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Posts mit dem Label "Gemeinschaft" werden angezeigt.

Lebendige Türme

Gastbeitrag von Kelli Crull Kelli Crull ist Künstler und hat drei Gemeinden in Madrid gegründet. Gemeinsam mit seiner Frau April, Communitas' stellvertretende Europadirektorin, und deren drei Kindern lebt er nun in Oviedo. Der Beitrag ist eine Predigt in Crulls sendender Gemeinde in Iowa.  Guten Tag! Ich freue mich, heute hier bei Euch sein zu dürfen. Falls ihr uns noch nicht kennt, ich heiße Kelli Crull, und meine wunderbare Frau April ist auch hier. Ursprünglich komme ich aus Sioux Center, und ob ihr’s glaubt oder nicht, aber eure Gemeinde hat uns die letzten 15 Jahre als Missionare unterstützt. Ich kann’s kaum glauben, dass ich schon soo alt sein soll - aber das ist eine andere Geschichte. Zu allererst möchte ich eine großes Dankeschön aussprechen, für Eure Unterstützung und Treue über so viele Jahre. Ohne Euch könnten wir nicht tun, was wir tun, also nochmals: Danke! Wie schon erwähnt, leben wir in Spanien. Wer von Euch ist schon mal in Spanien gewesen? - Vielleicht wis...

Happy Camper

Nee, das hat nix mit camping zu tun. Ein happy camper ist einfach ein Mensch, der gerade glücklich ist, und so fühle ich mich an diesem Sonntagmorgen (nach einer ziemlich kurzen Nacht) während ich gerade auf Heimreise von Stockholm zurück nach Göteborg bin. Wir haben das vierte von fünf Forgewochenenden sehr gut hinter uns gebracht. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich die Teilnehmer entwickeln, diskutieren, ehrlich sind, Gäste einladen, die "das auch unbedingt mal erleben" sollen. Auf dem ersten schwedischen Forgetraining passiert etwas, wovon ich von Anfang an mit unseren Dienst bei H2O geträumt hatte: Interesse, Neugier und Dominoeffekt. Das allerbeste ist, das sowohl die Leiter als auch alle Teilnehmer sagen, man erlebe auf jedem Wochenende die Gegenwart Gottes im Heiligen Geist. Den krönenden Abschluss jedes Wochenendes bildet eine "Liturgie", die wir selbst erfunden haben: Alle stehen im Kreis und der erste sagt, zu welchen Menschen er sich nach dies...

Pastor mit weit verstreuter Gemeinde

Ich fühle mich eher wie ein Cowboy als ein Hirte. Aber beide haben ja ähnliche Aufgaben. Im Moment komme ich mir eher wie ein Pastor als wie ein Missionsleiter vor. Meine Gemeinde ist auf ganz Europa verteilt, sie dienen in verschiedenen Städten, und jeder hat an seiner Front zu kämpfen. Durch die vielen Wechsel in der Communitasleitung in den vergangenen Jahren fühlt sich der ein oder andere etwas vernachlässigt, verunsichert oder gar verwaist. In Absprache mit meinem Leiungsteam, der "Gemeindeleitung" wenn man so will, haben wir uns geeinigt, dass alle Projekte "Hausbesuche" benötigen. Wenn man weit verstreut lebt, geht nichts über persönliche Begegnungen. Ich hätte nie und nimmer gedacht, dass mir die persönliche Begegnung, die Zeit von Mensch zu Mensch einmal so wichtig werden würde. Es geht darum, zu hören und lernen, Beziehung und Vertrauen zu bauen und vor allem die gemeinsame Vision zu bauen und zu vermitteln. Heute geht es zu diesem Zweck für drei Tage...

