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Posts mit dem Label "Neue Reformation" werden angezeigt.

Wer will noch 'ne Reformation?

Es ist wieder soweit. Heute wird sie schon 501 Jahre alt, die Reformation. DIE Reformation. Vielleicht sollte ich heute, an diesem geschichtsträchtigen Tag, auf diesem geschichtsträchtigen Blog, der sich schließlich neue Reformation nennt, zu deutsch new reformation , ein paar neue Gedanken dazu niederschreiben?! Nicht die alten Kamellen, wie toll Luther war, wie mutig, wie wichtig. Das haben wir oft genug gehört. Was neues eben. Doch der einzig neue Gedanke, der mir heute zum Thema Reformation kommt, also Re-Formation, ist auch nicht new. Es ist derselbe, wie vor einem Jahr : Wer die Reformation heute am Lautesten feiert, wäre vor 500 Jahren ihr erbitterter Gegner gewesen.  Yo. Reformation ist nämlich kein Zuckerschlecken. Reformation stellt in Frage, und zwar uns, kratzt am Ego, spiegelt uns die Blässe wider, die Speckringe, verunsichert. Sagt: "Hier sollte mal was re-formiert werden!" Reformation sägt an selbstgezimmerten Thronen, bringt unsere Sicherheit so sch...

Was die AfD über die Zukunft der Gemeinde verrät

Remember, remember, the 9th of November - vor eineinhalb Jahren veränderte Jan Böhmermann das berühmte englische Gedicht zur Schwarzpulververschwörung für seinen Song " Be deutsch " - das Lied sollte wohl eine gutgemeinte Warnung aus Deutschland an die Wähler in den USA sein, denn im Lied heißt es auch: We have once been stupid, too.  Wir sind auch mal dumm gewesen. Wir haben auch mal den falschen gewählt. Seit wir aber 2017 zum ersten Mal seit 1945 wieder (Neo)nazis in eine deutsche Regierung einladen, lässt sich über die Aussage streiten, wir seien nur dumm gewesen und hätten seither dazugelernt. Natürlich haben längst nicht alle für die AfD gestimmt. Doch bei einer so hohen Wahlbeteiligung sind die absoluten Zahlen trotzdem irgendwie erschreckend. Aber es reicht nicht, mit dem Finger auf andere zu zeigen. Diese Strategie ist zwar urmenschlich, hat sich aber seit dem dritten Kapitel der Bibel noch nie ausgezahlt. Denn wie ich schon in meinem Blogpost " Let...

Thinklings 2017: In der Lutherstadt?!

JA! Auch 2017 Jahre nach der Geburt des Herrn werden sich die THINKLINGS wieder treffen um zu thinken. Und was bietet sich besser an als New Reformation - wofür protestieren wir und welche neue Formen werden für die Zukunft gebraucht? Da ich mich gerade in der Lutherstadt Marburg aufhalte thinkte ich: Warum eigentlich nicht hier thinken? Was meint ihr? Hinter diesen Fenstern des Schlosses zu Marburg geschah das Unglaubliche: Luther und Zwingli konnten sich nicht einigen. Der Grund: Die heilige Stulle.  Das wollen wir besser hinkriegen: Wie kriegen wir in Sachen New Reformation Licht ins Dunkel? Durch diese hohle Gasse muss die Weisheit kommen.  Vorbei am schiefen (Kirch-) Turm von Marburg: Die Lutherkirche Im schlimmsten Fall kann man ja im Rathaus um Rat fragen.  Oder wir konsultieren mal die Heilige Elisabeth von Thüringen in ihrer Kirche.  Wenn alles nichts hilft, genießen wir einfach Marburger Archite...

