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Das Wort zum Sonntag

… kommt heute schon am Freitag. Ich bin nämlich gerade dabei, eine Predigt zu schreiben und brauche mal eine kurze Pause, morgen sitze ich eh noch stundenlang dran. Sonntag bin ich wieder dran, eine Predigt in der internationalen Gemeinde zu halten. Wegen meiner Präsentation am Mittwoch, meiner SAS-Prüfung heute und dem allgemeinen Umzug ist die Predigt nicht früher in meine grauen Zellen vorgedrungen. Jak 3 wurde mir im Rahmen einer Predigtreihe zum Thema gegeben, und ich mache mir so meine Gedanken, was Worte und Schweigen alles ausrichten können – oder eben auch nicht.
In meiner Rolle als „Berufsrepräsentant Jesu“ macht man sich ohnehin viel Gedanken, wie Jesus im ganz normalen Alltag repräsentiert werden kann. Immer mehr Menschen um uns herum wissen, wer ich bin, was ich will und was ich mache. Und so wird man auch beobachtet.
Letzten Donnerstag zum Beispiel. Da gab es in unserem Sprachkurs einen kleinen Konflikt. Ursache war wohl die allgemeine Anspannung der meisten Studenten, die noch nicht wissen, wie es nach dem Kurs beruflich mit ihnen weitergeht. Auslöser war, wie so oft, eine Kleinigkeit, ein Pups. Doch schon ist man, ob man will oder nicht, Teil einer Auseinandersetzung, auch wenn ich selbst zunächst nur eine Randfigur war. Wo gilt es zu reden? Wo ist es besser zu schweigen? Und wenn man redet, was ist das Richtige? Ein WWJD-Armband (für Nicht-Eingeweihte: „What Would Jesus Do?“) hilft mir überhaupt nicht weiter. Jesus hätte doch mit allen seinen hoch entwickelten Geistesgaben wahrscheinlich sowieso ganz anders reagiert als ich es mir vorstellen würde. Wenn ich nur immer wüsste, wie Jesus reagierte! Wahrscheinlich wäre ich dann schon im Himmel und könnte es Euch auch nicht mehr erzählen.
Deshalb sollte ich mir lieber ein WCMD Armband machen lassen. What can Marcus do? Was kann ich machen, wenn ich ganz ich selbst bin? Nein, ich bin kein Jesus, aber einer seiner Nachfolger! Ein Erlöster, Befreiter, Relaxter, Hoffnungsvoller und trotzdem ein ganz Normaler, Kämpfender, Lebender, Menschelnder. Also, wenn ich ganz ehrlich bin, dann sah ich als Marcus am Donnerstag gar kein richtiges Problem in unserem Kurs, sondern eher eine Riesenchance! Also habe ich das auch gesagt. Dann war ich zwar plötzlich kurzfristig der Bösewicht, weil ich der Spielverderber im Motzclub war, aber das ist normal und ist spätestens nach 24 Stunden schon wieder vollständig verdunstet. Mein Gebet ist, dass nach Verdunstung positive Rückstände bleiben, die auf die Dauer Auswirkungen zeigen.
Dies zeigt mir, was ich in einem Jahr hier immer und immer wieder entdecke: Mission funktioniert in einer säkularen Welt kaum noch, indem man anderen christliche Theorien erklärt. Jedenfalls sollte man damit nicht anfangen. Anfangen sollte man, indem man die Menschen herum wirklich gerne hat, sie liebt und sie mag. Das ist ultimo. Ohne das geht gar nix. Und die merken das, ob du es Ernst meinst oder schauspielerst! Und dann gilt es gewisse Situationen so zu nutzen, dass Spannung entsteht. Ein Wort, eine Tat, eine Unterlassung, irgendwas, was du bewusst als Christ tust, womit der andere aber nicht rechnet. Sei Du, sei echt, ein erlöst-menschelnder oder so was. Das kommt am Besten. Erkläre nicht zu viel, sondern lass die Spannung wirken. Lass es stehen und halte es aus. Vielleicht sollte ich hier in Zukunft ein paar Vorkommnisse erwähnen, von denen ich denke, dass diese Spannung entstanden ist und vorteilhaft war. Naja, und natürlich das Gebet. Bete für die Leute! Ohne das geht natürlich gar nichts. Und wie wir alle wissen, ist das regelmäβige Gebet die schwierigste Übung für jeden Christen. Weil es so powervoll ist.
Ich gerate tippenderweise ins Plaudern und sollte eigentlich die Predigt weiter schreiben. Wenn ihr in Eurem regelmäβigen Gebetsleben noch ein paar freie Minuten habt, freue ich mich über jede Erwähnung meiner Predigt, viel mehr aber über das Gebet für unseren Dienst und die Menschen, die wir kennen. Möge Gott es Euch vergelten!

* * *

Sorry, English speaking folks. I need to write a sermon for Sunday. In English. For an international community. Today there’s no time for translation. Maybe next time again!

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