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Posts mit dem Label "Sex" werden angezeigt.

Die Lehre der Leere (4): Die Katholikin

Natürlich hatte ich nicht die Geringste Ahnung, was von dem Büchlein ausgehen sollte, das ich gerade in meinen Händen hielt. Für mich war es bis jetzt nicht mehr als ein kleines, gebundenes, ziemlich blödes Layout. Nichts, was ich je freiwillig in die Hand genommen hätte. Obendrein pries es sich selbst als "Klassiker" an und ich fragte mich, warum Eigenlob eigentlich nur bei Menschen stinkt. Marketing ist doch auch nichts anderes als eine legitimierte Rechtfertigung, die eigenen Fürze als Wohlgeruch anpreisen zu dürfen. Jedenfalls hatte ich weder vom "Klassiker" Schritte auf dem Weg , dem Titel des Buches, noch der Autorin Gunnel Vallquist je etwas gehört. Ich kannte nur den Namen des Verlages. Und das war auch der einzige Grund, warum ich die Buchdeckel überhaupt öffnete. Als ich in den ersten Zeilen des Vorwortes las, dass jene Gunnel eine aufrichtige Katholikin gewesen war, hätte ich mit Nathanael augenrollend stöhnen können "was kann denn aus der kathol...

Ich heirate. Ich heirate nicht. Ich heirate. Ich heirate nicht.

Der westliche Mensch des 21. Jahrhunderts will wenig Verantwortung für's Leben übernehmen und sich spät bis möglichst gar nicht festlegen. Das ist nichts Neues mehr. Dazu hatte ich erst kürzlich den schwedischen Psychiarter David Eberhard zitiert . Heute flatterte eine neue E-Mail in meinen Eingangskorb. Der Autor des Buches " Not yet married " (Noch nicht verheiratet) fügt einige interessante Aspekte hinzu. Ein paar übersetzte Abschnitte von Marshal Segal: Wir leben in einer Geselschaft des Jetzt. Immer und überall können wir sehen und streamen, worauf wir grad Lust haben. Wenn wir wollen, werden uns die ausgefallensten Lebensmittel und Mahlzeiten direkt an die Haustür geliefert. Wir klicken "Gefällt mir", schicken Sms und flirten von unserer vollgekrümelten Couch aus - unsere abgeschottete Sicherheits- und Komfortzone. Das Ich gepaart mit Ungeduld sind auch die wesentlichen Bestandteile der Flutwelle des vorehelichen Sex, wo wir uns selbst verschenken b...

Kann man beim Sex beten?

Sexualität und Spiritualität konkurrieren nicht miteinander, vielmehr ergänzen sie einander. Das meint jedenfalls Debra Hirch, Autorin des Buches Redeeming Sex , auf unserem diesjährigen Leadership Summit.

Die Gemeinde der Zukunft (7) hat andere moralische Werte

Fangen wir heute mit dem an, was die meisten Alten wohl ohnehin als schlechte Nachricht befürchten:  Zukünftige Gemeinden werden deutlich weniger Probleme mit sexueller Erregung haben als die meisten ihrer Vorgänger. Und zwar auch außerhalb der Institution, die wir heute als staatlich festgelegte Ehe kennen. Das heißt nicht, dass die lebenslange, monogame und treue Beziehung als höchstes, anzustrebendes Modell von Christen aufgegeben wird. Doch man wird gnädiger sein mit allen, denen das nicht gelingt. Wie man allerdings "gnädig" und "Gnade" definieren wird, bleibt wohl jeder Gruppe selbst überlassen. Ich bin mir sicher, dass sexuelle Unbekümmertheit bis hin zur Freizügigkeit aus heutiger Sicht als einer der Schwachpunkte der Zukunftsgemeinde ausgelegt werden könnte. Dafür gibt es viele Gründe. Erstens war Sex über Jahrhunderte die ultimative Kardinalssünde Nummer eins. Um das zu korrigieren, wäre es nicht verwunderlich, wenn das Pendel erstmal in die andere Ri...