An alle, die für Göteborg gebetet haben

Gestern hatte ich das Vorrecht, einen Redner nach seinem Vortrag über Mission, Ausländer- und Integrationsarbeit interviewen zu dürfen. Es war der Leiter des internationalen Programms einer der größten und rennomiertesten Freikirchen Schwedens. Er begann seine Rede mit dem Hinweis, dass die größten Veränderungen, die seine Gemeinde in ihrer rund hundertjährigen Geschichte durchgemacht hat, alle in den vergangenen sechs Jahren stattgefunden haben. Meine erste Frage war also, ob er den hier anwesenden Leitern und Pastoren einen Tipp geben könne, wie man eine Gemeinde mit viel Tradition durch umwälzende Veränderungen leite. Seine Antwort lautete ungefähr so: Natürlich gibt es die, die grummeln und kritisieren. Wir haben viele Ältere und Alte, denen Veränderung am Schwersten fällt. Die meisten von ihnen haben ihr Leben lang treu für die Gemeinde gebetet, so, wie sie sie eben kennen. Wir fragen sie, wofür sie denn jahrzehntelang gebetet haben. Sie haben gebetet, dass neue Leute in die Gem...

New-reformation ist nicht Last Reformation

Googelt man ”new reformation” bekommt man viele Links, die zur dänischen Bewegung Last Reformation führen. Ich wollte nur mal so erwähnt haben, dass weder ich persönlich noch Communitas als Organisation etwas mit dieser Bewegung zu tun haben. Ich habe nichts Konkretes  gegen sie zu sagen, aber auch nichts Gutes. Das, was ich meist über persönliche Kontakte oder Anhänger von der Last Reformation mitbekomme, klingt in meinen Ohren etwas merkwürdig, manchmal sogar sektiererisch. Außerdem finde ich, dass keiner weiß, wann die ”letzte Reformation” stattfindet. Das können wir ebensowenig wissen wie das Datum der Wiederkunft des Herrn. Neue Reformationen werden hingegen ständig gebraucht. Im Grunde ist jeder Tag eine Reformation des eigenen Lebens. Und die Neuformung unseres Lebens sollten wir dem Herrn des Neuen Lebens vollständig überlassen. Ebenso wie den Tag, an dem Er dies zum letzten Mal tun wird, weil Er Lust hat, uns zu sich zu rufen.

Jüngerschaft

zum Vergrößern klicken Hier kommen wir also zur nächsten Folie unserer kleinen Presentation, die ich vor einigen Wochen in der Gemeindeleitung unserer Partnergemeinde Saron gehalten habe. Und wie letztens schon angekündigt, wenn um Gemeinde geht, dann geht es in Zukunft vor allem anderen um Jüngerschaft. Nicht um Programme, nicht um coole Shows, sondern um Nachfolge. Und wie sieht die in unserem Jahrhundert aus? Sie ist genauso schwer und herausfordernd wie sie es zu allen Zeiten war, nur eben anders. Anders dahingehend, dass die Menschen anders ticken, andere Gewohnheiten und Schwierigkeiten haben. Gesunde Jüngerschaft ist im Grunde Kontextualisierung pur. Evangelium im kulturellen Hochkonzentrat. Das wollen wir irgendwie hinkriegen. Unser H2O-Labor beginnt jetzt bald, die frommen Erlenmeyerkolben vorzubereiten, einen Vorrat an heiligen Reagenzgläsern anzulegen und die geistlichen Bunsenbrenner zu zünden. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn Eure Gebete als Katalysatoren wirkten.

"Gehet hin!" Gehet hin?!

Gehet hin. So lautet der sogennante Missionsbefehl am Ende des Matthäusevangeliums. Beim guten alten Luther steht es so: "Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe." In diesem Satz sind vier Imperative, und in der Regel wird das "Geht!" sehr betont. "Wir müssen gehen! Rausgehen!", heißt es. Und das ist ja auch gut so. Komisch ist nur, dass das gehen im Griechischen Original gar nicht so betont wird. Das wird da eher als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt. Der Imperativ im Griechischen lautet: Macht Jünger! Das ist die Essenz des Satzes. Macht Jünger, während ihr geht und tauft und lehrt und so weiter. Macht Jünger! Macht Jünger! Ich oute mich hier mal und sage etwas, was vielleicht nicht alle Leser von mir erwartet hätten. Aber ehrlich gesagt halte ich heutzutage von Straßenevangelisation, wo Leute dazu gebracht...

