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Posts mit dem Label "Teufel" werden angezeigt.

Der Teufel im Detail

Vorgestern legte ich mein Abendbrot auf genau die Zeit, um die Brexit-Abstimmung des britischen Unterhauses per Livestream mitverfolgen zu können. Ach, welch unterhaltsames, fast schon amüsantes Schauspiel sind die streitenden Abgeordneten an der Themse doch immer! Man könnte laut loslachen - wüsste man nicht, dass das Schicksal eines ganzen Landes von diesem Theater abhängt. 66 Millionen Briten plus ungezählte weitere Betroffene - EU-Bürger in GB, Briten in der EU, Handelsbeziehungen und was nicht alles. Dagegen steht Trumps Shutdown, der ja nur wenigen Millionen Kopfschmerzen macht, fast schon richtig bescheiden da. Doch das Prinzip ist dasselbe. Erst neulich analysierte die New York Times, dass die USA und Großbritannien noch nie so synchron in ihren Problemen waren wie jetzt. Und wenn die NYT die Berichte ihrer schwedischen Kollegen lesen, werden sie dort auch nichts Gutes entdecken. Der Versuch einer Regierungsbildung seit der letzten Reichstagswahl anno dazumal ist ein einzi...

Die Leere der Lehre (6): Der Dickkopf

Waren es die letzten Worte? Verharre in Sturköpfigkeit. Gib nicht auf. Oft sind es ja die die letzten Worte großer Menschen und kleiner Geister, die magisch in den grauen Zellen haften. Wie auch in der gewöhnlichen Sonntagspredigt. Man erinnert sich, wenn überhaupt, immer nur an den albernen Witz am Anfang und die allerletzte Zeile, meist " Lasset uns beten ". Oder " Wir singen jetzt Lied 259 ". Oder " Es ist nicht einfach, aber wir sollten es tun ", wie der Pastor der allerersten freien Gemeinde, in der ich je aktiv war, nicht nur ausnahmslos jede seiner dreizehn Predigten, die ich an Seite meiner knackigen frisch Angetrauten dort verfolgte, sondern auch sämtliche dreizehn Bibelstunden an den Mittwochabenden dazwischen abzuschließen pflegte. Jener Pastor war ergebener Jünger des Bob Jones, einem uns bis dahin unbekannten amerikanischen Guru, und wir waren uns nie so ganz sicher, ob nun Jesus oder Bob wichtiger für Glaube und Gemeinde war, jede...

Steckt der Teufel im Detail?

Im Laufe dieses Bloglebens wurde schon einiges über geistlichen Kampf geschrieben. Und doch muss ich immer wieder mal darauf zurückkommen. Teilweise, weil dem heutigen Westen eine Theorie über Herkunft oder Existenz des Bösen abgeht, man hält Teufel und Dämonen doch für pure Überbleibsel des Mittelalters, grad wie jener verwitterte Wicht auf dem Foto. Schauerliche Nachrichten über grausame Exorzismen scheinen dies ja auch glaubhaft zu bestätigen. Teilweise, weil es auch in unseren Gemeinden sinkende Tendenzen gibt, das Böse zu thematisieren, entsprechend gibt es - meiner Meinung nach - immer weniger, denen es auf Gute Art gelingt, sich im Spannungsfeld zwischen "verleugnen" und "Dämonen hinter jedem Busch" aufhalten zu können. Teilweise, weil wir in einer Welt leben, in der es manchmal leichter erscheint, an den Teufel zu glauben als an Gott. Teilweise, weil viele, die sich für aufgeklärt und kaum religiös halten, nicht wissen, wie sie übernatürlichen Erf...

Wenn wir das gewusst hätten...

