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Posts mit dem Label "Paulus" werden angezeigt.

P wie prophetisch

Im Mai 1991 besuchte ich völlig spontan meine Großmutter im Altenheim. Sie sprach nicht viel, und ich las ihr aus meiner kleinen, blauen Reisebibel vor. Es war ein schöner, friedlicher und liebevoller Besuch. Als ich dann gehen musste, war uns beiden klar, dass wir uns nicht mehr wiedersehen würden. Langsam, aber sehr dankbar schlich ich aus dem Zimmer. Eine gefühlte Stunde, nachdem ich den Raum verlassen hatte, wachte ich in Freetown auf - ein neuer Morgen in Sierra Leone. Meine Oma war immer noch in Gummersbach - doch ich war eine Woche zuvor nach Afrika gereist. Mir war klar, dass ich sie nur im Geist besucht hatte und heute ihr Todestag sein würde. 1991 hatten wir noch keine Handys. Als mich zwei Wochen später meine Eltern am Flughafen abholten und dann verzweifelt nach Worten suchten, mir schonend beizubringen, was in meiner Abwesenheit passiert war, konnte ich ihnen helfen: "Die Oma ist tot, ich weiß. Ich habe sie vorher noch besucht." Ich war 23 Jahre alt, und dies ...

Lebendige Türme

Gastbeitrag von Kelli Crull Kelli Crull ist Künstler und hat drei Gemeinden in Madrid gegründet. Gemeinsam mit seiner Frau April, Communitas' stellvertretende Europadirektorin, und deren drei Kindern lebt er nun in Oviedo. Der Beitrag ist eine Predigt in Crulls sendender Gemeinde in Iowa.  Guten Tag! Ich freue mich, heute hier bei Euch sein zu dürfen. Falls ihr uns noch nicht kennt, ich heiße Kelli Crull, und meine wunderbare Frau April ist auch hier. Ursprünglich komme ich aus Sioux Center, und ob ihr’s glaubt oder nicht, aber eure Gemeinde hat uns die letzten 15 Jahre als Missionare unterstützt. Ich kann’s kaum glauben, dass ich schon soo alt sein soll - aber das ist eine andere Geschichte. Zu allererst möchte ich eine großes Dankeschön aussprechen, für Eure Unterstützung und Treue über so viele Jahre. Ohne Euch könnten wir nicht tun, was wir tun, also nochmals: Danke! Wie schon erwähnt, leben wir in Spanien. Wer von Euch ist schon mal in Spanien gewesen? - Vielleicht wis...

Mut und Freiheit

Mut und Freiheit sind zentrale und wesentliche Werte in der Nachfolge Jesu. Leider hört man (d.h. höre ich ) ziemlich wenig von Christen zum Thema Mut. Mut bedeutet Risikobereitschaft, im Angesicht der Gefahr das Richtige und Wichtige zu tun. Wer danach trotz aller davongetragenen Wunden und Narben immer wieder mutig sein kann, ist ein wirklich freier Mensch; einer, der sich selbst überwindet, allen Drohungen trotzt und sich einsetzt. Wer das nicht schafft, kann nicht behaupten, frei zu sein. Jedenfalls nicht im Sinne Jesu. Die Welt definiert Freiheit freilich anders: plump ausgedrückt geht's bei " Freiheit à la Welt " um nicht viel mehr als viel Egoismus, viel Geld ausgeben und viel Sex. In Gemeinden höre ich mehr über Freiheit als über Mut. Doch " Freiheit à la Gemeinde " klingt oft nach einer akademischen Abhandlung, wenig nach Leidenschaft. Es fühlt sich eher wie Staubputzen an als wie klares, sprudelndes Wasser, in das so, wie man wie man ist, einfach ...

Junge Römer

Der Thron des Papstes? Italien hat mehr Freikirchen, als man meinen sollte. Längst nicht alles ist in katholischer Hand. Aber natürlich ist nicht alles problemfrei. Einerseits wird auch Italien von der Säkularisierung getroffen und alle Trends gehen in die gleiche Richtung. Außerdem haben die wenigsten italienischen Pastoren eine theologische Ausbildung. Das meiste ist Berufung und Erfahrung. Allerdings sind viele Pastoren gleich so erfahren, dass sie weit, weit über das offizielle Rentenalter hinaus sind. Nicht wenige sind deutlich über 80. Und so manchem fällt es schwer, loszulassen und das Regiment einem anderen, noch unerfahrenen Jüngeren zu überlassen. Training und Ausbildung ist wichtig. Und wir fragen uns, ob oder was wir als COMMUNITAS beitragen können. Unter anderem trafen wir uns in Rom mit dem stellvertretendem Leiter der italienischen evangelischen Allianz, der nicht nur Professor für Kirchengeschichte ist sondern auch eine nebenberufliche Ausbildung für Pastoren ganz...

"Ich hab 'n Plan!"

Das in Schweden sprichwörtliche "Ich hab 'n Plan!" lässt Leute schmunzeln. Es kommt aus einer TV-Verbrecherkomödie aus den 80-ern wo der Anführer des Gaunertrios mit immer neuen unmöglichen Plänen daherkommt. Ich hab auch 'n Plan - aber wie weit soll man als Jesusnachfolger überhaupt planen? Kann man Gott verplanen? Kann man planen, wohin Jesus als nächstes gehen wird? Oder wird der Herr selbst schnell zum Stressfaktor Nummer eins in unserem Leben, weil Er anders will als wir? Zum Jahreswechsel oder Beginn eines für H2O neuen Halbjahres ist planen unumgänglich - und wahrscheinlich muss man einfach versuchen, gottgefällig zu planen. Doch um es gleich Vorweg zu nehmen, ein gottgefälliges Leben ist gespickt mit Paradoxen. " Wer sein Leben verliert, der wird es finden " ist zum Beispiel eines davon. Und ähnlich geht es mit dem Planen. Einserseits sind wir Gottes Ebenbild. Wir dürfen uns sollen auch Seine Kreativität und Schaffensfreiheit widerspiegeln. Wir...

"Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig"

So lautet die Jahreslosung, die wie ein Lebensmotto über dem neugeborenen 2012 feierlich ausgesprochen wird. So mancher gute Wunsch, der bei Geburten, auf Kindersegnungen, Taufen oder Eheschließungen ausgesprochen und mit auf den Weg gegeben wird, ist aber spätestens dann wieder vergessen, wenn der Ernst des Lebens auch wirklich eintritt. Der Jahreslosung ergeht Jahr für Jahr ein ähnliches Schicksal. Trotzdem, irgendwie ist sie es immer wieder wert, zumindest ein paar Minuten zu bekommen, um darüber nachzudenken. "Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig." Über diesen kleinen Vers aus 2. Korinther 12, Vers 9 könnte ein ganzes Buch geschrieben werden. Über Paulus zum Beispiel und seinen sprichwörtlichen "Pfahl im Fleisch" und warum er dieses Zitat überhaupt anbringt. Oder über Jesus, der machtlos Dahingeschlachtete, und warum ausgerechnet Er nun von seiner mächtigen Kraft in den Schwachen spricht. Oder man könnte auf das wortspielerische Paradox zwischen schwach...