Direkt zum Hauptbereich

Die Lehre der Leere (20): Gottes Stimme

Chummerscht-7.jpg

Der Psalm war keine Ausnahme. Gott schien plötzlich täglich mit mir zu sprechen. Das war die größte Veränderung seit der Landung.

Man könnte sich fragen, ob es nun so weit gekommen war, dass ich Stimmen hörte. Das wäre eine berechtigte Frage. Dass Gott sprechen könnte, wundert meist solche, für die Gott sehr abstrakt ist, oder die gar nicht an ihn glauben. Oder man denkt an Psychopathen und Terroristen, denen Gott alle möglichen schrecklichen Dinge gesagt haben will. Jesus, der Friedefürst, sagte interessanterweise, seine Schafe kennen die Stimme ihres Hirten. Wenn der Herr spricht, kann das wie ein Gedanke im Kopf sein, so klar, als hätte ihn soeben jemand ausgesprochen, so spezifisch, dass er eindeutig an dich gerichtet ist und doch so anders, dass er nicht von dir selbst sein kann. So war es bei mir. Vor allem waren diese Gedanken an etwas ganz besonderes gekoppelt: Gefühle der Ruhe und des Friedens.

Das bildete einen Kontrast, den ich selbst nie hätte zustande bringen können. Trotz Landung fühlte ich immer noch die völlige Abwesenheit meines Bauchgefühls, spürte die Leere, Unsicherheit und Stress. Daran hatte sich nichts geändert, und vielleicht war das ja genau, wie Gott mich in dieser Phase haben wollte.

Die Botschaft, die Gott mir klarmachte, war im Grunde immer dieselbe:

Ich sehe dich. 
Ich kenne dich. 
Ich liebe dich. 

Gesehen, gekannt und geliebt zu werden, ist die mächtigste Botschaft, die eine menschlichle Seele entgegennehmen kann. Unsere ungebändigte Sehnsucht nach Nähe, Offenheit und Liebe lässt Menschen auf die wildesten Ideen kommen.

Von Gott geliebt zu werden, wirklich geliebt zu werden, gab dem größten Gebot, Gott von ganzem Herzen zu lieben und den Nächsten wie sich selbst, eine völlig neue Dimension.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Gemeinde - ein Verein oder eine Firma?

Bald ist wieder GLS-Zeit in Schweden. GLS heißt Global Leadership Summit und ist nichts anderes als Willow-Creeks jährliche Leiterkonferenz. In Schweden wird GLS in den Großstädten angeboten als eine halb Live, halb aufgezeichnete Veranstaltung. Unser Partner Saron ist Treffpunkt für alle Gemeindeleiter im Göteborger Raum. Natürlich werde auch ich wieder da sein, nicht zuletzt, um andere Gemeinden zu treffen und um getroffen zu werden. Nun habe ich selbst meine Leiterausbildung in den USA absolviert und weiß, dass die Amis hier sehr viel Gutes zu sagen haben. Ich weiß auch, dass die Deutschen in Sachen Menschenführung und Leitung deutlich mehr Nachholbedarf haben als die Schweden. Und so begeistert ich von vielen Dingen auch immer noch sein mag, ein paar Fragen wollen mir nicht mehr aus dem Kopf: Muss Gemeinde wie eine Firma geführt und strukturiert werden? Muss Gemeinde wie ein Verein geführt und strukturiert werden? Und wenn die Antwort auf beide Fragen auch Nein lauten kann, wie mu...

Bewirken. Entfachen. Hervorrufen. Evozieren.

Serie: Missional Action Plan, Phase zwei  Das sind einige Synomyme für die zweite Phase unseres sogenannten Missional Action Plans, genannt Auslösen (initiate) . Was ist denn das? Nun, niemand glaubt heute noch, dass der Pfarrer den Menschen wirklich zu sagen hat, wie man was zu tun oder zu lassen hat. Eigentlich möchte sich heute überhaupt niemand noch was sagen lassen, solange man nicht ausdrücklich gefragt hat. Entsprechend ist auch niemand mehr scharf auf Predigten. Predigt, das klingt wie Standpauke. Epistel. Ermahnung. Wie Schelte und Zurechtweisung. Niemand* will sich also noch bepredigen lassen. Man geht entweder auf Konfrontation oder stellt die Ohren auf Durchzug. Das, was jahrhundertelang das Zentrum der kirchlichen Kommunikation war, die Predigt, stirbt aus. Stirbt aus? Ganz und gar? Keine Predigten mehr in Zukunft? Nein, so ist es auch wieder nicht. Römer 10,17 sagt ganz klar, dass der Glaube aus der Predigt kommt, und damit wird die Predigt immer eine entsche...

Sola Gratia

Schschschau mal, ist das hoch zum Drüberspringen... Impuls Nummer drei: Gottes Maßstäbe gelten lassen (Hier geht's zum Anfang dieser lustvollen Serie) Ich möchte uns an eine alte, biblische Weisheit erinnern, von der wir heute nicht mehr so viel hören: Gottes Standards für den Menschen sind extrem hoch. Dieses Prinzip finden wir durchgehend in der ganzen Bibel, im Alten wie im Neuen Testament. Man lese nur einmal das Gesetz der Thora oder, wem das zu alttestamentlich erscheint, der darf sich gerne der Bergpredigt hingeben und ihrem Standard folgen. Viel Erfolg dabei. Zweitens sollten wir uns daran erinnern, dass Gottes Standards nicht verhandelbar sind. Gott hängt die Messlatte auf, wo ER sie haben will und dann hängt sie da. Punkt. Daran gibt es nichts zu rütteln. Keinen Millimeter weicht Gott davon ab. Das gefällt uns Menschen nicht. Wir möchten gerne glänzen, als gut und richtig dastehen. Doch der Hauptzweck dieser hohen Messlatte ist es ja gerade, unsere menschlich...