Schlafen, Sex und Seelenschmerz (4)

Der vierte und letzte Vortrag von den Impulstagen für Gemeindegründung 2016 in Hannover dauert ca. 45 min und zusammengefasst geht's um Folgendes: Wenn " Jesus " oder das so genannte " Evangelium " heutzutage eher als vergammelter Essensrest aus alten Tagen empfunden wird, wie können wir die Welt mit appetitanregenden Vorspeisen neugierig machen und vom Gegenteil überzeugen? Drei Vorschläge für verlockend-köstliche Entrees. Allerdings: Das "Anrichten" will gelernt sein. Meist servieren wir Christen nämlich doch immer nur den gleichen Pampf. Nur Übung macht den Meister. Und aufgepasst: Zum Abschluss werden die Zutaten einer postmodernen Bekehrung vorgestellt. Die im Vortrag erwähnte Blogserie zum Thema Sex findet sich übrigens hier.

Sexualität: Zehn Schlussfolgerungen

© Sakkmesterke | Dreamstime.com Vor den Schlussfolgerungen bitte die ganze Serie lesen: Hier geht's zum Anfang.  Zum Abschluss nenne ich zehn Schlussfolgerungen, die immer wieder beim Nachdenken auftauchen. Abgesehen von der ersten Schlussfolgerung ist der Rest ungeordnet und ohne Rangordnung. Erstens: Gnade hat Vorfahrt Noch einmal: Es geht um Gottes Standards und Gottes Gnade. Die Betonung muss auf der Gnade liegen, denn so macht Gott es auch mit uns. Doch ist Gnade ohne Urteil keine Gnade, sondern wertloses Geschwafel. Das Urteil lautet: Wir sind alle Sünder. Das gilt auch bei sexualethischen Fragen. Zu glauben, manche seien in Gottes Augen "moralischer" als andere, ist eine fromme, selbstgefällige Seifenblase. Jeder braucht Gnade. Gott erwartet, dass wir allen Andersdenkenden und -lebenden mit derselben Herzenzhaltung begegnen, wie Er uns. Zweitens: Die Ehe ist mehr als nur ein Versprechen Sollte es so sein, wie ich vorschlug, dass nämlich Ehe, wie w...

Güte, Gunst, Barmherzigkeit

Impuls Nummer fünf: Die Amnestie des Höchsten (Zum besseren Verständnis ist es gut, die Serien vorne anzufangen. Dazu bitte hier klicken.) Viel besungen, bedacht, beachtet: Drei Eigenschaften Gottes, die nicht wegzudenken sind aus christlicher Theologie: Güte, Gunst, Barmherzigkeit. Sie alle haben ihre Wurzeln in einem noch viel größeren Element des Wesens Gottes: Seine Gnade. Gnade ist Thema Nummer eins der ganzen heiligen Schrift. Leider verkümmert sie viel zu sehr in unseren Gemeinden. Selbst in Freikirchen kann Gnade zu einem trockenen theologischen Konzept verdorren, welches es nur rechtgläubig abzunicken gilt. Deswegen ist es immer wieder nötig, sich zu fragen, wo und wann die offiziell geglaubte Gnade denn auch ihre Auswirkung im wahren Leben zeigt. Wo beweisen wir Gunst? Wie leben wir Güte? Wem sind wir barmherzig? Wir haben festgestellt, dass Gottes Maßstäbe extrem hoch hängen und obendrein unverhandelbar sind. Gnade hingegen ist verhandelbar. Das Maß der Gnade än...

Sex in der Bibel

Zu viel Sex in Game of Thrones? Die Bibel macht GoT echte Konkurrenz. (Hier geht's zum Beginn der spritzigen Reihe) Impuls Nummer vier: Sexualität biblisch betrachtet Nun wäre es also an der Zeit, ans Eingemachte zu gehen. Ich möchte nochmal hervorstreichen, dass dies keine formelle Haltung einer Organisation oder Gemeinde ist, sondern meine ganz persönliche Sexualtheologie, wie sie sich im Laufe der Jahre entwickelt hat. Es ist weder offiziell noch fertig, und vor allem ist es nur der Versuch einer Zusammenfassung. Biblische Unverblümtheit vs. fromme Maskerade Gleich zu Beginn möchte ich enthüllen, dass ich zu dem Schluss kommen musste, auf welch extrem winzigen Füßen unsere evangelikale Sexualethik steht. Dabei ist es nicht so, dass sie auf einer Seite vom Pferd fiele - sie kommt erst gar nicht auf's Pferd hinauf. Sie ist weder in der Lage, die rauhe Wirklichkeit des echten Lebens noch die unerfüllbaren Sex-Maßstäbe Gottes zu beschreiben. Der Bibel hingegen gelingt...

