Direkt zum Hauptbereich

Depression III


Am Morgen des nächsten Tages bin ich gerade dabei, in unserem H2O-Center das Frühstück für eine Gruppe Leute vorzubereiten, die heute zu uns kommen. Ich bin leider spät dran und etwas in Eile, um alles noch rechtzeitig fertigzubekommen als ein Mann zu mir kommt, der im selben Gebäude arbeitet. Er müsse gerade mal mit mir reden. Soeben habe er etwas über einen seinen Freunde erfahren, erzählt er mir. Einen Familienvater, beruflich erfolgreich, seit neuestem Besitzer eines kleinen Sommerhauses auf dem Lande, worüber sich die ganze Familie sehr freue. Seid kurzer Zeit leide aber auch dieser Freund an Depression. Man habe ihm die üblichen Medikamente verschrieben. Die Wirkung war nicht wie erwünscht. Er habe sich das Leben genommen. Wir sprechen darüber. Der Kaffee ist noch nicht durchgelaufen, als später meine Frühstücksgäste kommen.

Dies sind "nur" drei Geschichten, die ich in ungewohnt kurzer Folge hörte. Wenn ich darüber nachdenke, könnte ich viel mehr Namen nennen, die ähnliches erzählten. Zwei Dinge stechen irgendwie heraus: Menschen heutzutage scheinen entweder an Krebs oder Depression zu erkranken. Was Krebs für den Körper scheint Depression für die Seele zu sein. Oder umgekehrt. Beides ist langwierig, beides schwer. Beides kann geheilt werden, beides kann tödlich enden. Jeder kann getroffen werden und niemand darf so arrogant sein zu meinen, dass er oder sie immun sei. Ist Krebs eine Folge der vielen Umwelteingriffe, die der Mensch gemacht hat? Ist Depression eine Folge der Überflussgesellschaft, in der wir leben? Was können wir tun? Wie können Christen und Gemeinden sinnvoll vorbereitet sein auf diese Herausforderungen? Wo brauchen wir mehr Fachkompetenz? Sind Hilfestellungen zu einem simplen und einfachen Lebensstil eine mögliche Lösung? Viele Fragen, wenig Antworten. Kommentare? Ideen? Meinungen? Erfahrungen? Vorschläge?

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Was weder Nachricht noch Notiz wert ist

Europäer sehen's schwitzend
Auf dem weichen Sofa sitzend
Haben keine Lust zu teilen

So dichtete ich am ersten Januar in meinem Rap zur Jahreslosung. Auf den Tag zwei Monate später wünschte ich, es wäre wirklich alles nur erdichtet gewesen. In Anbetracht der Lage und des eigenmächtigen Vorpreschens einiger europäischer Länder ("8 ganze Flüchtlinge pro Tag in die Stadt lassen beweist genug, welch gutherzige Katholiken wir sind!") wurden die Sofaschweißflecken sogar prophetisch. Und wer weiß, wohin das noch führen wird.

Während viele Europäer damit beschäftigt sind, den Braten auf dem Tisch zu schützen, spielen sich woanders Geschichten ab, die sich in keinen Zeitungen oder Nachrichtenforen finden: Der innere Kampf vieler Menschen mit Glaubensfragen. Doch solche Angelegenheiten werden in westlichen Medien als uninteressant und nichtig betrachtet. Entsprechend hört man nichts darüber. Doch IS & Co. treiben Muslime mit extrem viel Energie direkt in die offenen Arme des Chri…

Die Lehre der Leere (16): Viel Feind, wenig Ehr

Dass viele unserer Hoffnungen und Vorstellungen, mit denen wir 2006 ausgezogen waren, nicht erfüllt werden würden, wurde schon lange vor der Veröffentlichung des obigen Videos klar. Wir hatten geträumt. Geträumt von vielen interessanten und kreativen Ideen, einem wirklich missionalen Lebenswandel und einer daraus erwachsenden neuen, interessanten, kreativen und missionalen Gemeinde, die hoffentlich ein Katalysator für viele weitere kreative Neugründungen im neuen 21. Jahrundert sein wird. Unsere Aussendung war gewaltig und feierlich, voller Musik, Freude und Party. Nach so vielen Dingen und all den kleinen Wundern, die Gott vor aller Augen getan hatte, um all das überhaupt möglich zu machen, waren die Erwartungen hoch: Gott zog schließlich mit uns, das war allen klar. Manche sprachen von zu erwartenden Erweckungen in ganz Skandinavien.

Im Gastland angekommen, öffnete Gott noch mehr unerwartete Türen, hieß uns durch hiesige Gemeinde- und Missionsleiter herzlichst willkommen, knüpfte w…

10 Dinge, die's vor 10 Jahren noch nicht gab (und warum das so wichtig für Gemeinden ist)

Herzlich willkommen im Jahre 2017! 

Ich hoffe, Ihr seid gesund herübergekommen und habt allen Grund, zuversichtlich in die Zukunft zu sehen.

Als wir vor 10 Jahren das erste Mal Silvester in Schweden feierten, hatten wir gerade erst damit angefangen, Ansätze und Ideen für die Gemeinde der Zukunft zu entwickeln. Aus einem kleinen, bayerischen Dorf kommend kam es uns damals grad so vor, als seien wir selber direkt in die Zukunft gezogen.

Doch heute möchte ich Euch 10 Dinge vorstellen, die es vor zehn Jahren noch gar nicht gab - bzw. von denen zu Silvester 2006 noch keine Rede war. Wenn Ihr die Liste seht, werdet Ihr manchmal denken: ”Echt jetzt?! Das gab’s da noch nicht?!” In der Tat, es ist schwer zu glauben. So sehr haben wir uns heute an so manches gewöhnt.

Legen wir los:

Nummer 1: YouTube

Streng genommen wurde YouTube schon 2005 gegründet, aber vor 2007 hat’s in unserem Teil der Welt kaum jemand beachtet. Heute ist eine Welt ohne das Videoportal undenkbar: Rezepte, Trailer, Urlaubsfi…