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Posts mit dem Label "Gemeinde der Zukunft" werden angezeigt.

Pflanzt mehr Hoffnung in diese Welt!

Wer heute noch optimistisch ist, hat wohl nicht richtig aufgepasst. Hingegen gibt es gewichtige Gründe für existenzielle Hoffnung. Gemeinden fällt in unserer Zeit besondere Verantwortung zu. Doch dazu müssen viele Christen lernen, aus kleinen, frommen Blasen herauszukriechen. Meine Predigt über Lukas 12,49 am 5. Mai 2019 in Ingolstadt kratzt eigentlich nur an der Oberfläche riesiger Chancen und Möglichkeiten im 21. Jahrhundert.

Symposium Auswertung

Zusammenfassung des Symposiums auf Communitas Homepage. Ein Klick auf's Bild leitet zur Seite. Ein wichtiges Treffen war die Auswertung des Future Church Symposiums. Ende Mai traf ich mich mit zwei Kollegen aus meinem Team und den leitenden Pastoren der Gemeinde, die uns ihre Räume für das Symposium zur Verfügung gestellt hatten. Eine Frage, die sich mir persönlich im Zusammenhang mit Kirche, Mission, Gegenwart und Zukunft immer wieder stellt, hat mit der Rolle der Gemeinde in unserem Jahrhundert zu tun. Ich stelle fest, das zu viele Christen, ganze Gemeinden, ja, ganze Generationen sich einigeln, um die großen Veränderungen unserer Zeit nicht an sich heranzulassen. Es ist dasselbe Phänomen, das auch im Generationenkonflikt der Politik zu beobachten ist. Im Unterschied zum neuen politischen Aktivismus der jungen Generation ist der christliche Aktivismus bei den heißen Eisen unserer Zeit eher überschaubar. Ich bin der Meinung, dass Gemeinde immer ein Vorkämpfer sein muss, ...

Pastorenselbstmord

Pastorenselbstmord? Gibt's das? Leider ja. Und nicht nur das. Die Zahl der hauptberuflichen Hirten, die im Freitod ihre Erlösung suchen, nimmt sogar zu. Neulich postete mein Facebookfreund E.: EIN WEITERER PASTOR BEGEHT SELBSTMORD Mein Herz ist schwer heute. Vergangenes Wochenende hat schon wieder hat ein Pastor seinem Leben ein Ende gesetzt. Der junge, liebevolle, begabte und beliebte A., Pastor der B.-Gemeinde in C. erlag am Samstag im Krankenhaus den Verletzungen seines Selbstmordversuches. Er lässt eine junge Frau und drei Kinder zurück. Es ist unglaublich, dass ausgerechnet Pastoren und Gemeindeleiter die Spitze der Statistiken über Burn-out, Depression und Selbstmord anführen!  Ich bin selbst leitender Pastor einer Gemeinde, daher verstehe ich A. nicht nur, ich empfinde sogar großes Mitgefühl. Nur sehr wenige können sich die überwältigende Last vorstellen, die Pastoren Tag für Tag auferlegt wird. Viele Gemeinden erwarten, dass ihre Pastoren einfach alles können, wi...

"Eine kreative Explosion"

Über eine "kreative Explosion" in schwedischen Gemeinden berichtete am vergangenen Freitag die christliche Tageszeitung Dagen . In einem größeren Bericht listete man aus dem ganzen Land alle möglichen Versuche auf, in einer neuen Zeit Gemeinde zu sein und zu leben, sei es als "Wohnzimmerkirche", "Messy Church" oder in vielen anderen Ausdrucksformen. Mich freuen an diesem Bericht vor allem zwei Dinge. Erstens ist es phantastisch, weil dringend nötig, dass immer mehr Christen, Leiter und Gemeinden einsehen, dass sich so manches ändern muss, wenn wir mit den extremen Veränderungen unserer Zeit mithalten wollen. Das gilt besonders in missionarischer Hinsicht, darf aber auch für das ganz normale Gemeindeleben nicht unterschätzt werden. Jeder 08/15-Christ lebt heute in einer ganz neuen Welt mit völlig veränderten Bedingungen und Voraussetzungen. Wenn unsere Gemeinden, Botschaften und theologischen Antworten sich immer weiter vom wahren Leben da draußen en...

