29 Dezember, 2009

Jahresende

Nur wenige Stunden nach meinem letzten Blogeintrag verließ mein Vater diese Welt. Dies hat unser diesjähriges Weihnachtsfest natürlich sehr verändert und geprägt.

Nichtsdestotrotz wünschen wir Euch allen ein gesegnetes und friedliches Jahr 2010. Wir hören (und sehen?) uns wieder im nächsten Jahr.

Marcus

* * *

Just a few hours after my last blog post my father passed away and left this world forever. This has changed and shaped our Christmas and the past weeks very much.

Nevertheless, we wish all of you a happy and blessed 2010. See you again next year.

Marcus

18 Dezember, 2009

Sorry

my English speaking friends about my inability to translate each post into English right now. It's just too much to do as I am writing about matters going on deep, very deep in my heart right now. Once I found words for it in my mother tongue - which is not easy either - I am simply done. It's like a relieve to have it said, and then I need to leave it for a while. This does not mean I want to exclude my CA friends or other international readers. I know you are there and from where in the world you're hitting my blog. I really have an open heart. No secrets. WYSIWYG, I never was able to hide or pretend something. So if you want to know just give me a call and I'll be happy to tell you. In English. Or Swedish if you prefer. I do not publish my phone number here. You'll figure it out. If you want. God bless you brother. And sister. There will be a time when I'll translate again. Probably soon.

17 Dezember, 2009

Siehe, das Volk, das im Dunkeln wandelt

... sieht ein großes Licht. Jesaja 9, Vers 1. Ein klassischer Weihnachtstext. Heute wählte ich diesen Vers aus, um ihn mit meinen SALT-Studenten zu diskutieren. Was ist das, Dunkelheit? Wie kann man sie beschreiben? Welche Bedeutungen, Synonyme gibt es? Was ist Licht? Und wir sprachen über den Zusammenprall, wenn man es so nennen kann, von Licht und Dunkelheit. Dass beide nicht wirklich koexistieren können. Auf dieser Erde tun sie es doch. Wir erzählten uns Beispiele, wo wir Dunkelheit spürbar erlebt haben, und wie es war, als plötzlich ein Licht auftauchte. Wir dachten an Menschen in unserem Leben, die in Dunkelheit leben und überlegten, wie wir solchen Menschen zum Licht werden können. Als eine Art lebende Weihnachtsbeleuchtung sozusagen, und das ganz ohne Strom.

In alledem denke ich ständig an meinen Vater, der diese Welt wohl bald verlassen wird. Denke an den Kampf zwischen Leben und Tod. Ja, er wird ins Licht gehen. Ja, er hat Hoffnung, große Hoffnung, lebendige Hoffnung, übernatürliche Hoffnung. Und doch wird klar, dass der Tod keine Erfindung Gottes ist. So war es nie gedacht. Der Tod ist der Feind des Menschen, des ganzen Lebens. Der Tod ist nicht von Gott. Der Tod ist der Lohn der Sünde. Wir alle werden diesen Schritt gehen, und wir alle werden zu spüren bekommen, dass es trotz aller Hoffnung und allem Licht auf der anderen Seite höchst unnatürlich ist, dass die Seele sich vom Körper trennen muss. Viel natürlicher, viel näher an Gottes Schöpfungsordnung wäre es, dass Seele, Geist und Körper eine Ewigkeit in Harmonie zusammenleben. Aber diesen todverfallenen Körper müssen wir leider - oder sollte ich sagen zum Glück? - loswerden. Nur so können wir den neuen Auferstehungskörper bekommen, dessen Prototyp der auferstandene Jesus Christus selbst ist.

Nun, der Herr Jesus weiß sehr wohl um diesen Kampf. Er kennt die Qual höchstpersönlich. Er hat es selbst durchgemacht. Deshalb kümmert er sich um seine sterbenden Kinder. Nicht umsonst heißt es in Psalm 23: "Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal fürchte ich kein Unglück. Dein Stecken und Stab trösten mich." Wenn die Sterbestunde kein finsteres Tal ist, was dann?! Vorgestern las ich einen Bericht, der mich vor Rührung weinen ließ. Rein "zufällig" las ich, dass die Musikerin Hella Heizmann letzten Sommer mit nur 58 Jahren an Krebs verstarb. Eines meiner absoluten Lieblingslieder wurde von Hella mit ihren Töchtern Viola und Melanie acapella gesungen: "Herr wir glauben, dass du wiederkommst". Und nun berichtet Viola über ihren Tod: "Sie wurde von zwei Engeln abgeholt, ich habe sie gesehen. Melanie und ich haben ihre Hände gehalten und ihr mindestens zehn mal 'so nimm denn meine Hände' vorgesungen. Dann kamen die Engel, und die Mama fing an zu strahlen, drückte unsere Hände und hörte auf zu atmen." Ich glaube, ich muss Melanie und Viola einen Brief schreiben. Wohl dem, der so sterben kann. Das nenne ich Licht in der allerdunkelsten Stunde.

