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Leben wir in der Endzeit?!

Vor ungefähr einem halben Jahrhundert war es so populär, das Ende der Welt herbeizupredigen, dass eine ganz neue Gattung Redner entstand: Der Endzeitprophet, eine Nische der Gattung Evangelist, der mit eloquenter Rhetorik versucht, Menschen zur Umkehr zu Jesus zu bewegen. Endzeitpropheten waren Spezialisten für biblische Bücher wie Daniel oder die Offenbarung, deren schwere Bildersprache sie in ihrer durcheinander gebrachten Welt wiedererkannten und deshalb mit einem nahen Ende rechneten. Ein guter Prophet will, dass alle vorbereitet sind. Doch die Zeit verging, das nächste Jahrtausend brach an, die Welt drehte sich immer weiter, und Jesus ist bis jetzt nicht wiedergekommen. Es wurde stiller um die Endzeitprophetie. Das mag jene freuen, die sich immer noch lebhaft an das Phänomen donnernder Feuer-und-Schwefel-Predigten erinnern. Auch wenn der Endzeitprophet heute nur noch in Witzen vorkommt (oder manchmal sogar als Schimpfwort für Klimaaktivisten Verwendung findet), so war deren ...

Des Glaubens Abtritt von der Bühne

Quelle: Bundeskanzlerin.de Wohlstand ist etwas sehr Feines und Kostbares. Gott selbst verspricht seinem Volk ein Land, in dem Milch und Honig fließt, ein Land der reichen Ernten und des Friedens. Das Gelobte Land ist eine Vorschau des Himmels. Doch Gott warnt auch davor, den ultimativen Geber jedes Wohlstandes nicht zu vergessen. Undankbarkeit und Überheblichkeit führen langfristig zu Schwäche und Rissen, im schlimmsten Fall zu Dekadenz. Es ist aber nie der Wohlstand selbst, der zur Ursache des Abstiegs wird, sondern unsere Wahl, wie wir damit umgehen. Unsere Geschichte der Säkularisierung begann mit der Reformation, die zum 30-jährigen Krieg führte, der die Aufklärung auslöste, welche in ihrer Verlängerung heute ihre vollen Früchte trägt: Ein Leben in Wohlstand ist auch ohne Gott möglich. Das wird heute ernsthaft geglaubt, während man sich auf den Errungenschaften seiner Ahnen ausruht. Es ist also nichts Neues, dass der christliche Glaube von der europäischen Bühne abtritt ...

Schlechterwisser XIV: Vorteile

Nie und nimmer hätte ich gedacht, dass ein Leben nach dem kött * so interessant sein könnte. Es ist billiger, damit geht es schon mal los. Langeweile beim Essen, ja, ich geb's zu, das hatte ich befürchtet. Ein fleischloses Leben muss fad sein, meinte ich mir sicher zu sein. Doch heute muss ich ausgerechnet einem Metzger Recht geben: Metzger Schorsch Boggnsagg mit seiner viel beachteten und tiefsinnigen Frage "Wo is'n 's Hirn?!" ** Ungewürztes Fleisch ist nämlich ziemlich geschmacklos, dass wissen nicht nur die Boggnsaggs. Was den Geschmack am Fleische macht, sind die Gewürze, und die sind, nun ja, die sind nunmal höchst vegan. Richtig gute Geschmäcke kann man völlig fleischfrei zaubern. Lina und anderen sei Dank, wir entdecken ständig neue Zutaten und Kompositionen. Es ist eine wahre Freude! Die eigene Zunge gewöhnt und verändert sich überraschend schnell. Nach nur wenigen Wochen stellt man eine spürbare Veränderung ein. Heute schmecken mir Avocados. Schm...

Schlechterwisser XI.: Vive la reformation!