The Winds of Change

Vor einem Jahr schrieb ich eine Serie über die Gemeinde der Zukunft . Wer glaubt, die Zeit der Veränderungen gehe langsam zu Ende, weil wir mittwerweile wüssten, wo der Hase lang läuft, wird bald sehen, dass dies eine Täuschung war. Jener Hase hat noch so manchen Haken auf Lager. Wir sind noch nicht mal am Ende des Anfangs aller neuzeitlichen Veränderungen. Gewiss, es hat immer wieder einzelne, bahnbrechende Ereignisse gegeben, die maßgeblich Menschheitsgeschichte schrieben. Manche rechnen die Entdeckung des Feuers dazu. Ich würde sofort an die Kreuzigung und Auferstehung Jesu mit dem folgenden Pfingsfest denken. Manchmal wird die Erfindung des Buchdrucks dazugezählt, die Entdeckung Amerikas, und die beiden Weltkriege haben auf krasse Weise Einfluss auf so viele große und kleine Dinge des weltweiten Lebens genommen. Doch alle daraus resultierenden Veränderungen waren immer "nur" die Folge eines abgeschlossenen Ereignisses. Irgendwann war das Feuer halt entdeckt und al...

Von nun an geht's bergab.

Mittsommer in Schweden. Wer nie mindestens zwei Jahre nördlich des 55. Breitengrades gelebt hat, kann sich die Auswirkungen von Licht und Dunkelheit auf Leben und Wohlbefinden, auf Gesellschaft und Kultur nicht im Entferntesten vorstellen. Mittsommer als längster Tag des Jahres wird deswegen gebührend gefeiert. Jeder genießt die Allgegenwart des Lichts. In alle Freude mischt sich aber auch ein wenig Schwermut, denn alle wissen: Von nun an geht's bergab. Darin unterscheiden sich die Skandinavier von den Christen des Westens: Der Nordeuropäer weiß, dass nun die Tage kürzer werden. Winter is coming. Der gemeine Christ des Westens hingegen weigert sich, die in der Ferne herannahenden Wetterfronten ernst zu nehmen. Teils ist er viel zu beschäftigt, teils verlässt er sich lieber auf zweifelhafte Scheinheiligkeiten. Dass Gemeinde immer wachsen werde, wenn man nur alles richtig mache. Dass Gott kein Leid und Ungerechtigkeit im eigenen Leben zulasse. Und wenn der Frost dann doch geko...

Gemeinde und "Flüchtlingskrise"

Innovatoren, bitte!

Alan Hirsch betont die Notwendigkeit neuer Denker in den Gemeinden. Die Gemeinde wurde von wahren Innovatoren, den Aposteln aufgebaut, meint er, doch irgendwie seinen uns solche Leute auf dem Weg verloren gegangen. Wir brauchen gerade wieder heute sie so dringend wie in den ersten Jahrhunderten der Kirchengeschichte.

Beten nicht vergessen!

Die erste Serie zur Gemeinde der Zukunft habe ich weniger geschrieben, um Neugier zu befriedigen. Aus diesem Grund hat Gott noch nie prophetisch gesprochen. Es geht viel mehr um Vorbereitung und Umkehr. Und dies geschieht vor allem im Gebet, in der Beziehung mit dem Herrn.  Deswegen möchte ich uns alle zum Gebet ermahnen und darum bitten, besonders für die Gemeinden der Zukunft zu beten, für alle ihre Möglichkeiten und Herausforderungen.

"Die Zukunft des Westens"

"Bonn"  Zum Abschluss dieser ersten Serie zum Thema "Gemeinde der Zukunft" ein paar Zeilen aus Mark Sayers faszinierendem Buch " Disappearing Church " (Verschwindende Gemeinde): In den neunziger Jahren sagte der kanadische Autor Douglas Coupland die Zukunft des Westens wie folgt voraus:  "Der Westen wird wie Bonn sein - wie eine saubere, ordentliche, moderne deutsche Stadt."  Er sollte Recht behalten. Die Zukunft des Westens sieht in der Tat wie Bonn oder eine skandinavische Metropole aus, vielleicht auch wie meine Heimatstadt Melbourne, gewählt zur lebenswertesten Stadt mit all ihren Cafés, kreativen Gewerben, großartigem öffentlichen Nahverkehr, einem zivilen Religionsverständnis und fortschrittlichen Werten. Selbst die einflussreichsten Kulturcities der USA verwandeln sich mehr und mehr in diese Form. Wie wir in Kapitel drei noch sehen werden, sind solche Plätze eine enorme missionarische Herausforderung.  Als jemand, der in der Nä...

