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Posts mit dem Label "Geduld" werden angezeigt.

Die Leere der Lehre (6): Der Dickkopf

Waren es die letzten Worte? Verharre in Sturköpfigkeit. Gib nicht auf. Oft sind es ja die die letzten Worte großer Menschen und kleiner Geister, die magisch in den grauen Zellen haften. Wie auch in der gewöhnlichen Sonntagspredigt. Man erinnert sich, wenn überhaupt, immer nur an den albernen Witz am Anfang und die allerletzte Zeile, meist " Lasset uns beten ". Oder " Wir singen jetzt Lied 259 ". Oder " Es ist nicht einfach, aber wir sollten es tun ", wie der Pastor der allerersten freien Gemeinde, in der ich je aktiv war, nicht nur ausnahmslos jede seiner dreizehn Predigten, die ich an Seite meiner knackigen frisch Angetrauten dort verfolgte, sondern auch sämtliche dreizehn Bibelstunden an den Mittwochabenden dazwischen abzuschließen pflegte. Jener Pastor war ergebener Jünger des Bob Jones, einem uns bis dahin unbekannten amerikanischen Guru, und wir waren uns nie so ganz sicher, ob nun Jesus oder Bob wichtiger für Glaube und Gemeinde war, jede...

Die Lehre der Leere (3): Die Entdeckung

Diese Art "Er-sucht-und-findet-mich-Schatz" hat sowieso etwas ganz besonders Listiges und Gerissenes an sich. Einerseits wollen sie gefunden werden, andererseits tarnen sie sich besonders gut, tragen die Intelligenz der Delphine, die Tarnung der Chamäleone und die Formbarkeit der Amöben in sich und scheuen sich nicht, von allem reichlich Gebrauch zu machen. Und zuweilen nehmen sie die Form hässlicher Kaffepötte an, nur um sich dahinter verstecken zu können. Dort warten sie. Schätze, das wissen wir alle, sind sehr geduldig. Das unterscheidet sie von uns Menschen. Meiner wartete also geduldig auf der Küchenbank. Wochenlang. Rotgelb schweigend und ungeöffnet. Bis ich mir überlegte, dass ich nun mal überlegen müsste, was mit diesem komischen Karton anzustellen sei. Denn benutzen wollte ich die hässliche Tasse eh' nicht, doch einfach so wegwerfen wollte ich sie auch nicht. Immerhin war sie das Geschenk meines Chefs und damit symbolisierte sie aufrichtige Anerkennung für ...

Die Entdeckung der Langsamkeit

Meine Frau spielt schon lange keine Strategiespiele mehr mit mir. Anfangs fand sie es immer lustig, weil sie jedes Spiel gewann. Vor allem neue Spiele. Doch nach ein paar Spielen, Tagen oder Wochen, wenn ich es dann endlich auch begriffen hatte und beginne, eigene Taktiken zu entwickeln, wird der Spieß umgedreht. Nach einigen Ehejahren entdeckte sie dieses Muster und fand es fortan langweilig, gegen mich immer nur noch zu verlieren. So geht es mir oft. Mittlerweile weiß ich es: Wenn mir neue Leute ein neues Spiel beibringen wollen, fühle ich mich grundsätzlich wie ein dummer Schuljunge, der gar nichts rafft, während alle anderen sofort kapieren, was abgeht. Aus diesem Grunde habe ich wohl auch nie Skat gelernt, trotz vieler Versuche, es mir beizubringen. Das Gefühl, dumm zu sein und andere mit meiner Dummheit zu nerven, war wahrscheinlich immer die größte Erfolgsbremse. Die Abseitsregel habe ich auch erst bei der WM 2010 in Südafrika gerafft. Nicht, weil sie mir da jemand erklären...

Glaube an Jesus und werde sofort alle Probleme los.

Ihr werdet die herrliche Kraft Gottes an euch erfahren, damit ihr alles geduldig und standhaft ertragen könnt. Dann werdet ihr mit Freude dem Vater danken, dass er euch fähig gemacht hat, an dem Erbe teilzuhaben, das für sein heiliges Volk im Licht bestimmt ist.  Kolosser 1, 11-12 Die Kolosser sind gerade etwas aufmüpfig. In einer Tour stellen sie sich mir in den Weg und schmeißen mir ständig ihr erstes Kapitel vor die Füße. Als ob ich nichts anderes zu tun hätte. Aber man will ja nicht unhöflich sein, also nehme ich es und lese. Kolosser eins. Mann! Als hätte ich es noch nie gehört. Schließlich hab ich Theologie studiert! Klar kenn ich Kol 1! Naja gut, Vers 11 hatte ich vielleicht etwas vergessen. Obwohl, die Kraft Gottes, ja, die habe ich in der Tat erfahren. Eine enorme Sache ist das. Doch im Moment grad nicht so enorm. Da geht mir vom vielen Steine-aus-dem-Weg-räumen eher die Puste aus. Nix mit Gottes Kraft, die alle Steine wegpustet. Doch jetzt steht da plötzlich, da...

Svenljunga Teamtag

Svenljunga ist eine relativ kleine politische Gemeinde mit rund 10.000 Einwohnern südlich von Borås. Nun wächst die Einwohnerzahl stark aufgrund der ausländischen Zuwanderung. In Svenljunga begann vor einigen Jahren eine Pioniergemeindegründung - und ich hatte das Vorrecht, diesem kleinen aber feinen Team als Coach zugeteilt zu werden und sie zu begleiten. Heute war einer ihrer Teamtage, zu dem ich ebenfalls eingeladen war. Und ich muss sagen, es ist immer erhebend, wenn man all den Einsatz, die Ideen und Geschichten hört. Auch wenn in dieser Gemeindegründung alles viel, viel, viel langsamer vorangeht als vorgesehen und erhofft, als Lehrbücher es vorschreiben und so mancher Gemeindegründungslehrmeister es erwarten würde - ich kann mir langsam viel besser vorstellen, wie es dem Herrn Jesus gehen muss, wenn er all die guten Motivationen sieht, die Menschen dazu treibt, ein kleines Stück des erwarteten Himmels schon heute auf diese Erde zu bringen. Es muss ihn glücklich machen - denn...

Nur nicht aufgeben! (Karsamstag)

Ihr führt mein Volk in die Irre, wenn ihr ruft: "Wir werden glücklich und in Frieden leben!" Doch es gibt keinen Frieden! Mein Volk hat eine dünne Schutzwand aus losen Steinen aufgeschichtet, und ihr habt sie mit weißer Farbe übertüncht, als sei sie eine feste Mauer. Ihr Schönfärber! (Hes 13,10-11) Spöttisch werden sie Euch fragen: "Wo ist denn nun euer Christus? Hat er nicht versprochen, dass er wiederkommt? Schon unsere Väter haben vergeblich gewartet. Sie sind längst gestorben, und alles ist so geblieben, wie es von Anfang an war!" (2Petr 3,4) Lies die Texte mehrere Male und bitte den Heiligen Geist, Dich zu leiten. Herr, nun bist Du fort. Die Jünger, die Dir damals gefolgt sind, haben Dich gestern sterben sehen. Was muss das für ein Gefühl gewesen sein. Alle Hoffnung war dahin. Die Wunder, das Übernatürliche, die weisen Worte - weg. Alles aus. Der Tod, das Leid, das Militär, die verlogenen Führer, das korrupte System schien voll und ganz gesiegt z...