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Die Gemeinde der Zukunft (4) hat mehr Liturgie

Der Trend geht eindeutig zur Liturgie. Nicht irgendwelche regelmäßigen Gottesdienstgewohnheiten, die in Freikirchen auch schon mal gerne als "Liturgie" gesehen werden, sondern echte, klassische Liturgien unterschiedlicher Färbung. Stundengebete, Wechsellesungen, Gesänge, symblische Handlungen und so weiter. Vor allem junge Leute entdecken den kostbaren doch kostenlosen Wert und Reichtum, der darin zur Verfügung steht. Dafür gibt es einfache Erklärungen. Eine ist, dass es in Zukunft immer weniger Profi-Christen, also studierte und bezahlte Priester, Pfarrer und Pastoren geben wird. Damit werden es weniger Experten und mehr "Laien". Doch eine fertige Liturgie zur Hand nehmen und sie gemeinsam lesen und beten, das kann wirklich fast jeder. Ein anderer ist, dass extrem viel weniger Grundwissen über den Glauben vorhanden sein wird. Kein Religionsunterricht mehr, keine Unterweisung, wenig christliches in den Medien. Da können klösterliche Liturgien eines Kirchenjah...

Die Gemeinde der Zukunft (3) hat kein Gemeindehaus

Gemeindehäuser und Kirchbauten sind keine Erfindungen des Neuen Testaments, sondern des römischen Reiches. Als Konstantin, römischer Kaiser seines Zeichens, das Christentum im 4. Jahrhundert erst tolerierte und später zur Staatsreligion erklärte, tat er dies mit typisch römischem Religionsverständnis: Es war Aufgabe der Götter, sich um das Wohl des Reiches zu kümmern und es war Aufgabe der Priester, das Wohl der Götter sicherzustellen. Die Göttertempel Roms waren also alles andere als religiöse Nebensache, sondern erfüllten einen poltisch-militärisch-wirtschaftlich extrem wichtigen Staatsauftrag. Als Konstantin zur Einsicht kam, dass der Gott der Christen stärker sein muss als alle römischen Götter zusammen, handelte er mit logischer Konsequenz und händigte in einem längeren Prozess sämtliche heidnischen Tempel an die Bischöfe der Christen aus. Fortan sollten sie ihren Gott dort so manipulieren, dass er Rom wohlgesonnen war. Die heidnischen Tempel wurden christianisiert, die Ide...

Die Gemeinde der Zukunft (2) wird kein Geld haben

Kleine Gemeinden brauchen kleine Geldbeutel. Oder gar keinen. Doch so wie wir Kirche kennen, erscheint die Null-Budget-Gemeinde als schier undenkbar. Die Zukunft wird jene Unmöglichkeit widerlegen. Es gibt sie heute schon, Gemeinden ohne Konto und Kassierer. Zwar werden sie von den Großen, "Richtigen" selten ernstgenommen, doch dafür können sie niemals pleite gehen. Der Bau des Gottesreiches ist ohne einen einzigen Cent in der Tasche möglich, das wissen wir seit Lukas 10. Das bedeutet nicht, dass es keine Spenden oder "Zehnten geben" mehr geben wird. Im Gegenteil. Kleine Gemeinden müssen oft viel tiefer in die Tasche greifen, um manche Dinge möglich zu machen. Gastfreundschaft und Großzügigkeit werden keine Pflichten, sondern wahre Werte sein, die man sich was kosten lässt. Man organisiert sich anders und teilt anders. In Zeiten materiellen Überflusses sehen immer mehr junge Christen ein, dass z.B. drei Familien nur eine Bohrmaschine brauchen und nicht umgekehr...