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Die Zerstörung der Politik

Wie erst einen Blogpost früher enthüllt, ist "Evangelium" und "Gute Nachricht" ein brandaktuelles Thema für mich: Was ist Gute Nachricht heute? Für eine gute Antwort muss man weit auszoomen und viele Aspekte aus der Vogelperspektive betrachten. Das ist viel aufschlussreiche Arbeit. Ein Aspekte (wirklich nur einer) ist es, die Frage umzudrehen: Was ist eigentlich schlechte Nachricht heute? Denn, soviel kann ich heute schon verraten, eine Nachricht funktioniert nur dann als eine gute, wenn sie intuitiv als simpler, aber ästhetischer Kontrast zur erlebten, negativen Wirklichkeit wahrgenommen wird. Es gilt, dieser negativen Wirklichkeit so auf die Schliche zu kommen, dass man sie genau beschreiben kann.

Schlechte Nachricht ist nicht unbedingt, was in Tagesschau, Bildzeitung etc. verbreitet wird. Dort sehen wir nur Symptome. Die wahren Geschwüre sitzen woanders. In der Regel haben viele Menschen einen Sinn dafür. Sie sehen die Symptome, sie spüren den Schmerz, aber sie wissen nicht, wo alles herkommt. Wie sollte man auch. Das Böse agiert meistens sehr verdeckt.

Es gibt natürlich Bücher oder Dokumentationen, die versuchen, Intrigen und Machenschaften aufzudecken. Nicht die lächerlichen Verschwörungstheorien, sondern seriöse Forschung und gute Journalistik. Mit einem Teil solcher Arbeiten beschäftige ich mich gerade. Manchmal gibt es Revolutionen, wo die Massen sich gegen etwas aufwiegeln. In totalitären Systemen führt es meist Gewalt, in demokratischen zu Demos. Doch Demos bleiben meist ein Stimmungsbarometer, sie werden nicht immer wirklich ernstgenommen. Es sei denn, sie führen zum Massenboykott mit Umsatzeinbußen, wie z.B. Shell 1995 mit Brent Spar erleben musste. Erst wenn's ans Geld oder an die Macht geht, tut sich was.

Heute entwickeln sich neue Formen, einige Ursachen der Symptome aufzudecken. Die junge Generation schert sich gerade recht wenig ums Protokoll, vor allem um die extreme Trägheit der älteren Generationen. Junge Leute machen mobil. Sie scheuen sich nicht, in den Mund zu nehmen, wovor im Grunde alle und jeder große Angst hat, was aber gerade von konservativen Älteren schön- wenn nicht totgeredet wird.

Das neueste Video Die Zerstörung der CDU des Vloggers Rezo ist ein deutliches Beispiel. Erst vergangenen Samstag veröffentlicht, hat es heute schon weit über 5 Millionen Klicks. Das fast eine Stunde lange Video beweist drei Dinge: Erstens, die junge Generation ist alles andere als politisch desinteressiert, zweitens, hier werden einige tieferliegende Ursachen der Angst beim Namen genannt, drittens, und das ist vielleicht das Schlimmste, die völlige Unfähigkeit der Politik, adäquat darauf zu reagieren.

Obwohl das Video schon am Tage der Veröffentlichung rund eine Million Klicks bekommen hatte, reagierte die angesprochene Partei mit, nun, Schweigen. Am zweiten Tag sagte sie: " " - nichts. Ganze vier Tage lang beeindruckte man mit Grabesstille. Man hatte keinen Plan, war völlig überfordert mit der Überrumpelung und wusste nicht, auch nur mit einen Pieps auf die Anschuldigungen zu reagieren. Schlimmer als das Schweigen war dann jedoch die lang erwartete Reaktion, die irgendwann dann doch kam: Es war nämlich keineswegs eine Erwiderung, sondern nur Kleinreden, Totreden, ins Lächerliche ziehen. Wie ich vor einem Monat an ein paar Zeitungsbeispielen zeigte, ist die konservative Elterngeneration, die sich heute in der leitenden Verantwortung sieht, steif, unbeholfen und gelähmt, völlig unfähig, sich den vor sich gehenden Veränderungen zu stellen. Das ist eine von vielen sehr dunklen Wirklichkeiten heutzutage.

Das Klima ist eine andere, denn es wird sich weiter verändern, und zwar immer schneller, vor allen Dingen immer schneller als die Weltpolitik. Wenn Politiker diese Dinge polemisieren oder auch nur lahmflügelig auf die lange Bank schieben, sprechen sie ihr eigenes Todesurteil - und rufen selbst den Henker über ihre eigene Politik.

Hier wird also schlechte Nachricht beim Namen genannt. Im Umkehrschluss ist jetzt die große Frage an uns: Was ist dann noch wirklich gute Nachricht heute? Was bedeutet Evangelium in unserer Zeit? Schau dir das folgende Video an und frage Dich: Wie kannst Du in dieser Zeit und Generation ein geachteter und gehörter Evangelist werden? Stell dir vor, Dir würde auf einer großen Friday for Future Veranstaltung das Mikro gereicht. Was würdest du sagen, so dass die jungen Massen einen Funken Hoffnung verspüren? 


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Herzlich willkommen im Jahre 2017! 

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Doch heute möchte ich Euch 10 Dinge vorstellen, die es vor zehn Jahren noch gar nicht gab - bzw. von denen zu Silvester 2006 noch keine Rede war. Wenn Ihr die Liste seht, werdet Ihr manchmal denken: ”Echt jetzt?! Das gab’s da noch nicht?!” In der Tat, es ist schwer zu glauben. So sehr haben wir uns heute an so manches gewöhnt.

Legen wir los:

Nummer 1: YouTube

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Wenden wir uns also stattdessen z.B. dem ebenfalls sehr ernsten und völlig unterschätzten Problem unterschiedlicher Leitungskulturen zu. Im Augustclip hatte ich ja ganz mysteriös angedeutet, dass meine Rolle als Europadirektor für den Rest des Jahres mal ganz anders aussieht. Auf die Frage "Warum?" gibt es viele Antworten.

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Uns ist selten bewusst, wie unterschiedlich Führungsstile in anderen Ländern aussehen. Man sieht's ja auch nicht von außen. Selbst, wenn man Teil einer anderen Arbeitskultur ist, geht man immer automatisch davon aus, dass alles so ähnlich sein muss…

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