"Gemeinde"

Serie: Missional Action Plan, Phase vier  Dieses Bild war eines der ersten Bilder, die bei meiner Google-Bildersuche zum Begriff "church" angezeigt wurde. Ja. Genau. Ein antikes Gebäude mit einer Architektur, die heute wohl niemand mehr bauen würde. So etwas ähnliches ist wohl auch bei den allermeisten Menschen das erste, was ihnen zum Theme Kirche einfällt. Beim Missional Action Plan kommt "church", Kirche erst in Phase vier. Und das ist etwas ganz entscheidendes. Bei sehr vielen Gemeindegründungen kommt Kirche spätestens in Phase zwei. Fragt man Gemeindegründer, was sie im Wiederholungsfalle anders machen würden, sagen durch die Bank (fast) alle: Wir würden länger warten mit dem öffentlichen Auftreten als Gemeinde. Das hat so viele Resourcen geschluckt, dass nur noch wenig für das Eigentliche übrig war. Bingo. "Das Eigentliche" sollte erstmal so lange eingeübt werden, bis man gar nicht mehr anders kann. Und dann kann man auch als Gemeinde öffent...

sich versammeln

Serie: Missional Action Plan, Phase drei Sich versammeln, auf neudeutsch " gather ", ist die nächste, die dritte Phase einer CA-Gemeindegründung. Mann, was haben wir hier geochst! Immer und immer wieder mussten wir das als höchste Priorität setzen, Menschen zusammenzubringen. Es hat unsere ganze Kreativität gebraucht. Der Gedanke des Missional Actionplanes ist es eigentlich, die Leute zu finden und zu versammeln, bei denen man etwas "ausgelöst" hat (Phase 2), nämlich Interesse und Neugierde. Mit denen sollte man dann weitergehen auf der geistlichen Reise, zum Beispiel in einer Kleingruppe oder einem Alphakurs. Das ist auch gut amerikanisch gedacht. Dort ist es nämlich überhaupt kein Problem, Leute zu irgendeinem Stelldichein kommen zu lassen. " Gather " ist jenseits des Atlantiks überhaupt gar kein Problem. Bei der neuen Version des Missional Actionplanes gibt es " gather " schon gar nicht mehr, man es gleich mit " practice "=einü...

Bewirken. Entfachen. Hervorrufen. Evozieren.

Serie: Missional Action Plan, Phase zwei  Das sind einige Synomyme für die zweite Phase unseres sogenannten Missional Action Plans, genannt Auslösen (initiate) . Was ist denn das? Nun, niemand glaubt heute noch, dass der Pfarrer den Menschen wirklich zu sagen hat, wie man was zu tun oder zu lassen hat. Eigentlich möchte sich heute überhaupt niemand noch was sagen lassen, solange man nicht ausdrücklich gefragt hat. Entsprechend ist auch niemand mehr scharf auf Predigten. Predigt, das klingt wie Standpauke. Epistel. Ermahnung. Wie Schelte und Zurechtweisung. Niemand* will sich also noch bepredigen lassen. Man geht entweder auf Konfrontation oder stellt die Ohren auf Durchzug. Das, was jahrhundertelang das Zentrum der kirchlichen Kommunikation war, die Predigt, stirbt aus. Stirbt aus? Ganz und gar? Keine Predigten mehr in Zukunft? Nein, so ist es auch wieder nicht. Römer 10,17 sagt ganz klar, dass der Glaube aus der Predigt kommt, und damit wird die Predigt immer eine entsche...

Pläne, Ziele und Verhältnisse...

