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Posts mit dem Label "Stress" werden angezeigt.

Frischwasser

Frisches Wasser lässt Farben wachsen. Das erste Mal ist immer besonders. Egal, ob himmelhoch jauchzend oder vielleicht doch eher enttäuschend, für den Rest des Lebens erinnert man sich ganz besonders an die ersten Male, die die Seele berührten. Selbst, wer die 50 passiert hat, ist nicht zu alt, noch so manches zum ersten Mal zu erfahren. Es war keine kleine Angelegenheit für mich, zum ersten Mal echte, professionelle Seelsorge in Anspruch zu nehmen. Das Ausmaß der diesjährigen Winterdepression war mir Warnsignal genug. Es war ziemlich offensichtlich, dass mehr dahinterstecken musste als nur Dunkelheit und Vitamin-D-Mangel. Doch wer in aller Welt könnte mir ein guter Seelsorger sein? Wer ist ausgebildeter Profi und kennt gleichzeitig die Höhen und Tiefen des Missionslebens, weiß um Himmel und Hölle interkultureller Gemeinschaften, kann meinen großen Frust über die jüngsten Entwicklungen der Organisation verstehen, kennt mich und meine Familie und hat obendrein mein volles Vertrau...

Die Entdeckung der Langsamkeit

Meine Frau spielt schon lange keine Strategiespiele mehr mit mir. Anfangs fand sie es immer lustig, weil sie jedes Spiel gewann. Vor allem neue Spiele. Doch nach ein paar Spielen, Tagen oder Wochen, wenn ich es dann endlich auch begriffen hatte und beginne, eigene Taktiken zu entwickeln, wird der Spieß umgedreht. Nach einigen Ehejahren entdeckte sie dieses Muster und fand es fortan langweilig, gegen mich immer nur noch zu verlieren. So geht es mir oft. Mittlerweile weiß ich es: Wenn mir neue Leute ein neues Spiel beibringen wollen, fühle ich mich grundsätzlich wie ein dummer Schuljunge, der gar nichts rafft, während alle anderen sofort kapieren, was abgeht. Aus diesem Grunde habe ich wohl auch nie Skat gelernt, trotz vieler Versuche, es mir beizubringen. Das Gefühl, dumm zu sein und andere mit meiner Dummheit zu nerven, war wahrscheinlich immer die größte Erfolgsbremse. Die Abseitsregel habe ich auch erst bei der WM 2010 in Südafrika gerafft. Nicht, weil sie mir da jemand erklären...

Schwerwatlos

Interessant zu merken, wenn das eigene Hirn, der Geist an seine Grenzen stößt. Das kommt bei mir nicht oft vor, doch jetzt war's soweit. Heimgekommen von einem extrem ausfüllenden Forge-Wochenende mit anschließendem Treffen mit unserem Serve the City-Leiter in Brüssel (die ganze CA-Serve the City Bewegung kommt aus Brüssel), gibt es kaum eine Minute zum echten Ausruhen zu Hause. Und obwohl ich dachte, dass ich doch noch gar nicht sooo alt bin, so wollen Körper und Geist nicht mehr immer so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Oder, wie mir gestern ein weiser Jogger sagte: " Du bist jung im Herzen geblieben, wenn dein Wille stärker ist als deine Muskeln und deine Muskeln stärker als die Gelenke und Bänder. " Über die nächsten Tage also ein paar Updates aus meinem aktuellen Leben... Studentfest: Wenn ein Kind in Schweden die Schule verlässt, gleicht das Ausmaß die Feierlichkeiten einer orientalischen Hochzeit. Wer mehr zum Studentfest unseres Sohnes sehen möchte, kann...

Be the Gospel (2): Schlaf

"Der Schlaf erwies sich in der Tat als Problem. Ransom kam es vor, als habe er lange verkrampft, müde und bald auch hungrig und durstig in der Dunkelheit gesessen." "Die Frau schlief mit einem Arm unter dem Kopf und leicht geöffneten Lippen. Sie schlief ganz ohne Zweifel, denn ihre Augen waren geschlossen, und ihr Atem ging gleichmäßig, doch sie sah nicht aus wie Schläfer auf unserer Welt, denn ihr Gesicht wirkte ausdrucksvoll und intelligent, und ihre Glieder schienen bereit, jeden Augenblick aufzuspringen; alles in allem hatte man den Eindruck, der Schlaf sei nicht etwas, das über sie kam, sondern eine Tat, die sie vollbrachte."  C.S. Lewis, Perelandra Perelandra? Nachtruhe unter klarem Sternenhimmel mit Planet In meinem Post Be the Gospel: Mission als Lebensstil habe ich ansatzweise erklärt, warum klassische Evangelisation heutzutage nicht mehr funktioniert: Ein schwer begreifbares Evangelium des unverständlichen Kreuzestod eines außergewöhnlichen J...

Vier Gründe, warum die Bibel hilft, das Leben in Balance zu halten

Auf dem letzten Halbmarathon, den ich laufen konnte, kamen in regelmäßigen Abständen beschilderte Stationen mit folgender großen Aufschrift: " Gib auf. Hier. Wir fahren dich kostenlos zum Ziel. " Das waren Taxiunternehmen, welche Absprachen mit dem Marathonveranstalter hatten, dass alle Läufer, die nicht mehr können oder wollen, kostenlos zurückgefahren werden. Das Leben ist auch ein Marathon, der Training und Disziplin erfordert. Oft genug kommen wir an Stationen vorbei, an denen man aufgeben möchte. Doch sitzt man erst mal im Taxi, geht es einem selten besser - wäre es nicht viel schöner gewesen, das Ziel auf eigenen Beinen zu erreichen? Die letzten Monate waren eine beachtliche Steigung auf meinem Lebensmarathon. Viele Menschen, viele Eindrücke, viele Reisen, viel Information, viel Organisatorisches, viele Erwartungen, viele Herausforderungen, viel Unterschiedliches. Manchmal ist es mehr, als mein Hirn eigentlich verarbeiten kann. Luther sagte: "Wer viel arbeitet, m...

Des Teufels Horror

Theoretisch-theologisch wissen wir alle, dass Satan eine rücksichtslose Niederlage erlitt, als Christus nach seiner unschuldigen Hinrichtung gesund, siegreich und quicklebendig wieder aus dem Grab spazierte. Wir wissen auch, dass die Tage des Widersachers gezählt sind, bis ihm eines Tages endlich und endgültig das Handwerk gelegt werden wird. Rein praktisch ist es aber doch immer wieder erstaunlich mitzubekommen, dass nicht wir es sind, denen es bei möglichen Begegnungen mit dem Reich des Düstren gruselt. Im Gegenteil. Den Teufel packt das schiere Entsetzen allein beim Gedanken an uns, die Gemeinde. Warum? Weil wir die derzeit einzige irdische Verkörperung seines Todfeindes sind, dem er chancenlos und schmachvoll unterlegen ist. Jeder geistreiche Schachzug der Gemeinde wird zu einem Andenken seiner Schlappe, zum schmerzhaften Stich in der unheilbaren, tödlichen Wunde, die Jesus ihm damals geschlagen hat und die seither brennend vor sich hin eitert. Nicht uns, den Teufel schaudert...