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Posts

Sommer!

Freude im Garten beim "Kubb": Simon hat soeben einen gegnerischen Klotz umgenietet Der Juli ist nur noch wenige Stunden entfernt. Im Juli ist in Schweden Schicht im Schacht. Da reisen alle in ihre Sommerhäuser und alles macht dicht. Auch bei H2O ist Sommerpause. Gestern gab's den letzten "Expressions" der Saison - mit großem Grillfest, Indiaca und Kubb.

Theologie für jeden Tag

Unter "Alltagstheologie" versteht man offenbar vor allem den Alltag der Theologen wie Pfarrer oder Pastoren. Nur selten wird eine Autopanne, die entlaufene Katze, Entzündung, Büroformulare oder eine WM mit "Theologie" in Verbindung gebracht. Genau hier liegt ein Problem. Theologie ist weltfremd geworden. Vergangenen Sonntag machten wir ein Experiment. In Gruppen aufgeteilt, sollte jede H2O-Gruppe ein jeweils gerade aktuelles Alltagsereignis oder Problem identifizieren. Hatte man sich auf eine Sache geeinigt, ging es daran, den eigentlichen Kern der Sache zu finden: Wo liegt die Wurzel des Übels oder des Ereignis? War das gefunden, stellte sich die Frage, ob es in der Schrift (d.h. Bibel) vielleicht irgendwo das gleiche Problem oder ähnliche Vorkommnisse gibt. Welche? Wo finden sie sich? Gibt es vielleicht andere Texte, Psalmen oder Geschichten, die einem passenderweise in den Sinn kommen? Welche? Danach ging es darum herauszufinden, ob in der Kirchengeschic...

Alltagstheologen

So sehr man die Kirche auch kritisieren kann, sie hat der westlichen Gesellschaft unbezahlbare Dienste erwiesen. Nehmen wir allein unser Ausbildungssystem. Heute als selbstverständlich hingenommen und als "mein Recht" erwartet, so waren es einst vor allem Christen, die sich für die Einrichtung qualifizierter Ausbildungen eingesetzt haben. Oder nehmen wir den Dorfpfarrer. Er spielte auch deswegen eine besondere Rolle in der Dorfgemeinschaft, weil er als hochgebildeter und doch volksnaher Mitbürger den Menschen jeden Sonntag das Leben verständlich machte - jenen, denen Ausbildung versagt war. Was einst ein Segen war, ist für heutige Gemeinden ein Problem. Heute, wo jeder mindestens mal einen Hauptschulaubschluss hat und allein dieser unendlich besser ist als gar keine Bildung; heute, wo unser Hirn Dinge bearbeitet, die selbst unsere gebildeten Vorväter noch für pure Zauberei gehalten hätten, heute also, im 21. Jahrhundert, überlassen Christen die Theologie nach wie vor dem...

Gebetsclip im Juni

Und wieder ist's Mittsommer

Mittsommer auf der großen Wiese gleich um die Ecke Im Norden ist man dem Wechsel der Jahreszeiten viel extremer ausgesetzt als in milden Gefilden - logisch also, dass hier Lucia als dunkelste Zeit des Jahres und Mittsommer als hellste ganz besonders gefeiert werden. Als offizieller Feiertag im Kalender ist Mittsommer immer am ersten Samstag nach Sommeranfang; die eigentliche Feier mit Tanz um die berühmte Mittsommerstange ( majstång ) findet aber schon am Freitagnachmittag statt, wo grundsätzlich auch alle Geschäfte und Firmen geschlossen haben. Blumen im Haar dürfen nicht fehlen In unserem Wohngebiet hat sich seit ein paar Jahren ein eigenes, kleines aber feines Mittsommerfest etbaliert. Von zwei ansässigen christlichen Familien initiiert trifft sich nun halb Linnarhult zu den klassischen Liedern und Tänzen mit Kaffee und Kuchen. Zwei ebenfalls weit verbreitete und ausgesprochen klassische, schwedische Mittsommertraditionen gab es auf unserem kleinen Fest gestern allerding...