16 Dezember, 2009

Spannung

"Ich bin ja viel gereist. Doch die beste Reise von allen werde ich bald antreten." Das sind Originalworte meines Vaters in der letzten Woche. Mit großer Ruhe, Erwartung und fast schon Vorfreude spricht er sie aus. Er lebt zur Zeit sehr bewusst in der Spannung zwischen dem "schon jetzt" und "jetzt noch nicht". Mir wird diese Spannung wieder neu bewusst. Wir Menschen haben es sehr, sehr schwer, Spannungen auszuhalten. Lieber fallen wir vom Pferd. Auch wir Christen. Entweder richten wir uns so gemütlich in diesem Leben ein, dass kaum noch Unterschiede zwischen uns und anderen Menschen auszumachen sind. Abgesehen vom Sonntagsgottesdienst vielleicht. Aber sonst konsumieren wir wie der Rest der (westlichen) Welt auch. Oder wir fallen auf der anderen Seite runter, wie schon so oft geschehen in der Geschichte, und vertrösten uns nur noch auf den Himmel. Alles irdische ist weltlich, sündig, lasset uns davon fernhalten. Lieber darben und im Himmel auf großen Lohn warten.

Wer schafft es, die Balance zwischen dem "schon hier und jetzt" und "jetzt noch nicht" zu halten? Wer schafft es täglich? Ist es zu schaffen? Klar ist es das! Aber es erfordert Training, Übung und Disziplin. Es braucht Geduld. Es erfordert Willen und Kraft des Heiligen Geistes. Training. Übung. Disziplin! Geduld. Also naja. Alles nicht besonders populär heutzutage. Kann der Heilige Geist es uns nicht auch so geben?!

Aber in unserer Art des Dienstes in einer nachchristlichen Welt spüre ich immer deutlicher: Wer es schafft, eben diese Spannung aufzubauen, aufrechtzuerhalten und auszuhalten hat einen Schlüssel zum Herzen der Menschen. Echt.

Wer im Hier und Jetzt lebt,
liebt,
gestaltet,
genießt

und wer gleichzeitig nicht am Hier und Jetzt hängt, sondern bereit ist
zu geben
zu verlieren
zu gehen

erregt Anstoß. Lebt herausfordernd. Regt zum Nachdenken an.

Solche Menschen sind rar. Letzte Woche traf ich unerwarteterweise einen. Es war mein eigener Vater. Er regte mich zum Nachdenken an.

15 Dezember, 2009

Abschied

Eigentlich hätte es eine Weihnachtsfeier werden sollen, wie es in den vergangenen Jahren üblich war: Die ganze Familie kommt am dritten Adventswochenende in unsere Heimat Gummersbach um dort in einer Holzhütte bei Kaminfeuer und mit Nikolausbesuch, Fondue und Feuerzangenbowle Weihnachten zu feiern. Nun stellte sich heraus, dass es ein Abschiedsfest wurde. Die Tage oder vielleicht Wochen meines Vaters scheinen gezählt zu sein - ob wir ihn auf dieser Erde noch einmal wiedersehen, ist fraglich. Mit unglaublich großem Frieden und einer greifbaren Ruhe verabschiedete er sich von seinen Kindern und Enkeln, Schwager, Schwägerin, Neffe und Nichte um, wie er es nennt, sich bald auf die spannendste Reise zu begeben, die er je unternommen hat in ein Land, wo es keine Tränen gibt. Ich hatte das Vorrecht, täglich unter Handauflegung für ihn beten zu können. Wir lasen in der Schrift Stellen über Gottes Nähe auch im Leid und über die Ewigkeit, die Jesus durch seine Auferstehung für uns möglich machte. Es ist ein ungewöhlicher Gefühlscocktail, den man da durchläuft - einerseits die Traurigkeit über den Abschied und andererseits der unbeschreibliche Trost, meinen Vater mit einer solchen Ruhe und Gelassenheit, einem solchen Frieden dieser großen Veränderung entgegengehenzusehen. Ich danke meinem Herrn dafür.

07 Dezember, 2009

Krank

Rund 4 Tage war ich mehr oder weniger im Bett mit, nein, nicht Schweinegrippe, "nur" einer ordentlichen Mandelentzündung und Antibiotika. Kann einen auch umhauen. Zum Glück hat sich die Familie wacker gehalten, aber die haben ja auch alle keine Mandeln mehr. Die schönste Krankheit taugt nichts. Nun bin ich wieder da und es heißt es aufholen.

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About 4 days I was mor or less in bed with - no, it wasn't swineflu, just tonsillitis and antibiotics. Fortunately the rest of the family have no tonsills left, so I couldn't infect them. Now I'm back and I hope to catch up.

01 Dezember, 2009

Spontan nach Deutschland

Diese Zeilen schreibe ich aus dem Wohnzimmer meiner Eltern, weil ich am Sonntag ganz spontan nach D gereist bin. Die Krebserkrankung meines Vaters entwickelt sich nicht zum positven, seit über zwei Wochen liegt er im Krankenhaus und ich hielt es für angebracht, einfach mal da zu sein - inbesondere, wenn der ärztliche Befund der ganzen letzten Untersuchungen kommt. Es war ein wirklicher gesegneter Tag, den ich gestern mit ihm im Krankenhaus verbringen konnte. Den ganzen Tag konnten wir reden und es ist sehr gut, dass ich hier bin. Jedes Gebet, das jemand für meine Eltern und uns alle beten möchte, ist herzlich willkommen und sehr geschätzt. Danke!

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Sunday night I travelled spontaneously to Germany to visit my Dad who is not doing well because of his cancer. For two weeks he's been in hospital now and I felt it's needed to be present for a few days especially as they get the medical report of all the examinations they've made during the past week. My Dad and I could spend a really blessed day together, we could talk and it's just good for me and to be here. Each prayer one would like to pray for my parents and all of us is highly appreciated. Thanks a lot.