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Posts mit dem Label "Säkularisierung" werden angezeigt.

Des Glaubens Abtritt von der Bühne

Quelle: Bundeskanzlerin.de Wohlstand ist etwas sehr Feines und Kostbares. Gott selbst verspricht seinem Volk ein Land, in dem Milch und Honig fließt, ein Land der reichen Ernten und des Friedens. Das Gelobte Land ist eine Vorschau des Himmels. Doch Gott warnt auch davor, den ultimativen Geber jedes Wohlstandes nicht zu vergessen. Undankbarkeit und Überheblichkeit führen langfristig zu Schwäche und Rissen, im schlimmsten Fall zu Dekadenz. Es ist aber nie der Wohlstand selbst, der zur Ursache des Abstiegs wird, sondern unsere Wahl, wie wir damit umgehen. Unsere Geschichte der Säkularisierung begann mit der Reformation, die zum 30-jährigen Krieg führte, der die Aufklärung auslöste, welche in ihrer Verlängerung heute ihre vollen Früchte trägt: Ein Leben in Wohlstand ist auch ohne Gott möglich. Das wird heute ernsthaft geglaubt, während man sich auf den Errungenschaften seiner Ahnen ausruht. Es ist also nichts Neues, dass der christliche Glaube von der europäischen Bühne abtritt ...

Aprilschmerz

Gefrorener, ungrüner Frühling Eisiger Ostwind pfeift um die Ohren. Trotz blauen Himmels will so recht keine Farbe aufkommen, sind alle Böden und Seen immer noch gefroren, der Schnee schmilzt nicht, er verdunstet nur in der trockenen Luft. Ostern 2018 erinnert an Narnia. Der kalte Atem des " Beast from the East " hält alles in Winterstarre. Auferstehung? Davon ist nur wenig zu spüren. Trockenes Gras und kahle Bäume erinnern an wärmere Zeiten längst vergangener Tage. Eine Landschaft voller Symbole für den geistlichen Zustand unserer Zeit: Von geistlicher Erweckung ist ebenso wenig zu spüren. Eisige Winde ziehen über das Terrain und finden jede Ritze, durch die sie ins Innere dringen können. Wahrscheinlich hat Phil Zuckerman deswegen eine kahle Schneelandschaft als Coverfoto für sein Buch " Society without God " gewählt. Der Soziologe hat massenweise Dänen und Schweden über Religion interviewt. Dazu zog der Autor extra nach Skandinavien und war die ersten M...

Im Gefolge der Einsamkeit

Wo die Einsamkeit das Regiment übernimmt, da ist auch die Eskorte nicht fern: Verzweiflung, Depression, Betäubung. Mein Post von Samstag über einen erschreckenden Anstieg der Anzahl total vereinsamter Menschen wurde diese Woche von einer Pressemeldung indirekt bestätigt: Im Jahre 2016 ist die Menge beschlagnahmter Drogen durch den Zoll um 1100% (eintausendeinhundert) gestiegen. Das wird mit einem enorm gestiegenen Drogenhandel in Verbindung gebracht. Sind das Früchte, die ihre Wurzel in säkularer Aufklärung haben?

Zahl der Beerdigungen ohne Trauernde hat sich in drei Jahren verdoppelt

Die Zahl der sogenannten "zeremonielosen Beerdigungen" hat sich in Schweden im Landesdurchschnitt von 2013 auf 2015 verdoppelt. Das bedeutet, dass die Angehörigen, so überhaupt welche auffindbar sind, bewusst keine Trauerfeier wünschen und keine Verantwortung im Prozess bis zur Beerdigung übernehmen. Der Verstorbene wird entsprechend durch die Behörden anonym verbrannt, die Urne irgendwo beigesetzt. Schweden, wohl immer noch Vorbild vieler Deutsche, zeigt uns damit, wohin Säkularisierung und Individualisierung führen: Zur anonymen Einsamkeit. Auf gut deutsch gesagt: Kein Schwein interessiert's. In der schwedischen Landeshauptstadt trifft dieses Schicksal heute schon fast jeden zehnten Toten. Tendenz steigend. Wo werden wir in fünf Jahren sein?