Chaoskirche

Vorstandssitzung einer Chaoskirche zum Thema: Wie mach'n mer's mit'n Kindern??! Ich war mal Teil einer Gemeinde, in der keine Synkopen gestattet waren, weil sie "gegen die Regeln der Musik" und damit "gegen die Regeln Gottes verstoßen". Synkope = Sünde. Piano = heilig. Schlagzeug = vom Teufel. Die haben das ernsthaft geglaubt. Nach dem Glauben der Leiter dieser Gemeinde musste alles streng geregelt und geordnet sein, sonst missfällt man Gott. Nach vier Monaten bin ich dort wieder ausgetreten. Dies mag ein Extremfall sein, aber in der Regel weisen viele Kirchen und Gemeinden in eine ähnliche Richtung, auch wenn man freilich nicht so weit wie meine obigen Freunde gehen würde. So mancher glaubt immer noch, dass in Kirchen nur geflüstert und nicht gelacht werden darf. Im Gottesdienst oder der Messe tanzende oder singende Priester und Pfarrer bekommen auf YouTube viele Klicks - einfach nur, weil es so total unerwartet ist. Deswegen ist Kirche oft to...

Der Staubsauger

Letzte Woche war Pfingsten - der Tag, an dem Gott den Heiligen Geist ausgegossen hat. Gestern ging ich beim Einkaufen durch unseren Angereder ICA-Markt, wo gerade jetzt ein Kärcher-Sauger angeboten wird, mit dem auch "Vergossenes" wieder aufgesaugt werden kann. Ein treffendes Bild, dachte ich. Im Moment scheint gerade das Saugrohr eines geistlichen Riesensaugers auf H2O gerichtet zu sein, der den gerade vergossenen Geist wieder wegsaugt. Wir haben derzeit einen Kreis von ca. 40-50 Personen, die manchmal mehr und meistens weniger regelmäßig an H2O teilnehmen. Längst nicht alle haben Jesus als Herrn kennengelernt, aber es besteht Interesse. Doch einer nach dem anderen wird derzeit von den unterschiedlichsten Herausforderungen getroffen. Beziehungsprobleme. Jobprobleme. Alkoholrückfall. Apathie. Eine eigenartige Häufung an Problemem, die dazu führt, dass Glaube - und damit auch H2O - nebensächlich wird. Die vergangenen Sonntage waren wir eher wieder eine kleine, intime Schar...

Personaltage

Das Kollegium von ALT und der Theologischen Hochschule Örebro (eigenes Foto) Immer wieder muss ich selber staunen. Ich saß in der Bibliothek mit drei weiteren Kollegen. Wir kannten uns bislang kaum und solltenuns gegenseitig unsere Lebensgeschichten kurz zusammenfassen. Während ich mir selbst beim Erzählen zuhörte, fiel mir auf, wieviel Gott in meinem Leben getan hat, Dinge, die mir selber völlig unmöglich gewesen wären, Ideen, auf die ich selbst niemals gekommen wäre. Um einen Job an einer theologischen Hochschule hätte ich mich z.B. selber niemals beworben - und selbst wenn, als ausländischer No-Name hätte ich bei so viel konkurrierender Kompetenz nicht die geringste Chance auf Erfolg gehabt. Das muss Gott gewusst haben und ließ es deswegen so laufen, dass mir diese Aufgabe 2009 aus heiterem Himmel per SMS angeboten wurde. Nun kann ich nicht nur Studenten und zukünftige Pastoren begleiten, sondern sogar eine ganz neue Ausbildungsform zukunftsweisend mit gestalten. Wie z.B. diese ...

Nationaltag II.

Gestern war der 6. Juni und damit H2O's Geburtstag - aber eben auch Nationaltag. Doch 2014 war es nicht irgendein Nationaltag. Nein. Es war ein Tag mit weitreichenden Konsequenzen. Genauer gesagt: Lebenslänglichen Konsequenzen. Für die ganze Familie. Wer mehr wissen möchte, findet hier , was gestern passiert ist.

Nationaltag I.

Gestern war der 6 Juni und damit schwedischer Nationaltag - und damit H2O-Geburtstag! Sechs Jahre wird dat Kind! Herzlichen Glückwunsch. Nun wartet die nächste große Herausforderung auf uns: Multiplikation. Wir möchten, dass H2O bzw H2O-DNS sich in den kommenden zwei Jahren in Angered und darüber hinaus verbreitet. In CA-Insidersprache nennt sich das "Hubbing". Ich persönlich finde es sehr treffend, dass unsere Teammittglieder Rob und Daniel gerade für diese Idee Feuer gefangen haben und nun ganz eigene Ideen entwickeln. Ich sehe erwartungsvoll in die Zukunft.

