Direkt zum Hauptbereich

Lehre uns bedenken...

...dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden (Ps 90,12). Ein Vers, der oft Friedhofsstimmung verbreitet und nur selten außerhalb der Trauergottesdienste öffentlich zitiert wird. Vor wenigen Wochen wurde unsere Familie unverhofft wieder einmal daran erinnert, wie schnell es gehen kann, dass jemand abtreten muss. Die Endlichkeit des Lebens ist ein heute gerne vermiedenes Thema, fast schon ein richtiges Tabu. Kommt man in einem Gespräch dann doch auf den Tod zu sprechen, erhält man nicht selten diese unbeholfene, drückende Stimmung, diese Wortverlegenheit und das Verlangen, möglichst bald wieder Thema wechseln zu können. Ich denke, wir alle kennen das recht gut. Es sei wie es sei, mir wurde jedenfalls in diesem Sommer wieder einmal die ungeheure Wichtigkeit der Hoffnung deutlich, die wir in der Auferstehung haben: Die Aufersthung Christi als Resultat einer gigantischen Rettungsaktion Gottes, die Auferstehung Christi gleichzeitig als winziger Sproß und Vorbote einer gigantischen Totalerneuerung der kompletten todverfallenen Schöpfung.

Wer keine Auferstehung kennt, hat vielleicht allen Grund zu Verlegenheit und Bedrücktsein. Wer aber nicht nur die Auferstehung kennt sondern auch den Auferstandenen und die Kraft dahinter, der hat allen Grund, über Tod, Hoffnung und neues Leben zu sprechen. Dann kann unsere jetzige Endlichkeit ein Ansporn sein, das neue Leben schon hier und jetzt und mit Fleiß zu leben und bekanntzumachen. Oh Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden!

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

10 Dinge, die's vor 10 Jahren noch nicht gab (und warum das so wichtig für Gemeinden ist)

Herzlich willkommen im Jahre 2017!  Ich hoffe, Ihr seid gesund herübergekommen und habt allen Grund, zuversichtlich in die Zukunft zu sehen. Als wir vor 10 Jahren das erste Mal Silvester in Schweden feierten, hatten wir gerade erst damit angefangen, Ansätze und Ideen für die Gemeinde der Zukunft zu entwickeln. Aus einem kleinen, bayerischen Dorf kommend kam es uns damals grad so vor, als seien wir selber direkt in die Zukunft gezogen. Doch heute möchte ich Euch 10 Dinge vorstellen, die es vor zehn Jahren noch gar nicht gab - bzw. von denen zu Silvester 2006 noch keine Rede war. Wenn Ihr die Liste seht, werdet Ihr manchmal denken: ”Echt jetzt?! Das gab’s da noch nicht?!” In der Tat, es ist schwer zu glauben. So sehr haben wir uns heute an so manches gewöhnt. Legen wir los: Nummer 1: YouTube Streng genommen wurde YouTube schon 2005 gegründet, aber vor 2007 hat’s in unserem Teil der Welt kaum jemand beachtet. Heute ist eine Welt ohne das Videoportal undenkbar: Rezepte, T...

Fromme Schöpferkraft

Selig sind die Füße! Solange sie nicht abbrechen vom Freudenboten. Jahrhundertelang waren Christen in Sachen Kunst und Einfallsreichtum ihrer Zeit meilenweit voraus. Denken wir nur mal an die bildende Kunst. Denken wir überhaupt mal an das ganze akademische Bildungssystem. Denken wir an die unterschiedlichen Alphabete. An das musikalische Notensystem, an die Sozial- und Gesundheitssysteme westlicher Gesellschaften. Alles von Christen erfunden, alles aus biblischen Werten erwachsen. Da müssen überheblich säkulare Besserwisser mal ganz kleinlaut ihre große Klappe halten. Aber dann. Dann müssen entweder Gott oder uns die Ideen ausgegangen sein. Wir haben mit unserem Schöpfergeist das Beste der Staaten Europas gesucht, doch seit der Aufklärung ist uns wohl immer mehr die Phantasie eingetrocknet. Wo sind sie bloß, all die wegweisenden Erfindungen der Christen der vergangenen 150 Jahre? Es ist die Welt und nicht die Gemeinde, welche heute für ihre Originalität und Phantasie bekannt is...

Hochsommer

Wir wissen gar nicht, wie uns geschieht. Seit Wochen genieβen wir hochsommerliche Verhältnisse. Am 01. Mai hat es zum letzten Mal geregnet. Die Wiesen vertrocknen. Man könnte fast täglich baden gehen. Alles hat natürlich auch seine Kehrseiten: Es gibt schon einige Waldbrände, auch ganz in unserer Nähe. Vor ein paar Tagen zog so dichter Rauch durch unsere Siedlung, dass die Augen tränten. Aber man hat es in den Griff gekriegt. * * * We really don’t know what is going on in “cold Sweden”, for weeks we have it very summery. Our last rain we had the first of May. Lawn is getting brown. You could go swimming every day. On the other side of the coin there are forest fires. Some have been fairly close to us. A few days ago we had smoke in our neighborhood as thick as it made your eyes watering. But the fire brigade got it soon under control.