Die Exklusivität des Kreuzes vs. die Exklusivität des Westens

Zum Vater kommt man ausschließlich durch mich. Jesus (in Johannes 14,6) Zwei Trends kann man heute leicht erkennen: Erstens, dass jeder nach seiner eigenen Façon selig werden soll und es keinen einen Weg geben darf. Zweitens, dass rechtsradikale Politiker gewählt und Grenzen geschlossen werden. Beides sind Symptome fortgeschrittener Säkularisierung. Der Mensch betet sich selbst an und will seinen Thron weder von Gott noch Mitmenschen in Frage stellen lassen. Große Summen westlicher Menschen halten sich für etwas ganz besonderes und wollen ihre Exklusivität um jeden Preis bewahren. Beide Trends führen zu Einsamkeit als Vorstufe zur Hölle. Nur wo die Exklusivität des Kreuzes mit seiner Aufforderung zur drastischen Umkehr betont und gelebt wird sieht man die Inklusivität des Gottesreiches: Jeder ist willkommen und für alle gibt es mehr als genug. Diese Welt könnte eine Vorstufe des Himmels sein. Doch am Ärgernis des Kreuzes führt kein Weg vorbei.

Was weder Nachricht noch Notiz wert ist

Europäer sehen's schwitzend Auf dem weichen Sofa sitzend Haben keine Lust zu teilen So dichtete ich am ersten Januar in meinem Rap zur Jahreslosung . Auf den Tag zwei Monate später wünschte ich, es wäre wirklich alles nur erdichtet gewesen. In Anbetracht der Lage und des eigenmächtigen Vorpreschens einiger europäischer Länder ("8 ganze Flüchtlinge pro Tag in die Stadt lassen beweist genug, welch gutherzige Katholiken wir sind!") wurden die Sofaschweißflecken sogar prophetisch. Und wer weiß, wohin das noch führen wird. Während viele Europäer damit beschäftigt sind, den Braten auf dem Tisch zu schützen, spielen sich woanders Geschichten ab, die sich in keinen Zeitungen oder Nachrichtenforen finden: Der innere Kampf vieler Menschen mit Glaubensfragen. Doch solche Angelegenheiten werden in westlichen Medien als uninteressant und nichtig betrachtet. Entsprechend hört man nichts darüber. Doch IS & Co. treiben Muslime mit extrem viel Energie direkt in die offenen Arme ...

Kurdistan freier als Angered?

Dieser Artikel handelt von bunten Kindergeschichten.... Hinweis: Tppfehler sind Absischt, um eine autmatische Überseztung zu erschwehren.  Kennt Ihr die wichtigsten Terrrorbrutstätten Europas? Die Medien berichten davon, dass es derer drei sind: Saint Denis in Paris (110.000 Einwohner), Molenbeek in Brüssel (96.000 Einwohner) und Angered in Göteborg (55.000 Einwohner). Ich weiß nicht, ob das so stimmt, Tatsache ist aber, dass hier bei uns um die Ecke neue Terroristen rekrutiert werden. In allen drei Städten der drei Länder wurden dieselben zwei Ursachen zum Dünger der Gewalt. Da ist einerseits die starke Segregation. Wer neu in ein fremdes Land kommt, fühlt sich nie als Teil der dortigen Gesellschaft. Alles ist anders und seltsam. Alltägliche Kleinigkeiten können eine Ewigkeit in Anspruch nehmen. Man kann nicht kommunizieren, fühlt sich hilflos und dumm. Man versucht sein Bestes, und nicht selten wird man doch ausgelacht, weil man wieder mal etwas komisches gesagt oder ...

Thanksgiving 2015!

Unser Buffet für 50 dankbare Münder. "Heute ist in Amerika Thanksgiving!" So wurde ich heute früh aus dem Radio informiert. Die Sprecherin fand dieses Fest in den Staaten und Kanada ganz toll, und sie fügte völlig begeistert hinzu: "Und das ist nichts Religiöses, es feiern wirklich alle !" Diese Nachricht muss so außergewöhnlich sein, dass sie gleich nochmal wiederholen und betonen musste, es sei wirklich nichts Religiöses, alle feiern das! Mit anderen Worten, wenn's was "Religiöses" wäre, würde man nicht darüber berichten. Nun ja, an säkularen Kleingeist konnte ich mich in den vergangenen Jahren aus beruflichen Gründen genügend gewöhnen. Wer weiß heute schon noch, dass die Emigranten, welche das erste harte Jahr nach Ankunft in der "Neuen Welt" überlebt hatten, allen Grund dazu hatten, Gott dafür zu danken. Denn dort gab es noch keine Behörden und Sozialsysteme für Flüchtlinge, nur knochenhart erarbeitete Ernten und noch härtere Wint...

