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Samstag, 22.12. Noch fünf Wochen bis Weihnachten.

Es ist Samstag, der 22. Dezember 2018. Noch über fünf Wochen bis Weihnachten. Gefühlt. Denn ich habe noch kein einziges Geschenk besorgt, kein Weihnachtsfoto gemacht, keinen Weihnachtsbrief geschrieben. Null Weihnachten in mir. Das Holz für ein kleines Renovierungprojekt im Haus liegt seit über einem Monat im Flur und im Weg herum. Aber der ganze Advent liegt ja noch vor mir, um wenigstens noch ein bisschen erledigen zu können und etwas Weihnachtsstimmung aufzunehmen. Und so sehe ich heute auf meine To-do-Liste, die bis zum 22. reicht. Bis auf zwei Punkte sind zumindest alle dienstlichen Kästchen abgehakt. "Gebetsclip" und "Mindestens ein Blogpost im Dezember", die Burschen fehlen aber noch. Nr. 1 wird kurzerhand ersatzlos gestrichen. Schade eigentlich, aber die Stunden zur Herstellung eines Clips habe ich nicht mehr.

So gut, inspirierend, wiederholenswert und lehrreich die Israelreise auch war, für meinen Arbeitsrhythmus war sie eigentlich eine Katastrophe. Wenn a…

Warum gute Vorsätze (k)ein Blödsinn sind

Weniger essen, mehr Sport. Weniger Stress, mehr Ruhe. Mehr beten, weniger sorgen. Die Lister aller 2017 geborenen Vorsätze scheint unendlich zu sein. Die Liste der Todesopfer? Nur unwesentlich kürzer. Wenn's hoch kommt, überlebt nur ein 1% den Frühling.

Gute Vorsätze enthüllen zweierlei. Erstens, unsere tiefe Sehnsucht nach Veränderung. Im tiefsten Herzen werden sie gezeugt und zu Silvester geboren. Wer nämlich gar nichts Verbesserungswürdiges an seinem Leben findet, macht auch keine Vorsätze. Zweitens, unsere gefühlte Machtlosigkeit, die ersehnte Veränderung auch wahr werden zu lassen. Gute Vorsätze sind Leckerlis für Schweinehund, den inneren. Manche nehmen's mit Humor. Andere geben auf und halten gute Vorsätze fortan für völligen Blödsinn.

Ich gehör wohl zur zweiten Kategorie. Habe schon vor vielen, vielen Silvestern aufgehört, gute Vorsätze zu fassen. Oder sollte ich besser sagen: aufgegeben?  Es schwingt schon eine Portion Resignation mit, wenn man überzeugt ist, dass e…

Selig sind die Friedensjäger

Seit Israel bin ich entschlossen, ein wenig Hebräisch zu lernen. Deshalb nutze ich grad jede Gelegenheit, alttestamentliche Worte im Original zu studieren.  Zum Beispiel Psalm 34,15. Da steht tatsächlich "nachjagen", wenn es um "Shalom" geht. Ich finde es schon irgendwie lustig, dass ausgerechnet der Friede "gejagt" werden soll. Es klingt fast so, als solle er erlegt und als Trophäe tot an die Wand gehängt werden, der Arme. Doch wir müssen uns wohl in Erinnerung rufen, dass die Jagd nicht immer ein Privileg der Reichen war. Bevor der Westen den Fließbandmord im Schlachthaus oder den Überfluss im Supermarkt erfand, war Jagd manchmal noch überlebenswichtig. Und weil kein Tier freiwillig in den Tod geht, hat der Mensch gelernt, lieber keine Fleischfresser zu fressen, denn die könnten den Spieß umdrehen und uns selbst zum Gejagten machen. Damit der Schuss also nicht nach hinten losgeht, bevorzugten wir die Jagd auf Fluchttiere.

Der Friede scheint auch der Ga…