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Posts mit dem Label "Mission" werden angezeigt.

Leben wir in der Endzeit?!

Vor ungefähr einem halben Jahrhundert war es so populär, das Ende der Welt herbeizupredigen, dass eine ganz neue Gattung Redner entstand: Der Endzeitprophet, eine Nische der Gattung Evangelist, der mit eloquenter Rhetorik versucht, Menschen zur Umkehr zu Jesus zu bewegen. Endzeitpropheten waren Spezialisten für biblische Bücher wie Daniel oder die Offenbarung, deren schwere Bildersprache sie in ihrer durcheinander gebrachten Welt wiedererkannten und deshalb mit einem nahen Ende rechneten. Ein guter Prophet will, dass alle vorbereitet sind. Doch die Zeit verging, das nächste Jahrtausend brach an, die Welt drehte sich immer weiter, und Jesus ist bis jetzt nicht wiedergekommen. Es wurde stiller um die Endzeitprophetie. Das mag jene freuen, die sich immer noch lebhaft an das Phänomen donnernder Feuer-und-Schwefel-Predigten erinnern. Auch wenn der Endzeitprophet heute nur noch in Witzen vorkommt (oder manchmal sogar als Schimpfwort für Klimaaktivisten Verwendung findet), so war deren ...

Pflanzt mehr Hoffnung in diese Welt!

Wer heute noch optimistisch ist, hat wohl nicht richtig aufgepasst. Hingegen gibt es gewichtige Gründe für existenzielle Hoffnung. Gemeinden fällt in unserer Zeit besondere Verantwortung zu. Doch dazu müssen viele Christen lernen, aus kleinen, frommen Blasen herauszukriechen. Meine Predigt über Lukas 12,49 am 5. Mai 2019 in Ingolstadt kratzt eigentlich nur an der Oberfläche riesiger Chancen und Möglichkeiten im 21. Jahrhundert.

Symposium Auswertung

Zusammenfassung des Symposiums auf Communitas Homepage. Ein Klick auf's Bild leitet zur Seite. Ein wichtiges Treffen war die Auswertung des Future Church Symposiums. Ende Mai traf ich mich mit zwei Kollegen aus meinem Team und den leitenden Pastoren der Gemeinde, die uns ihre Räume für das Symposium zur Verfügung gestellt hatten. Eine Frage, die sich mir persönlich im Zusammenhang mit Kirche, Mission, Gegenwart und Zukunft immer wieder stellt, hat mit der Rolle der Gemeinde in unserem Jahrhundert zu tun. Ich stelle fest, das zu viele Christen, ganze Gemeinden, ja, ganze Generationen sich einigeln, um die großen Veränderungen unserer Zeit nicht an sich heranzulassen. Es ist dasselbe Phänomen, das auch im Generationenkonflikt der Politik zu beobachten ist. Im Unterschied zum neuen politischen Aktivismus der jungen Generation ist der christliche Aktivismus bei den heißen Eisen unserer Zeit eher überschaubar. Ich bin der Meinung, dass Gemeinde immer ein Vorkämpfer sein muss, ...

Freudentränen

Zwei besondere Ereignisse der letzten Wochen hatten mit ALT* zu tun. Das Grillfest zum Beispiel. Jeden Mai lade ich meine Göteborger Gruppe zum Grillen in unserem Garten ein. Weil ich weiß, dass vorleben effektiver als belehren ist. Als Vater hätte mir das schon längst klar sein sollen, doch als Missionar wurde mir diese Lektion erst brutal in den Schädel gehämmert und dann narkosefrei auf den Pelz gebrannt. Ein Funke Heuchelei, und das ganze Depot der Glaubwürdigkeit explodiert. Wenn ich also Offenheit, Transparenz oder Gastfreundschaft lehre, muss ich das mit mehr belegen können als einer coolen PowerPoint-Präsentation. Um ein Haar hätte Grillfest V. anno 2019 aber nie stattgefunden. Denn erstmals in ALTs Geschichte hatten drei Stundenpläne völlig unbemerkt kollidiert. Meine Einladung, schon im Januar ausgesprochen, hatte ich kurzfristig wieder absagen müssen. Natürlich rechnete ich mit dem typisch schwedisch-freundlichem Verständnis der jungen Leute. Doch da hatte der Wirt di...

