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Posts mit dem Label "Winter" werden angezeigt.

Kontext ist King

Bevor hier bald ein Post über den "Preis des Optimismus" erscheint, halte ich es für angebracht, einige Bemerkungen zum vergangenen Gebetsclip zu machen. Es gibt nämlich eine gewisse Unkenntnis darüber, was (Winter-) Depression ist bzw. nicht ist und ich möchte gern vermeiden, dass der kommende Beitrag unter falschen Annahmen gedeutet wird. Depression ist in Schweden besonders im Winter weit verbreitet, deshalb mach ich's kurz und beschränke mich nur auf das, was mich betrifft. Zunächst: Es handelt sich in meinem Fall um zeitlich begrenzte Episoden einer Gemütskrankheit (affektive Störung) mit leichtem bis mittelschwerem Grad. Obwohl es physiologische Gründe hat, d.h. Störungen im Hormonhaushalt aufgrund der hiesigen Lichtverhältnisse, spielen seelische und geistliche Einflüsse auch eine Rolle. Der unbalancierte Hormonhaushalt kann in meinem Fall nicht einfach ausgeglichen werden (z.B. das fehlende Hormon durch Pillen ersetzen), hingegen wäre es leicht, sich Psycho...

Aprilschmerz

Gefrorener, ungrüner Frühling Eisiger Ostwind pfeift um die Ohren. Trotz blauen Himmels will so recht keine Farbe aufkommen, sind alle Böden und Seen immer noch gefroren, der Schnee schmilzt nicht, er verdunstet nur in der trockenen Luft. Ostern 2018 erinnert an Narnia. Der kalte Atem des " Beast from the East " hält alles in Winterstarre. Auferstehung? Davon ist nur wenig zu spüren. Trockenes Gras und kahle Bäume erinnern an wärmere Zeiten längst vergangener Tage. Eine Landschaft voller Symbole für den geistlichen Zustand unserer Zeit: Von geistlicher Erweckung ist ebenso wenig zu spüren. Eisige Winde ziehen über das Terrain und finden jede Ritze, durch die sie ins Innere dringen können. Wahrscheinlich hat Phil Zuckerman deswegen eine kahle Schneelandschaft als Coverfoto für sein Buch " Society without God " gewählt. Der Soziologe hat massenweise Dänen und Schweden über Religion interviewt. Dazu zog der Autor extra nach Skandinavien und war die ersten M...

Die Tücken des Januars

Neulich bat mich meine Frau, sie abends mit dem Auto abzuholen. Es war ein sehr kalter, dunkler Januarabend. Am Tag zuvor hatte es geschneit. Wie immer kam der Schneepflug eine Woche zu spät. Nachdem der Wagen freigelegt und -gekratzt war, konnte ich losfahren. Doch irgendwas stimmte nicht. Ich hielt an, gab wieder etwas Gas und ließ die Kupplung kommen. Der Motor heulte, die Räder drehten auf fast flacher Straße durch. In seinem 17. Winter hatte unser Bulli sich zum ersten Mal die Handbremsen festfrieren lassen. Alle Versuche, sie zu lösen, scheiterten. Das war insofern ein größeres Problem, als ich unseren Sohn am nächsten Morgen um fünf Uhr zum Flughafen bringen musste. Geduld, Hämmerchen, Holzklötzchen und Heißluftföhn waren schließlich die Tricks, die zur Lösung führten.  Was unser Auto in 17 Jahren zum ersten Mal erlebte, passiert mir als Mensch seit zehn Jahren jeden Januar: Die Handbremsen frieren fest. Es bedeutet, dass man die gleiche Menge Energie, die man sons...

Der Mai...

... ist hier immer ein etwas eigenartiger Monat. Vielleicht liegt es daran, dass sich hier innerhalb kürzester Zeit die nordische Metamorphose vom Winter zum Sommer vollzieht. Während am 30. April kaum ein Blatt an den Bäumen hing und das Gras noch braun und platt auf dem Boden lag, so ist jetzt Hochsommer angesagt. Nachts wird es nicht mehr stockfinster, wo man neulich erst mit Eisskatern unterwegs war, ist jetzt baden angesagt. Das bewegt die nordischen Gemüter, und niemand will auch nur einen Sonnenstrahl verpassen. Die Veranstaltungskalender sind gefüllt bis zum Platzen. Der Körper erwacht dank der ungewöhnlich hohen und langen Lichtduschen ebenfalls aus seinem Winterschlaf, und alle sind aktiv. Vor drei Jahren haben wir aus diesem Grund unser TjänaStan in den Mai gelegt, eben weil dies der Monats des Erwachens ist. Nach unseren bisherigen Erfahrungen merken wir aber auch, dass im Mai fast zu viel los ist. Deshalb ist es vielleicht gescheiter, mehrere kleine TjänaStan-...