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Posts mit dem Label "Vertrauen" werden angezeigt.

Die Gabe der Veränderung

Wir hatten es knapp geschafft. Hechelnd, aber glücklich warteten wir in der Schlange zur Eingangstür des Flughafenbusses, der uns eine gute Stunde lang zum Ziel unserer 14-stündigen Reise fahren sollte. Das Gepäck war verladen, und wir freuten uns, bald anzukommen. Doch diesem Wunsch kamen wir nur sehr nahe. Der Bruchteil eines Millimeters trennte uns von seiner Erfüllung. Genau gesagt, die Dicke eines 50-Euro-Scheins. Wer kein Bargeld hat, darf nicht mit. Bitte aussteigen. Nur Bares ist Wahres. Natürlich war es nervig, noch eine weitere Stunde an einem Flughafen herumzuhängen, nachdem man erst neun Stunden auf einem anderen herumgehangen hatte, weil wir uns die preisexorbitanten Tickets eines Direktflugs verweigert hatten. Natürlich fragte ich mich, warum ich eigentlich nie Bargeld in der Tasche habe, und warum das von allen Airports der Welt, die ich so sehe, nur in der Hauptstadt Bayerns zum Problem wird. Natürlich fragte ich mich auch, ob es an meinem Ziel Ingolstadt denn wi...

Wieviele Kilo wiegt Mission?

Es war mal wieder soweit. Obwohl ich eigentlich sehr gut schlafe, passiert es mehrmals im Jahr. Wenn die Nacht am tiefsten ist, wache ich auf. Oft mit Herzklopfen und einer starken Unruhe. Dann sehe ich der Reihe nach Gesichter vor mir. Es sind die Menschen, denen ich versucht habe, Jesus vorzuleben - in frommer Sprache ausgedrückt "ein Zeugnis zu geben". Es sind die Gesichter derer, die Jesus noch immer nicht gefunden haben. Ich frage mich dann, ob ich alles richtig gemacht habe. Ob ich deutlich genug war. Oder zu deutlich. Auch meine Fehler fallen mir ein. Wo ich was Falsches gesagt oder gemacht oder eben nicht gesagt oder gemacht habe. Das Gewicht der Mission drückt mir dann schwer auf die Brust.  Was kann man machen, wenn man nachts hilflos so da liegt? Nachdem ich mich vom ersten Schrecken erholt habe, beginne ich meist für diese Namen zu beten. Erst zögerlich, dann etwas deutlicher. Doch in der Regel läuft es immer darauf hinaus, dass ich alles Jesus neu anve...

Erdogan & Trump & Co: Welch ein Segen sie doch sind!

Deutsche Politiker fragen sich, ob Erdogan "noch bei Sinnen" sei. Das ZDF berichtet verstört über Donalds Tweets. Am Stammtisch hört man Worte wie "bekloppt" oder "hirnlos". Doch mindestens bekommt man immer mal ein wortloses Kopfschütteln, wenn es um diverse aktuelle Landesführer geht. Wir halten Erdogan & Trump & Co für gefährlich. Sie reden selbst auf Stammtischniveau, und das lässt irgendwie innere Alarmglocken läuten. Sie fordern Dinge, die keiner will, zum Beispiel massive Aufrüstung. Sie bedrohen unsere Gartenzwergidylle. Doch genau deswegen sind sie so ein Segen. Wir alle sind bequeme, egoistische Wesen. In unseren Wohlstandszeiten geht unser geheimes Streben nach einem immer noch etwas weicheren Sofa. So sehr Gott uns Wohlstand gönnt und herzensgerne genießen lässt (wenn er es freilich auch nicht versprochen hat), so sehr warnt er uns davor, in Undankbarkeit zu verfallen. Dankbarkeit ist in Gottes Augen etwas sehr spezifisches: Sie ...