Die Entdeckung der Langsamkeit

Meine Frau spielt schon lange keine Strategiespiele mehr mit mir. Anfangs fand sie es immer lustig, weil sie jedes Spiel gewann. Vor allem neue Spiele. Doch nach ein paar Spielen, Tagen oder Wochen, wenn ich es dann endlich auch begriffen hatte und beginne, eigene Taktiken zu entwickeln, wird der Spieß umgedreht. Nach einigen Ehejahren entdeckte sie dieses Muster und fand es fortan langweilig, gegen mich immer nur noch zu verlieren. So geht es mir oft. Mittlerweile weiß ich es: Wenn mir neue Leute ein neues Spiel beibringen wollen, fühle ich mich grundsätzlich wie ein dummer Schuljunge, der gar nichts rafft, während alle anderen sofort kapieren, was abgeht. Aus diesem Grunde habe ich wohl auch nie Skat gelernt, trotz vieler Versuche, es mir beizubringen. Das Gefühl, dumm zu sein und andere mit meiner Dummheit zu nerven, war wahrscheinlich immer die größte Erfolgsbremse. Die Abseitsregel habe ich auch erst bei der WM 2010 in Südafrika gerafft. Nicht, weil sie mir da jemand erklären...

Die Gemeinde der Zukunft (7) hat andere moralische Werte

Fangen wir heute mit dem an, was die meisten Alten wohl ohnehin als schlechte Nachricht befürchten:  Zukünftige Gemeinden werden deutlich weniger Probleme mit sexueller Erregung haben als die meisten ihrer Vorgänger. Und zwar auch außerhalb der Institution, die wir heute als staatlich festgelegte Ehe kennen. Das heißt nicht, dass die lebenslange, monogame und treue Beziehung als höchstes, anzustrebendes Modell von Christen aufgegeben wird. Doch man wird gnädiger sein mit allen, denen das nicht gelingt. Wie man allerdings "gnädig" und "Gnade" definieren wird, bleibt wohl jeder Gruppe selbst überlassen. Ich bin mir sicher, dass sexuelle Unbekümmertheit bis hin zur Freizügigkeit aus heutiger Sicht als einer der Schwachpunkte der Zukunftsgemeinde ausgelegt werden könnte. Dafür gibt es viele Gründe. Erstens war Sex über Jahrhunderte die ultimative Kardinalssünde Nummer eins. Um das zu korrigieren, wäre es nicht verwunderlich, wenn das Pendel erstmal in die andere Ri...

Die Gemeinde der Zukunft (6) legt Wert auf Beziehung

Eigentlich sollte es überflüssig sein, zu diesem Thema einen eigenen Blogpost zu schreiben. Gemeinde sollte immer Gemeinschaft und damit Beziehung sein. Leider ist sie's nicht. Allzuoft wurde Christentum mit einer unpersönlichen, frommes Show am Sonntagmorgen assoziiert: Man geht hin, schaut kostümierten Experten bei der Vorführung zu und geht wieder heim. Doch in Zeiten fotorealistischer 3D-Animationen, Cyberbrillen, wuchernder Vereinsamung und Individualisierung drängt uns der Geist Gottes mehr und mehr in Gemeinschaft als Jüngerschaftsschule hinein. Viele Gemeinden haben heute schon ein Kirchencafé. Das ist ein ebenso winziger wie wichtiger Anfang. In Zukunft wird man noch mehr abhängen wollen, voreinander echt sein. Und genau wie sich am säkularen Arbeitsplatz der soziale Wunschfokus vom "gutem Chef" (den wollte man gestern) auf "tolle Kollegen" (die will man morgen) verlagert, so wird man in zukünftigen Gemeinden weniger Gewicht auf einen "guten P...

Die Gemeinde der Zukunft (5) ist ökumenisch

Wo es immer weniger Christen gibt, kann man sich keinen Exklusivismus leisten. Das ist kein neuer Trend. Schon lange spalten sich keine Denominationen mehr wegen des Backrezepts eines Abendmahlsbrotes. Solche Lächerlichkeiten konnte man sich nur leisten, als es in jedem Dorf noch genug Christen gab, die Zeit und Lust genug hatten, über solche Unwichtigkeiten zu streiten. War man erstmal lange genug der einsame, einzige Christ im Dorf, dann freut man sich über einen zweiten einsamen. Und plötzlich werden die Gemeinsamkeiten wichtiger als die Unterschiede. Heute gibt es die Allianz. Schon lange arbeiten Gemeinden auf lokaler Ebene zusammen. Doch das ist erst die Saat. Dieser Trend wird sich intensivieren und multiplizieren, weil es in Zukunft nicht sehr viele Alternativen geben wird. Wer nicht zusammenarbeiten will, wird exklusiv sterben, und der Grabstein wird ebenso schwer wie der dort verscharrte Dickkopf sein. Das heißt ganz praktisch, dass es auch zu Verschmelzungen ganzer De...

