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Posts mit dem Label "Europa" werden angezeigt.

Pflanzt mehr Hoffnung in diese Welt!

Wer heute noch optimistisch ist, hat wohl nicht richtig aufgepasst. Hingegen gibt es gewichtige Gründe für existenzielle Hoffnung. Gemeinden fällt in unserer Zeit besondere Verantwortung zu. Doch dazu müssen viele Christen lernen, aus kleinen, frommen Blasen herauszukriechen. Meine Predigt über Lukas 12,49 am 5. Mai 2019 in Ingolstadt kratzt eigentlich nur an der Oberfläche riesiger Chancen und Möglichkeiten im 21. Jahrhundert.

Gebt Europa eine Seele!

Heute darf ich Euch stolz-demütig meinen eigenen CommuniTED-Talk unserer vergangenen Sommerkonferenz vorstellen. Macht bitte alle mit am Ende!

Der Anti-Trumpf

Nun hat Donald Trump also tatsächich das Atomabkommen mit dem Iran gekündigt (schon am 8. dieses Monats). Für mich ist das nur ein weiteres Vorbeben der zu erwartenden globalen Veränderungen. Der Westen, so wie wir ihn kennen, wird aufhören, zu existieren. "America first!" reißt sich mit aller Gewalt aus Staatenverbünden und Verpflichtungen, zeigt der Welt, dass Absprachen und Versprechen nichts wert sind. Wie sich dieses Vorbild langfristig in unseren Gesellschaften auszahlen wird, kann noch keiner sagen. Wir wissen nur, dass auf Amerika, lange der Garant für europäische Sicherheit, absolut kein Verlass mehr ist. Trump trampelt alles kurz und klein. Mit dem politisch äußerst bedauernswerten Bruch der transatlantischen Zusammenarbeit des Westens macht Trump all jenen versteckten Dämonen ein Geschenk, die in ihren Höhlen schon jahrelang nach Macht und Gewalt geifern und die Zersplitterung des Westens erhofften. Europa wird im Kampf gegen Terrorismus und um seine weltwirt...

Schlechterwisser X.: Große Welt auf kleinem Schirm

So ändern sich die Zeiten: WiFi ist heute nach Wasser die Nummer 2 auf der Überlebensliste. Foto aus Camp Moria auf Lesbos. Hey, wir sind nicht die einzigen, deren Horizonte gerade erweitert werden. Das haben mich meine beiden Reisen nach Ragusa, Sizilien, und Mytilene, Lesbos, gelehrt. Beide Orte liegen in Ländern, die von der mangelnden EU-Solidarität auf peinliche Weise im Stich gelassen wurden. Denn laut dem Dubliner Übereinkommen sollen Flüchtlinge dort "abgefertigt" werden, wo sie die EU-Grenze überschreiten. Entsprechend können sich alle anderen Regierungen die Hände abklopfen und sagen: "Lass Griechenland und Italien mal machen. Schließlich ist das deren, nicht unser Problem." Doch sie haben die Rechnung ohne den Jobs gemacht. Denn der wichtigste Gegenstand der Flüchtlingskrise war nicht das Schlauchboot, sondern das Smartphone. Der wichtigste Treffpunkt in den Flüchtlingslagern ist die Ladestation. Die Welt ist vernetzt heutzutage. Europa kann sich au...

Fromm à la Amerika?

Vor 18 Jahren begann mein Theologiestudium als Folge einer langen Serie unerwarteter Ereignisse. Plötzlich war ich als 33-jähriger dreifacher Familienvater und bayerischer Dorfbewohner offiziell Student einer US-amerikanischen Universität geworden. Spannend für einen, der Kontraste mag. Auch wenn ich in meinem ersten Kurs wohl eher Englisch als Ethik lernte, genoss ich die Andersartigkeit. Allein die Bibel auf Englisch zu lesen fühlte sich an, als hörte ich die Geschichten zum allerersten Mal. Man sieht, wächst, versteht, fragt, wundert sich. Seit 18 Jahren lerne und arbeite ich mit vielen Amerikanern. Ist mein dadurch heute etwas amerikanisch gefärbter Glaube nun volljährig geworden? Ich sehe nach wie vor viele Stärken der amerikanischen Kultur. Der unternehmerische Optimismus, die Leichtigkeit, über Spiritualität zu reden, der Spaßfaktor oder allein das Wort commitment sind nur einige positive Beispiele, die uns in Europa eher abgehen. Deswegen halte ich das internationale Zu...

