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In der Ruhe liegt die Kraft

Busfahrten, Flugzeiten, Hundespaziergänge - ich brauche diese Zeiten zum Nachdenken All die Eindrücke und Gesprächsthemen wollen verarbeitet werden. Viele gute Leiter sind introvertierte Menschen, sagt Susan Cain, Autorin des Buches "Quiet". Ich muss die leise Stimme in mir hören können, und das geht nur in der Stille der Abgeschiedenheit. Aus diesem Grunde habe ich mein Facebook-App vom Handy geschmissen, um nicht mit noch mehr völlig überflüssiger Information zugemüllt zu werden.

Es macht großen Spaß, all die neuen Leute und all die alten Bekannten nicht nur online, sondern in Fleisch und Blut (wieder) zu treffen, deren Lebenswelten sehen, riechen schmecken; persönliche Erfahrungen austauschen, ausloten, wo man sich einig ist und wo nicht. Man hört, sieht, fühlt und lernt. Jede Begegnung ein Puzzelsteinchen. Jedes einzelne will in die Hand genommen, angesehen, gedreht und gewendet werden um herausfinden zu können, ob es einen Beitrag zur Antwort auf die große Frage leistet, die mich umtreibt. Was brauchen Menschen heutzutage, um schmecken und sehen zu können, dass der Herr freundlich und gut ist?!

Mehr sponater Schnappschuss als gelungenes Portrait: Mit meinem Hund gestern Abend draußen in der herbstlichen Dunkelheit des Lärjeåntales

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Zero Commitment

Vor knapp zwei Wochen habe ich meinen Sohn verheiratet. Welch ein Erlebnis. Noch heute bin ich voll auf Endorphin: Sonne, Fest und Stolz auf Sohn und Schwiegertochter. Die zwei sind wunderbar, kommen aus stabilen Familien, die ihren Vorbildern in den kommenden 65 Jahren nacheifern wollen. Allen, die uns weder auf Instagram noch Twitter oder Facebook folgen, werde ich irgendwann ein paar Bildchen auf new-reformation-privat einstellen.

Doch im Rausch der Glückshormone schmecke ich auch einen Wermutstropfen. Der hat nichts damit zu tun, dass nun auch das zweite Kind Vater und Mutter verlassen hat. Die Tatsache, dieses Ziel erreicht zu haben, macht mich nur noch stolzer. Der Wermutstropfen kommt nicht aus der Familie, sondern aus der Gesellschaft, in der wir leben.

Nie habe ich nämlich so viele verstörte Blicke und Kommentare erhalten. ”Was?! Die heiraten?! Ja, wie alt sind die denn?! Was, 21?! SO JUNG?!?!” Und dann dieser Blick, das künstliche Grinsen, als würde bald unser Haus von ein…

Fertig.

Wenn über Wochen nichts oder nur wenig auf meinem Blog zu lesen ist, dann ist das kein gutes Zeichen. Denn Blogartikel schreibe ich in erster Linie für mich selbst, weniger für die Öffentlichkeit. Ich schreibe als Übung zum Ordnen meiner unfertigen Gedanken. Der Blog ist mein Canvas. Wenn hier also nicht gekleckst wird, dann gab's auch keine unfertigen Gedanken. So einfach ist das. Dann gab es nur fertige Gedanken. Das ist schlecht. Denn fertige Gedanken sind nicht nur schon da und geboren, sie sind schon lange da. Alt sind sie. Alte Bekannte.

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Unfertige Gedanken sind hingegen wie Kinder. Sie sind laut und springen herum. Sie haben Zeit, viel Zeit. Und sie brauchen Zeit. Zeit zum Spielen. Zum Ausprobieren. Zeit zum Entdecken. Und z…

Gebetsclip April