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Posts

Posts mit dem Label "Glauben" werden angezeigt.

Humanistischer Ramsch

Der atheistische Humanismus  hat viele Werte und Praktiken übernommen,  die im Ursprung christlich sind;  doch losgelöst von ihrer Quelle sind sie machtlos,  unfähig, Stärke und Glaubwürdigkeit zu bewahren.  Geist, Vernunft, Freiheit, Wahrheit, Brüderlichkeit, Gerechtigkeit,  ohne diese großartigen Dinge gäbe es gar keinen Humanismus.  Sie werden unwirklich,  sobald sie nicht als Strahlen Gottes gesehen werden,  der sie mit Leben und Vitalität füllt.  Gibt man den Glauben an den lebendigen Gott auf,  verlieren sie ihre Substanz  und verkommen zu leeren Formen.  Henry de Lubac

Feuchte Gnade

September. Die erste frische Nacht. Auf der morgendlichen Hunderunde entdecke ich Tau, der fröhlich in der Sonne schimmert. Der Herbst muss wohl im Anmarsch sein. Doch wie der Regenbogen ist auch Morgentau eine Erinnerung für uns: Er erinnert an den Himmel. Er kommt über Nacht und ist einfach da. Wir müssen nichts dafür tun. Aber wie oft denken wir, wir könnten den Tau des Himmels durch gutes Verhalten, frommes Erscheinen, Gottesdienstgänge, lange Gebete, sozialen Einsatz, den Zehnten geben, keine falschen Webseiten aufrufen und so weiter produzieren? Wie oft denken wir, wenn ich dieses tue und jenes lasse, dann wird mir Gott gefällig sein? Und umgekehrt: Wenn ich dieses lasse und jenes tue, dann wird er böse, droht mit dem Zeigefinger oder schickt mich in die trockene Wüste. Derweil liegt der Tau auf jedem einzelnen Blatt und Grashalm. Als wollte er sagen: "Was für ein perverses Gottesbild habt ihr da gezüchtet." Und für alle, die ganz besonders schwer von Begriff sin...

Postmoderne Apologetik

So manchem hängt das Wort "Postmoderne" heute schon zum Halse raus, dabei hat sie noch gar nicht richtig angefangen. Die wahren postmodernen Zeiten kommen erst noch. Wer Gemeinde gründet, darf dies nie nur für die eigene Generation tun, sondern muss auch immer die kommende im Blick halten. Mein " Kartoffelpost " vom 6. Februar zeigt sowohl die Sinus-Milieus für ganz Deutschland als auch die nur der Jugendlichen. Und siehe da: Unter den Teenagern sind die Traditionellen schon jetzt komplett verdunstet. Was sagt da die Hochrechnung? In einigen Jahren wird es wohl endgültig keine absoluten Wahrheiten mehr geben. Das ist ja eine postmoderne Grundhaltung: Nichts ist objektiv. Es gibt zwar Aussagen und Behauptungen, aber erst die eigene Deutung oder Interpretation machen solche Behauptungen wahr oder falsch. Ein Beispiel: Vor 500 Jahren wurde ein Mensch als Bauer geboren. Seine Wirklichkeit war, dass er zeitlebens im Bauernstande leben würde. Der Postmoderne sagt h...

Jesus: "Warum lässt du das zu?!"

Unverhoffter Orkan. Es geht drunter und drüber. Das ist nicht die erste Welle, die uns tsunamimäßig fast über Bord spült. Kälte. Nässe. Panik. Verzweiflung. Dieses Gefühl der totalen Einsamkeit. Todesangst. Wenn's so weitergeht, war's das wohl. Wir werden ernsthaft mit dem Leben abschließen müssen, und zwar alle miteinander. Gott? Wir dachten, er hätte uns hierher geschickt. Wir haben an eine Berufung geglaubt. Jetzt weiß ich nicht, wo er ist. Schlummert er? Vielleicht ist er ja da, aber entweder kriegt er nichts mit, oder es interessiert ihn einfach nicht. Unser Leben wird gerade demontiert, wir sind in der Hölle, und keiner kriegt's mit. Kein Mensch, kein Gott. Andererseits habe ich so viel mit ihm erlebt die letzte Zeit, ich will nicht so einfach glauben, dass er wirklich so gleichgültig und selbstvergessen ist. Warum lässt er das zu?! Ein letztes Mal erhebe ich ein verzweifeltes Geschrei und blöke ihn vorwurfsvoll an: "Merkst du eigentlich gar nichts, Jesus?! Ist d...

H2O-Wert Nr. 2: Spiritualität

Der Mensch ist ein geistliches Wesen. Es gibt keinen Menschen ohne Glauben. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass jeder Mensch gleich viel glaubt. Die großen Unterschiede liegen im Inhalt, in der Qualität des Glaubens, nicht der Quaintität. Der Glaube eines charismatischen Pfingstlers, eines sunnitischen Imams, eines esoterischen Heilers und eines epikuräischen Atheisten ist wahrscheinlich für alle ungefähr gleich groß. Und für alle hat er gleichgroße wenn auch sehr unterschiedliche Auswirkungen auf den Alltag. Wir leben immer , was wir glauben. Zwei Problemchen stellen sich uns heutzutage in den Weg. Erstens, viele wissen gar nicht, was sie eigentlich glauben. Die allermeisten sind verloren im Sinne von verirrt. Wer sagt, er glaube an nichts, hat eigentlich nur noch nicht herausgefunden, auf welcher Glaubensgrundlage sein oder ihr Leben in Wahrheit funktioniert. Vieles im Leben wäre aber leichter zu nehmen, wenn wir uns selbst besser verstünden. Zweitens, nicht wenig...

Nur nicht vom Kurs abkommen!

(Grafik: ECB) Als wir vor über drei Jahren unseren letzten Budgetplan erstellten, gingen wir von einem Wecheslkurs von knapp 10,5 aus, d.h für z.B. 1000EUR sollten rund 10500 Kronen auf unserem schwedischen Konto ankommen. Alle wissen, dass es dem Euro gerade nicht so gut geht, und in diesem Monat werden wir für denselben Betrag kaum mehr als 8000 Kronen bekommen. Es wäre zwar für uns zur Zeit extrem billig, in Euros einzukaufen, allerdings nicht, wenn man gerade vorher über 20% des Einkommens einfach so mir nix dir dix abgezogen bekommen hat. Natürlich müssen wir uns zwar Gedanken machen, wie wir das als Familie langfristig lösen können, denn die Schmerzgrenze ist bei sonst steigenden Lebenskosten und gestrichenem Kindergeld für Ole schon längst überschritten - aber bis jetzt können wir zwei Dinge mit Fug und Recht behaupten: Erstens, Gott ist gut und zweitens, Er hat uns bisher trotzdem versorgt. Aus irgendwelchen Gründen haben wir seit Monaten die Gnade erhalten, die Eurokrise r...