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Die Lehre der Leere (15): Der Feierabend

” Wenn der Herrjott ruft, dann ist Sense, wenn der Herrjott ruft zur Himmelfahrt, dann geht jeder auf seine Art ” sang die Kölner Gruppe ”Die Höhner” über den Feierabend des Lebens. Dem Uhrmacher schlägt das letzte Stündchen, die Putzfrau wird wieder zu Staub, der Koch gibt den Löffel ab . Und der Manager findet die ewige Ruhe . Denn Manager haben bis zu diesem Augenblick eigentlich nie Feierabend. Pastoren und besonders Gemeindegründer auch nicht. Es gibt immer noch etwas mehr zu tun, doch am Ende des Tages sieht man nie wirkich das getane Tagewerk. Während meine Seele also weiter durch die Leere fiel, füllte sich mein Moleskine mit Beschreibungen der Bilder, die ich in weiter, weiter Entfernung flimmern sah. Die unzähligen Tage mit noch einer Stunde mehr am abendlichen Schreibtisch, „schnell“ noch vor dem Einschlafen E-Mails lesen, viel Abwesenheit von daheim, körperliche Abwesenheit doch vor allem, viel schlimmer noch, die geistige bei körperlicher Anwesenheit. Ich sah plötz...

Die Lehre der Leere (12): Seelenreise

Es ist so leicht, Leere zu verdrängen, sich abzulenken, Buntes an der Oberfläche anzusammeln, das letzlich doch nur die Poren verstopft, nie eindringt dringt und das Innere füllt. Mir war manchmal, als schwebte die Seele wie ein Raumschiff im Vakuum. Mit diesem Erlebnis konfrontiert fragte ich mich, wie vielen Seelen um mich herum es ähnlich ergehen musste, all die angeblich zwölf Gramm leichten Schiffe, die führerlos durch den inneren Raum ihrer Besitzer schweben, weil die Bombardierung der Schale durch Lautes und Grelles, durch farbige Nebelbomben jede Orientierung unmöglich machen. Und ich musste mich fragen, warum es mir selbst so erging. Was hatte mich, der nie ein oberflächlicher Mensch sein wollte, dorthin gebracht? Schreibend diese Fragen stellend, nahm behutsam jemand meine Hand.