Direkt zum Hauptbereich

Gemeinde - ein Verein oder eine Firma?

Bald ist wieder GLS-Zeit in Schweden. GLS heißt Global Leadership Summit und ist nichts anderes als Willow-Creeks jährliche Leiterkonferenz. In Schweden wird GLS in den Großstädten angeboten als eine halb Live, halb aufgezeichnete Veranstaltung. Unser Partner Saron ist Treffpunkt für alle Gemeindeleiter im Göteborger Raum. Natürlich werde auch ich wieder da sein, nicht zuletzt, um andere Gemeinden zu treffen und um getroffen zu werden. Nun habe ich selbst meine Leiterausbildung in den USA absolviert und weiß, dass die Amis hier sehr viel Gutes zu sagen haben. Ich weiß auch, dass die Deutschen in Sachen Menschenführung und Leitung deutlich mehr Nachholbedarf haben als die Schweden. Und so begeistert ich von vielen Dingen auch immer noch sein mag, ein paar Fragen wollen mir nicht mehr aus dem Kopf:

Muss Gemeinde wie eine Firma geführt und strukturiert werden?

Muss Gemeinde wie ein Verein geführt und strukturiert werden?

Und wenn die Antwort auf beide Fragen auch Nein lauten kann, wie muss Gemeinde dann geführt und strukturiert werden?

Ich habe keine klaren Antworten auf diese Fragen, deshalb werde ich auch hier keine versuchen. Aber vielleicht möchte mir jemand helfen und mir eine weitere Frage, einen Gedanken, oder eine Bemerkung dazu geben. Ich würde mich freuen.

* * *

Soon we have GLS time over here in Sweden, and Saron will be the meeting point for many church leaders of the Gothenburg area. Of course I will be there, just for the network's sake. And since I've been trained as a leader in the USA I can say how much I love the way Americans deal with the topic of Christian leadership. And it's great to expirience the opennes of Swedish leaders to new inspirations and thoughts, and especially Willow Creek has had a big influence on Swedish churches. Anyway, I am dealing with some questions right now.

Do we have to lead and structure churches like companies or registered associations?

And if we answer no, what kind of options to we have to lead and structure Christian communities?

There's some brain work going on in my head right now - probably triggered by my silent retreat in a monastery. Maybe some would help me by giving a comment on that???

Kommentare

Anonym hat gesagt…
Gemeinde ist weder ein Verein noch eine Firma sondern eine gottgewollte Gemeinschaft in der Jesus die einzige Hierachiebene ist.
M K F hat gesagt…
Da würde ich zustimmen. Die Frage ist dann: Warum werden dann so viele Gemeinden wie ein Verein oder eine Firma geführt?
Anonym hat gesagt…
Nicht weil auf dem Ettiket Gemeinde Jesus steht muss auch eine drin sein. Die Frage ist, warum gibt es heute nicht mehr die Gemeinde, die Jesus gegründet hat?
Timo Fritsch hat gesagt…
@Anonym
Wie sah denn in der Hinsicht die Urgemeinde deiner Meinung nach aus?
Sollten wieder 12 Apostel eingesetzt werden?

Ich verstehe Gemeinde als eine strukturierte Gemeinschaft, in der jeder Teil seinen von Gott bestimmten Platz hat und in erster Linie Gott verantwortlich ist - was für mich aber eben auch Hierarchie bedeutet.
Der Aspekt der Verantwortung jedes einzelnen vor Gott verbietet meiner Meinung nach aber eine Gleichstellung gemeindlicher Struktur mit der hierarchischen Struktur von Firmen oder Vereinen, weil es dort eine solche göttliche Instanz nicht gibt und die daraus folgenden Konsequenzen sehr weitreichend sind.
Gott hat jeden Menschen unterschiedlich begabt (1.Korinther 12) und verschiedene Ämter geschaffen und dabei eben die einen zur Leitung berufen und die anderen nicht. Das hat aber nichts mit Wertigkeit oder so zu tun... nur mit Vielfalt und Ergänzung.
(Natürlich fällt uns Deutschen die Unterordnung unter Autoritäten besonders schwer....)

Ich hoffe mich verständlich ausgedrückt und irgendwie weitergeholfen zu haben... :-)
Anonym hat gesagt…
Ja das ist doch das Problem, dass sich Strukturen und insbesondere Ämter gebildet haben von denen Macht ausgeübt wird. In Gottes Gemeinde gibt es keine 12 Apostel sondern ein allgemeines Priestertum bei dem jeder den anderen höher achtet als sich selbt.
Timo hat gesagt…
Also hat Gott nicht die 12 Apostel berufen, sondern sie haben "die Macht an sich gerissen"?

Die Ämter haben sich nicht einfach "gebildet", sondern sie wurden gebildet - und zwar nicht von Menschen, sondern von Gott. (1.Korinther 12,28; Römer 12,6-8)

"11 Und er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer,12 damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden, 13 bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi, 14 damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch trügerisches Spiel der Menschen, mit dem sie uns arglistig verführen." Epheser 4,11-14 (Luther)

--> das sagt eigentlich alles. Es sagt auch sehr eindeutig, wozu die Ämter sind.