Neues aus Europa

Heute findet im wunderschönen Göteborg das EU-Gipfeltreffen statt. Alle Präsidenten, Staatsminister oder Kanzler der EU-Staaten (mit Ausnahme Finnlands, Zyperns und Deutschlands) beraten sich am Ufer des Götaälvs zum sozialen Fortschritt der Ländergemeinschaft. Sogar Theresa May ist gekommen. Alle Länder Westeuropas, in denen Communitas aktiv ist, sind (noch) EU-Mitgliedsstaaten. Aus diesem Anlass wäre es doch mal interessant, sich ein paar soziale Fakten und Trends des Europas von heute anzusehen. 71% der europäischen Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter hat eine Arbeit, und zwar 65,3% der Frauen und 76,9% der Männer. Frauen verdienen im EU-Durchschnitt 16,3% weniger als Männer.  In der EU hat man im Schnitt 33,8 Urlaubstage.  40% der 25-39-jährigen hat einen Universitätsabschluss. Damit hat Europa derzeit das höchste Ausbildungsniveau seiner eigenen Geschichte.  Im Jahre 2060 wird es 38 Millionen weniger arbeitende Europäer geben. Zur Zeit kommen auf je...

Teamtreffen im Piemont

Erstmal danke an alle, die nach dem letzten Gebetsclip für uns gebetet haben! Wir hatten ein außergewöhnlich gutes Treffen, diesmal nicht nur mit einigen Ehepartnern, sonder auch Dudley, Communitas' "Präsident", wie man im Amerkanischen so schön sagt, Kevin, dem "Global Advancement Teamleiter", Daphne von Staff Care & Development sowie einigen Ehepartnern - wie zum Beispiel meine liebe Frau. Wir trafen uns im ehemaligen Rückszugsort der Waldenser im Pellicetal im Piemont auf 800m Höhe nahe der französischen Grenze. Die Waldenser sind ein faszinierendes Völkchen, dafür dass sie schon im 12. Jahrhundert gegründet wurden, viel Wert auf persönliches Bibelstudium und verständliches Predigen legten sowie Kirchenmacht strikt ablehnten, waren sie ihrer Zeit weit, weit voraus und in ihrem Denken durchaus reformatorischer als Luther. Doch dafür wurden sie verfolgt und exkommuniziert. Ich persönlich habe diesen Ort mit seiner Geschichte als sehr geeignet und in...

Angenommene Vermutungen

"Wat is en Dampfmaschin?" fragte Lehrer Bömmel "Da stelle mer uns ma janz dumm..." Manchmal isset jar nich so verkehrt, sich janz dumm zu stelle und so zu tun, als wüsste man gar nichts. Denn wer nichts weiß, muss alles lernen. Wer glaubt zu wissen, passt nicht auf. Der Schlaue fragt, wie meinst du das? Der Dumme glaubt, er weiß es schon. In jeder Beziehung gibt es Dialoge, die perfekt aneinander vorbeireden. Jeder glaubt zu wissen, was der andere meint, und damit verfehlt jeder sein Ziel. Im schlimmsten Fall erreicht man sogar genau das Gegenteil von der eigentlichen Absicht. Nach zehn Jahren internationalem Dienst weiß ich sehr gut, wovon ich rede. Im interkulturellen Umgang vervielfacht sich das Potential zum gelungenen Missverständnis. In fast jedem einzelnen Fall war die Annahme, man wisse ja schon, was der andere meine, der fatale Auslöser zu lustigen und weniger lustigen Verstrickungen. Ganz besonders jetzt spüre ich das, jetzt, wo ich seit zwei J...