Kaum Bekanntes über afrikanische Flüchtlinge Stell Dir vor, Deine Eltern sagen Dir, du sollst das Land verlassen, weil es dort gefährlich ist. Sie haben in den sozialen Medien Bilder gesehen von Bekannten, die den weiten Weg nach Europa auf sich genommen haben. Es geht ihnen sehr gut, sie haben Lebensfreude, Sicherheit, neue Kleider und andere Versorgung. Dein Auftrag ist es nun vor allem, Deine Schwester in Sicherheit zu begleiten. Sie sammeln alles Geld, das zur Verfügung steht, und schicken Dich auf den Weg. Gemeinsam mit Deiner Schwester brichst Du auf und zusammen mit vielen anderen beginnt der Trek der Hoffung in ein besseres und sicheres Leben. Die ersten paar Hundert Kilometer der Reise verlaufen relativ gut und frohen Mutes. Doch dann kommt die Wüste. Da musst Du durch. Du hast Dein Leben lang noch nie eine Wüste gesehen - geschweige denn durchquert. Aber es muss ja möglich sein. Ihr macht Euch auf den Weg. Doch die Wüste ist nicht nur groß. Sie ist nicht nur größer un...

Im Protest aufrecht stehen

Vor wenigen Tagen tweetete der bekannte deutsche Theologe Jürgen Moltmann: Mir gefällt diese Erinnerung im Angesicht einer sich bekriegenden und gegenseitig niederbrennenden Welt. Ich wusste nicht, dass Moltmanns Zitat zwei Tage später eine ganz besondere Bedeutung sollte. In Kronogården, einem Stadtteil Trollhättans, eben der Teil, in dem unsere CA-Kollegen wohnen, richtete ein 21-jähriger Schwede in einer Schule ein Blutbad an und stach mit seinem Schwert mehrere Menschen in der Schule nieder. Zwei junge Menschen starben, mehere liegen lebensgefährlich verletzt im Krankenhaus. Alle Opfer sind Ausländer, die Schule ist eine der ausländerreichsten in Trollhättan. Der Täter wurde von der Polizei niedergeschossen und erlag später den Schussverletzungen. Die Nachrichten und die Bilder schmerzen; die Tatsache, dass unsere Freunde einige auf der Schule persönlich kennen, macht es nur noch schlimmer. "Die ganz Welt ist ein Scheißhaus", kann ich nur immer wied...

Warum Gemeindegründung?

Was hat der böse Wolf - der laut 1Petr 5,8 ein böser Löwe ist - mit Gemeindegründung zu tun? Morgen ist es wieder so weit. Es gilt, den Studenten der Akademie für Leitung und Theologie die Frage "Warum Gemeindegründung?" in einer Unterrichtseinheit zu beantworten. Es ist interessant zu beobachten, wie unterschiedlich die selbe Frage innerhalb der letzten 30 Jahre beantwortet wurde. Lange, lange Zeit wäre die "Antwort" auf diese Frage ein noch größeres Fragezeichen gewesen, denn das Wort "Gemeindegründung" war in Europa so gut wie nicht existent. Man war der festen Überzeugung, dass es flächendeckend doch wohl genug Kirchen gebe. Nur eine Generation zurück können wir dieses Phänomen noch immer deutlich beobachten. Dann kam die Einsicht. Und damit begann der Gründungsboom der 80-er und 90-er Jahre: Neue Gemeinden erreichen neue Menschen, hieß es. Bücher wurden geschrieben. Neue Gemeinden sind die effektivste Missionsmethode. Der Erfolg amerikanische...

Des Teufels Horror

Theoretisch-theologisch wissen wir alle, dass Satan eine rücksichtslose Niederlage erlitt, als Christus nach seiner unschuldigen Hinrichtung gesund, siegreich und quicklebendig wieder aus dem Grab spazierte. Wir wissen auch, dass die Tage des Widersachers gezählt sind, bis ihm eines Tages endlich und endgültig das Handwerk gelegt werden wird. Rein praktisch ist es aber doch immer wieder erstaunlich mitzubekommen, dass nicht wir es sind, denen es bei möglichen Begegnungen mit dem Reich des Düstren gruselt. Im Gegenteil. Den Teufel packt das schiere Entsetzen allein beim Gedanken an uns, die Gemeinde. Warum? Weil wir die derzeit einzige irdische Verkörperung seines Todfeindes sind, dem er chancenlos und schmachvoll unterlegen ist. Jeder geistreiche Schachzug der Gemeinde wird zu einem Andenken seiner Schlappe, zum schmerzhaften Stich in der unheilbaren, tödlichen Wunde, die Jesus ihm damals geschlagen hat und die seither brennend vor sich hin eitert. Nicht uns, den Teufel schaudert...