Die Pforten der Hölle werden auch die Gemeinde der Zukunft nichtüberwinden (12)

Nun, meine Serie zum Thema Gemeinde der Zukunft mag dem ein oder anderen etwas zu pessimistisch klingen oder gar Angst hervorrufen. Bei allen Herausforderungen, die sich unserer Science-Fiction-Welt stellen werden, ist es leicht, die Versprechen Gottes zu vergessen. Und dazu gehört, dass die Gemeinde unüberwindbar sein wird. Nichts und niemand wird sie ausrotten oder besiegen können. Weder Tod noch Leben kann uns von Gott trennen. Die Gemeinde der Zukunft wird kämpfen müssen, gewiss. Doch das musste die Gemeinde zu allen Zeiten. So manche Geschwister werden sich dann und wann in unsere glorreichen Glanztage zurückwünschen, wenn sie in Kirchengeschichtsbüchern über gefüllte Alphakurse und Willow-Creek-Konferenzen lesen. Sie werden manchmal etwas unverständlich den Kopf darüber schütteln, dass wir unser Gemeindewachstum und unsere schönen und teuren Gemeindehäuser meist als selbstverständlich ansahen. Dass wir davon ausgingen, so werde es immer sein, weil es immer so sein muss. Si...

Die Gemeinde der Zukunft (10) wird teilweise im Untergrund verschwinden

Zwei Gründe sprechen dafür, warum ein beachtlicher Teil der gesamten Gemeinde in der Zukunft des Westens unsichtbar und unterirdisch leben wird. Erstens wird der immer deutlicher werdende Zusammenbruch der klassischen Kirchenrollen und Gemeindeformen eine große Lücke in der Gesellschaft hinterlassen. Viele werden versuchen, mit missionarischem Eifer und neuen Ideen diese Lücke zu füllen. H2O wäre ein sehr gutes Beispiel. Doch so hilfreich und wichtig solche Gemeindeversuchslabore, Experimentwerkstätten und kreativen Projekte auch sind, sie werden nie die Substanz aufbauen können, die 1700 Jahre Christentum à la Institution hinterlässt. Wird man sich also ausschließlich als Lückenfüller verstehen, ist man hoffnungslos überfordert, die zarten und jungen Strukturen werden brechen und nur kurze Lebensdauer haben. Will die Gemeinde der Zukunft also dauerhaft überleben, gibt es nur eine Chance: Sich für eine Weile zurückzuziehen um sich seiner neuen Rolle in einer neuen Welt bewusst z...

Die Gemeinde der Zukunft (9) ist geprägt von der Vergangenheit ihrer Gläubigen

Wir alle wissen, wie schwierig es ist, aus alten Mustern herauszukommen, neue Gewohnheiten zu entwickeln. Hand auf's Herz: Das gilt auch für Christen, die den Heiligen Geist in sich haben, mit dem eigentlich nichts unmöglich ist. Für unsere zukünftigen Geschwister werden wir dieselbe Geduld aufbringen müssen, die der Heilige Geist mit uns hatte und immer noch hat. Es mag uns schwerer fallen, weil deren Lebensprobleme ganz anders aussehen werden als unsere. Einsamkeit, Identitätsprobleme, psychische Störungen oder Abhängigkeiten waren von 30 Jahren eher die Ausnahme in Gemeinden, in 30 Jahren ist es wohl normal. Enttsprechend werden die Aktivitäten und Unterweisungen und das ganze Gemeindeleben aussehen: Völlig anders, als wir es heute kennen. Was der Heilige Geist damit im Einzelnen alles machen wird, ist schwer zu sagen. Der Wind weht ja bekanntlich, wo er will.