Die Erfindung des Buchdrucks war seinerzeit den etablierten Christen ein Dorn im Auge. (Bild: Wikipedia) Wir haben gesehen: Das Smartphone symbolisiert so etwas wie die Erfindung des Buchdrucks, nur heute, in unserer Zeit, im 21. Jahrhundert! Plötzlich sind Informationen auf dem ganzen Globus verfügbar, können Menschen nicht mehr so leicht für dumm verkauft werden. Genau wie zu Gutenbergs Zeiten. Wird dieser neuen Revolution auch eine neue Reformation folgen? Höchstwahrscheinlich. Können wir uns darauf vorbereiten? Nein und ja. Nein, weil wir gar nicht wissen, worauf genau wir uns vorbereiten sollen, abgesehen von den biblischen Prophezeiungen. Ja, weil jeder Christ sowieso ein Leben der täglichen Reformation führen sollte. Der richtige Umgang mit Veränderungen lässt uns reifen. Dabei habe ich mir gedacht, dass man sich besonders durch Anpassung und Neugestaltung alltäglicher Routinen ändern kann. Mahlzeiten, zum Beispiel. Unser täglich Fleisch durch täglich Brot zu ersetzen, ...

Schwedenuntersuchung

Graf Zahl: Der Norweger Øyvind erklärt den Schweden seit 2001, wie es um ihre Gemeinden bestellt ist, Alle fünf Jahre kommt sie neu heraus, die Schwedenuntersuchung. Sie ist eine statistische Zusammenfassung aller Gemeinden mit freikirchlichen Strukturen und Theologien und beschreibt Zustände und Trends, halt alles, was mit Statistiken eben so möglich ist. Bei der letzten Aktualisierung im Jahre 2011 kam zum Beispiel heraus, dass es seit 10 Jahren pro Jahr 50 Gemeinden weniger gibt. Das heißt auf gut deutsch, bzw. gut schwedisch: Eine tote schwedische Gemeinde pro Woche. Die Hauptnachricht dieses Mal: Die Gemeinde schrumpft immer noch, aber nicht mehr ganz so schnell. Hauptgrund für den gebremsten Fall: Gemeindegründung - sowohl "klassische" Gemeindgründung als auch die Bildung neuer ethnischer Gemeinden. Gemeindegründung bringt nicht nur etwas in absoluten Zahlen, Gemeindegründung tritt auch alt gewordene alte Gemeinden freundlich aber spürbar in den bequemen Hint...

Schlafen, Sex und Seelenschmerz (4)

Der vierte und letzte Vortrag von den Impulstagen für Gemeindegründung 2016 in Hannover dauert ca. 45 min und zusammengefasst geht's um Folgendes: Wenn " Jesus " oder das so genannte " Evangelium " heutzutage eher als vergammelter Essensrest aus alten Tagen empfunden wird, wie können wir die Welt mit appetitanregenden Vorspeisen neugierig machen und vom Gegenteil überzeugen? Drei Vorschläge für verlockend-köstliche Entrees. Allerdings: Das "Anrichten" will gelernt sein. Meist servieren wir Christen nämlich doch immer nur den gleichen Pampf. Nur Übung macht den Meister. Und aufgepasst: Zum Abschluss werden die Zutaten einer postmodernen Bekehrung vorgestellt. Die im Vortrag erwähnte Blogserie zum Thema Sex findet sich übrigens hier.

Toleranz? Nein, danke!

" Und willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag ich Dir den Schädel ein! " Im toleranten Europa redet man ja gerne abfällig über so manche Methode in der europäischen Kirchengeschichte. Doch weltweit ist es nicht gut bestellt, was Toleranz angeht. Der globale Trend geht eindeutig zur Nichttoleranz - und in erschreckendem Maße auch im toleranten Europa. Seit sieben Jahren untersucht das "Pewforum"-Forschungsinstitut weltweit u.a. den "Sozialen Feindseligkeitsindex" anhand eines Fragekataloges, der Land für Land ausgewertet wird. Je toleranter, desto weniger "Feindseligkeitspunkte" werden vergeben. Zum Vergleich: Luxemburg gehört mit einem Index von 0,0 zu den tolerantesten Ländern der Erde. Als intolerantestes Land gilt laut dieser Studie Pakistan mit einem Index von 9,8 gefolgt von Indien mit 9,6 (2012). Ziemlich düster sieht es für Deutschland aus: Dort entwickelte sich der Index von 2,1 (2007) auf 5,6 (2012). Deutschland erhält z.B. v...