Serie: Missional Action Plan, Phase eins zum Vergrößern klicken Das Planen ist ja immer so eine Sache . Aber ganz ohne Plan geht es eben auch nicht. Ein Lehrer auf einem Fahrsicherheitsträning drückte das mal so aus: Man fährt immer dahin, wo man hinschaut. Wer ganz fasziniert auf das sich nähernde Stauende starrt, wird mit anhaltender Faszination draufbrettern, dass die Fetzen fliegen. Wer mit seinen Augen die Lücken findet, kommt vorbei. So ist das mit allem. Wer mit seinem Leben ein Ziel hat, wird ihm immer irgendwie näherkommen. Wer keine Ziele hat, dümpelt nur und fragt sich, was das alles eigentlich soll. Und so ist es auch in der Gemeindegründung. Wer weiß, wo er hinwill, wird diesem Ziel auch irgendwie näher kommen. Für uns ist dieses Ziel eine selbstlaufende Bewegung aus neuen Jesusnachfolgern, die von Angered ausgehend Verantwortungen für den Bau des Himmelreiches vor Ort, im ganzen Land und der Welt übernimmt. Das soll H2O einmal werden. Ein Multiplikator für Gemei...

Forschung nötig!

zum Vergrößern klicken In Mölndal, gleich an der südlichen Stadtgrenze Göteborgs, gibt es eine große Firma namens Astra Zeneca. Höchstwahrscheinlich haben alle von Euch schon Produkte von Astra Zeneca zu Hause gehabt, wahrscheinlich ohne sich dessen bewusst zu sein. Die Firma stellt nämlich Medizin her. Jede Pille, jeder Tropfen der hier verkauft wird, ist das Ergebnis langer Forschungs- und Versuchsarbeit. Wir wissen nicht, was sich in diesem Firmenkomplex alles abspielt, aber die Medizin aus der Apotheke ist ein eindeutiges Resultat. Nun, so ähnlich kann man sich H2O vorstellen. Unsere Resultate sollen keine neuen Arzneien, sondern neue Jesusnachfolger sein. Vor allem wollen wir herausfinden, wie man morgen neue Jesusnachfolger macht. Dazu muss man in der Kultur von morgen leben. Gott hat uns dazu erst einmal aus unserem eigenen Land geholt. Nicht, dass es in Deutschland keine Menschen von morgen gäbe. Sondern eher deshalb, dass wir selbst, die Forschenden, dazu gebracht werde...

Große Herausforderungen erwarten uns

zum Vergrößern klicken Alles verändert sich. Heutzutage ist die Geschwindigkeit, mit der sich alles verändert, so hoch wie noch nie zuvor. Konnte man für tausende von Jahren noch davon ausgehen, dass die Welt, in der ich lebe, zum Zeitpunkt meines Todes noch annähernd so war wie zur Zeit meiner Kindheit, so ist es heute fast schon dumm, so etwas zu glauben. Das ganze menschliche Zusammenleben ändert sich enorm und schafft große Herausforderungen. Als Gemeinden stehen wir in der Spannung, einerseits mit und für einen Gott zu leben, der unveränderlich ist. Andererseits leben wir in dieser Welt und sind selbst Teil dieser großen Veränderungen. Das macht uns Mühe. Deswegen ist es leicht, vom Pferd zu fallen. Entweder auf der einen Seite, indem wir uns weltfremd in die fromme Blase zurückziehen wo wir uns wohl und sicher fühlen. Oder auf der anderen Seite, wo wir uns der Welt so sehr anpassen, dass niemand mehr merkt, aus welchem Stall wir kommen. Oder, und das ist heute eine immer beli...

