Direkt zum Hauptbereich

Madrid

Madrid ist wichtig für CA. Hier startete 2002 unsere erste Gemeindegründung namens Mountain View, eine englischprachige, internationale, eher klassisch-traditionelle Gemeinde. 2006 gründete Mountain View ihre Tochtergemeinde Oasis direkt am Plaza del Sol, dem Zentrum der iberischen Halbinsel. 2009 wuchs aus Oasis ein neues Gründungsprojekt im Stadtteil Malasaña, eine rein spanische Hausgemeinde namens Decoupage. Vergangenen Dienstag hatte ich das Vorrecht, bei einer historischen Decoupageversammlung dabei sein zu dürfen: Der letzte Abend als eine Gruppe, man ist aus den Räumen herausgewachsen und fortan gibt es zwei Decoupagegruppen.

Das Maß ist voll: Auf dem Bild ist kaum zu sehen, dass der Raum aus allen Nähten platzte

Genauso stellen wir uns Gemeindegründung vor: Gemeinden gründen, die Gemeinden gründen welche Gemeinden gründen. Dabei gibt es kein fertiges Modell, wie die Gemeinden auszusehen haben. Der Unterschied zwischen Mountain View als internationale, eher konservative Gemeinde und Decoupage mit ihrem eher anarchistisch-künsterlischem Netzwerk könnte größer wohl kaum sein. Doch wo der Heilige Geist zu Hause ist, da fühl auch ich mich heimisch, und Leute, ich kann Euch sagen, obwohl ich nur 10% verstanden habe so war ich letzten Dienstag wirklich daheim in dieser Gruppe junger, anbetender Spanier und Spanierinnen.

Der eigentliche Anlass meiner Reise war jedoch ENGAGE, CAs Kandidatenkurs für neue Bewerber. Ich war gebeten worden, Missionale Theologie zu unterrichten und die Kandidaten persönlich zu treffen und kennenzulernen - und sie natürlich CA. Getroffen haben wir uns bei Oasis und gewohnt haben wir in einem Kloster. Kandidatenkurse sind wichtig, denn wie in einer Liebesbeziehung sollte die Chemie passen - und CA ist keine gewöhnliche Organisation. Wir erwarten einerseits eine außergewöhnliche Passion für Jesus und die Mission. Andererseits sind wir vielen "normalen" Christen zu wenig "Institution", nicht alle können gut mit Freiheit umgehen - ein durchgehendes Thema in Paulus' Briefen übrigens und somit offenbar nichts Neues. Deshalb ist es wichtig, sich ein paar Tage Zeit zu nehmen zum gegenseitigen Kennenlernen.

ENGAGE machen wir zweimal jährlich, eins in den USA und eins in Europa. Das nächste Mal wird voraussichtlich im April in Brüssel stattfinden.


Wer seid ihr und wer sind wir? Gegenseitiges Kennenlernen in den Räumen der Oasisgemeinde Madrid.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Wer erntet die dicksten Kartoffeln?

Wer es noch nie gesehen hat, dem sei es hiermit gezeigt: Unsere Gesellschaft setzt sich aus vielen Subkulturen zusammen. Das Bild ist ein Beispiel für Deutschland, wo sich das Sinusinstitut in seinen sogenannten "Milieustudien" auf zehn Milieus oder Kartoffeln begrenzt. Sinus macht solche soziologischen Studien in erster Linie für Firmen, die ihr Produkt möglichst punktgenau in einer passenden Zielgruppe vermarkten wollen. Es ist eine fantastische Brille, mit der man klarer sehen kann, mit wem man es eigentlich zu tun hat und wie die gewünschten Kunden so ticken. Wenn sich Pastoren, Pfarrer oder ganz normale Christen diese Brille auf die Nase setzen, sehen die meisten entweder rot oder schwarz. Einigen wird auch gerne schwindelig oder sogar so schlecht wie bei einem Horrortrip. Warum nur? Weil Sinus ebenfalls herausgefunden hat, dass Kirchen und Gemeinden, völlig egal welcher Farbe, Konfession oder Denomiation, fast ausschließlich aus einem ca. 15% großen Segment am lin...

Missional kontra attraktional?

"Kannst Du mir noch die Adresse schicken, wohin ich morgen kommen soll?" schrieb ich diese Woche dem neuen Studenten. Zu Beginn jedes Semesters muss ich alle meine 12 Studenten in ihren Praktikumsgemeinden besuchen und ihren Mentor treffen. Per Sms kam folgende Antwort: "Weiß nicht genau. Hausnummer 1, glaub ich. Park einfach neben der Kirche." Es ist nicht immer leicht, all die Gemeinden zu finden, manche haben noch nicht mal eigene Lokale. Meine Abenteuerlust gab sich aber zufrieden und ich begab mich auf eine Tagestour, um mehrere Studenten samt ihren Mentoren im Göteborger Umland zu besuchen. Als nach vielen Kilometern und Gesprächen vor mir die Stadt auftauchte, in der ich Hausnummer 1 suchen sollte, bot sich mir folgendes Bild: Dieser Parkplatz sollte ganz ohne GPS zu finden sein, dachte ich bei mir und war zugegebendermaßen etwas überrascht. In Kirchen dieser Größe verkehre ich eher selten. Ein glücklicher Student und ein ebenso glückicher Mentor hieße...

Serve the City

Einige der StC-Leiter aus ganz Europa Vor lauter Terror und Diskussion komme ich ja gar nicht mehr zum Berichten was sonst noch so alles los ist. Zum Beispiel war ich vor einigen Wochen (genau während der pariser Ereignisse) auf dem Serve the City Forum in Lissabon. Serve the City ist eine Bewegung, die CA vor über 10 Jahren in Brüssel gegründet hat. Wir hatten das bei H2O unter dem Namen TjänaStan adoptiert. Glaube ist mehr als ein theoretisches "Für-Wahr-Halten". Glaube ohne Werke ist tot. Viele "Werke" evangelikaler Christen sehen in den Augen nichtkirchlicher Leute eher merkwürdig aus. Serve the City gibt sehr viel Gelegenheit und Ideen, statt "Merkwürdigem" Denkwürdiges zu tun. Und unsere nichtkirchlichen Freunde und Nachbarn einzuladen, doch gleich mitzumachen. Serve the City hat sich schon in mehreren Kontinenten ausgebreitet, es wächst schneller und besser und besser als Gemeindegründung. Einmal jährlich treffen sich einige Leiter, um Erfahr...