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Posts mit dem Label "Reich Gottes" werden angezeigt.

Freudentränen

Zwei besondere Ereignisse der letzten Wochen hatten mit ALT* zu tun. Das Grillfest zum Beispiel. Jeden Mai lade ich meine Göteborger Gruppe zum Grillen in unserem Garten ein. Weil ich weiß, dass vorleben effektiver als belehren ist. Als Vater hätte mir das schon längst klar sein sollen, doch als Missionar wurde mir diese Lektion erst brutal in den Schädel gehämmert und dann narkosefrei auf den Pelz gebrannt. Ein Funke Heuchelei, und das ganze Depot der Glaubwürdigkeit explodiert. Wenn ich also Offenheit, Transparenz oder Gastfreundschaft lehre, muss ich das mit mehr belegen können als einer coolen PowerPoint-Präsentation. Um ein Haar hätte Grillfest V. anno 2019 aber nie stattgefunden. Denn erstmals in ALTs Geschichte hatten drei Stundenpläne völlig unbemerkt kollidiert. Meine Einladung, schon im Januar ausgesprochen, hatte ich kurzfristig wieder absagen müssen. Natürlich rechnete ich mit dem typisch schwedisch-freundlichem Verständnis der jungen Leute. Doch da hatte der Wirt di...

Modern Idolatry

Walter Brueggemann ist sicher kein leicht zu lesender Theologe. Vor allem, weil er Experte für das Alte Testament ist, und das AT ist heute nicht mehr ganz so populär unter modernen Christen. Doch Brueggemann gelingt es, eine kräftige, fast schon überwältigende Theologie des Zeugnisses zu entwickeln, die allein im alten AT verwurzelt ist und dennoch zeitlos bleibt. Es geht nämlich um die große Frage, welchen Wahrheiten und Lügen Gesellschaften ihren Glauben schenken - und damit die Werte zahlloser Individien beeinflussen, die eine Gesellschaft bilden. Schließlich glaubt jeder Mensch gleich viel. Selbst der Atheist glaubt nicht weniger als der Imam, nur der Inhalt unterscheidet sich ziemlich drastisch. Was auch immer wir wählen zu glauben, unser Glaube steuert immer und überall unser Denken und Handeln. Und hier stellt Brueggemann die herausfordernde Frage: Zu welchem "Gegenzeugnis" ist das Volk Gottes wirklich berufen?

Schlechterwisser VII.: Kreuz statt T-Bone

Lukas 9, 23 Veränderung, massive Veränderung ist es, was uns alle erwartet. Wer seine Hand an den Pflug legt und blickt zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes , lehrt Jesus. Wir alle sind geneigt, zu "den guten, alten Zeiten" zurückzublicken. Deswegen mahnt Jesus 39 Verse vor der Hand am Pflug, wie weise und vorteilhaft es doch ist, sich stattdessen freiwillig auf Veränderung vorzubereiten. Selbstverleugnung nennt er es, das ultimative Zeichen wahrer Nachfolge. Für uns mag das wie blutige Selbstkasteiung klingen, doch in Wahrheit reicht uns der Menschensohn die Freiheit und Stärke, unser Fleisch ganz ohne Peitsche und Versklavung in den Griff zu kriegen. Während der Mensch gerne über seine Opferrolle in der korrupten Welt jammert, bietet Jesus uns die Macht an, diese Welt zu ändern, indem wir bei uns selbst beginnen. Wir haben viel mehr Autorität, als uns gemeinhin bewusst ist. Zum Beispiel darin, was wir auf den eigenen Teller legen. Es mag zwar als Baga...

Mitteilung an CA in Europa

Diese Mitteilung war überfällig - aber jetzt ist's gesagt. Wenn auch in Englisch. Und ohne Untertitel.