Und dass es sich bei den Ämtern um DIENSTE an den Mitgläubigen handelt ist denke ich auch klar und damit achtet jeder den anderen höher als sich selber. Was das allgemeine Priesteramt angeht, so geht es dabei meiner Meinung nach darum, dass jeder Christ einen direkten Weg zu Gott hat und keinen anderen ("höheren") Christen braucht, um zu Gott zu kommen. Das jeder Christ vor Gott gleichwertig ist, ist denke ich auch klar und widerspricht auch nicht einer Struktur in der Gemeinde.

Ich bin der Überzeugung, dass es eine Struktur geben muss in der Gemeinde, dass jedes Amt aber demütig als Dienst verstanden muss (was es klar von Firmenhierarchien absondert) und dass es einzig den Zweck hat, die Gemeinde immer näher zu Gott zu bringen.
M K F hat gesagt…
Wie können wir dienen, dass andere Gnade erleben? Wie können wir dienen, dass Menschen freier werden?
Wie können wir dienen und eine ganze Gesellschaft durchsäuern?
Wie können wir dienen, ohne eine bloße Interessengemeinschaft zu sein (Verein)?
Wie können wir dienen, ohne bloß ein projektorientiertes Unternehmen zu sein (Firma)?
Wie kann Gemeinde einer ganze Gesellschaft mit Liebe, Gnade und Weisheit dienen?
Wie kann eine Gemeinde einer Stadt so dienen, dass die Stadt weinen würde, wenn die Gemeinde einginge?
Anonym hat gesagt…
Christus in mir und nicht ICH in Christus.
M K F hat gesagt…
Das verstehe ich nicht. Was meinst Du damit?
Anonym hat gesagt…
Was Du schilderts klingt wie eine PR Aktion einer Firma. Man kann aus einer Gemeinde keine Marke machen. Das einzige Markenzeichen steht in der Bibel: ...wenn Ihr euch untereinander liebt. Alles andere ist Religion. Das meine ich, dass Christus in mir leben soll und ich nicht irgendeinem von Menschen gezeichneten Bild entsprechen muss oder soll.

Beliebte Posts aus diesem Blog

Brückenpfeiler Nr. 1: Verankert in der Bibel

Zum ersten Teil der Serie geht's hier.  Brückenpfeiler Nr. 1: Verankert in der Bibel  Eines der tiefgründigsten und eindeutigsten Gebote Gottes findet sich im fünften Buch Mose: Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR allein. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst. Und du sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sie sollen dir ein Merkzeichen zwischen deinen Augen sein, und du sollst sie schreiben auf die Pfosten deines Hauses und an die Tore. (5Mos 6,4-9) Diese Worte wurden vor tausenden von Jahren gegeben, doch ihre Botschaft ist immer noch sonnenklar: Tu, was du kannst, um nie von Gottes Geboten abgelenkt zu werden. Simpel, oder? Bei uns im Westen finden ...

Brückenpfeiler Nr. 3: Im weltweiten Körper Christi ruhend

Zum ersten Teil der Serie geht's hier.  Brückenpfeiler Nr. 3: Im weltweiten Körper Christi ruhend H2O ist nach wie vor eine sehr kleine Gemeinde. Eine Brücke zu bauen, die sich über einen so großen Abgrund erstreckt, ist ohne Hilfe unmöglich. Sich sowohl in der Bibel als auch in der heutigen Kultur zu verankern, wird uns spannen wie eine Streckbank. Wir brauchen eine Stütze in der Mitte, etwas, wo man Gewicht ablegen kann. Für uns ist diese Stütze die Gemeinde generell, der Leib Christi, die weltweite Kirche, wie auch immer man es benennen mag. Wir sehen uns verbunden mit unseren Glaubensgeschwistern der Gegenwart und der Vergangenheit. Die Tatsache, dass die Kirche nie perfekt war, sondern im Gegenteil stets mit Flecken und Fehlern behaftet war und ist, macht es für uns eigentlich nur noch interessanter. Denn wir erleben uns selbst auch nicht als perfekt und damit passen wir doch ganz gut zusammen. Außerdem können wir von allen Fehlern der Vergangenheit am meisten ler...

Forge Europa

Dunkel war's und kalt die Nacht: Forge möchte ganz normale Christen ausbilden, wie man im geistlichen Winter Europas kleine Feuer anzündet. Wer sich intensiver mit "missional" beschäftigt hat, ist nicht an Namen wie Alan Hirsch oder Michael Frost vorbeigekommen. Sie gehörten zu den ersten, die die missionale Gemeinde nachvollziehbar beschrieben haben. Aus ihren Erfahrungen in Australien gründeten sie Forge als Trainingsbasis für mehr missionale Leiter und Pastoren. Forge hat sich darauf vor allem in den USA durchgesetzt, und dort wurde 2014 eine offizielle Partnerschaft zwischen Forge und CA geschmiedet. Vor allem weil Forge eben nur Training anbietet, CA aber die Theorie in die Praxis umsetzt. Nun ist Forge auch nach Europa gekommen. Gemeinsam mit meinem schottischen Kollegen Alan, Forges Europadirektor, und vielen anderen Herlfern haben wir das erste Forge Training in Europa angefangen. Welche Stadt eignet sich besser dafür als Brüssel? In vier Schulungswochene...