Der is kapott.

Auf gut kölsch gesagt.Gemeint ist mein Laptop, dessen Tastatur und Maussteuerplatte plötzlich und unerwartet in die ewigen Silikonjagdgründe eingegangen sind. Solange ich bis auf weiteres mit meinen Wurstfingern auf einer Smartphonetastatur herumfummeln muss, ist nicht ausgeschlossen, dass die Frequenz der Blogposts etwas sinken wird...

Kein Funken Kritik

Diese Woche wurde dann der Fernsehbeitrag ausgestrahlt, in dem Seelsorgegespräche von Pfarrern und Pastoren heimlich aufgenommen wurden. Ein Journalist hatte sich als Seelsorgesuchender ausgegeben und um Hilfe für seine homosexuelle Neigung gebeten. (Ich hatte hier darüber geschrieben.) Die Sendung wurde nun hochgelobt und es gab nicht den geringsten Funken Kritik an den angewandten Methoden. Das Medienmagazin Pro berichtet von ähnlichen Fällen in Deutschland, wo Journalisten sich an kompetente Seelsorger wenden und um "Heilung" von ihrer Neigung bitten doch hinterher völlig entrüstet und aufgebracht darüber berichten, dass sie tatsächlich Hilfe bekommen haben. (Ich weiß allerdings nicht, ob hier auch heimliche Aufnahmen gemacht wurden.) Ich halte das heimliche Aufnehmenbewusst vertraulicher Gesprächssituationen wirklich für unfair und journalistisch unbegründet. Doch was will man machen? Die Welt will hören, was sie hören will, das war schon immer so. All die guten Hilf...

Gebetsclip im Mai

Geduldige Gemeinde

Geduld aber hat sie nötig, die Gemeinde der Zukunft - frei nach Hebr 10,35 übrigens. Das meiste Wachstum, welches europäische Gemeinden zur Zeit noch erleben, kommt aus nach wie vor christianisierten Gesellschaftsschichten. Als wir mit H2O begannen, war unser Auftrag, diese Schichten bewusst zu verlassen, um Menschen außerhalb zu erreichen. Wir haben - ohne uns rühmen zu wollen - dort ein beachtliches Kontaktnetzwerk aufgebaut und im Laufe der Jahre buchstäblich unzählige Gespräche über Jesus und Glauben geführt. Dabei haben wir ein wiederkehrendes Muster entdeckt: Erst gibt eine sehr lange Phase des gegenseitigen Kennenlernens, dann eine kurze Phase starken Interesses gefolgt von einer Plateauphase zustimmender Gleichgültigkeit. Im Postchristentum bekehren sich die Leute nicht mehr massenweise, egal, welche Methode man auch anwenden mag. Das wird massive Konsequenzen haben. Die Zahl der Neubekehrungen wird nicht Schritt halten können mit der Zahl alter Christen, welche in die Ewigke...

Betende Gemeinde

Gebet und Demut hängen zusammen. Gebet ist der Meterstab einer Gottesbeziehung - kein Gebet = keine Beziehung, Gebet "ohne Unterlass" (1Thess 5,17) = intime Gottesbeziehung. Wer "ohne Unterlass" betet, wird zur bekannten "ersten Liebe" zurückfinden (Off 2,4), wird überwinden (z.B. Off 2,11) und nicht lau werden (Off 3, 15-16). Gebet macht uns nicht stark, sondern lässt Gott in uns stark werden. Womit wir fast schon wieder bei der Demut wären: Wir sind gebrochene Menschen mit einem himmlischen Schatz im Inneren. Wir werden uns in Zukunft immer weniger auf den Staus Quo von Kirche und Gemeinde verlassen können. Die "gesetzlich garantierte" Religionsfreiheit wird unterwandert werden - es geschieht ja schon jetzt. Unsere einzig wahre Stärke wird wieder Gott selbst werden müssen. Und der wiederum lässt sich sehr gut im "Gebet in Wahrheit und im Geist" ansprechen (Joh 4,24).

