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Posts mit dem Label "Jünger" werden angezeigt.

Schlechterwisser III.: Lernt von den Kindern!

Amen. Veränderung ist Glaube an eine Zukunft, die man noch nicht kennt. Der Glaube, das Ziel zu erreichen, lässt uns nicht aufgeben. Nur der Glaube, ein instabiles Rohrgestell auf zwei Rädern eines Tages galant zu beherrschen, lässt Kinder selbst mit blutigen Knien noch ein zweites Mal mal das Fahrrad besteigen. Junge Menschen sind uns darin Vorbilder, und wohl deshalb sagte Jesus, dass ausgerechnet sie uns lehren können, ein wahrer μαθητής zu bleiben. Als mein eigener Nachwuchs kollektiv aufhörte, Fleisch zu essen, war ich als Vater verärgert, persönlich getroffen. Warum wollten sie sich plötzlich von der liebevollen Tischgemeinschaft ausschließen, in der ich sie jahrelang fürsorglich großgezogen hatte? Doch als μαθητής, als lernender Vater, hatte ich viel tiefere Fragen. Und in diesem speziellen Fall stellte sich sogar heraus, dass ich noch nicht einmal zu verstehen angefangen hatte. (Fortsetzung folgt)

Schlechterwisser

Lehrer Lämpel wiegt sich in trügerischer Gewissheit. Es wird wohl nie enden. Immer, wenn man denkt, nun hätte man verstanden und könne sich ausruhen, muss man kurz danach einsehen, mit dem Verstehen gerade erst angefangen zu haben. Mit allem geht es so. Sprache. Kultur. Der eigenen Frau. Klimaveränderung. Liebe. Zukunft. Gott. Nach der Einsicht beginnt die Entdeckungsreise auf der nächsten, dann der übernächsten Etage, bis man glaubt, nun aber wirklich begriffen zu haben, doch kurz danach... - ja, genau. Ich gebe auf zu glauben, irgendetwas je völlig zu verstehen und wähle stattdessen, ein Lernender zu bleiben. Dabei lerne ich unerwartet Demut, denn ein ewig Neugieriger kann nie als Professor Schlau auftreten, der wie eine Mastgans am Rohr mit künstlicher Weisheit gefoltert wurde. Vielleicht nennt man die Jünger Jesu deshalb μαθητής, Lernende, Schüler. Demütige. Wer jünger bleiben will, muss aufmerksam, flexibel sein, sonst wird man schnell wieder zum verlorenen Sc...

Gehaltene Augen

Der Sinn des Lebens ist es, "ein netter Mensch zu sein und das Beste draus zu machen". Glaube, vor allem der christliche, ist ein Tabuthema.  Mit dem Tod ist alles aus, man verwest und das ist auch gut so. Man fragt nie warum, woher, wohin. Die Aussagen beschreiben das Weltbild einer großen Zahl säkularer Menschen, ganz gewiss der Mehrheit der Skandinavier. Liegt ein Teil der Antwort in Mt 11,25? Kann der Mensch nicht sehen, was nicht offenbart wird? Macht Gott sich einen Spaß daraus, die vermeintlich Schlauen als große Dumme hinzustellen, wie man Jes 19,14 oder 1Kor 1,18ff lesen könnte? Scheinbar sind ja selbst wir Jünger auf Offenbarung über das Offensichliche hinaus angewiesen. Den sogenannten Emmausjüngern waren "die Augen gehalten", wie Luther übersetzt, und sie erkannten den Geliebten nicht. Ist geistliche Dummheit das neue Los des aufgeklärten Westens? 

Kleine Filmkritik: Maria Magdalena

[ A C H T U N G   S P O I L E R A L A R M ! ] Man kann sich leicht vorstellen, warum dieser Film wahrscheinlich nur von wenigen gemocht werden wird: Den einen ist er zu fromm und den anderen nicht fromm genug. Lion-Regisseur Garth Davis hat sich wahrscheinlich bewusst auf Glatteis begeben. Diesen Mut hat nicht jeder. Schnulzen, Monster, Superhelden versprechen heutzutage größeren Erfolg. Stattdessen nimmt Davis sich der unglaublichen Aufgabe an, Maria Magdalenas Hurenstempel fortzuwaschen, den ihr Papst Gregor "der Große" im sechsten Jahrhundert auf den Ruf drückte und der sich seither äußerst hartnäcknig gehalten hat. Bei der Onlinebestellung der Kinokarten zeigte sich, dass in allen Vorstellungen der nächsten Tage 60-90% aller vorhandenen Plätze noch verfügbar waren - Religion ist eben ein wachsendes Nicht-Thema in säkularen Gesellschaften. Doch auch religiös Interessierte, Evangelikale zum Beispiel, werden bestimmt kopfschüttelnd das Kino verlassen. Besonders bibel...