Direkt zum Hauptbereich

Die Gemeinde der Zukunft (10) wird teilweise im Untergrund verschwinden


Zwei Gründe sprechen dafür, warum ein beachtlicher Teil der gesamten Gemeinde in der Zukunft des Westens unsichtbar und unterirdisch leben wird.

Erstens wird der immer deutlicher werdende Zusammenbruch der klassischen Kirchenrollen und Gemeindeformen eine große Lücke in der Gesellschaft hinterlassen. Viele werden versuchen, mit missionarischem Eifer und neuen Ideen diese Lücke zu füllen. H2O wäre ein sehr gutes Beispiel. Doch so hilfreich und wichtig solche Gemeindeversuchslabore, Experimentwerkstätten und kreativen Projekte auch sind, sie werden nie die Substanz aufbauen können, die 1700 Jahre Christentum à la Institution hinterlässt. Wird man sich also ausschließlich als Lückenfüller verstehen, ist man hoffnungslos überfordert, die zarten und jungen Strukturen werden brechen und nur kurze Lebensdauer haben.

Will die Gemeinde der Zukunft also dauerhaft überleben, gibt es nur eine Chance: Sich für eine Weile zurückzuziehen um sich seiner neuen Rolle in einer neuen Welt bewusst zu werden. Wir müssen vor allem in die Tiefe wachsen und ein starkes Fundament in einem neuen Boden ziehen. Damit meine ich vor allem geistliche Stärke, Jüngerschaft und theologische Tiefe. Nur so werden wir eines Tages - so denn die Rückkehr des Herrn sich noch länger verzögern wird - wieder sprießen können, und dann stark und eine große Fläche deckend.

Der zweite Grund für ein zu erwartendes Dasein im Untergrund ist der übliche: Eine mehr oder weniger feindliche Gesinnung unserer Umwelt, die uns einen Teil der Freiheiten raubt, die wir heute noch gewöhnt sind. Was wir nicht öffentlich tun dürfen, werden wir heimlich tun. Das ist ein Teil der Kirchengeschichte, der sich immer wiederholen wird.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Missionarsalltag

Was machen wir eigentlich? Wie sieht eine "normale" Woche aus? Das werden wir immer wieder gefragt. Zeit für eine verständliche Antwort.


Forge Film

Unter die Rubrik "Sachen, die wir so machen" fallen mal sehr schöne, mal sehr unschöne Aufgaben. Zu den besonders schönen gehört es, wenn ich einen Filmauftrag bekomme. In meinem Fall sind die Aufraggeber meistens christlich und deren Budgets ebenso, dass heißt, ich muss alles alleine in sehr begrenzter Zeit hinkriegen. Doch selbst, wenn das Resultat aufgrund solcher Begrenzungen nicht immer so perfekt ist, wie Profis sich das vorstellen, so ist die Arbeit an sich schon Belohnung.

Ein Film, den ich diese Woche geliefert habe.


Übersetzung, gefällig?!

Forge ist eine Ausbildung für Pioniere, die dich aufmuntern und ausrüsten will, Jesus in deinem Umfeld zu folgen. Risiken eingehen, neues Territorium zu erschließen, Jünger machen, die neue Jünger machen. 

Forge ist eine Gedankenschmiede, wo wir versuchen und darüber nachdenken, das Evangelium auf relevante Weise im heutigen Schweden zu formulieren. Es gab eine Zeit, wo in Schweden die Kirche mitten im Dorf stand. Es war eine chr…

Schlechterwisser XII.: Nach Furz kommt Festland

Jeder kennt die sagenumwobene Flatulenz der Rinder. Obwohl nur ein kleiner Teil der Verdauungsgase ausgepupst und der Großteil über die Atemwege abgegeben wird, bleibt ein Faktum bestehen: Die durchschnittliche Milchkuh produziert mindenstens 100kg Methan pro Jahr. Methan in unsere heutige Atmosphäre zu geben ist genauso weise wie Windpocken durch exzessives Kratzen zu behandeln, Lungenkrebs mit Rauchen zu therapieren, Kopfschmerzen mit Holzhämmern zu kurieren.

Der Treibhauseffekt von Methan verhält sich relativ komplex im Vergleich zu Kohlendioxyd, doch vereinfacht kann man sagen, dass Methan 72x schlimmer ist als CO2, in Worten: zweiundsiebzig mal.

Am Beispiel meines obigen Instagram-Posts vereinfacht ausgedrückt: Mein Platz in den Fliegern auf der letzten Dienstreise nach Madrid hat eine gute halbe Tonne CO2 in die Atmosphäre gepustet, und das ist ziemlich viel, finde ich, doch der Treibhauseffekt dieser Menge entspricht nur 7,5kg Methan - das entspricht einem knappen Monat im Leb…