Sprung in der Schüssel

Eiszeit? Angst vor dem Crash? Sprung im Glas? Keinen Durchblick? Wer weiß das alles schon? Gestern war Nationalfeiertag. Warum es der 6. Juni ist, weiß ich grad nicht. Ich weiß nur, dass es seit drei Monaten mein erster voller Tag zu Hause und ohne Termine war, 24 Stunden ganz daheim, ohne etwas tun zu müssen . Wunderbar. Bin um acht nach dem Aufstehen nochmal ins Bett, einfach nur so, weil's eben ging, bis 9 auf der Matratze zu faulenzen. Frühstück im Garten, herumlümmeln, ein leckeres Essen kochen. Einer kreativen Übung nachgehen, die seit Monaten vernachlässigt wurde: Spaziergang mit Kamera und einem Objektiv, von dem man nur ein Foto mitbringen darf. Warum aber ausgerechnet das obige Resultat dabei herauskam, hab' ich mich dann schon gefragt. Ich überlasse die Deutung kompetenteren Tiefenpsychologen. Euch zum Beispiel. Was ich weiß ist, dass ich überhaupt nicht mehr nach meinen eigenen Prinzipien gelebt habe. Wie Eli, der im Film " Book of Eli " bekennt, ...

Der Preis des Optimismus

Hast du dich schon mal gefragt, warum es zu wenig Bekehrungen gibt, um die Gemeinde im Westen wieder wachsen zu lassen? Neue Erkenntnisse geben eine plausible Erklärung.

Kontext ist King

Bevor hier bald ein Post über den "Preis des Optimismus" erscheint, halte ich es für angebracht, einige Bemerkungen zum vergangenen Gebetsclip zu machen. Es gibt nämlich eine gewisse Unkenntnis darüber, was (Winter-) Depression ist bzw. nicht ist und ich möchte gern vermeiden, dass der kommende Beitrag unter falschen Annahmen gedeutet wird. Depression ist in Schweden besonders im Winter weit verbreitet, deshalb mach ich's kurz und beschränke mich nur auf das, was mich betrifft. Zunächst: Es handelt sich in meinem Fall um zeitlich begrenzte Episoden einer Gemütskrankheit (affektive Störung) mit leichtem bis mittelschwerem Grad. Obwohl es physiologische Gründe hat, d.h. Störungen im Hormonhaushalt aufgrund der hiesigen Lichtverhältnisse, spielen seelische und geistliche Einflüsse auch eine Rolle. Der unbalancierte Hormonhaushalt kann in meinem Fall nicht einfach ausgeglichen werden (z.B. das fehlende Hormon durch Pillen ersetzen), hingegen wäre es leicht, sich Psycho...

Der Elite ausgeliefert?

(mit wichtiger Fußnote...!) Neulich hatte ich ein längeres Treffen mit einem Trump-gut-Finder, Brexit-Befürworter und Sehr-überzeugter-Fleisch-Verzehrer. Es ist eine liebenswürdige, weitgereiste, nicht unerfahrene Person, mit der ich schon seit Jahren in Kontakt bin. Mir war bekannt, dass dieser Mensch vegetarisch für Blödsinn und vegan für hirnverbrannt hält, darüber hatten wir schon letztes Jahr gesprochen. Doch der Rest war mir neu. Schwedische Trump- und Brexitanhänger sind hier nämlich Raritäten - erst recht solche, die offen dazu stehen und es im Gespräch mit "Andersgläubigen" ungeniert zuzugeben wagen. Doch vermutlich fühlte sich mein Freund in meiner Gegenwart sicher genug, mal wieder über alles offen reden zu können.* (Ganz nebenbei: Achtung, hier war die wichtige Fußnote!) Ich witterte eine einzigartige Chance zum Lernen und Verstehen. So begann ich, nachzufragen. Ich erfuhr, dass die Eliten der Welt für das ganze Chaos auf dem Globus verantwortlich sind. ...

