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Posts mit dem Label "Jesus" werden angezeigt.

Der Teufel im Detail

Vorgestern legte ich mein Abendbrot auf genau die Zeit, um die Brexit-Abstimmung des britischen Unterhauses per Livestream mitverfolgen zu können. Ach, welch unterhaltsames, fast schon amüsantes Schauspiel sind die streitenden Abgeordneten an der Themse doch immer! Man könnte laut loslachen - wüsste man nicht, dass das Schicksal eines ganzen Landes von diesem Theater abhängt. 66 Millionen Briten plus ungezählte weitere Betroffene - EU-Bürger in GB, Briten in der EU, Handelsbeziehungen und was nicht alles. Dagegen steht Trumps Shutdown, der ja nur wenigen Millionen Kopfschmerzen macht, fast schon richtig bescheiden da. Doch das Prinzip ist dasselbe. Erst neulich analysierte die New York Times, dass die USA und Großbritannien noch nie so synchron in ihren Problemen waren wie jetzt. Und wenn die NYT die Berichte ihrer schwedischen Kollegen lesen, werden sie dort auch nichts Gutes entdecken. Der Versuch einer Regierungsbildung seit der letzten Reichstagswahl anno dazumal ist ein einzi...

Schlechterwisser VII.: Kreuz statt T-Bone

Lukas 9, 23 Veränderung, massive Veränderung ist es, was uns alle erwartet. Wer seine Hand an den Pflug legt und blickt zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes , lehrt Jesus. Wir alle sind geneigt, zu "den guten, alten Zeiten" zurückzublicken. Deswegen mahnt Jesus 39 Verse vor der Hand am Pflug, wie weise und vorteilhaft es doch ist, sich stattdessen freiwillig auf Veränderung vorzubereiten. Selbstverleugnung nennt er es, das ultimative Zeichen wahrer Nachfolge. Für uns mag das wie blutige Selbstkasteiung klingen, doch in Wahrheit reicht uns der Menschensohn die Freiheit und Stärke, unser Fleisch ganz ohne Peitsche und Versklavung in den Griff zu kriegen. Während der Mensch gerne über seine Opferrolle in der korrupten Welt jammert, bietet Jesus uns die Macht an, diese Welt zu ändern, indem wir bei uns selbst beginnen. Wir haben viel mehr Autorität, als uns gemeinhin bewusst ist. Zum Beispiel darin, was wir auf den eigenen Teller legen. Es mag zwar als Baga...

Schlechterwisser V.: Ich. Will. Einfach!

Ich will einfach nur hier sitzen! Der Meister ist rigoros. Das hat schon Bonhoeffer in seinem Buch "Nachfolge" klargestellt: Wenn Jesus sagt "Steh auf und folge mir!" dann gibt es nur eine einzige adäquate Entgegnung: Aufstehen und folgen. Alles andere ist Versagen. Das passt zwar nicht so recht in unserer evangelikales Bild vom Kuschelkumpeljesus, aber es passt zum Neuen Testament: "Was, du willst erst deinen Vater begraben?! Lass die Toten ihre Toten begraben!" Sitte und Gewohnheit sind dem Hirten wohl nicht viel wert. Erst recht lieb gewordene Gewohnheiten ( "Ich will einfach nur hier sitzen!" ). Zu viel steht auf dem Spiel, wenn das Ziel erreicht werden soll. Wahres Training ist kein Kaffeekränzchen. Es fordert Entbehrungen. Nur wer sich ständiger Veränderung aussetzt, den inneren Schweinehund überwindet, bleibt flexibel, durchtrainiert, in Form. Wohl deshalb nennt man μαθητής auf englisch disciple - Diszipliner. Christen e...