Teamtreffen im Piemont

Erstmal danke an alle, die nach dem letzten Gebetsclip für uns gebetet haben! Wir hatten ein außergewöhnlich gutes Treffen, diesmal nicht nur mit einigen Ehepartnern, sonder auch Dudley, Communitas' "Präsident", wie man im Amerkanischen so schön sagt, Kevin, dem "Global Advancement Teamleiter", Daphne von Staff Care & Development sowie einigen Ehepartnern - wie zum Beispiel meine liebe Frau. Wir trafen uns im ehemaligen Rückszugsort der Waldenser im Pellicetal im Piemont auf 800m Höhe nahe der französischen Grenze. Die Waldenser sind ein faszinierendes Völkchen, dafür dass sie schon im 12. Jahrhundert gegründet wurden, viel Wert auf persönliches Bibelstudium und verständliches Predigen legten sowie Kirchenmacht strikt ablehnten, waren sie ihrer Zeit weit, weit voraus und in ihrem Denken durchaus reformatorischer als Luther. Doch dafür wurden sie verfolgt und exkommuniziert. Ich persönlich habe diesen Ort mit seiner Geschichte als sehr geeignet und in...

Don't worry - be grateful!

Liebe Gemeinde Europas - an Deinem Geburtstag machst Du Dir vielleicht ein paar Gedanken über Deine Zukunft. Und wahrscheinlich wirst Du Dir in kommenden Jahren immer mehr Gedanken darüber machen. Nicht unbedingt, weil Du älter wirst, sondern weil Dir dieser Muskelschwund zu denken gibt. Liebe Gemeinde Europas, es mag in der Tat Besorgnis erregend sein. Doch mach Dir bitte nicht zu viele Gedanken. Du bist nicht nur stärker, als Du denkst (und wirst es auch immer bleiben), Du hast vor allem etwas zu bieten, was niemand sonst, wirklich keiner (mit K! - auch nicht einer!) zu geben hat. Das mag zwar im Gegröhle der Welt leicht übersehen werden, aber das macht überhaupt gar nichts. Die wirklich interessanten und attraktiven Persönlichkeiten sind jene, die sich in aller Demut ihres besonderen Wertes bewusst sind; solche, die sich sowohl geliebt wissen als auch selber lieben können. Als kleine Aufmunterung zum heutigen Pfingsttag schenke ich Dir eine kleine Webseite. Es ist mein ganz pers...

Greg Boyd in Budapest

Diesen Sommer kommt der Pastor, Redner und Autor Greg Boyd nach Budapest. Lust und Interesse? Einfach klicken:

Fliegend zu den Holländern

Crossroads Den Haag ist die erste und bislang einzige CA-gegründete Gemeinde, die einen katholischen Kirchbau übernommen hat. Eines meiner Ziele für CA in Europa ist, noch mehr Zusammengehörigkeitsgefühl und Teamgeist zwischen unseren Gemeinden Europas zu schaffen. Das gilt allen Gemeinden und missionalen Initiativen der CA-Familie, insbesondere aber für die älteren, mittlerweile selbstständigen und recht etablierten Crossroadsgemeinden, die noch der "prä-missionalen Epoche" angehören. Und diese haben sich in der ganzen missionalen Diskussion manchmal ausgeschlossen gefühlt. Das soll und darf nicht sein, finde ich. Schließlich gehören wir alle demselben Herrn. Bei Gemeinden ist es wie im echten Leben mit echten Menschen - das meiste geht nur über Beziehungen. Und die können gut oder schlecht laufen. Gute Beziehungen sind meistens solche, die von Liebe und gegenseitigem Interesse gekennzeichnet sind. Und als ich hörte, dass bei einer unserer älteren in Holland gegründete...