Machtspielchen

Und der Herrscher der Welt, der ganzen Schöpfung sogar, so mächtig, dass er seine Feinde nicht mit Bomben, sondern einem kleinen Hauch aus seinem Mund besiegt, der hat sich als Vorboten seiner Macht keine weißen Strahlemänner und Powerfrauen ausgesucht. Als Abgeordnete seines himmlischen Parlamentes und Botschafter der Politik seines kommenden Reiches wählte er ausgerechnet das Schwächste und Minderwertigste, das er finden konnte: Die Armen, die Kranken, die Kinder, die Depressiven, die Einsamen, die Hoffnungslosen und Verzweifelten - kurz alle, die es in irdischen Reichen zu nichts bringen werden. Und hier kommen wir Menschen ins Spiel. Der Herrscher sucht das Verlorene, Schwächelnde, Verzweifelte. Ihnen zeigt er sich nicht als glänzender König, sondern als armer Schafshirte. Und doch spürt jeder, der in trifft, dass mit diesem Hirten etwas anders ist. Er hat außergewöhnliches Charisma, aber er ist nicht bedrohlich. Schritt für Schritt baut der Hirte die Schwachen auf, überlässt ...

Es wird regiert!

  Pfeifenraucher Karl Barth    (Foto: fumeursdepipe.net)  "Nur nicht die Ohren hängen lassen! Nie! Denn es wird regiert." Diese Worte soll der weltberühmte Theologe Karl Barth am Abend des 9. Dezembers 1968 zu seinem Freund gesagt haben. Am folgenden Tag wurde Barth zum regierenden Herrscher gerufen. Es wird regiert. Barth wusste, was er meinte. Er hatte zwei Weltkriege erlebt, hatte mit Bonhoeffer in Kontakt gestanden. Er wusste, dass weder Despoten noch Königen noch Kanzlern die wahre Macht zu Eigen ist. Die wahre Macht gehört dem, der über allem steht, der die Welt zum Fußschemel macht. Die Bibel ist vollgespickt bis zum Überlaufen vom Machtanspruch Gottes und demjenigen, dem Gott auf eigene Entscheidung hin die volle Macht und Autorität überlassen hat: Seinem Messias, bekannter als Christus. Die Sprache der Bibel zeugt unmissverständich von einer gewaltigen und geradezu furchteinflößenden Macht. Die eigentliche Bedeutung der Worte "Messias", ...

Sexualität: Zehn Schlussfolgerungen

© Sakkmesterke | Dreamstime.com Vor den Schlussfolgerungen bitte die ganze Serie lesen: Hier geht's zum Anfang.  Zum Abschluss nenne ich zehn Schlussfolgerungen, die immer wieder beim Nachdenken auftauchen. Abgesehen von der ersten Schlussfolgerung ist der Rest ungeordnet und ohne Rangordnung. Erstens: Gnade hat Vorfahrt Noch einmal: Es geht um Gottes Standards und Gottes Gnade. Die Betonung muss auf der Gnade liegen, denn so macht Gott es auch mit uns. Doch ist Gnade ohne Urteil keine Gnade, sondern wertloses Geschwafel. Das Urteil lautet: Wir sind alle Sünder. Das gilt auch bei sexualethischen Fragen. Zu glauben, manche seien in Gottes Augen "moralischer" als andere, ist eine fromme, selbstgefällige Seifenblase. Jeder braucht Gnade. Gott erwartet, dass wir allen Andersdenkenden und -lebenden mit derselben Herzenzhaltung begegnen, wie Er uns. Zweitens: Die Ehe ist mehr als nur ein Versprechen Sollte es so sein, wie ich vorschlug, dass nämlich Ehe, wie w...

(D)amit (M)an (G)edeiht

Ok, das ist nicht die offizielle Bedeutung des Kürzels jener altbekannten und etablierten, deutschen Missionsgemeinschaft namens DMG. Der Zweck meines jüngsten Besuches auf dem Buchenauer Hof dort könnte aber durchaus so betitelt werden. Denn der Leib Christi wird in den kommenden Jahrzehnten auf europäischem Boden an lebensgefährlichem Muskelschwund leiden. Ich will aber nicht, dass Gottes Reich geht, ich bete " Dein Reich komme ". Deshalb werden alle, die nicht nur dieses Gebet aus tiefstem Herzen mitbeten, sondern auch die zu erwartenden Hindernisse angreifen wollen, miteinander mehr und mehr an einem Strang ziehen müssen. Schließlich wollen wir nicht eingehen; wir wollen miteinander gedeihen. Die DMG setzt nun auch zunehmend auf Europa. Aus nachvollziehbaren Gründen: Heutzutage ziehen immer mehr Missionare in die andere Richtung - Brasilianer fühlen sich nach Schweden berufen, Afrikaner nach Deutschland, die Liste geht weiter. Mission geschieht heute kreuz und quer....