Schlechterwisser IV.: Was nicht beugt, das bricht

Flexibel durch's Leben tanzen Die Veränderungen um uns herum sind heute so gigantisch, dass fast jeder Tag zum Pilgerorientierungslauf wird. Ohne Hirte kein Weg. Ihm nachzufolgen heißt auch im 21. Jahrundert kein gemütliches, berechenbares Leben zu führen, sondern ständigen Wendungen und Überraschungen ausgesetzt sein - wie damals schon bei den ersten zwölf μαθητής. Christen müssten eigentlich diejenigen sein, die am Besten mit Veränderung umgehen können, schließlich züchtet der Meister unseren Glauben seit 2000 Jahren fast ausschließlich durch Veränderung und Ungewissheit. Wir sollten zur flexibelsten Gattung Mensch gehören, die die Welt kennt. (Fortsetzung folgt)

Kleine Filmkritik: Maria Magdalena

[ A C H T U N G   S P O I L E R A L A R M ! ] Man kann sich leicht vorstellen, warum dieser Film wahrscheinlich nur von wenigen gemocht werden wird: Den einen ist er zu fromm und den anderen nicht fromm genug. Lion-Regisseur Garth Davis hat sich wahrscheinlich bewusst auf Glatteis begeben. Diesen Mut hat nicht jeder. Schnulzen, Monster, Superhelden versprechen heutzutage größeren Erfolg. Stattdessen nimmt Davis sich der unglaublichen Aufgabe an, Maria Magdalenas Hurenstempel fortzuwaschen, den ihr Papst Gregor "der Große" im sechsten Jahrhundert auf den Ruf drückte und der sich seither äußerst hartnäcknig gehalten hat. Bei der Onlinebestellung der Kinokarten zeigte sich, dass in allen Vorstellungen der nächsten Tage 60-90% aller vorhandenen Plätze noch verfügbar waren - Religion ist eben ein wachsendes Nicht-Thema in säkularen Gesellschaften. Doch auch religiös Interessierte, Evangelikale zum Beispiel, werden bestimmt kopfschüttelnd das Kino verlassen. Besonders bibel...

Was die AfD über die Zukunft der Gemeinde verrät

Remember, remember, the 9th of November - vor eineinhalb Jahren veränderte Jan Böhmermann das berühmte englische Gedicht zur Schwarzpulververschwörung für seinen Song " Be deutsch " - das Lied sollte wohl eine gutgemeinte Warnung aus Deutschland an die Wähler in den USA sein, denn im Lied heißt es auch: We have once been stupid, too.  Wir sind auch mal dumm gewesen. Wir haben auch mal den falschen gewählt. Seit wir aber 2017 zum ersten Mal seit 1945 wieder (Neo)nazis in eine deutsche Regierung einladen, lässt sich über die Aussage streiten, wir seien nur dumm gewesen und hätten seither dazugelernt. Natürlich haben längst nicht alle für die AfD gestimmt. Doch bei einer so hohen Wahlbeteiligung sind die absoluten Zahlen trotzdem irgendwie erschreckend. Aber es reicht nicht, mit dem Finger auf andere zu zeigen. Diese Strategie ist zwar urmenschlich, hat sich aber seit dem dritten Kapitel der Bibel noch nie ausgezahlt. Denn wie ich schon in meinem Blogpost " Let...

Die Lehre der Leere (10): Große Fragen

Gefühllos im Nebel treiben, nicht wissen ob, wann, wie man aufprallt, war ungemütlich. Hoffentlich war Gott wirklich da. Warum war es überhaupt zu jener Leere gekommen, der ich mich nun stellte? Das war die große Frage der Stunde. Ich nahm mir Zeit, in die Leere zu horchen. Hörte die vergessene Stimme eines Zeltevangelisten. Vor vielen Jahren predigte er im Süden Bayerns: "Die Antworten auf die großen Fragen des Lebens sind ganz einfach!" . Er wollte den Hörern Jesus nahebringen, die ultimative Antwort auf jede Frage. War das Leben wirklich so simpel? In freikirchlichen Kreisen wohl schon. Freikirchler, zumindest meine Generation, hatten eine Tendenz zu einfachen Schablonen. Blieb man unter sich, war das kein Problem. Ging man aber "in die Welt", außerhalb frommer Kreise, wurde immer schnell die Spannung deutlich. Vielleicht taten sich Christen deswegen immer so schwer mit Mission. Freikirchliche Mission war meine Sendung geworden. Ein Jahrzehnt hatte i...

Christen für den Umweltschutz?

