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Posts mit dem Label "Treue" werden angezeigt.

Freudentränen

Zwei besondere Ereignisse der letzten Wochen hatten mit ALT* zu tun. Das Grillfest zum Beispiel. Jeden Mai lade ich meine Göteborger Gruppe zum Grillen in unserem Garten ein. Weil ich weiß, dass vorleben effektiver als belehren ist. Als Vater hätte mir das schon längst klar sein sollen, doch als Missionar wurde mir diese Lektion erst brutal in den Schädel gehämmert und dann narkosefrei auf den Pelz gebrannt. Ein Funke Heuchelei, und das ganze Depot der Glaubwürdigkeit explodiert. Wenn ich also Offenheit, Transparenz oder Gastfreundschaft lehre, muss ich das mit mehr belegen können als einer coolen PowerPoint-Präsentation. Um ein Haar hätte Grillfest V. anno 2019 aber nie stattgefunden. Denn erstmals in ALTs Geschichte hatten drei Stundenpläne völlig unbemerkt kollidiert. Meine Einladung, schon im Januar ausgesprochen, hatte ich kurzfristig wieder absagen müssen. Natürlich rechnete ich mit dem typisch schwedisch-freundlichem Verständnis der jungen Leute. Doch da hatte der Wirt di...

Die Pforten der Hölle werden auch die Gemeinde der Zukunft nichtüberwinden (12)

Nun, meine Serie zum Thema Gemeinde der Zukunft mag dem ein oder anderen etwas zu pessimistisch klingen oder gar Angst hervorrufen. Bei allen Herausforderungen, die sich unserer Science-Fiction-Welt stellen werden, ist es leicht, die Versprechen Gottes zu vergessen. Und dazu gehört, dass die Gemeinde unüberwindbar sein wird. Nichts und niemand wird sie ausrotten oder besiegen können. Weder Tod noch Leben kann uns von Gott trennen. Die Gemeinde der Zukunft wird kämpfen müssen, gewiss. Doch das musste die Gemeinde zu allen Zeiten. So manche Geschwister werden sich dann und wann in unsere glorreichen Glanztage zurückwünschen, wenn sie in Kirchengeschichtsbüchern über gefüllte Alphakurse und Willow-Creek-Konferenzen lesen. Sie werden manchmal etwas unverständlich den Kopf darüber schütteln, dass wir unser Gemeindewachstum und unsere schönen und teuren Gemeindehäuser meist als selbstverständlich ansahen. Dass wir davon ausgingen, so werde es immer sein, weil es immer so sein muss. Si...

Svenljunga Teamtag

Svenljunga ist eine relativ kleine politische Gemeinde mit rund 10.000 Einwohnern südlich von Borås. Nun wächst die Einwohnerzahl stark aufgrund der ausländischen Zuwanderung. In Svenljunga begann vor einigen Jahren eine Pioniergemeindegründung - und ich hatte das Vorrecht, diesem kleinen aber feinen Team als Coach zugeteilt zu werden und sie zu begleiten. Heute war einer ihrer Teamtage, zu dem ich ebenfalls eingeladen war. Und ich muss sagen, es ist immer erhebend, wenn man all den Einsatz, die Ideen und Geschichten hört. Auch wenn in dieser Gemeindegründung alles viel, viel, viel langsamer vorangeht als vorgesehen und erhofft, als Lehrbücher es vorschreiben und so mancher Gemeindegründungslehrmeister es erwarten würde - ich kann mir langsam viel besser vorstellen, wie es dem Herrn Jesus gehen muss, wenn er all die guten Motivationen sieht, die Menschen dazu treibt, ein kleines Stück des erwarteten Himmels schon heute auf diese Erde zu bringen. Es muss ihn glücklich machen - denn...

Zuckergussjesus

Wahrscheinlich würde niemand ernsthaft Jesus als Gartenzwerg im Blumenbeet aufstellen (oder?!). Tatsache ist aber, dass wir ihn schneller zu einem Gnom verkommen lassen, als uns lieb oder bewusst ist. Postchristliche Zeiten haben ihre Tücken. Aber auch unerwartete Vorzüge. Nimmt der Wasserstand im See ab, kommt ans Licht, was verdeckt war. Wir werden uns blinder Flecken bewusst. Heute möchte ich über einen solchen Fleck schreiben. Je länger ich mich mit "missionaler Evangelisation" in postchristlichen Zeiten auseinandersetze, desto mehr fällt mir auf, wie sehr wir Evangelikalen Jesus im Laufe der Zeit verniedlicht haben. So sehr, bis vom König der Könige nicht mehr als eine süße Verzierung des Lebens übrig geblieben ist. Diese schrittweise Degradierung des Herrn ist historisch gesehen durchaus nachvollziehbar, und ich mache niemanden einen Vorwurf daraus. Dennoch müssen wir überlegen, wie Jesus den Platz zurückbekommt, der ihm gebührt. Ich beginne mit der Reformat...

Der Staubsauger

Letzte Woche war Pfingsten - der Tag, an dem Gott den Heiligen Geist ausgegossen hat. Gestern ging ich beim Einkaufen durch unseren Angereder ICA-Markt, wo gerade jetzt ein Kärcher-Sauger angeboten wird, mit dem auch "Vergossenes" wieder aufgesaugt werden kann. Ein treffendes Bild, dachte ich. Im Moment scheint gerade das Saugrohr eines geistlichen Riesensaugers auf H2O gerichtet zu sein, der den gerade vergossenen Geist wieder wegsaugt. Wir haben derzeit einen Kreis von ca. 40-50 Personen, die manchmal mehr und meistens weniger regelmäßig an H2O teilnehmen. Längst nicht alle haben Jesus als Herrn kennengelernt, aber es besteht Interesse. Doch einer nach dem anderen wird derzeit von den unterschiedlichsten Herausforderungen getroffen. Beziehungsprobleme. Jobprobleme. Alkoholrückfall. Apathie. Eine eigenartige Häufung an Problemem, die dazu führt, dass Glaube - und damit auch H2O - nebensächlich wird. Die vergangenen Sonntage waren wir eher wieder eine kleine, intime Schar...