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Posts mit dem Label "Disziplin" werden angezeigt.

Die Gabe der Veränderung

Wir hatten es knapp geschafft. Hechelnd, aber glücklich warteten wir in der Schlange zur Eingangstür des Flughafenbusses, der uns eine gute Stunde lang zum Ziel unserer 14-stündigen Reise fahren sollte. Das Gepäck war verladen, und wir freuten uns, bald anzukommen. Doch diesem Wunsch kamen wir nur sehr nahe. Der Bruchteil eines Millimeters trennte uns von seiner Erfüllung. Genau gesagt, die Dicke eines 50-Euro-Scheins. Wer kein Bargeld hat, darf nicht mit. Bitte aussteigen. Nur Bares ist Wahres. Natürlich war es nervig, noch eine weitere Stunde an einem Flughafen herumzuhängen, nachdem man erst neun Stunden auf einem anderen herumgehangen hatte, weil wir uns die preisexorbitanten Tickets eines Direktflugs verweigert hatten. Natürlich fragte ich mich, warum ich eigentlich nie Bargeld in der Tasche habe, und warum das von allen Airports der Welt, die ich so sehe, nur in der Hauptstadt Bayerns zum Problem wird. Natürlich fragte ich mich auch, ob es an meinem Ziel Ingolstadt denn wi...

Können wir es schaffen...?!

"Wer bin ich , dass ich das machen sollte?" Mose (2Mose 3,11) "Wie sollte ich das schaffen? Ich bin der schwächste von allen!"  Gideon (Richter 6,15) " Ich könnte sterben! " Der Faule (Sprüche 22,13) " Ich tauge nicht. Ich bin zu ..." Jeremia (Jeremia 1,6) "Hör auf mit dem Gejammer und tu, was dir gesagt wird."  Gott (Jeremia 1,7) "Marcus, es ist nicht immer so einfach, wie du dir das vorstellst." Bekomme ich manchmal zu hören. Nun, ich habe nie gesagt, dass es so einfach ist, geschweige denn, dass es immer so einfach ist. Im Gegenteil. Ich betone eher, wie schwierig es ist. Am Schwersten von allem ist die Selbstüberwindung, der innere Schweinehund, der Wille zur Veränderung. Alles andere als einfach ist das. Neulich sagte mir jemand, weißt du, Marcus, unsere Organisation ist durch so viele Veränderungen gegangen, man müsse sich jetzt erstmal erholen, bis auf weiteres wolle man sich ...

Der Lauf braucht mich nicht, doch ich brauche den Lauf

Zeitchip und Nummernzettel abholen. Der "Göteborgsvarv" ist der größte Halbmarathon der Welt. Laufen ist nicht nur gut für die körperliche Gesundheit. Vor allem ist es eine geistliche Übung. Wer läuft, trainiert sein Durchhaltevermögen. Übt sich in Disziplin. Stärkt den Glauben, das Ziel erreichen zu können, auch wenn es manchmal unmöglich erscheint. Es war im Frühjahr 2009, als ich mich im Gottesdienst unserer Partnergemeinde Saron nach dem Abendmahl vor dem großen Kreuz niederkniete. Dort war mir, als spräche Jesus außergerwöhnlich klar und deutlich zu mir: " Marcus, melde sich zum nächsten Halbmarathon an. Du brauchst mehr Disziplin ." Am selben Abend war ich angemeldet. Seither bin ich jährlich gelaufen. Bis 2014, wo ich so gut trainiert war, dass ich meine Traumzeit von 1:45 erreicht hätte. Doch einige Wochen vor dem Lauf brach ich mir erfolgreich ein Fersenbein in zwei Stücke. Da war's erstmal für ein paar Jahre vorbei mit dem Rennen. Doch 2017 ...

Schlechterwisser V.: Ich. Will. Einfach!

Ich will einfach nur hier sitzen! Der Meister ist rigoros. Das hat schon Bonhoeffer in seinem Buch "Nachfolge" klargestellt: Wenn Jesus sagt "Steh auf und folge mir!" dann gibt es nur eine einzige adäquate Entgegnung: Aufstehen und folgen. Alles andere ist Versagen. Das passt zwar nicht so recht in unserer evangelikales Bild vom Kuschelkumpeljesus, aber es passt zum Neuen Testament: "Was, du willst erst deinen Vater begraben?! Lass die Toten ihre Toten begraben!" Sitte und Gewohnheit sind dem Hirten wohl nicht viel wert. Erst recht lieb gewordene Gewohnheiten ( "Ich will einfach nur hier sitzen!" ). Zu viel steht auf dem Spiel, wenn das Ziel erreicht werden soll. Wahres Training ist kein Kaffeekränzchen. Es fordert Entbehrungen. Nur wer sich ständiger Veränderung aussetzt, den inneren Schweinehund überwindet, bleibt flexibel, durchtrainiert, in Form. Wohl deshalb nennt man μαθητής auf englisch disciple - Diszipliner. Christen e...

Gebetskrücken

Mein schwedisches Gebetsbuch Wenn's dick kommt, leidet das Gebet. Soviel ist sicher. Es erfordert Disziplin, aus überquellenden Terminkalendern regelmäßige Gebete auszugraben, die mehr sind als nur Stoßgebete. Und wenn man mal kurz Zeit hätte, zum Beispiel im Bus oder Wartesaal, fehlen die betenden Worte. Man ist müde und das Hirn zu blank zum Beten. In den letzten Jahren habe ich versucht, Wege zu finden, mein Gebet trotz langer, voller Tage zu fördern. Denn ein lebendiger Kontakt zu Gott ist (über-) lebenswichtig für mich. Lobpreismusik hilft mir nicht, meist weil mir die ewig sonnigen Texte zu flach und zu ich-mir-mein-mich-bezogen sind. Sie spiegeln kaum mein Seelenleben wider. Vor Jahren entdeckte ich eine unerwartete Ressource: Das Stundengebet. Erst war ich etwas empört, dass so viele schwedische Freikirchler so bereitwillig eine "katholische" Tradition in ihr Gebetsleben einbauten. Außerdem reagiere ich seit dem Konfirmandenunterricht in der evangelischen ...