Christen der (heute) nicht mehr ganz so jungen Generation ist sicher noch gut in Erinnerung, dass Umweltschutz eher was für "die Alternativen" war, die keine "Ewigkeitshoffnung" haben und sich deshalb für das Diesseits einsetzen. Wir Christen aber erwarten das Jenseits, und obendrein glauben wir, dass eines Tages unser vergaster Himmel zusammengerollt (Offb 6,14) und die verseuchten Elemente der Erde vor Hitze zerschmelzen (2Petr 3,12), kurz: sowieso vergehen werden. Warum also Umweltschutz, wenn sowieso alles in Gottes galaktischem Recyklinghochofen landen wird und wir auf einen viel besseren Himmel warten? Mit Gedanken wie diesen im Kopf hatte ich mir 1987 einen alten, gebrauchten Range Rover, V8 mit zwei ausgelassen feiernden Vergasern gekauft, die sich frohgelaunt und gegenseitig zuprostend 28 Liter Sprit auf 100 Kilometern ex-und-hopp schamlos reingezogen haben. Das sind fast drei Eimer leergesoffen alle 100 Kilometer... Aber der Sound war cool! Heutzu...

Der Alltag - eine pausenlose Predigt

Und in zehn Jahren?

Passend zu meinem Blogpost über " Zehn Dinge, die es vor zehn Jahren noch nicht gab " hatte ich heute eine Unterhaltung mit meinem Sohn über den Mobile World Congress , der kürzlich in Barcelona stattfand. Sein Arbeitgeber hatte einige Mitarbeiter, darunter einen Futurologen dorthin gesandt, um sich über die neuesten Trends zu informieren. Wer glaubt, die Technik habe bald das Ende der Fahnenstange erreicht, wird überrascht werden (oder enttäuscht - je nachdem, wie man es sieht...). Die Entwicklung schreitet derzeit immer schneller voran. Das bedeutet, es werden immer mehr Chips unseren Alltag beeinflussen, und das bedeutet, unser Alltag wird sich noch mehr und noch schneller verändern. Einige Stunden zuvor hatte ich eine Vorlesung zum Thema " Warum Gemeindegründung? " gehalten. Dort gab ich mein Bestes, um den Studenten vor allem eins mit auf den Weg zu geben: Es geht heute bei Gemeindegründung weniger um den Start eines neuen Gottesdienstes in einem anderen G...

Was haben wir mit Jesus gemacht?

Eigentlich bin ich vor ein paar Tagen nur deswegen an diesem TED-Video hängen geblieben, weil ich eine Gemeinde mit ähnlichem Namen kenne und wissen musste, ob es sich hier um dieselbe Gemeinde handelt. Zum Glück war das nicht der Fall, denn die Gemeinde dieser TED-Talkerin befindet sich in den USA. Doch während ich dem 15-minütigen Vortrag folge, schüttel ich innerlich immer wieder den Kopf. Was haben Christen nur mit Christus gemacht? Ich höre mit den Ohren eines Missionsleiters zu. Zwangsläufig denke ich an mein Team, unsere Passion. Das Herz meines Teames, des sogenannten European Advancement Teams, unsere allererste, zentralste und wichtigste Aufgabe ist es, ein Netzwerk zu bauen und aufrecht zu erhalten, das Menschen, Gemeinden, Umgebungen, vielleicht sogar ganze Städte verändert. Wenn wir Veränderung sagen, meinen wir Jesus ähnlicher werden . Doch wir müssen uns immer wieder die unbequeme Frage stellen: Wollen wir WIRKLICH diesem Jesus ähnlicher werden?! Der Name Jesu...

Die Gemeinde der Zukunft (11) wird eine prophetische Stimme entwickeln müssen

Liebe und Prophetie sind die Hauptzwecke der Geistesgaben. Jede Gabe soll die Liebe Gottes vermitteln, spürbar und erlebbar werden lassen. Gleichzeitig vermitteln sie eine Realität, die dem Mensch von Hause aus verborgen ist. In Zeiten, wo sich der Mensch als Individuum ins Zentrum stellt und daran langsam aber sicher in Einsamkeit vertrocknet, kann Liebe wie ein Regen in der Wüste sein. Doch wer Gott nicht kennt, weiß auch nicht um die vielen Dimensionen, die Liebe noch alles haben kann: Selbstlosigkeit, Opferbreitschaft, eben alles, was in 1 Korinther 13 aufgelistet wird. Der Gemeinde der Zukunft wird die wichtige Aufgabe zukommen, prophetisch zu lieben, das neue Herz zu leben, auf die Neue Schöpfung hinzuweisen. Dazu gehört auch der Mut, die Scheinheiligkeit des nachchristlichen Säkularismus zu enthüllen, das zerfressenne Innere unter den schön designten Oberflächen zu zeigen. Wie Krebsbilder auf Tabakverpackungen werden wir sagen müssen: Seht her, dazu kann es führen, wenn d...