Lebendige Türme

Gastbeitrag von Kelli Crull Kelli Crull ist Künstler und hat drei Gemeinden in Madrid gegründet. Gemeinsam mit seiner Frau April, Communitas' stellvertretende Europadirektorin, und deren drei Kindern lebt er nun in Oviedo. Der Beitrag ist eine Predigt in Crulls sendender Gemeinde in Iowa.  Guten Tag! Ich freue mich, heute hier bei Euch sein zu dürfen. Falls ihr uns noch nicht kennt, ich heiße Kelli Crull, und meine wunderbare Frau April ist auch hier. Ursprünglich komme ich aus Sioux Center, und ob ihr’s glaubt oder nicht, aber eure Gemeinde hat uns die letzten 15 Jahre als Missionare unterstützt. Ich kann’s kaum glauben, dass ich schon soo alt sein soll - aber das ist eine andere Geschichte. Zu allererst möchte ich eine großes Dankeschön aussprechen, für Eure Unterstützung und Treue über so viele Jahre. Ohne Euch könnten wir nicht tun, was wir tun, also nochmals: Danke! Wie schon erwähnt, leben wir in Spanien. Wer von Euch ist schon mal in Spanien gewesen? - Vielleicht wis...

Forge Film

Unter die Rubrik "Sachen, die wir so machen" fallen mal sehr schöne, mal sehr unschöne Aufgaben. Zu den besonders schönen gehört es, wenn ich einen Filmauftrag bekomme. In meinem Fall sind die Aufraggeber meistens christlich und deren Budgets ebenso, dass heißt, ich muss alles alleine in sehr begrenzter Zeit hinkriegen. Doch selbst, wenn das Resultat aufgrund solcher Begrenzungen nicht immer so perfekt ist, wie Profis sich das vorstellen, so ist die Arbeit an sich schon Belohnung. Ein Film, den ich diese Woche geliefert habe. Übersetzung, gefällig?! Forge ist eine Ausbildung für Pioniere, die dich aufmuntern und ausrüsten will, Jesus in deinem Umfeld zu folgen. Risiken eingehen, neues Territorium zu erschließen, Jünger machen, die neue Jünger machen.  Forge ist eine Gedankenschmiede, wo wir versuchen und darüber nachdenken, das Evangelium auf relevante Weise im heutigen Schweden zu formulieren. Es gab eine Zeit, wo in Schweden die Kirche mitten im Dorf stand. Es...

Des Glaubens Abtritt von der Bühne

Quelle: Bundeskanzlerin.de Wohlstand ist etwas sehr Feines und Kostbares. Gott selbst verspricht seinem Volk ein Land, in dem Milch und Honig fließt, ein Land der reichen Ernten und des Friedens. Das Gelobte Land ist eine Vorschau des Himmels. Doch Gott warnt auch davor, den ultimativen Geber jedes Wohlstandes nicht zu vergessen. Undankbarkeit und Überheblichkeit führen langfristig zu Schwäche und Rissen, im schlimmsten Fall zu Dekadenz. Es ist aber nie der Wohlstand selbst, der zur Ursache des Abstiegs wird, sondern unsere Wahl, wie wir damit umgehen. Unsere Geschichte der Säkularisierung begann mit der Reformation, die zum 30-jährigen Krieg führte, der die Aufklärung auslöste, welche in ihrer Verlängerung heute ihre vollen Früchte trägt: Ein Leben in Wohlstand ist auch ohne Gott möglich. Das wird heute ernsthaft geglaubt, während man sich auf den Errungenschaften seiner Ahnen ausruht. Es ist also nichts Neues, dass der christliche Glaube von der europäischen Bühne abtritt ...

Der Anti-Trumpf

Nun hat Donald Trump also tatsächich das Atomabkommen mit dem Iran gekündigt (schon am 8. dieses Monats). Für mich ist das nur ein weiteres Vorbeben der zu erwartenden globalen Veränderungen. Der Westen, so wie wir ihn kennen, wird aufhören, zu existieren. "America first!" reißt sich mit aller Gewalt aus Staatenverbünden und Verpflichtungen, zeigt der Welt, dass Absprachen und Versprechen nichts wert sind. Wie sich dieses Vorbild langfristig in unseren Gesellschaften auszahlen wird, kann noch keiner sagen. Wir wissen nur, dass auf Amerika, lange der Garant für europäische Sicherheit, absolut kein Verlass mehr ist. Trump trampelt alles kurz und klein. Mit dem politisch äußerst bedauernswerten Bruch der transatlantischen Zusammenarbeit des Westens macht Trump all jenen versteckten Dämonen ein Geschenk, die in ihren Höhlen schon jahrelang nach Macht und Gewalt geifern und die Zersplitterung des Westens erhofften. Europa wird im Kampf gegen Terrorismus und um seine weltwirt...