Demütige Gemeinde

Viele Gemeinden kommern arrogant rüber. Obwohl sie es eigentlich vielleicht gar nicht sind und wahrscheinlich erst recht nicht sein wollen. Trotzdem - in den Gemeinden sind die Perfekten. Die haben ihr Leben im Griff. Denen geht's gut. Sie können das Dasein erklären. Und in ihren Predigten hört man, wie man noch perfekter werden kann. Ganz viele stößt das ab, weil man sich darin überhaupt nicht wiederfindet. Gemeinde muss deshalb nicht so sehr Gnade für die andern Sünder predigen sondern Gnade selbst erleben. Gemeinde ist nur dann Gemeinde, wenn sie kämpft. Ums Überleben, gegen Feinde, für Einigkeit, mit den eigenen Schwächen - kurz, wenn man auf Gottes Kraft und Eingreifen angewiesen ist und es ohne Gottes Eingreifen aus wäre. Viele Gemeinden kämpfen nicht. Sie stehen entweder selbst recht glänzend da oder sie gehen kampflos ein. Warum ist das Gesangbuch der Bibel, der Psalter, gefüllt mit Klage- und Kampfliedern, unsere modernen Gemeindegesangbücher hingegen gefüllt mit Jes...

Kleine Gemeinde

Back to the roots. Der Grund, warum sich der christliche Glaube im Römerreich so unglaublich schnell ausbreitete, waren keine Megachurches. Es waren kleine, aber dafür unzählig viele Gruppen, die sich in Häusern, Kapellen oder Höhlen trafen. Das war Prä-Konstantin, Prächristentum. Nun leben wir im Postchristentum und es wird in gewisser Weise ähnlich werden. Neue Gemeinden werden nur noch selten große Räume, Hallen, Kathedralen füllen. Wobei nicht ausgeschlossen ist, dass es dennoch passiert, aber es wird die Ausnahme bleiben. Die Willowwelle ebbt auch ab, in der alle Freikirchen große Showgemeinden haben wollten. Klein, aber fein, das ist der Trend, der viele Vorteile hat, aber auch viel Umdenken fordert.

Innovative Gemeinde

Was ist also nun anders an der "Gemeinde der Zukunft"? Wie ich auf meinem (z.Zt. etwas vernachlässigten) Theologieblog beschrieb, so kann kein Chemiker das Periodensystem der Elemente ändern - und doch kann man mit denselben Naturgesetzen immer wieder Neues schaffen. Ebensowenig können wir die Bibel, das Periodensystem des Glaubens ändern - dennoch gibt es mehr als genug Neues zu entdecken und zu entwickeln. Innovation beginnt dort, wo die Arroganz aufhört, die uns glauben macht, wir seien das einzig Wahre. Was ist Gemeinde? Das ist die große Frage. Meine Gemeindegründungsstudenten müssen immer als erstes versuchen herauszufinden, was das eigene Gemeindebild ist, auf welches wir unterbewusst immer zusteuern. Manche träumen insgeheim von Hillsong, für andere ist ein FeG-Modell das Ultimatve, gewisse andere können sich nur hochkirchliche Modelle vorstellen. Und so weiter. Doch was ist der kleinste, gemeinsame Nenner? Hier ist meine persönliche, unverhandelbare Minimalk...

Bärtige Jesusine

Sollte man so was Profanes wie den europäischen Song Contest auf einem solchen Blog überhaupt kommentieren? Nein, sollte man wahrscheinlich nicht und ich begrenze mich auch nur auf meinen Verdacht, dass derselbe Song ohne bärtigen BH-Träger wohl Holland den verdienten Vortritt hätte geben müssen. Wie auch immer, hier ist mein ganz spontaner, persönlicher Eindruck von Thomas N. alias "Wurst" - lange noch bevor ich wusste, dass Thomas sogar siegen würde: Hier haben wir nämlich die perfekte Inszenierung eines typisches Jesusklischees, der femininen, bedeutungslosen Jesusfigur. Schon vor zwei Jahren schrieb ich über dieses Jesusbild, das gar nicht so selten in unseren Köpfen vorkommt: " Jesus, ein ungefährlicher, hodenloser Kastrat, ein weißbleicher Ministrant mit der typischen Frisur mit Mittelscheitel, der nur gedämpft spricht und Konfrontation aus dem Wege geht. " Thomas Wurst verkörpert dieses Klischee nicht nur gut. Sonders gleich so gut, dass er sowohl mi...