H2O Vorstellung

zum Vergrößern auf's Bild klicken Gestern war es soweit, dass ich den nächsten Schritt für H2O in der Gemeindeleitung unserer Partnergemeinde Saron vorgestellt habe. Saron ist eine der größten freien Gemeinden Schwedens, und die Gemeindeleitung ist natürlich nicht mit allem up-to-date was H2O angeht. Aus diesem Grund hatte ich eine kleine Präsentation vorbereitet und ich denke, diese Präsentation passt auch hier sehr gut. Deshalb werde ich die zehn Folien Schritt für Schritt übersetzen und einige Worte dazu schreiben. zum Vergrößern auf's Bild klicken Als erstes muss man sich unserer Position im Laufe der Kirchengeschichte bewusst sein. In diesem stark vereinfachten Bild kann man sehen, dass die Freikirchen eigentlich nichts anderes als eine geistlich angepasste Variante der evangelischen Kirche sind (entstanden u.a. durch die Täufer, Pietismus usw.), die evangelische Kirche ist wiederum eine geistlich angepasste Variante der katholischen Kirche (entstanden durch ...

Willkommen H2O!

Meine Damen und Herren! Ladies and gentlemen! Mesdames et messieurs! Mina damer och herrar!  Wir dürfen stolz bekanntgeben: H2O ist da!  Hochoffiziell! Jippie! " Was ?" fragt da einer, " was soll denn das? H2O gibt's doch wohl schon 'n bisschen länger, oder? " Ja, richtig. H2O gibt es seit dem 06. Juni 2008, dem schwedischen Nationaltag. Allerdings war H2O seither "nur" Teil einer anderen Organisation, nämlich unserer Partnergemeinde Saron in Göteborg. Wie wir aber schon im Oktober bekanntgaben (siehe hier ), haben wir aus den dort genannten Gründen lange und hart daran gearbeitet, H2O zu einer eigenen, offiziellen Organisation werden zu lassen. Im Dezember haben wir alle nötigen Papiere eingereicht und - voilà! - seit dem 1. Januar 2012 ist H2O eine offizielle, schwedische Organisation mit eigener Organisationsnummer. Das sollte gefeiert werden, finde ich. Die Symbolik der H2O Gründungsdaten spricht ebenfalls eine gute Sprache. Man...

Der Herr ist auferstanden! (Ostersonntag 2011)

Er ist wahrhaftig auferstanden! Ganz früh am Sonntagmorgen gingen die Frauen mit den Salben, die sie zubereitet hatten, zum Grab. Der Stein, mit dem man es verschlossen hatte, war zur Seite gerollt. Zögernd betraten sie die Grabhöhle. Sie war leer. Verwirrt überlegten sie, was sie jetzt tun sollte. Da traten zwei Männer in glänzend weißend Kleidern zu ihnen. Die Frauen erschraken und wagten nicht, die beiden anzusehen. "Warum sucht ihr den Lebenden bei den Toten?" wurden sie von den Männern gefragt. "Er ist nicht hier, er ist auferstanden!" (Luk 24,1-6) Tatsächlich aber ist Christus als erster der Entschlafenen von den Toten auferstanden. (1Kor 15,20) Wir wissen: Gott, der Jesus vom Tod auferweckt hat, wird auch uns auferwecken.  (2Kor 4,14) Glücklich sind alle, die an der ersten Auferstehung teilhaben. (Offb 20,4) Lies die Texte mehrere Male und bitte den Heiligen Geist, Dich zu leiten. Herr, Du bist tatsächlich auferstanden! Wer hätte jemals...

Es gibt noch mehr wie wir

Ein ganz besonderer Höhepunkt der vergangenen Woche war Dienstagabend das Treffen mit Magnus Persson, Pastor einer Malmöer Gemeinde namens United. Faszinierend war das Treffen deshalb, weil Magnus von der Gründungszeit der Gemeinde sprach. In ganz vielen Punkten konnten wir nur sagen: Das hätten wir sein können. Die Vision, etwas Neues zu entwickeln ohne die Bibel zu verwässern, der Wunsch, theologisch tiefe Wurzeln wachsen zu lassen, der Mut, sämtliche Gemeindeprogramme erstmal sein zu lassen, der Gedanke, von Gemeinde als Institution wegzukommen und stattdessen einen wahren Organismus anzustreben - all das und vieles mehr sprach uns aus der Seele. Aber es gab noch mehr Parallelen. 1998 zog ein Gründungsteam mit eben dieser Vision von Stockholm nach Malmö (bei uns war es Göteborg 2006). Die ersten zwei Jahre machte man noch gar kein Programm, man versuchte erst einmal, die Stadt und das Leben dort kennenzulernen. Dies geschah vor allem durch Arbeit in ganz normalen Berufen (für uns wa...

