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Bedeutung von kirchlichen Pionierprojekten

(aktualisiert am 02. März)

Während ich mich nach unserer Bayernreise wieder auf meine Aufgaben in Schweden konzentriere, denke ich immer wieder an das eine oder andere Gespräch zurück. Z. B. darüber, wie auch andere Gemeinden von dem profitieren können, was z.B. H2O so macht. Heute gehe ich also auf meiner Reise zum jährlichen CA-Leadershipsummit durch ein Buch, welches meine Studenten für den bald startenden Kurs "Gemeindegründung" lesen müssen. Der Autor Stuart Murray schreibt hier:

 "Pioniere sind zum Nutzen anderer da. Gemeindegründer handeln nicht wie einsame Trapper sondern wie pfadfindende Entdecker, sich auf neuem Territorium durchschlagend zum Vorteile ihrer Denomination oder des Netzwerkes, dem sie angehören. Aus genau diesem Grund ist es so unerhört wichtig, dass starke Beziehungen und Verbindungen zwischen Kirchen und ihren Gemeindegründern erhalten und gepflegt werden. Denominationen und Gemeinden sollten Gemeindegründer nicht nur aussenden und unterstützen um neue Gemeinden entstehen zu lassen, sondern auch zu ihrem eigenen Vorteil, um so viel wie möglich von den Erfahrungen an vorderster Linie zu lernen."

(Stuart Murray, Planting Churches. A Framework for Practitioners, Bletchley (2008): Paternoster, 11.)

Gemeindegründung als "Hilfsmittel" zur Kontextuaisierung also. Laut Murray sollten bestehende Gemeinden neue Pionierprojekte nicht nur wohlwollend absegnen, sie sind geradezu darauf angewiesen, um auf die Herausforderungen der Gegenwart aufmerksam gemacht zu werden und gleichzeitig mögliche Strategien entwickeln zu lassen. Je älter und traditioneller eine Gemeinde ist, desto mehr steht sie in Gefahr, sich zu sehr um sich selbst zu drehen und damit auf der Stelle zu trampeln. Der Wille zur Innovation mag oft vorhanden sein, aber entweder fehlt es an Zeit und Mitarbeitern oder an der nötigen Flexibilität, mal ganz Neues zu probieren, alte Muster zu brechen, sich vielleicht sogar auf ein größeres "Versuch-und-Irrtum-Experiment" einzulassen. Gründungsprojekte sind hingegen von Natur aus auf Innovation, Kreativität und Flexibilität angewiesen. Deshalb, so verstehe ich Murray, sollte jede Gemeinde die Partnertschaft mit einem Gründungsprojekt suchen, von dem sie selbst profitieren kann, ein Projekt, das hilft, die Zeichen der Zeit zu erkennen und über den eigenen Tellerrand hinwegzusehen. Oder, wenn man kein geeignetes Partnerprojekt findet, gleich eine ganz eigene Gemeindegründung initiieren, tragen und durchziehen.

Ich glaube, ich stimme Murray voll und ganz zu.

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