Mitglied im Bund

"Gemeinde in einer untreuen Zeit" - das war das Thema des diesjährigen EFK-Kongresses in Falun, auf welchem auch H2O offiziell in die Gemeinschaft der EFK'ler aufgenommen wurde. H2O ist nun also ganz offiziell in den Bund der EFK aufgenommen worden. Das war ein längerer, aber eigentlich ganz einfacher Prozess. Einerseits sind wir ein bisschen wie ein schillernder Vogel in diesem Gemeindenetzwerk - wie wir es in vielen anderen Bünden z.B. in Deutschland höchstwahrschienlich auch wären. Andererseits war es die EFK, die uns offiziell eingeladen hat, Neues zu entwickeln, wie uns ein Blick in die Anfangstage dieses Blogs in Erinnerung ruft. Und so wurden wir jahrelang fasziniert beäugt. Nun sind wir Teil des Ganzen, mit der Hoffnung, noch mehr Gemeinden zu inspirieren und Gemeindegründung zu fördern. "Normale" Gemeindegründungen - sofern an Gemeindegründung überhaupt etwas normales ist - könnten jetzt in der Versuchung stehen, sich zurücklehnen, den Staub von...

Gebetsclip April

Und das im Mai... Aber es gibt 'n Grund, warum gerade dieses Wochenende:

Ganz natürlich evangelisieren

Also, erstmal braucht man ganz natürliche Freunde. Leute, mit denen man was unternimmt, spielt, irgendwas gemeinsam hat. Neue Freunde findet man selten auf der Fußgängerzone. Sondern auf der Arbeit, unter Nachbarn, in Vereinen. Vielleicht sogar in der eigenen Familie. Dann braucht man Zeit. Zeit, um nach der Arbeit oder am Wochenende ab und zu etwas zusammen zu machen. Um am Vereinsleben wirklich teilznehmen. Um Nachbarschaftshilfe zu üben. Dieser Zeit sollte eine gewisse Priorität eingeräumt werden. Es braucht einen natürlichen Glauben. Wer nicht natürlich glaubt, kann auch nicht natürlich davon reden. Glaube ist keine Krankheit, für die man sich schämen muss, sondern so natürlich wie ein Bein, auf dem man geht, ein Ohr, mit dem man hört, ein Darm, mit dem man verdaut. So wie unsere Körperteile muss Glaube ganz natürlich zum Alltag gehören. Die Nieren hören ja auch nicht auf zu arbeiten, nur weil man gerade auf der Arbeit ist. Eigentlich reicht das schon. Mit diesen drei natürli...

Natürlich evangelisieren

Macht die Osterbotschaft bekannt! "Evangelisieren" klingt wichtig in christlichen Ohren. Das muss sein, die gute Nachricht muss raus. Gleichzeitig klingt es nach Gewicht, Ernst, Arbeit. Viele Christen erleben Evangelisation als ein Spannungsfeld. "Eigentlich müsste ich jetzt was sagen, aber ich weiß nicht was und wie; was, wenn's falsch läuft; ach, ich kann's einfach nicht und ich trau mich auch nicht..." Und hinterher fühlt man sich wie ein Versager und meint förmlich zu spüren, wie Gott sich kopfschüttelnd und enttäuscht abwendet... Nachdem ich mich selbst viel zu oft in solchen Situationen wiedergefunden habe - mit Schweiß in den Handflächen und Geschichten von Superevangelisten im Kopf, die stets wissen, was sie jetzt sagen sollen (vorzugsweise im Flugzeug - wo ich eigentlich NIE mit Wildfremden reden sondern nur aus dem Fenster gucken will), weiß ich also genau, wie sich das anfühlt. Die Folge ist, dass wir das Evangelisieren dann eben doch lieber ...

Alles neu!!!