Schlechterwisser

Lehrer Lämpel wiegt sich in trügerischer Gewissheit. Es wird wohl nie enden. Immer, wenn man denkt, nun hätte man verstanden und könne sich ausruhen, muss man kurz danach einsehen, mit dem Verstehen gerade erst angefangen zu haben. Mit allem geht es so. Sprache. Kultur. Der eigenen Frau. Klimaveränderung. Liebe. Zukunft. Gott. Nach der Einsicht beginnt die Entdeckungsreise auf der nächsten, dann der übernächsten Etage, bis man glaubt, nun aber wirklich begriffen zu haben, doch kurz danach... - ja, genau. Ich gebe auf zu glauben, irgendetwas je völlig zu verstehen und wähle stattdessen, ein Lernender zu bleiben. Dabei lerne ich unerwartet Demut, denn ein ewig Neugieriger kann nie als Professor Schlau auftreten, der wie eine Mastgans am Rohr mit künstlicher Weisheit gefoltert wurde. Vielleicht nennt man die Jünger Jesu deshalb μαθητής, Lernende, Schüler. Demütige. Wer jünger bleiben will, muss aufmerksam, flexibel sein, sonst wird man schnell wieder zum verlorenen Sc...

Fromm à la Amerika?

Vor 18 Jahren begann mein Theologiestudium als Folge einer langen Serie unerwarteter Ereignisse. Plötzlich war ich als 33-jähriger dreifacher Familienvater und bayerischer Dorfbewohner offiziell Student einer US-amerikanischen Universität geworden. Spannend für einen, der Kontraste mag. Auch wenn ich in meinem ersten Kurs wohl eher Englisch als Ethik lernte, genoss ich die Andersartigkeit. Allein die Bibel auf Englisch zu lesen fühlte sich an, als hörte ich die Geschichten zum allerersten Mal. Man sieht, wächst, versteht, fragt, wundert sich. Seit 18 Jahren lerne und arbeite ich mit vielen Amerikanern. Ist mein dadurch heute etwas amerikanisch gefärbter Glaube nun volljährig geworden? Ich sehe nach wie vor viele Stärken der amerikanischen Kultur. Der unternehmerische Optimismus, die Leichtigkeit, über Spiritualität zu reden, der Spaßfaktor oder allein das Wort commitment sind nur einige positive Beispiele, die uns in Europa eher abgehen. Deswegen halte ich das internationale Zu...

"Eine kreative Explosion"

Über eine "kreative Explosion" in schwedischen Gemeinden berichtete am vergangenen Freitag die christliche Tageszeitung Dagen . In einem größeren Bericht listete man aus dem ganzen Land alle möglichen Versuche auf, in einer neuen Zeit Gemeinde zu sein und zu leben, sei es als "Wohnzimmerkirche", "Messy Church" oder in vielen anderen Ausdrucksformen. Mich freuen an diesem Bericht vor allem zwei Dinge. Erstens ist es phantastisch, weil dringend nötig, dass immer mehr Christen, Leiter und Gemeinden einsehen, dass sich so manches ändern muss, wenn wir mit den extremen Veränderungen unserer Zeit mithalten wollen. Das gilt besonders in missionarischer Hinsicht, darf aber auch für das ganz normale Gemeindeleben nicht unterschätzt werden. Jeder 08/15-Christ lebt heute in einer ganz neuen Welt mit völlig veränderten Bedingungen und Voraussetzungen. Wenn unsere Gemeinden, Botschaften und theologischen Antworten sich immer weiter vom wahren Leben da draußen en...

Die Lehre der Leere (13): Big Business

Nicht die Kirche Gottes hat eine Mission, sondern die Mission Gottes hat eine Kirche. Ich fand dieses Zitat schon immer treffend. Man muss es mehrmals lesen, auf der Zunge zergehen lassen. Glückwunsch an jenen gesegneten Geist, der es formuliert hat. Mission heißt, Gott sein Ding machen lassen. Wie die zwölf Jünger dackeln wir unserem Meister hinterher, haben keine Ahnung, wo er als nächstes hingeht. Wir erleben Wunder und Leid, verstehen ihn nicht immer, lehren mit ihm und lernen doch selbst am meisten. Das Hinterherdackeln ist alles andere als gemütlich, doch ist es das, was dem Wort Leben am nächsten kommt. Das war es, was ich immer wollte: Leben . In seinem vollen dynamischen Umfang. Dazu gehörte wohl auch, dass Gott mir einen großen dynamischen Umfang seiner Gemeinde auf der Welt gezeigt hatte. Treue Einzelkämpfer. Tanzende Gospelchurches. Geschlechtergetrennte Gemeinden. Oder Gleitzeitgottesdienste in Megachurches, wo man vor allem Sahneeis schleckenderweise zur Kernzei...