H2O Sommerfest

Am 6. Juni, Schwedens Nationaltag, im Jahre 2008 erblickte H2Os das Licht der Welt. Seither hat sich viel getan und verändert, doch unser Geburtstag bleibt der 6. Juni. Den 7. Geburtstag H2O feierten wir passenderweise am darauffolgenden Sonntag mit Sommerfest und Andacht in unserem Garten. Und wie's bei H2O fast schon Tradition ist, so weiß man nie genau, wer auftaucht und wer nicht. Der Heilige Geist war auf jeden Fall da. Ob Er es allerdings war, der uns den Sonnschirm auf's Zelt geweht hat, glauben wir aber nicht.

Zufällig Vorbild geworden

Dass er kein gewöhnlicher Gemeindepastor werden wollte, wurde Ben schon auf dem Bibelseminar klar. "Dazu bin ich nicht hart genug", sagt er lapidar und scheint es wirklich so zu meinen. Knallhart genug ist er hingegen, einen lang gehegten Traum durchzuziehen: Gemeinschaft auf alternative Art zu bauen, Arbeitsplätze zu schaffen, Menschen zusammenzuführen und durch die Schönheit der Natur in die Anbetung zu leiten. Gott fand das auch und schickte ihm einen frommen Investor in den Weg. Die beiden bestimmten, dass diese Idee sich harmonisch in den örtlichen Kontext einfügen muss und bauten dann eine beeindruckende Ranch mit beeindruckend vielen Gebäuden und noch mehr beeindruckend vielen Pferden. Was fügt sich harmonischer in den Kontext Colorados ein? Beeindruckende Empfangsshalle: Beim Anblick der Schaufeln des "Moose" an der Wand erbleichen schwedische Elchbullen vor Neid, die Kühe törnt's wahrscheinlich an... Hier kann man nun also Urlaub mit vielen Aktivi...

H2O-Wert Nr. 2: Spiritualität

Der Mensch ist ein geistliches Wesen. Es gibt keinen Menschen ohne Glauben. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass jeder Mensch gleich viel glaubt. Die großen Unterschiede liegen im Inhalt, in der Qualität des Glaubens, nicht der Quaintität. Der Glaube eines charismatischen Pfingstlers, eines sunnitischen Imams, eines esoterischen Heilers und eines epikuräischen Atheisten ist wahrscheinlich für alle ungefähr gleich groß. Und für alle hat er gleichgroße wenn auch sehr unterschiedliche Auswirkungen auf den Alltag. Wir leben immer , was wir glauben. Zwei Problemchen stellen sich uns heutzutage in den Weg. Erstens, viele wissen gar nicht, was sie eigentlich glauben. Die allermeisten sind verloren im Sinne von verirrt. Wer sagt, er glaube an nichts, hat eigentlich nur noch nicht herausgefunden, auf welcher Glaubensgrundlage sein oder ihr Leben in Wahrheit funktioniert. Vieles im Leben wäre aber leichter zu nehmen, wenn wir uns selbst besser verstünden. Zweitens, nicht wenig...

H2O-Wert Nr. 1: Beziehungen

" Never sacrifice relationship for a task " - opfer nie eine Beziehung für eine Aufgabe, dieses Mantra habe ich 2005 während unseres Praktikums in Glasgow gelernt. Für einen (a) aufgabenorientierten, (b) eher introvertierten, (c) deutschen (d) Mann wurde das für mich sofort ein Spannungsfeld zwischen zwei Extremen, aber es hat sich immer richtig angefühlt und ich wollte mich herausfordern lassen. Ich hatte sofort eingesehen, dass gerade wir Christen in Sachen Beziehung doch wohl vorbildlich sein müssten. Aber wir sind es nicht. Gerade Menschen aus den Kategorien (a) bis (d) verstecken sich gerne hinter ihren Aufgaben, wenn Beziehungsarbeit eigentlich wichtiger wäre. CA ist ein äußerst beziehungsorientiertes Grüppchen. Hat mich als (a)bis(d)'ler oft gestresst. Echt jetzt. Doch in kleinen Schritten lernte ich, manche Aufgabe unterbrechen oder sogar ganz liegenlassen zu können, um die gewonnene Zeit einem Menschen zu widmen. Das müssen nicht immer gleich Problem- ...