Forge Europa

Forge hat den ersten Gemeindegründerkurs in Europa durchgeführt - zusammen mit Communitas. Communitas und Forge sind sich im Denken sehr ähnlich - Forge bildet aus, Communitas ist der richtige Partner für die anschließende Praxis. Mein Kollege Alan McWilliam, Europadirektor bei Forge, hat einen informativen Video machen lassen (der leider noch nicht übersetzt ist, aber du wolltest doch schon immer mal wieder dein Englisch aufpolieren, oder?). Forge Europe Introduction 2016 from Forge Scotland on Vimeo .

Coaching

Ähem..., das war wohl ein Missverständnis. Wir meinten eigentlich nicht diese Art von Coach! Seit ich in meine Rolle als Regionalleiter Europa gekommen bin, versuche ich, Strukturen für Gemeindegründer zu schaffen, wo Kreativität gefördert wird, missional gedacht und gehandelt und gute Theologie nicht vernachlässigt wird. Als eine Art Aorta strebe ich ein gutes Coachingkonzept an, das internen wie externen Mitarbeitern ein gutes Wir-Gefühl vermittelt. Doch dann stellt sich immer wieder heraus, wie viel unsere Organisation in punkto kulturelle Vielfalt noch zu lernen hat. Unsere meisten Strukturen traditionell nordamerikanisch geprägt, und da ist viel Gutes dran, und dennoch passt es nicht wirklich in den europäischen Kontext. Außerdem ist die Annahme, dass sich Amerikaner und Europäer sich recht ähnlich sind, ein verflixtes Ding. Denn amerikanische und europäische Kultur ähneln sich nur auf den ersten Blick. Auf den zweiten und dritten ist's vorbei mit der Ähnlichkeit. Und d...

Fromme Gedanken zum Brexit

Sie haben entschieden, die Briten. Obwohl ich immer eher EU-skeptisch war, bin ich nicht sicher, ob gestern die richtige Entscheidung getroffen wurde. Ich kenne viele Argumente gegen die EU, und viele sind wahr. Der gemeine EU-Bürger ist sich in der Regel gar nicht bewusst, was sich auf EU-Ebene hinter Brüsseler Vorhängen alles so zusammenbraut. Doch Politik ist wie Ethik. Meistens kann man nämlich nur zwischen schlecht und schlechter wählen. Wir leben in einer kranken, faulen Welt. Nur westlicher Wohlstand bildet sich ein, man könne grundsätzlich zwischen "gut" und "schlecht" wählen. Diese westliche Naivität wird immer dann besonders sichtbar, wenn sie sich in nichtwestliche Politik einmischt. In den Irak zum Beispiel vor vielen Jahren. Saddam Hussein wurde als "schlecht" angesehen und gemäß westlicher Wohlstandslogik lautete die propagierte Formel Saddam = schlecht = muss weg  => alles wird gut . Doch dann zeigte sich: Saddam war schlecht => ...

Forge Schweden

Während der erste Forge Pionierkurs für Gemeindegründer in Europa, durchgeführt in Brüssel, seinem Ende entgegengeht, reift auch schon die erste Frucht heran: Forge Schweden, genauer gesagt Forge Stockholm. Dort werden wir ab Herbst den ersten Trainingskurs komplett in schwedisch anbieten. Der Verein wurde federführend von Mattias und Steph gegründet, und weil Forge und Communitas (vormals CA) so nahe zusammenarbeiten - ich selbst wirke auch im schwedischen Training mit - haben wir damit eine sehr gute Basis in Schweden. Ein großer Grund zur Freude!!! Das angestrebte Ziel ist, in allen Ländern länderspezifisch angepasste Kurse anbieten zu können. Denn, wie ihr im nächsten Blogpost sehen werdet, Gemeindegründung bewirkt etwas in Europa. Gleichzeitig wird der nächste Forge-Europa-Kurs vorbereitet. Ab Herbst wird ein weiterer, englischsprachiger Kurs in Den Haag angeboten. Nicht nur für Holländer. Für alle, die mehr über missionalen Gemeindebau wissen möchten.  