Die Gemeinde der Zukunft (8) leidet an enormer Fluktuation

In Zukunft werden Gemeinden an zwei Formen von Fluktuation leiden. Die erste ist tatsächliche Fluktuation. Jobwechsel, Umzüge, neue Lebensumstände - die Flexibilität der neuen Zeit lässt so manchen Gläubigen nur ein oder zwei Jahre in derselben Gemeinde verbringen. Jugendgruppen und Studentengemeinden kennen das Problem schon lange, nun wird es auch die Gemeinden der "Großen" erreichen. Die zweite ist gewählte Fluktuation. Es wird eine steigende Anzahl Gläubige geben, die Gemeinde X als ihre Gemeinde und ihr geistliches Zuhause loben. Doch sie tauchen nur dann auf, wenn es gerade passt, und es gibt viele Gründe, warum es gerade nicht passt. Das kann dazu führen, dass sich an drei aufeinanderfolgenden Wochen drei völlig verschiedene Menschengruppen treffen, die sich alle kennen mögen und zur selben Gemeinde rechnen. Beide Fluktuationen zusammen werden so manchen Leiter frustrieren, denn trotz vieler Stärken zeigt es die Unzuverlässigkeit und Kurzlebigkeit vieler zukünft...

Die Gemeinde der Zukunft (7) hat andere moralische Werte

Fangen wir heute mit dem an, was die meisten Alten wohl ohnehin als schlechte Nachricht befürchten:  Zukünftige Gemeinden werden deutlich weniger Probleme mit sexueller Erregung haben als die meisten ihrer Vorgänger. Und zwar auch außerhalb der Institution, die wir heute als staatlich festgelegte Ehe kennen. Das heißt nicht, dass die lebenslange, monogame und treue Beziehung als höchstes, anzustrebendes Modell von Christen aufgegeben wird. Doch man wird gnädiger sein mit allen, denen das nicht gelingt. Wie man allerdings "gnädig" und "Gnade" definieren wird, bleibt wohl jeder Gruppe selbst überlassen. Ich bin mir sicher, dass sexuelle Unbekümmertheit bis hin zur Freizügigkeit aus heutiger Sicht als einer der Schwachpunkte der Zukunftsgemeinde ausgelegt werden könnte. Dafür gibt es viele Gründe. Erstens war Sex über Jahrhunderte die ultimative Kardinalssünde Nummer eins. Um das zu korrigieren, wäre es nicht verwunderlich, wenn das Pendel erstmal in die andere Ri...

Die Gemeinde der Zukunft (6) legt Wert auf Beziehung

Eigentlich sollte es überflüssig sein, zu diesem Thema einen eigenen Blogpost zu schreiben. Gemeinde sollte immer Gemeinschaft und damit Beziehung sein. Leider ist sie's nicht. Allzuoft wurde Christentum mit einer unpersönlichen, frommes Show am Sonntagmorgen assoziiert: Man geht hin, schaut kostümierten Experten bei der Vorführung zu und geht wieder heim. Doch in Zeiten fotorealistischer 3D-Animationen, Cyberbrillen, wuchernder Vereinsamung und Individualisierung drängt uns der Geist Gottes mehr und mehr in Gemeinschaft als Jüngerschaftsschule hinein. Viele Gemeinden haben heute schon ein Kirchencafé. Das ist ein ebenso winziger wie wichtiger Anfang. In Zukunft wird man noch mehr abhängen wollen, voreinander echt sein. Und genau wie sich am säkularen Arbeitsplatz der soziale Wunschfokus vom "gutem Chef" (den wollte man gestern) auf "tolle Kollegen" (die will man morgen) verlagert, so wird man in zukünftigen Gemeinden weniger Gewicht auf einen "guten P...

Die Gemeinde der Zukunft (5) ist ökumenisch

Wo es immer weniger Christen gibt, kann man sich keinen Exklusivismus leisten. Das ist kein neuer Trend. Schon lange spalten sich keine Denominationen mehr wegen des Backrezepts eines Abendmahlsbrotes. Solche Lächerlichkeiten konnte man sich nur leisten, als es in jedem Dorf noch genug Christen gab, die Zeit und Lust genug hatten, über solche Unwichtigkeiten zu streiten. War man erstmal lange genug der einsame, einzige Christ im Dorf, dann freut man sich über einen zweiten einsamen. Und plötzlich werden die Gemeinsamkeiten wichtiger als die Unterschiede. Heute gibt es die Allianz. Schon lange arbeiten Gemeinden auf lokaler Ebene zusammen. Doch das ist erst die Saat. Dieser Trend wird sich intensivieren und multiplizieren, weil es in Zukunft nicht sehr viele Alternativen geben wird. Wer nicht zusammenarbeiten will, wird exklusiv sterben, und der Grabstein wird ebenso schwer wie der dort verscharrte Dickkopf sein. Das heißt ganz praktisch, dass es auch zu Verschmelzungen ganzer De...