Die Lehre der Leere (10): Große Fragen

Gefühllos im Nebel treiben, nicht wissen ob, wann, wie man aufprallt, war ungemütlich. Hoffentlich war Gott wirklich da. Warum war es überhaupt zu jener Leere gekommen, der ich mich nun stellte? Das war die große Frage der Stunde. Ich nahm mir Zeit, in die Leere zu horchen. Hörte die vergessene Stimme eines Zeltevangelisten. Vor vielen Jahren predigte er im Süden Bayerns: "Die Antworten auf die großen Fragen des Lebens sind ganz einfach!" . Er wollte den Hörern Jesus nahebringen, die ultimative Antwort auf jede Frage. War das Leben wirklich so simpel? In freikirchlichen Kreisen wohl schon. Freikirchler, zumindest meine Generation, hatten eine Tendenz zu einfachen Schablonen. Blieb man unter sich, war das kein Problem. Ging man aber "in die Welt", außerhalb frommer Kreise, wurde immer schnell die Spannung deutlich. Vielleicht taten sich Christen deswegen immer so schwer mit Mission. Freikirchliche Mission war meine Sendung geworden. Ein Jahrzehnt hatte i...

Sind wir nicht alle ein bisschen Milieu?

N Im ”konservativ-etablierten Milieu” ist man 53 Jahre alt. Hat das zweithöchste Einkommen aller Milieus. Im ”hedonistischen Milieu” ist erlaubt, was Spaß macht. Was nicht, wird vermieden. Die ”bürgerliche Mitte” ist schrumpfender Mainstream der Gesellschaft. Bucht gerne Pauschalreisen. Das ”adaptiv-pragmatische Milieu” hat die geringste Bereitschaft aller Milieus, sich für sozial Benachteiligte einzusetzen. Aber es hat Zukunftsaussichten: Es wird morgen der neue Mainstream sein. Gemeinden erreichen vor allem das traditionelle Milieu, doch das schrumft bald schon auf nur 9% Deutschlands. Das ”expeditive Milieu” wächst wie Pilze im Herbst, wird aber von Kirchen und Gemeinden so gut wie gar nicht erreicht. Das ist das Superextrakt eines Vormittages auf der Kirche-und-Milieu-Tagung. Peter Martin Thomas, Leiter der Sinusakademie stellte die zehn deutschen Subkulturen erfrischend anschaulich dar und macht deutlich: Gemeinde befindet sich nur in wenigen Milieus mit ganz typischen Werten...

Kartoffelkiste

Der erste Tag auf dem Kirche-und-Sinus-Treffen ist um. Hach! Was es nicht alles zu lernen gibt! Hoffentlich bald mehr. 

Wieviele Kilo wiegt Mission?

Es war mal wieder soweit. Obwohl ich eigentlich sehr gut schlafe, passiert es mehrmals im Jahr. Wenn die Nacht am tiefsten ist, wache ich auf. Oft mit Herzklopfen und einer starken Unruhe. Dann sehe ich der Reihe nach Gesichter vor mir. Es sind die Menschen, denen ich versucht habe, Jesus vorzuleben - in frommer Sprache ausgedrückt "ein Zeugnis zu geben". Es sind die Gesichter derer, die Jesus noch immer nicht gefunden haben. Ich frage mich dann, ob ich alles richtig gemacht habe. Ob ich deutlich genug war. Oder zu deutlich. Auch meine Fehler fallen mir ein. Wo ich was Falsches gesagt oder gemacht oder eben nicht gesagt oder gemacht habe. Das Gewicht der Mission drückt mir dann schwer auf die Brust.  Was kann man machen, wenn man nachts hilflos so da liegt? Nachdem ich mich vom ersten Schrecken erholt habe, beginne ich meist für diese Namen zu beten. Erst zögerlich, dann etwas deutlicher. Doch in der Regel läuft es immer darauf hinaus, dass ich alles Jesus neu anve...