Full House

Erwin hatte Geburtstag, und zwar einen runden. Und runde Geburtstage sind wichtig in Schweden, so wichtig, dass man alle seine Freunde und Bekannte einladen kann. Die meisten kommen tatsächlich! Einen runden Geburtstag feiert man bekanntlich nicht jedes Jahr, deshalb muss man die wenigen Gelegenheiten, die uns gegeben sind, einfach ausnutzen. Erwin lud in unser H2O-Center ein, und es füllte sich mit rund 50 Erwachsenen plus Kindern. Es war 'ne klasse Feier, und es war schön zu sehen, wie gut eine Gruppe dieser Größe samt spielender Kinder sich in unserem Glashaus aufhalten kann. Eine runde Sache!

Lagom

Soeben komme ich von Reningsborgs Kaffeepause zurück in unser H2O-Büro. Dort versammeln sich nämlich jeden Morgen um 10 alle Mitarbeiter zu einer halbstündigen Pause mit Kaffee und Brotzeit, und das sind die offiziell in Angered Angestellten, die Männer und Frauen welche hier ihr Arbeitstraining machen, oft Helfer und Mitarbeiter des Sozialamtes oder Unternehmer, die auf irgendeine Weise mit Reningsborg zusammenarbeiten. Da können manchmal bis zu 50 Leute versammelt sein, die meisten aus aller Herren Länder mit allen möglichen kulturellen und religiösen Hintergründen. Die einzige gemeinsame Sprache ist schwedisch. Vor ein paar Wochen wurde ich von Reningsborg gefragt, ob ich nicht jeden Mittwoch eine kurze Andacht halten könne, nur ganz wenige Minuten mit einem kleinen Impuls zum Nachdenken und einem kurzen Gebet vor der Fikapause. Heute sprach ich über das Lernen von Sprachen, die meisten hier sind schließlich Ausländer. Und dass man sich manchmal fragt, warum dieses oder jenes Wort...

Beziehungen in Nordeuropa

Fragt mich doch neulich jemand: "Worin unterscheidet sich ein extrovertierter Schwede von einem introvertierten Schweden?" "Hm. Keine Ahnung", sage ich schmunzelnd und sehe ihn neugierig an. "Ganz einfach: Der introvertierte Schwede schaut auf seine Schuhe, wenn er mit dir redet. Der extrovertierte schaut auf deine Schuhe." In Sachen Beziehungen gibt es in Europa ein beachtliches Nord-Süd-Gefälle. Der Umgang der Silizianer unterscheidet sich deutlich von den Nordfinnen. Skandinavische Beziehungen wachsen wie lappländische Fjällkiefern: Langsam und mit Holz so hart wie Stahl. Das hat natürlich massive Auswirkungen auf den Gemeindebau, und man kann nicht davon ausgehen, dass jede Methode überall gleich funktioniert. Unser Kollege Chris McKenzie macht im ebenfalls nordeuropäischen Schottland ähnliche Erfahrungen. Und er spricht darüber, wie kritisch Missionare beäugt werden, die kommen, schnell was reißen wollen um dann wieder abzuhauen: "Embe...

Let's Glögg!

Glögg ist die schwedische Version des Glühweins, und es gibt drei beliebte Versionen: Alkoholfrei, Leichtglögg mit 2,2% und "richtigen" Glögg. Letzten Freitag war ich doch tatsächlich mal in der Systembolaget einkaufen (dem einzigen Geschäft Schwedens, wo man alkoholhaltige Getränke über 3,5% kaufen kann) um ein paar Flaschen richtigen Glühwein zu kaufen. Nicht, weil ich es so nötig hätte, sondern weil wir zum Samstag sämtliche Nachbarn, genauer gesagt die ganze Straße mit allen ihren 21 Hausnummern zu uns in die Nummer 10 zum "offenen Haus mit Glögg" eingeladen haben. Wir boten das ganze schwedische Glöggbuffet an; zum Beispiel alle drei Glöggversionen, Rosinen und Mandeln, die man sich hier in den Wein streut, Eiskonfekt, Pfefferkuchenkekse mit Schimmelkäse,  Julmust  für die Kinder und vieles mehr. Die ersten Gäste, die kamen, meinten schon gleich in der Haustür, dass es sowas ja seit 35 Jahren hier nicht gegeben habe (vor 35 Jahren wurde die Siedlung gebaut). Ni...