Die Gemeinde der Zukunft (4) hat mehr Liturgie

Der Trend geht eindeutig zur Liturgie. Nicht irgendwelche regelmäßigen Gottesdienstgewohnheiten, die in Freikirchen auch schon mal gerne als "Liturgie" gesehen werden, sondern echte, klassische Liturgien unterschiedlicher Färbung. Stundengebete, Wechsellesungen, Gesänge, symblische Handlungen und so weiter. Vor allem junge Leute entdecken den kostbaren doch kostenlosen Wert und Reichtum, der darin zur Verfügung steht. Dafür gibt es einfache Erklärungen. Eine ist, dass es in Zukunft immer weniger Profi-Christen, also studierte und bezahlte Priester, Pfarrer und Pastoren geben wird. Damit werden es weniger Experten und mehr "Laien". Doch eine fertige Liturgie zur Hand nehmen und sie gemeinsam lesen und beten, das kann wirklich fast jeder. Ein anderer ist, dass extrem viel weniger Grundwissen über den Glauben vorhanden sein wird. Kein Religionsunterricht mehr, keine Unterweisung, wenig christliches in den Medien. Da können klösterliche Liturgien eines Kirchenjah...

Die Gemeinde der Zukunft (3) hat kein Gemeindehaus

Gemeindehäuser und Kirchbauten sind keine Erfindungen des Neuen Testaments, sondern des römischen Reiches. Als Konstantin, römischer Kaiser seines Zeichens, das Christentum im 4. Jahrhundert erst tolerierte und später zur Staatsreligion erklärte, tat er dies mit typisch römischem Religionsverständnis: Es war Aufgabe der Götter, sich um das Wohl des Reiches zu kümmern und es war Aufgabe der Priester, das Wohl der Götter sicherzustellen. Die Göttertempel Roms waren also alles andere als religiöse Nebensache, sondern erfüllten einen poltisch-militärisch-wirtschaftlich extrem wichtigen Staatsauftrag. Als Konstantin zur Einsicht kam, dass der Gott der Christen stärker sein muss als alle römischen Götter zusammen, handelte er mit logischer Konsequenz und händigte in einem längeren Prozess sämtliche heidnischen Tempel an die Bischöfe der Christen aus. Fortan sollten sie ihren Gott dort so manipulieren, dass er Rom wohlgesonnen war. Die heidnischen Tempel wurden christianisiert, die Ide...

Die Gemeinde der Zukunft (2) wird kein Geld haben

Kleine Gemeinden brauchen kleine Geldbeutel. Oder gar keinen. Doch so wie wir Kirche kennen, erscheint die Null-Budget-Gemeinde als schier undenkbar. Die Zukunft wird jene Unmöglichkeit widerlegen. Es gibt sie heute schon, Gemeinden ohne Konto und Kassierer. Zwar werden sie von den Großen, "Richtigen" selten ernstgenommen, doch dafür können sie niemals pleite gehen. Der Bau des Gottesreiches ist ohne einen einzigen Cent in der Tasche möglich, das wissen wir seit Lukas 10. Das bedeutet nicht, dass es keine Spenden oder "Zehnten geben" mehr geben wird. Im Gegenteil. Kleine Gemeinden müssen oft viel tiefer in die Tasche greifen, um manche Dinge möglich zu machen. Gastfreundschaft und Großzügigkeit werden keine Pflichten, sondern wahre Werte sein, die man sich was kosten lässt. Man organisiert sich anders und teilt anders. In Zeiten materiellen Überflusses sehen immer mehr junge Christen ein, dass z.B. drei Familien nur eine Bohrmaschine brauchen und nicht umgekehr...