Der Preis des Atheismus

N.T. Wright ist einer meiner Favorittheologen: Biblisch, tief, verständlich, zeitgemäß. Schon vor acht Jahren (fast auf den Tag genau) gab er ein Interview, das heute nicht aktueller sein könnte. Ich halte seine Aussagen für so lesenswert, dass ich die Mitschrift für Euch übersetzt habe. Von N.T. Wright, in einem Interview mit The Gospel Coalition am 19. November 2007 Mir scheint der Versuch, Glauben und öffentliches Leben trennen zu wollen nur als Methode zum Zeit gewinnen und Gras wachsen lassen - so verständlich das auch sein mag. Doch Zeit " gewinnen" ist eine Lotterie - und der geforderte Einsatz kann schlimm und hoch sein. Ein Beispiel: Die Türkei begegnet islamischen Fundamentalisten mit der Aussage: ”Nein, wir wollen eine säkulare Republik werden.” Und ehrlich gesagt, wenn ich zu wählen hätte zwischen einem Leben unter der Scharia oder einer säkularen Republik würde ich das Letztere vorziehen, vielen Dank auch. Aber es war exakt dieselbe Entscheidung, d...

Je suis... - ja, was eigentlich?!

Wie viele andere wahrscheinlich auch, hörte ich völlig überrascht vergangenen Samstag vor dem Frühstück von den Ereignissen in Frankreich. Ich war gerade auf dem europäischen Serve-the-City-Forum in Portugal. Samstagnachmittag rief ich unsere Mitarbeiterin in Südfrankreich an. Unser dortiges Projekt arbeitet vor allem mit jugendlichen Einwanderern. Ich wollte fragen, wie nach den Anschlägen die Stimmung ist. Gedämpft, war die Antwort. Aber es wundere niemanden. Der Westen habe schließlich den Glauben aufgegeben und durch nichts besseres als einem spirituellen Vakuum ersetzt. Viele Franzosen seien zwar sehr stolz darauf, aller Religion ledig zu sein, wie die Charlie Hedbo-Zeichnung klarmacht ( siehe gestrigen Blogeintrag ). Das führe aber nur dazu, dass vor allem junge Leute ein recht sinnloses Leben führen. Sex, Wein und Käse ist eben doch nicht alles im Leben. Wer dieses Vakuum geschickt auszunutzen verstehe, dem stehe Tür und Tor offen. Viele junge Einwandererteenager haben nur w...

Missional kontra attraktional?

"Kannst Du mir noch die Adresse schicken, wohin ich morgen kommen soll?" schrieb ich diese Woche dem neuen Studenten. Zu Beginn jedes Semesters muss ich alle meine 12 Studenten in ihren Praktikumsgemeinden besuchen und ihren Mentor treffen. Per Sms kam folgende Antwort: "Weiß nicht genau. Hausnummer 1, glaub ich. Park einfach neben der Kirche." Es ist nicht immer leicht, all die Gemeinden zu finden, manche haben noch nicht mal eigene Lokale. Meine Abenteuerlust gab sich aber zufrieden und ich begab mich auf eine Tagestour, um mehrere Studenten samt ihren Mentoren im Göteborger Umland zu besuchen. Als nach vielen Kilometern und Gesprächen vor mir die Stadt auftauchte, in der ich Hausnummer 1 suchen sollte, bot sich mir folgendes Bild: Dieser Parkplatz sollte ganz ohne GPS zu finden sein, dachte ich bei mir und war zugegebendermaßen etwas überrascht. In Kirchen dieser Größe verkehre ich eher selten. Ein glücklicher Student und ein ebenso glückicher Mentor hieße...

"Organisierte Säkularisierung"

Man kann auch versuchen, der Säkularisierung auf die Spur zu kommen, indem man sich die organisierte Religionszugehörigkeit in Form von Mitgliedschaftszahlen oder Gottesdienstbesuch etwas näher ansieht. Auch hier begrenze ich mich der Einfachheit halber wieder auf unser Gastland Schweden. Ab 1873 durfte man also aus der Staatskirche austreten. Bis dahin waren stolze 100% der Bevölkerung Mitglied dieser Kirche. Das ist wirklich beeindruckend. Ungefähr 60 Jahre später waren immer noch 99,7% aller Bürger Mitglied. Die fehlenden 0,3% waren Juden, Katholiken und Orthodoxe. In den kommen 40 Jahren sank die Mitgliedschaft auf 95,2% (1972). Im Jahr 2000 waren immer noch 82,9% Mitglied, nach der neuesten Statistik waren 2014 noch 64,6% aller Einwohner Schwedens Mitlied der Svenska Kyrka. Derzeit sinkt die Zahl jährlich um ca. 0,6% (d.h. 0,8% treten aus, 0,2% treten ein). 1930 waren alle Freikirchler auch Mitglied in der Staatskirche. Dies hat sich etwas geändert, Doppelmitgliedschaft ...