Der Alchimist

Die Alchemie befasste sich bekanntlich mit der Goldherstellung aus anderen Materialien. Das war eine ganz schön schwere Aufgabe und erforderte viel Geduld und Experimentierfreude. In einem Telefongespräch sagte ich gestern ganz spontan, dass ich mich manchmal ebenfalls wie ein echter Alchimist fühle, der versucht, aus ganz verschiedenen Zutaten  etwas ganz Neues zu schaffen. Das größte Problem ist aber nicht, dass kein Gold entsteht, sondern dass viele unserer Zutaten gar nicht in den Topf wollen, oder, wenn sie drin sind, einfach wieder rausspringen. Ob der Topf zu klein ist? Oder zu groß? Oder zu mittelgroß? Ob die Temperatur zu heiß ist? Oder zu kalt? Oder zu lau? Immer wieder setzen wir uns zusammen, bisherige Erfahrungen zu diskutieren, lesen, überlegen, tauschen mit anderen "Alchimisten" aus. Für 2011 haben wir ein weiteres Rezept entwickelt. Morgen werde ich mehr darüber berichten.

Missionseifer

Wir betrachten H2O ja als eine Art Pilotprojekt und Versuchskaninchen, um herauszufinden, wie Gemeinde auch im postchristlichen 21. Jahrhundert noch lebendig bleiben kann. Da gibt es viel Versuch und Irrtum und wir selber lernen dabei jede Menge, aber wenn andere Gemeinden und Projekte vielleicht auch davon profitieren können, wäre das genau in unserem Sinne. Das ist einer der Existenzgründe dieses Blogs. Hier kommt nun eine weitere Beobachtung, die zumindest ich immer und immer wieder mache. Es ist eine Angelegenheit, deren man sich im Zusammenleben mit zeitgenössischen "Nichtkirchengängern" (oder wie auch immer sie heißen wollen) wahrscheinlich besser bewusst ist, um Fettnäpfchen zu vermeiden. Es geht nämlich um die früheren Erfahrungen solcher Menschen mit Kirchen oder missionseifrigen Christen. Je mehr Menschen ich kennenlerne und je besser ich sie kennenlerne, desto mehr zeigt sich, dass diese früheren Erfahrungen ein verstecktes, subtiles aber echt schwerwiegendes Hin...

Gemeinschaft (8)

Auszug aus dem Buch " Blue like Jazz - Nonreligious thoughts on Christian Spirituality " von Donald Miller ( Hier geht's zum Anfang der Serie "Gemeinschaft") * * * Im Frühling meines Jahres auf Graceland, als der Boden noch dabei war zu trocknen, fuhr ich mit einem Freund nach Salem um dort Brennan Manning zu hören. Manning war mal katholischer Priester und ist ein toller Autor, der sehr mit Alkohol zu kämpfen hatte; er spricht offen darüber und über Angelegenheiten der christlichen Spiritualität. Wir saßen so weit vorne, dass ich in Mannings blaue Augen sehen konnte, und dort sah ich dieses Funkeln der Aufrichtigkeit, welche nur solche Menschen in sich tragen, die die Tiefen ihres Lebens zu einem Dienst an anderen Menschen zu verwandeln vermochten. Brennan wuchs in New York auf und spricht mit leichten Ostküstendialekt, der durch jahrelanges Rauchen aufgeraut wurde. Ein Ohr hat schwer zu tun wenn es mit Brennan mithalten will. Er begann seine Rede mit der ...