Die hässliche Seite der Schönheit

Viele Deutsche mögen Schweden, nicht zuletzt schwedisches Design. Neulich machte ich mit einigen Deutschen eine Stadtführung durch Göteborg, und die Kommentare waren eindeutig: "Wie schön!" "So sauber und aufgeräumt!" "Der Weihnachtsschmuck ist gar nicht so kitschig!" "Die Schweden wissen, was schön ist!" Richtig, die Schweden verstehen es. Ich möchte euch eine kurze Geschichte von Yngryd erzählen. Sie ist eine typische Schwedin, groß, blond, schlank. Wie alle Schweden machte sie Abitur, und wie viele andere legte sie hinterher ein Gapyear ein, eine Zeit im Ausland, um die Welt kennenzulernen und das Leben zu genießen. Die Welt war so spannend, dass aus dem Gapyear zwei Gapjahrzehnte wurde. Als sie wieder zurückkam, war es Zeit für eine Berufsausbildung, fand sie. Hier trafen wir Yngryd zum ersten Mal. Sie war interessiert an H2O. In vielen Unternehmungen und tiefen Gesprächen lernten wir sie recht gut kennen. Yngryd fühlte sich leer und su...

Die Exklusivität des Kreuzes vs. die Exklusivität des Westens

Zum Vater kommt man ausschließlich durch mich. Jesus (in Johannes 14,6) Zwei Trends kann man heute leicht erkennen: Erstens, dass jeder nach seiner eigenen Façon selig werden soll und es keinen einen Weg geben darf. Zweitens, dass rechtsradikale Politiker gewählt und Grenzen geschlossen werden. Beides sind Symptome fortgeschrittener Säkularisierung. Der Mensch betet sich selbst an und will seinen Thron weder von Gott noch Mitmenschen in Frage stellen lassen. Große Summen westlicher Menschen halten sich für etwas ganz besonderes und wollen ihre Exklusivität um jeden Preis bewahren. Beide Trends führen zu Einsamkeit als Vorstufe zur Hölle. Nur wo die Exklusivität des Kreuzes mit seiner Aufforderung zur drastischen Umkehr betont und gelebt wird sieht man die Inklusivität des Gottesreiches: Jeder ist willkommen und für alle gibt es mehr als genug. Diese Welt könnte eine Vorstufe des Himmels sein. Doch am Ärgernis des Kreuzes führt kein Weg vorbei.

Jesus Friedefürst

Und sein Name ist Friedefürst. Jesaja 9, 5 Nach einem Jahr des Terrorismus und zu Beginn eines neuen Jahres, das in Sachen Gewalt nichts Besseres versprechen kann, müssen wir Christen uns die ernsthafte Frage stellen, wie wir gedenken, den Fürst des Friedens als solchen wirklich bekannt zu machen. Eine erschreckend große Mehrheit hält heutzutage den Fürst des Friedens insgeheim für einen verkappten Kriegstreiber, den Chef Kinder missbrauchender Unverheirateter in religiösen Roben und hohen Kopfbedeckungen, ein Sandalenweichei oder ähnliches. Doch was ist mit dem Mann, der kein Blatt vor den Mund nimmt? Wo ist der, der die Unbedeutenden hervorhebt und die Starken blamiert? Wo hört man seine mutigen Reden und Fragen, die die unterdrückenden Machthaber als Möchtegernhunde blamiert? Was ist mit dem Mann, der den wahren Kriegstreibern nicht nur den Krieg, sondern auch eine qualvolle Niederlage ankündigt - und damit endgültigen Frieden? Wo ist der Mann, der es mit dem Tod selbst aufn...