Was ist Säkularisierung?

In Prag werde ich Ende des Monats über "Jesus-Aperitivs in säkularen Zeiten" sprechen. Doch was ist Säkularisierung eigentlich? Die Antwort auf diese Frage entscheidet, wie wir damit umgehen. Für viele religiöse Menschen ist "Säkularisierung" nur ein Synonym für "Frust". Doch Frust ist selten hilfreich, um positive und bereichernde Kontraste zu bilden. Deshalb möchte ich der Säkularisierung auf die Schliche kommen. Es gibt mehere Bereiche, in denen Säkularisierung untersuchbar oder "messbar" ist. Einen möchte ich heute vorstellen: Die gesetzliche Säkularisierung. Foto © Marcus Fritsch Dies ist ein komplexer und äußerst umfangreicher Bereich, der nahezu ein komplettes Jura- und Geschichtsstudium erfordert. Jedes Land müsste für sich untersucht werden, was die Sache noch viel größer macht. Der Einfachheit halber begrenze ich mich also auf nur ein Land - jenes, in dem ich lebe. Schweden ist außerdem herausragend, weil gewisse Dinge etwas ex...

Blutigere Welt

Justice and peace And liberty We can fulfill The legacy We write the song Welcome a new Enlightenment We write the story ... True to the ones Who lit the light We write the story We have a torch To reignite We write the song.  Das sind einige Zeilen aus dem Lied "We Write the Story", welches im Rahmenprogramm der Show des European Song Contest in Malmö 2014 vortragen wurde. Eine Glaubenshymne der Songschreiber Björn Ulvaeus und Benny Andersson, stellvertretend für so viele säkulare Menschen: Wir glauben an eine neue Aufklärung, denn die Welt wird nur besser durch die Vernunft des Menschen, das Licht der Aufklärung führt uns in Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit. Es ist, wie gesagt, ein gesungenes Bekenntnis, ein Glaube, eine Religion. Es ist weit davon entfernt, eine Beschreibung von Fakten zu sein, was die Humanisten sonst so gerne für sich in Anspruch nehmen. Fakten hat diese Woche hingegen SIPRI zu bieten, das " Stockholm I...

Warum Gemeindegründung?

Was hat der böse Wolf - der laut 1Petr 5,8 ein böser Löwe ist - mit Gemeindegründung zu tun? Morgen ist es wieder so weit. Es gilt, den Studenten der Akademie für Leitung und Theologie die Frage "Warum Gemeindegründung?" in einer Unterrichtseinheit zu beantworten. Es ist interessant zu beobachten, wie unterschiedlich die selbe Frage innerhalb der letzten 30 Jahre beantwortet wurde. Lange, lange Zeit wäre die "Antwort" auf diese Frage ein noch größeres Fragezeichen gewesen, denn das Wort "Gemeindegründung" war in Europa so gut wie nicht existent. Man war der festen Überzeugung, dass es flächendeckend doch wohl genug Kirchen gebe. Nur eine Generation zurück können wir dieses Phänomen noch immer deutlich beobachten. Dann kam die Einsicht. Und damit begann der Gründungsboom der 80-er und 90-er Jahre: Neue Gemeinden erreichen neue Menschen, hieß es. Bücher wurden geschrieben. Neue Gemeinden sind die effektivste Missionsmethode. Der Erfolg amerikanische...

Jüngerschaft

zum Vergrößern klicken Hier kommen wir also zur nächsten Folie unserer kleinen Presentation, die ich vor einigen Wochen in der Gemeindeleitung unserer Partnergemeinde Saron gehalten habe. Und wie letztens schon angekündigt, wenn um Gemeinde geht, dann geht es in Zukunft vor allem anderen um Jüngerschaft. Nicht um Programme, nicht um coole Shows, sondern um Nachfolge. Und wie sieht die in unserem Jahrhundert aus? Sie ist genauso schwer und herausfordernd wie sie es zu allen Zeiten war, nur eben anders. Anders dahingehend, dass die Menschen anders ticken, andere Gewohnheiten und Schwierigkeiten haben. Gesunde Jüngerschaft ist im Grunde Kontextualisierung pur. Evangelium im kulturellen Hochkonzentrat. Das wollen wir irgendwie hinkriegen. Unser H2O-Labor beginnt jetzt bald, die frommen Erlenmeyerkolben vorzubereiten, einen Vorrat an heiligen Reagenzgläsern anzulegen und die geistlichen Bunsenbrenner zu zünden. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn Eure Gebete als Katalysatoren wirkten.

