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Posts mit dem Label "Versöhnung" werden angezeigt.

Einsatz

Wir haben zwar ein System, wie im Konfliktfall vorzugehen ist, doch manchmal muss ich eben selber ran. Das kommt nicht oft, aber immer wieder vor. Auch in diesem Jahr musste ich schon ran. Und was halte ich davon? Ich habe gelernt, das Konflikt grundsätzlich etwas Gutes ist. Konflikte zeigen die Vielfalt in der Schöpfung, ja, auch im Himmelreich. Ich bin mir sicher, dass es auch im Himmel unterschiedliche Meinungen, Erfahrungen, Ansichten oder Persönlichkeiten geben wird. So wurden wir eben geschaffen, und jeder Konflikt ist ein Beweis, wie sehr wir alle aufeinander angewiesen sind, um uns gegenseitig ergänzen zu können. Armselig läuft hingegen meistens unser Umgang mit dem Konflikt ab. Anstatt voller Neugier erfahren zu wollen, was hier an Unerwartetem entstehen kann, laufen wir davon. Es ist die Konflikt scheu , die unsere Sündhaftigkeit beweist, nicht der Konflikt. Die Scheu sagt, ich laufe weg, ich bin mir selbst genug, ich brauche den anderen nicht. Die Scheu ist ein Ergebnis...

Ungerecht.

Wenn ich wie vorgestern über Leid schreibe, dann denke ich über Ostern besonders an die unschuldig hingerichteten christlichen Studenten in Kenia. Die kursierenden Fotos der herumliegenden Leichen möchte ich euch ersparen. Doch wo bleiben die Proteste? Die Massensammlungen gegen Gewalt? Die prominenten Polikerstimmen? Der Unterschied liegt vermutlich darin, dass im Januar in Paris zwar deutlich weniger erschossen wurden, doch dort handelte es sich um Europäer. Wichtiger noch, es waren nicht irgendwelche, es waren Medienleute. Noch wichtiger, es waren Propheten des Säkularismus, die stolz darauf waren, null Respekt vor Religionen zu haben. Es waren Menschen, die wagten zu zeichnen und zu sagen, was alle Europäer irgendwo doch sowieso denken, nicht wahr? Wenn solche Menschen unschuldig erschossen werden, dann weckt das starke Gefühle. Kenia? Das waren doch bloß Afrikaner. Und vor allem, es waren bloß Christen. Es lässt ein politisches korrektes Kopfschütteln machen, doch wenn es übe...

Jesus is Charis

Ich konnte mir nicht helfen - jedesmal, wenn ich den populären Slogan aufgrund der pariser Ereignisse sah, las ich etwas ganz anderes. Kurzentschlossen hab' ich das Plakat also umdesigned - auch wenn ich kein Grafikdesigner bin. Trotzdem - so gefällt's mir besser. Gleichzeitig kann ich auf meine Weise mein Beileid und meinen Kummer ausdrücken. Doch ich sage auch die Botschaft, die es nun am meisten braucht: Jesus ist Gnade. Jesus ist Versöhnung. Doch Er kehrt nichts unter den Teppich. Man hört Ihn niemals "Ist nicht so schlimm." oder "Kann jedem passieren." sagen. Jesus nimmt Sünde ernst, auch die allerkleinste und erst recht, wenn Menschen ihr Leben lassen mussten. Doch Er schießt nicht zurück. Im Gegensatz zu anderen, bekannten Religionsgründern zieht Er nicht in den Krieg. Stattdessen gibt es bei Ihm einen Neuanfang. Jede einzelne Sünde wird zwar aufgerechnet, doch nur, um sie dann zu vergeben. Das ist erstaunlich, und es gibt Trost. Verständnis. ...

Gedanken zur Jahreslosung

Konflikt an sich ist etwas Gutes. Konflikt hilft, uns selbst und andere besser zu verstehen. Damit ist er konstruktive Zutat des Zements jeder Gemeinschaft. Destruktiv hingegen ist sowohl unsere Unfähigkeit, mit Konflikten gut umzugehen als auch das, was oft nach dem Konflikt kommt: Unversöhnlichkeit . Unversöhnlichkeit scheint die schlimmste aller Sünden zu sein. Viel, viel schlimmer, als alle anderen "schlimmen" Sünden. Es gibt Texte im Neuen Testament, die man so auslegen könnte, dass uns unsere eigene Rettung doch nicht vorbehaltlos gegeben wurde, sondern an die Bedingung geknüpft ist, dass wir selbst gnädig und versöhnlich leben sollen. Tun wir das nicht, wird uns das volle Gewicht der eigenen Schuld vor Gott gnadenlos wiedergegeben (vgl. z.B. Mt 18,21-35) - und dann wäre es wahrlich schlecht bestellt um alle trotzig nachtragenden Haarspalter. Unversöhnlichkeit. Ungnade. Besserwisserei. Es ist leider solche Worte, die mir als erstes einfallen und mich traurig stim...

Summit Highlight

Oft wird das Unvorhergesehene zum Besten. Wie letzte Woche auf dem Summit zum Beispiel. Es war ein super Programm, doch eine ganz bestimmte, ungeplante, spontane Begegnung wird mir wohl dauerhaft in Erinnerung bleiben.  Beim Mittagessen sitze ich gegenüber eines Mannes, den ich noch nie bei CA gesehen hatte. Es stellt sich heraus, dass er Pfarrer einer über dreihundert Jahre alten Presbyterianischen Gemeinde ist. Und zwar in der größten Stadt Nordirlands. Wir kommen ins Gespräch. Wir sprechen über Geschichte und welch dauerhaften Spuren sie hinterlässt. Ich erzähle ein wenig von den heute erst richtig reifenden Früchten des 30-jährigen Krieges. Und er erzählt - natürlich - von Nordirland, seiner Geschichte und ihren Folgen. Davon, dass "katholisch" und "protestantisch" dort nichts als politische Bezeichnungen sind, abwertende Etiketten, die helfen, zwischen " uns " und " denen " zu unterscheiden. Er erzählt, wie ihm als Kind verboten wur...