Das Wunder von Kolosser 1

”Er, Christus, ist das Abbild des unsichtbaren Gottes, und steht über allem Geschaffenen. Denn durch ihn ist alles, was es im Himmel und auf der Erde gibt, erschaffen worden: das Sichtbare und das Unsichtbare; Thronende und Herrschende; Mächte und Gewalten; alles ist durch ihn und für ihn geschaffen. Er steht über allem und alles besteht durch ihn.” Kolosser 1:15-17 ”Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen” Kolosser 1:19 ”Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Ich setze also meinen Körper für das ein, was von den Leiden des Messias für seine Gemeinde noch aussteht.” Kolosser 1:24 ”Für dieses Ziel setze ich mich mit aller Kraft ein und vertraue dabei auf das, was er in mir schafft, er, der so mächtig in mir wirkt.” Kolosser 1:29 Es gibt Augenblicke, da müssen wir Freikirchler unumwunden zugeben, dass auch wir nicht alles wissen. Wir sind ja bekannt dafür, auf alles eine Antwort zu haben und alles erklären können und we...

Glaube an Jesus und werde sofort alle Probleme los.

Ihr werdet die herrliche Kraft Gottes an euch erfahren, damit ihr alles geduldig und standhaft ertragen könnt. Dann werdet ihr mit Freude dem Vater danken, dass er euch fähig gemacht hat, an dem Erbe teilzuhaben, das für sein heiliges Volk im Licht bestimmt ist.  Kolosser 1, 11-12 Die Kolosser sind gerade etwas aufmüpfig. In einer Tour stellen sie sich mir in den Weg und schmeißen mir ständig ihr erstes Kapitel vor die Füße. Als ob ich nichts anderes zu tun hätte. Aber man will ja nicht unhöflich sein, also nehme ich es und lese. Kolosser eins. Mann! Als hätte ich es noch nie gehört. Schließlich hab ich Theologie studiert! Klar kenn ich Kol 1! Naja gut, Vers 11 hatte ich vielleicht etwas vergessen. Obwohl, die Kraft Gottes, ja, die habe ich in der Tat erfahren. Eine enorme Sache ist das. Doch im Moment grad nicht so enorm. Da geht mir vom vielen Steine-aus-dem-Weg-räumen eher die Puste aus. Nix mit Gottes Kraft, die alle Steine wegpustet. Doch jetzt steht da plötzlich, da...

Die Theologie des guten Erzählens

Geschichten erzählen mag ein wenig nach Märchenstunde klingen, wo Großeltern ihren mit großen Augen und offenen Mündern zuhörenden Enkeln vor dem Schlafengehen spannende Erzählungen vortragen. Und ja, das ist durchaus ein Teil der Geschichte. Guten Predigern oder Rednern wird nachgesagt, dass sie gute Geschichtenerzähler seien. Werdenden Pastoren wird beigebracht, wie man seine Unterweisungen mit bunten Erzählungen ausmalt und unterstreicht. Nicht selten höre ich von dann Predigern die Klage, dass die Zuhörer sich später aber "nur" an die Geschichten erinnerten und nicht an "das Eigentliche". Der Grund liegt wohl darin, dass uns lange genug eingeredet wurde, Daten und Fakten seien "das Eigentliche". Es war der eher atheistische Geist der Aufklärung, der uns seit Jahrhunderten im Westen eingebläut hat, das Hirn müsse nur mit messbaren Tatsachen gefüttert werden, um wirklich "vernünftige" Entscheidungen treffen zu können. Als ob die graue Masse...

Randale, Barrikaden und brennende Autos

Nicht weit von uns entfernt gab's gewalttätige Auseinandersetzungen. Diese Woche hatte die Polizei mehmals gegen Hehler und kriminelle Gruppen zugeschlagen, und bei einem weiteren Einsatz schlugen die Gangs zurück. Man wollte klarstellen: "Hier regieren wir, nicht ihr, und wir lassen uns nicht von euch reinreden." Einige völlig unbescholtene Bürger verloren dabei ihre Autos, weil sie gerade zur faschen Zeit am falschen Platz waren und kurzerhand in Brand gesetzt wurden. "Was können wir tun?" "Wo sind die guten Kräfte in der Gesellschaft?" Solche Fragen werden heute ganz offen in den lokalen Zeitungen gestellt. Von Betroffenen bis zu Politikern. Man sollte meinen, dass Gemeinde die ultimative gute Kraft in jeder Gesellschaft sein sollte, wo es Gemeinde gibt. Doch es ist nicht leicht für Christen, sich das einzugestehen und dann auch auszuleben. Es ist einfacher, alle guten Kräfte nur intern zu verwenden. Wer will schon mit Leuten abhängen, die,...