Direkt zum Hauptbereich

Posts

Posts mit dem Label "Krieg" werden angezeigt.

Jesus Friedefürst

Und sein Name ist Friedefürst. Jesaja 9, 5 Nach einem Jahr des Terrorismus und zu Beginn eines neuen Jahres, das in Sachen Gewalt nichts Besseres versprechen kann, müssen wir Christen uns die ernsthafte Frage stellen, wie wir gedenken, den Fürst des Friedens als solchen wirklich bekannt zu machen. Eine erschreckend große Mehrheit hält heutzutage den Fürst des Friedens insgeheim für einen verkappten Kriegstreiber, den Chef Kinder missbrauchender Unverheirateter in religiösen Roben und hohen Kopfbedeckungen, ein Sandalenweichei oder ähnliches. Doch was ist mit dem Mann, der kein Blatt vor den Mund nimmt? Wo ist der, der die Unbedeutenden hervorhebt und die Starken blamiert? Wo hört man seine mutigen Reden und Fragen, die die unterdrückenden Machthaber als Möchtegernhunde blamiert? Was ist mit dem Mann, der den wahren Kriegstreibern nicht nur den Krieg, sondern auch eine qualvolle Niederlage ankündigt - und damit endgültigen Frieden? Wo ist der Mann, der es mit dem Tod selbst aufn...

Der Preis des Atheismus

N.T. Wright ist einer meiner Favorittheologen: Biblisch, tief, verständlich, zeitgemäß. Schon vor acht Jahren (fast auf den Tag genau) gab er ein Interview, das heute nicht aktueller sein könnte. Ich halte seine Aussagen für so lesenswert, dass ich die Mitschrift für Euch übersetzt habe. Von N.T. Wright, in einem Interview mit The Gospel Coalition am 19. November 2007 Mir scheint der Versuch, Glauben und öffentliches Leben trennen zu wollen nur als Methode zum Zeit gewinnen und Gras wachsen lassen - so verständlich das auch sein mag. Doch Zeit " gewinnen" ist eine Lotterie - und der geforderte Einsatz kann schlimm und hoch sein. Ein Beispiel: Die Türkei begegnet islamischen Fundamentalisten mit der Aussage: ”Nein, wir wollen eine säkulare Republik werden.” Und ehrlich gesagt, wenn ich zu wählen hätte zwischen einem Leben unter der Scharia oder einer säkularen Republik würde ich das Letztere vorziehen, vielen Dank auch. Aber es war exakt dieselbe Entscheidung, d...

Je suis... - ja, was eigentlich?!

Wie viele andere wahrscheinlich auch, hörte ich völlig überrascht vergangenen Samstag vor dem Frühstück von den Ereignissen in Frankreich. Ich war gerade auf dem europäischen Serve-the-City-Forum in Portugal. Samstagnachmittag rief ich unsere Mitarbeiterin in Südfrankreich an. Unser dortiges Projekt arbeitet vor allem mit jugendlichen Einwanderern. Ich wollte fragen, wie nach den Anschlägen die Stimmung ist. Gedämpft, war die Antwort. Aber es wundere niemanden. Der Westen habe schließlich den Glauben aufgegeben und durch nichts besseres als einem spirituellen Vakuum ersetzt. Viele Franzosen seien zwar sehr stolz darauf, aller Religion ledig zu sein, wie die Charlie Hedbo-Zeichnung klarmacht ( siehe gestrigen Blogeintrag ). Das führe aber nur dazu, dass vor allem junge Leute ein recht sinnloses Leben führen. Sex, Wein und Käse ist eben doch nicht alles im Leben. Wer dieses Vakuum geschickt auszunutzen verstehe, dem stehe Tür und Tor offen. Viele junge Einwandererteenager haben nur w...

Am Bahnsteig gestrandet

Foto: © Gabriella Gothberg | Dreamstime.com Noch eine gute halbe Stunde bis mein Zug geht.  Ich begebe mich auf den menschenleeren Bahnsteig mit Blick auf einen glitzernden See. Meine Augen sehen sich nach einer Bank in der Sonne um, wo ich nach mehreren Tagen pausenloser Begegnungen in Ruhe mein Buch lesen möchte. Doch mein Blick erspäht die Konturen eines Hühnen mit Hut, der neben der Bank meiner Wahl aus dem Schatten tritt. Wie im Film kommt ein Schwarzafrikaner langsam aber zielstrebig auf mich zu.  Ich spüre sofort, dass hier irgendwas nicht stimmt. Er bleibt etwas auf Abstand stehen und fragt, wohin ich reise. Wann der nächste Zug gehe. Tritt einen Schritt näher. Augen und Hände verraten, dass er aufgeregt, nervös, fast schon ängstlich ist. Ich frage nach dem Ziel seiner Reise. Er will nach A. Das liegt genau auf meiner Strecke. Doch er sei in F. den falschen Zug gestiegen. Er habe auf dem Bahnsteig einen Anruf bekommen. Er habe telefoniert. Wieder blitzt Angst ...

Blutigere Welt

Justice and peace And liberty We can fulfill The legacy We write the song Welcome a new Enlightenment We write the story ... True to the ones Who lit the light We write the story We have a torch To reignite We write the song.  Das sind einige Zeilen aus dem Lied "We Write the Story", welches im Rahmenprogramm der Show des European Song Contest in Malmö 2014 vortragen wurde. Eine Glaubenshymne der Songschreiber Björn Ulvaeus und Benny Andersson, stellvertretend für so viele säkulare Menschen: Wir glauben an eine neue Aufklärung, denn die Welt wird nur besser durch die Vernunft des Menschen, das Licht der Aufklärung führt uns in Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit. Es ist, wie gesagt, ein gesungenes Bekenntnis, ein Glaube, eine Religion. Es ist weit davon entfernt, eine Beschreibung von Fakten zu sein, was die Humanisten sonst so gerne für sich in Anspruch nehmen. Fakten hat diese Woche hingegen SIPRI zu bieten, das " Stockholm I...