"Gehet hin!" Gehet hin?!

Gehet hin. So lautet der sogennante Missionsbefehl am Ende des Matthäusevangeliums. Beim guten alten Luther steht es so: "Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe." In diesem Satz sind vier Imperative, und in der Regel wird das "Geht!" sehr betont. "Wir müssen gehen! Rausgehen!", heißt es. Und das ist ja auch gut so. Komisch ist nur, dass das gehen im Griechischen Original gar nicht so betont wird. Das wird da eher als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt. Der Imperativ im Griechischen lautet: Macht Jünger! Das ist die Essenz des Satzes. Macht Jünger, während ihr geht und tauft und lehrt und so weiter. Macht Jünger! Macht Jünger! Ich oute mich hier mal und sage etwas, was vielleicht nicht alle Leser von mir erwartet hätten. Aber ehrlich gesagt halte ich heutzutage von Straßenevangelisation, wo Leute dazu gebracht...

"Gemeinde"

Serie: Missional Action Plan, Phase vier  Dieses Bild war eines der ersten Bilder, die bei meiner Google-Bildersuche zum Begriff "church" angezeigt wurde. Ja. Genau. Ein antikes Gebäude mit einer Architektur, die heute wohl niemand mehr bauen würde. So etwas ähnliches ist wohl auch bei den allermeisten Menschen das erste, was ihnen zum Theme Kirche einfällt. Beim Missional Action Plan kommt "church", Kirche erst in Phase vier. Und das ist etwas ganz entscheidendes. Bei sehr vielen Gemeindegründungen kommt Kirche spätestens in Phase zwei. Fragt man Gemeindegründer, was sie im Wiederholungsfalle anders machen würden, sagen durch die Bank (fast) alle: Wir würden länger warten mit dem öffentlichen Auftreten als Gemeinde. Das hat so viele Resourcen geschluckt, dass nur noch wenig für das Eigentliche übrig war. Bingo. "Das Eigentliche" sollte erstmal so lange eingeübt werden, bis man gar nicht mehr anders kann. Und dann kann man auch als Gemeinde öffent...

sich versammeln

Serie: Missional Action Plan, Phase drei Sich versammeln, auf neudeutsch " gather ", ist die nächste, die dritte Phase einer CA-Gemeindegründung. Mann, was haben wir hier geochst! Immer und immer wieder mussten wir das als höchste Priorität setzen, Menschen zusammenzubringen. Es hat unsere ganze Kreativität gebraucht. Der Gedanke des Missional Actionplanes ist es eigentlich, die Leute zu finden und zu versammeln, bei denen man etwas "ausgelöst" hat (Phase 2), nämlich Interesse und Neugierde. Mit denen sollte man dann weitergehen auf der geistlichen Reise, zum Beispiel in einer Kleingruppe oder einem Alphakurs. Das ist auch gut amerikanisch gedacht. Dort ist es nämlich überhaupt kein Problem, Leute zu irgendeinem Stelldichein kommen zu lassen. " Gather " ist jenseits des Atlantiks überhaupt gar kein Problem. Bei der neuen Version des Missional Actionplanes gibt es " gather " schon gar nicht mehr, man es gleich mit " practice "=einü...

Bewirken. Entfachen. Hervorrufen. Evozieren.

Serie: Missional Action Plan, Phase zwei  Das sind einige Synomyme für die zweite Phase unseres sogenannten Missional Action Plans, genannt Auslösen (initiate) . Was ist denn das? Nun, niemand glaubt heute noch, dass der Pfarrer den Menschen wirklich zu sagen hat, wie man was zu tun oder zu lassen hat. Eigentlich möchte sich heute überhaupt niemand noch was sagen lassen, solange man nicht ausdrücklich gefragt hat. Entsprechend ist auch niemand mehr scharf auf Predigten. Predigt, das klingt wie Standpauke. Epistel. Ermahnung. Wie Schelte und Zurechtweisung. Niemand* will sich also noch bepredigen lassen. Man geht entweder auf Konfrontation oder stellt die Ohren auf Durchzug. Das, was jahrhundertelang das Zentrum der kirchlichen Kommunikation war, die Predigt, stirbt aus. Stirbt aus? Ganz und gar? Keine Predigten mehr in Zukunft? Nein, so ist es auch wieder nicht. Römer 10,17 sagt ganz klar, dass der Glaube aus der Predigt kommt, und damit wird die Predigt immer eine entsche...