König der Völker

Nein, in Schweden gibt es keinen Pfingstmontag. Der wurde abgeschafft. Deshalb sitze ich seit heute morgen um viertel nach sechs in Fliegern, die mich etappenweise nach Amsterdam bringen. Dort werde ich mich mit einer Organisation treffen, die COMMUNITAS mit der Gründung integrativer Gemeinden unterstützen wollen (Namen möchte ich hier aus diversen Gründen nicht schriftlich nennen). Alle reden von Integration, doch in Wahrheit ist es nur ein theoretisches Konzept. Nur in Ausnahmefällen funktioniert es. Alle, die es versuchen oder versucht haben, kennen die Herausforderungen - die lustigen wie die traurigen. Integrative Gemeinden sind gerade die Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Zukunft der Gemeinde.  Mein Ziel für die nächsten zwei Tage wäre es, ein Konzept zu erarbeiten, mit dem man sich in den kommenden 5 Jahren der Herausforderung der Gründung von bis zu drei integrativen Gemeinden stellen kann. Mit allem, was dazu gehört.  Und wie immer gehört vor allem anderen am a...

Brückenpfeiler Nr. 3: Im weltweiten Körper Christi ruhend

Zum ersten Teil der Serie geht's hier.  Brückenpfeiler Nr. 3: Im weltweiten Körper Christi ruhend H2O ist nach wie vor eine sehr kleine Gemeinde. Eine Brücke zu bauen, die sich über einen so großen Abgrund erstreckt, ist ohne Hilfe unmöglich. Sich sowohl in der Bibel als auch in der heutigen Kultur zu verankern, wird uns spannen wie eine Streckbank. Wir brauchen eine Stütze in der Mitte, etwas, wo man Gewicht ablegen kann. Für uns ist diese Stütze die Gemeinde generell, der Leib Christi, die weltweite Kirche, wie auch immer man es benennen mag. Wir sehen uns verbunden mit unseren Glaubensgeschwistern der Gegenwart und der Vergangenheit. Die Tatsache, dass die Kirche nie perfekt war, sondern im Gegenteil stets mit Flecken und Fehlern behaftet war und ist, macht es für uns eigentlich nur noch interessanter. Denn wir erleben uns selbst auch nicht als perfekt und damit passen wir doch ganz gut zusammen. Außerdem können wir von allen Fehlern der Vergangenheit am meisten ler...

Brückenpfeiler Nr. 2: Gegründet im gesellschaftlichen Leben

Zum ersten Teil der Serie geht's hier.  Brückenpfeiler Nr. 2: Gegründet im gesellschaftlichen Leben Wohl jeder hat schon mal Leute getroffen, die in der Tat sehr tief in der Bibel verwurzelt sind, deren Füße aber leider nicht mehr auf dem Teppich blieben. Sie sind weder von dieser Welt noch in dieser Welt. Wie Außerirdische sprechen sie eine unverständliche Sprache und ihr Verhalten ist ebenso weltfremd. Solche Menschen können phantastische Denker sein und uns helfen, tiefer in die vielen versteckten Geheimnisse der Heiligen Schrift vorzudringen. Als Gemeindegründer sind sie jedoch nur begrenzt von Nutzen. Sie sind wie Pond d'Avignon , jene berühmte mittelalterliche Brücke im Süden Frankreichs, die es nur bis zur Mitte des Flusses geschafft hat. Sur le pond d'Avignon ist's romantisch schön - doch die Brücke ist nutzlos. Wir denken zum Beispiel an den Klerus in kunstvollen Gewändern oder in höheren Sphären schwebende Theologen, deren Sprache Kanaans uns rästel...

Brückenpfeiler Nr. 1: Verankert in der Bibel

Zum ersten Teil der Serie geht's hier.  Brückenpfeiler Nr. 1: Verankert in der Bibel  Eines der tiefgründigsten und eindeutigsten Gebote Gottes findet sich im fünften Buch Mose: Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR allein. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst. Und du sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sie sollen dir ein Merkzeichen zwischen deinen Augen sein, und du sollst sie schreiben auf die Pfosten deines Hauses und an die Tore. (5Mos 6,4-9) Diese Worte wurden vor tausenden von Jahren gegeben, doch ihre Botschaft ist immer noch sonnenklar: Tu, was du kannst, um nie von Gottes Geboten abgelenkt zu werden. Simpel, oder? Bei uns im Westen finden ...