Jesus lebt, er ist auferstanden! Er bekam einen neuen Körper, wurde eine neue Kreatur. Im zweiten Korintherbrief (5,17) sagt Paulus sogar, dass alle, die "in Christus sind" - also an Jesus glauben, ebenfalls schon neue Kreaturen sind, auch wenn unser neuer Körper noch auf sich warten lässt. Und im ersten Korintherbrief lesen wir klar und deutlich, dass die Auferstehung Jesu nur der Anfang ist. Am Ende wird nämlich alles, restlos alles komplett erneuert werden. Deswegen sei die buchstäbliche und physische Auferstehung Jesu so unerhört wichtig, meint Paulus. Läge Jesus in Wahrheit noch im Grab und könnten uns seine Lehren nur in diesem kurzen Leben ein bisschen Inspiration geben, dann seien wir arme Schweine, so Paulus im ersten Korintherbrief, Kapitel 15. Amen. Ganz am Schluss der Bibel, in Offenbarung 21 lesen wir, was das Ende vom österlichen Anfang sein wird: Nicht nur ein auferstandener Jesus, sondern ein auferstandener neuer Himmel und eine ebenso neue Erde. Die bibli...

Das Kreuz mit dem Kreuz

Am Langfreitag , wie der heutige Tag hier heißt, darf man nach altschwedischer Tradition gar nichts machen - außer in die Kirche gehen und trauern. Bestenfalls Essen zubereiten und verzehren, aber eigentlich sollte man fasten. Keine Musik, keine Aktivitäten und erst recht keine Spiele oder irgendwas, das Spaß machen könnte. Kinder wussten darum gut, warum es Lang freitag heißt: dieser Tag ist eine ewig langweilige Tortur. Nicht verwunderlich also, warum der Langfreitag massiv an Popularität verloren hat. Und heutzutage kommen ja noch die ganzen humanistischen Argumente hinzu; warum die Todesfolter eines Mannes zelebrieren? Und wenn das auch noch von einem angeblichen Gott angeordnet sei, na, dann habe man es doch schon wieder, warum Religion zweifelhaft und destruktiv sei. Das Kreuz mit dem Kreuz. Den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit. So ist es auch heute noch. Eine gefühlte Unmöglichkeit. Passt nicht mehr in unsere Zeit. Ist lanweilig. Darf nicht sein. Am Besten ließ...

Gott zum Gruße!

Seit dem gestrigen Blogpost wisst Ihr ja, was in diesem Land ein DO ist und treibt. Hier kommt eine kurze, irgendwie ganz ähnliche Geschichte wie gestern: Ein Mann hatte sich in Trollhättan um ein Praktikum beworben. Im Vorstellungsgespräch erwähnte er, dass er aufgrund seines islamischen Glaubens Frauen nicht die Hand geben dürfe. Weil das aber nach Ansicht des Arbeitgebers zu seinen Aufgaben gehören würde, erhielt er den Praktikumsplatz nicht. Auch dieser Fall wurde angezeigt. Ausgang: Der muslimische Mann erhielt 30.000 Kronen Schadensersatz wegen Diskriminierung. Das ist also das Land, in welchem wir den Auftrag haben, Gottes Reich zu bauen. Ihr könnt vielleicht verstehen, warum hier manchmal viel List und Tücke angesagt ist.

"Religion? Unwichtig!"

In Schweden herrscht Hebammenmangel. Trotz des großen Bedarfs wurde einer schwedischen Hebamme an mehreren Krankenhäusern eine Anstellung verweigert, weil sie im Vorstellungsgespräch erwähnte, dass sie aufgrund ihres christlichen Glaubens keine Abtreibungen durchführen möchte. Die Hebamme hat daraufhin Anzeige wegen religiöser Diskriminierung erstattet. Der sogenannte DO , der " diskrimineringsombudsman " hat nun aber entschieden, dass hier kein Fall von Diskriminierung vorliege. Am heutigen Sonntag kommentiert die Göteborgs Posten den Fall mit einer kurzen Notiz ganz oben auf Seite zwei: " Dieser Tage entschied der DO zwei Anzeigen der Hebamme E. G. abzulehnen, welche keine Abtreibungen durchführen will. Eine kluge Entscheidung. Keine Anstellung zu bekommen, weil sie Aufgaben beinhaltet, die man sich weigert, durchzuführen, ist keine Diskriminierung. Eventuelle religiöse Zugehörigkeiten sind in diesem Zusammenhang unwichtig. Als Hebamme arbeiten zu dürfen ist außer...