Lust. Auf Hermeneutik.

Heiliger Höhepunkt: Berninis "Verzückung der heiligen Theresa" in der Santa Maria della Vittoria-Kirche in Rom. Impuls Nummer zwei: Hermeneutische Hausaufgaben (hier geht's zurück zum Impuls Nummer eins) Alle modernen und postmodernen Phänomene, die nicht explizit in Bibel erwähnt sind, erfordern gründliche und genaue hermeneutische Arbeit. Hermeneutik bedeutet, die zeitlosen Prinzipien zu identifizieren, welche uns dann im Grunde in jedem Kontext durch alle Situationen, jeden Fall leiten können. Ein einfaches Beispiel zur Erklärung wäre, dass die Bibel nirgendwo Bier erwähnt. Nun könnte man die Bibel entweder so auslegen, dass man gar kein Bier trinken soll - schließlich ist es nirgendwo erlaubt, oder man darf so viel saufen, wie man reingeschüttet kriegt - schließlich ist es ja nicht verboten. Die Bibel spricht hingegen über Wein. Wie sie über Wein spricht, kann uns ein zeitloses Prinzip offenbaren: Wein wird in beiden Testamenten immer wieder genossen, all...

Liebesspiele

Was liegt näher, als im Wonnemonat Mai über Sex zu reden? Erst recht, wo wir uns doch vor ein paar Wochen intensiv mit gesunder Sexualität beschäftigt haben. Wenn's um Sex geht, werden sofort alle Ohren gespitzt und Menschen allen Alters (jenseits der Pubertät) scheinen plötzlich wieder zu Teenagern zu werden, nicht wahr?! Entsprechend wurde ich auch schon mehrfach nach einer Zusammenfassung unserer theologischen Tage gefragt - es interessiert uns halt brennend. Allerdings ist dieses Thema, wie Ihr bald einsehen werdet, derart komplex, dass Zusammenfassungen einfach nicht möglich sind. Was ich aber kann und will, ist eine "Zusammenfassung" meines eigenen, persönlichen Beitrages zu unseren "Thinklings" zu geben, der schon eine Menge aussagt und viel positiven Zuspruch fand. Die "Zusammenfassung" wird sich aber auf mehere Blogposts verteilen - eben weil das Thema so komplex ist. Ihr werdet alle Posts aufmerksam lesen wollen, wenn ihr eigene Rückschlüsse ...

Let's Sex

oder: Auf Tour, Etappe III Heute beginnt der nächste und vorletzte Teil meiner Reise. Wieder in Glasgow wird sich eine Gruppe CA-Theologen treffen, um über Sex zu sprechen - ein Thema, welches in Zukunft nicht nur CA, sondern alle Gemeinden zunehmend beschäftigen wird, sofern man nicht gerade hinterm Mond seine Adresse hat (und wer weiß schon, was dort alles passiert?). Ihr ahnt oder kennt schon alle die vielfältigen Sex-Kulturen, denen man im westlichen Großstadtmilieu immer häufiger begegnet. Zu alledem werden jährlich neue Ideen und Ansichten in die Diskussionen geworfen, deren öffentliche Erwähnung vor wenigen Jahrzehnten noch völlig undenkbar gewesen wären. Es nützt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken, wir müssen lernen, eine Sprache zu finden, die unseren Leuten draußen hilft. CA ist eine der wenigen missionalen Missionsgemeinschaften, die viel Wert auf Theologie, Exegese, Bibel und Hermeneutik legt. Deshalb nimmt sich nun eine Gruppe von zehn Leitern ganze drei Tage...