Könnte die Bibel wirklich so besonders sein?

Vor einigen Wochen war ich wieder auf dem jährlichen CA-Leadership Summit. Aus dem Thema unseres Summits 2012 (Gütesiegel missionaler Gemeinden) ist damals ein Buch entstanden: Grow, where you are planted (Wachse, wo du stehst - 12 Gütesiegel missionaler Gemeinden). Ich bin damals gebeten worden, ein Kapitel zu einem der Gütesiegel zu schreiben. Da ich nach wie vor die vollen Rechte an diesem Kapitel besitze möchte ich es Euch übersetzen und auf meinem Blog zum Lesen zur Verfügung stellen. Mir wurde Gütesiegel Nr. 2 anvertraut, welches mir persönlich sehr am Herzen liegt: Reife, missionale Gemeinden wurzeln tief in der Schrift und sehen sich in enger Verbindung mit der Gemeinde der Vergangenheit und der Gegenwart.  Könnte die Bibel wirklich so besonders sein?  ”Wer weiß? Vielleicht ist dieses Buch namens ’Bibel’ ja etwas besonderes. Doch ehrlich gesagt ist es kaum verständlich, völlig veraltet und entweder sonderbar oder gruselig.” Mit dieser Haltung wuchs ich auf, ...

Mitteilung an CA in Europa

Diese Mitteilung war überfällig - aber jetzt ist's gesagt. Wenn auch in Englisch. Und ohne Untertitel.

Psalm 123

1 Ich hebe meine Augen auf zu dir, der du im Himmel wohnst.  Das tun wir hoffentlich immer wieder, denn die Augen sind das Fenster zur Seele. Unser Innerstes wird mit dem gefüllt, worauf wir sehen. Auch wenn das Sehen auf den Herrn für viele Christen nur noch im Gottesdienst geschieht, immerhin ist es regelmäßig. 2 Wie die Augen der Knechte auf die Hände ihrer Herren sehen, wie die Augen der Magd auf die Hände ihrer Frau, so sehen unsere Augen auf den Herrn, unseren Gott, bis er uns gnädig werde. In Gemeindevokabular sprechen wir zwar oft von "Herr", aber es scheint, niemand versteht heute noch annähernd, was "Herr" bedeutet. Wann haben wir schon mal in so totaler Abhängigkeit gelebt, wie diese Knechte und Mägde? Ausgeliefert, wartend, hoffend, genau beobachtend, und da ist nichts, gar nichts, was wir selber tun könnten. Wir sind machtlos, der Herr entscheidet ganz allein, ob, wann, und wieviel er austeilt. Nein, das kennen wir nicht mehr - wir können heute ...

Be the Gospel (3): Identität

"Welches Schweinderl hätten's denn gern?" Robert Lembke ist out, seine Frage "Was bin ich?" oder vielmehr "Wer bin ich?" ist hingegen inner denn je... "Alles geht!" ist die Devise. Die Freiheit, tun und lassen zu können, was man möchte, ist ein extrem hoher Wert in unserer heutigen und den kommenden Gesellschaften. Vorbei die Zeiten, wo man verheiratet wurde, in einen gewissen Stand hineingeboren wurde, wo die groben Bahnen des Lebens schon zur Geburt feststanden. Deine Umstände zur Geburt sagen heute gar nichts mehr. Alle Türen stehen offen und was du daraus machst, ist dein eigenes Geschick. Heute gilt es sogar zunehmend als politisch inkorrekt, einen Menschen nach seinem Ursprungsland zu fragen, weil allein diese Frage schon diskriminierend sei. Ob all das gut oder schlecht ist, sei dahingestellt. Eins steht aber in jedem Fall fest: Diese Freiheit setzt uns Menschen einer neuen Unsicherheit aus: Wer oder was bin ich überhaupt?! Dies...