichkeit. Ich schreibe als Übung zum Ordnen meiner unfertigen Gedanken. Der Blog ist mein Canvas. Wenn hier also nicht gekleckst wird, dann gab's auch keine unfertigen Gedanken. So einfach ist das. Dann gab es nur fertige Gedanken. Das ist schlecht. Denn fertige Gedanken sind nicht nur schon da und geboren, sie sind schon lange da. Alt sind sie. Alte Bekannte.

Fertige Gedanken sind längst aus den Kinderschuhen herausgewachsen. Sie sind erwachsen, kennen den Ernst des Lebens. Haben Erfahrung und Falten, aber nichts Spielerisches mehr. Fertige Gedanken erwartet man von einer Kanzel. Von einem fertigen Prediger.

Unfertige Gedanken sind hingegen wie Kinder. Sie sind laut und springen herum. Sie haben Zeit, viel Zeit. Und sie brauchen Zeit. Zeit zum Spielen. Zum Ausprobieren. Zeit zum Entdecken. Und z…