Pastor mit weit verstreuter Gemeinde

Ich fühle mich eher wie ein Cowboy als ein Hirte. Aber beide haben ja ähnliche Aufgaben. Im Moment komme ich mir eher wie ein Pastor als wie ein Missionsleiter vor. Meine Gemeinde ist auf ganz Europa verteilt, sie dienen in verschiedenen Städten, und jeder hat an seiner Front zu kämpfen. Durch die vielen Wechsel in der Communitasleitung in den vergangenen Jahren fühlt sich der ein oder andere etwas vernachlässigt, verunsichert oder gar verwaist. In Absprache mit meinem Leiungsteam, der "Gemeindeleitung" wenn man so will, haben wir uns geeinigt, dass alle Projekte "Hausbesuche" benötigen. Wenn man weit verstreut lebt, geht nichts über persönliche Begegnungen. Ich hätte nie und nimmer gedacht, dass mir die persönliche Begegnung, die Zeit von Mensch zu Mensch einmal so wichtig werden würde. Es geht darum, zu hören und lernen, Beziehung und Vertrauen zu bauen und vor allem die gemeinsame Vision zu bauen und zu vermitteln. Heute geht es zu diesem Zweck für drei Tage...

Feuchte Gnade

September. Die erste frische Nacht. Auf der morgendlichen Hunderunde entdecke ich Tau, der fröhlich in der Sonne schimmert. Der Herbst muss wohl im Anmarsch sein. Doch wie der Regenbogen ist auch Morgentau eine Erinnerung für uns: Er erinnert an den Himmel. Er kommt über Nacht und ist einfach da. Wir müssen nichts dafür tun. Aber wie oft denken wir, wir könnten den Tau des Himmels durch gutes Verhalten, frommes Erscheinen, Gottesdienstgänge, lange Gebete, sozialen Einsatz, den Zehnten geben, keine falschen Webseiten aufrufen und so weiter produzieren? Wie oft denken wir, wenn ich dieses tue und jenes lasse, dann wird mir Gott gefällig sein? Und umgekehrt: Wenn ich dieses lasse und jenes tue, dann wird er böse, droht mit dem Zeigefinger oder schickt mich in die trockene Wüste. Derweil liegt der Tau auf jedem einzelnen Blatt und Grashalm. Als wollte er sagen: "Was für ein perverses Gottesbild habt ihr da gezüchtet." Und für alle, die ganz besonders schwer von Begriff sin...

Jesus: "Warum lässt du das zu?!"

Unverhoffter Orkan. Es geht drunter und drüber. Das ist nicht die erste Welle, die uns tsunamimäßig fast über Bord spült. Kälte. Nässe. Panik. Verzweiflung. Dieses Gefühl der totalen Einsamkeit. Todesangst. Wenn's so weitergeht, war's das wohl. Wir werden ernsthaft mit dem Leben abschließen müssen, und zwar alle miteinander. Gott? Wir dachten, er hätte uns hierher geschickt. Wir haben an eine Berufung geglaubt. Jetzt weiß ich nicht, wo er ist. Schlummert er? Vielleicht ist er ja da, aber entweder kriegt er nichts mit, oder es interessiert ihn einfach nicht. Unser Leben wird gerade demontiert, wir sind in der Hölle, und keiner kriegt's mit. Kein Mensch, kein Gott. Andererseits habe ich so viel mit ihm erlebt die letzte Zeit, ich will nicht so einfach glauben, dass er wirklich so gleichgültig und selbstvergessen ist. Warum lässt er das zu?! Ein letztes Mal erhebe ich ein verzweifeltes Geschrei und blöke ihn vorwurfsvoll an: "Merkst du eigentlich gar nichts, Jesus?! Ist d...

Gottes "Heute"

Gott steht über der Zeit, tausend Jahre sind wie ein Tag für ihn - und umgekehrt. Bei uns Menschen ist das anders. Wir wurden vom Zeitlosen bewusst in die vierte Dimension hineingeschaffen. Zeit ist nichts sündiges und auch keine Folge des Sündenfalles, es ist also kaum damit zu rechnen, dass Gott die Zeit abstellen wird, wenn wir nach diesem Leben zu Ihm kommen werden. Die Ewigkeit werden wir buchstäblich als eine solche empfinden, als eine endlose Reihe von Stunden, Tagen, Monaten, Jahren. Das Schöne wird sein, dass es für die Geretteten kein Leid oder Langeweile geben wird, es wird nichts mehr geben, was "endlich" einmal aufhören möge. Anders als in diesem Leben. Hier gibt es viel, das uns zusetzt, das gelindert gehört, wir uns wegwünschen. Manche erleben so viel davon, dass sie ihrem Leben sogar freiwillig ein Ende setzen, die Endlichkeit scheint für sie die vermeintlich letzte Hoffnung zu sein. Diese Dinge sind allerdings in der Tat eine Folge des Sündenfalls. Und ...