Direkt zum Hauptbereich

Posts

Posts mit dem Label "ALT" werden angezeigt.

Freudentränen

Zwei besondere Ereignisse der letzten Wochen hatten mit ALT* zu tun. Das Grillfest zum Beispiel. Jeden Mai lade ich meine Göteborger Gruppe zum Grillen in unserem Garten ein. Weil ich weiß, dass vorleben effektiver als belehren ist. Als Vater hätte mir das schon längst klar sein sollen, doch als Missionar wurde mir diese Lektion erst brutal in den Schädel gehämmert und dann narkosefrei auf den Pelz gebrannt. Ein Funke Heuchelei, und das ganze Depot der Glaubwürdigkeit explodiert. Wenn ich also Offenheit, Transparenz oder Gastfreundschaft lehre, muss ich das mit mehr belegen können als einer coolen PowerPoint-Präsentation. Um ein Haar hätte Grillfest V. anno 2019 aber nie stattgefunden. Denn erstmals in ALTs Geschichte hatten drei Stundenpläne völlig unbemerkt kollidiert. Meine Einladung, schon im Januar ausgesprochen, hatte ich kurzfristig wieder absagen müssen. Natürlich rechnete ich mit dem typisch schwedisch-freundlichem Verständnis der jungen Leute. Doch da hatte der Wirt di...

Drei Tage Örebro

"Was ist eigentlich das Evangelium?" Keine selbstverständliche Antwort mehr 500 Jahre nach der Reformation. Für meinen Kollegen Fredrik Wenell war dies der Auftakt zu seinem Kurs "Theologische Integration". Schweden ist ein großes Land. Flächenmäßig ist es genau 1,25 mal größer als Deutschland. Aber dafür gewinnt Deutschland bei den Einwohnern: mehr als acht mal so viele Sardinen verglichen mit Schweden. Mit anderen Worten: Wenn man's nicht bewusst einplant, läuft man sich statistisch gesehen in Schweden nicht so oft über den Weg. Und wenn sich nur 150 ALT-Studenten auf ganz Schweden verteilen, weil sie in fünf verschiedenen Studienzentren büffeln, sinkt die Wahrscheinlichkeit einer zufälligen Begegnung ganz dramatisch. Deshalb plant ALT mehrere Treffen jährlich für alle werdenden Pastoren, Gemeindegründer und Theologen ein. Diese Woche trafen wir uns von Dienstag bis Donnerstag in der theologischen Hochschule Örebro. Hier wurden Kurse abgeschlossen und n...

Die nächsten Reifen warten schon

Letzte Nacht heimgekehrt vom Summit, heute morgen wieder auf der Straße: Die sogenannten Semesterverträge für ALT-Studenten müssen zu Beginn jedes Semster neu geschrieben werden. Ein Vollzeit-ALT-Student verbringt nämlich jede Woche 8 Stunden als Praktikum in seiner so genannten Ausbildungsgemeinde, wo er oder sie auch einen persönlichen Mentor hat, der den Student / die Studentin durch die vierjährige Ausbildug begleitet. Jedes Semester werden deswegen im Dreiergespräch von Student, Mentor und mir als " studievägledare " Einsatzbereiche und Ziele des Semesters besprochen und schriftlich festgehalten. Diese Treffen finden meistens in der jeweiligen Ausbildungsgemeinde statt. Ich habe in Göteborg 15 Studenten, das macht also 15 Ausbildungsgemeinden und viele Kilometer. Zu meinen heutigen Besuchen im Städtchen Alingsås gehörte unter anderem die dortige Pfingstgemeinde.

Rekordviele Bewerbungen an Bibelschulen

Das Personal der " Akademi för ledarskap och teologi " freut sich auf ein neues " läsår ", ein "Lesejahr" - zu deutsch: zwei neue Semester.  Zum sechsten Mal beginnt heute auf der immer noch relativ neuen Akadami för ledarskap och teologi , kurz ALT (sprich A-L-T) eine vierjährige Berufsausbildung zum Gemeindedienst - sei es als Pastor, Jugendpastor, Diakon, Missionar oder Gemeindegründer. Mit über 50 neuen Studenten ist ALT die größte und eine der wichtigsten biblisch zentrierten Ausbildungsstätten Schwedens. Doch nie haben sich so viele neue Studenten beworben wie 2016. Und damit ist ALT keine Ausnahme: Sämtliche Bibelschulen Schwedens beginnen dieses Jahr mit entweder mehr oder gleichviel neuen Studenten. Meine Frau Karen fand es erstaunlich, dass einerseits die Gemeinde insgesamt gesehen immer weiter schrumpft und als gesellschaftlich irrelevant erscheint, andererseits immer mehr junge Leute in den vollzeitlichen Gemeindedienst gehen wollen....

Personaltage

Und noch 'ne Reise. Diesmal zur Bibelschule "Götabro". Dort waren drei ALT-Personaltage angesagt. Die Veränderungen in der frommen Landschaft schlagen sich auf allen Ebenen nieder. Auch in der Ausbildung. Vorbei die Zeiten, wo jede Denomination sich ihr eigenes Bibelseminar leisten konnte. Glücklich schätzen darf sich, wer diesen Luxus immer noch genießen darf. Oder vielleicht ist man ja auch gar nicht so glücklich. Vielleicht ist es ja gar nicht so gut, immer und immer nur im eigenen Saft zu braten und darauf auch noch stolz zu sein. ALT wurde vor fünf Jahren gestartet als ein kompliziertes Netzwerk aus verschiedensten Ausbildungstätten mit dem Ziel einer gemeinsamen, koordinierten Pastoren- und Leiterausbildung. Das hat sehr gut funktioniert. Und deshalb wird jetzt vereinfacht: Aus dem Netzwerk wird ein Trägerverein ALT gegründet, mit den Hauptdenominationen als tragenden Mitgliedern. Die stark akademisch arbeitende Örebro Theologische Hochschule (ÖTH) wird ebenfalls ...

Ende des Semesters

Einer meiner Abschlusstudenten hält eine Rede für die Festgemeinschaft.  Gewisse Routinen gibt es eben doch auch in meinem Leben. Zum Beispiel das Ende der Saison - oder eher des Semesters. Auch dieses Jahr durfte ich wieder ein paar Studenten ins Leben nach dem Studium entlassen - immer wieder ein festlicher und erhebender Augenblick. Doch bis es soweit ist, gibt es sehr viel Arbeit zu tun: Alle Aufgaben müssen erledigt und benotet werden. Dabei fällt mir nur ein sehr kleiner Teil zu, doch für mich ist es jedes Mal ein Berg, den es bis zur Deadline zu überwinden gilt. Doch ich hab's geschafft!

Menschen und Geschichten

Mann, war die letzte Woche vollgepackt. Aber sowas von. Doch sehr gut. Voller Menschen, Namen und Geschichten. Wie zum Beispiel... ---Tarik, einen jungen Syrer, der Dank des Einsatzes in Flüchtlingsheimen zweier Mitglieder unserer dortigen Gemeinde zum Glauben kam und seither ungewöhnlich viel "Glück" (? oder Segen!) hatte. Wir konnten ihn an dem Tag treffen, den alle Immigranten in Holland so sehr ersehnen, nämlich den Tag der Schlüsselübergabe für eine Wohnung, womit eine 5-jährige Augenthaltsgenehmigung eingeht. Tarik ist Koch und hat es mit seinen Künsten sogar schon bis ins Fernsehen geschafft. Seine Geschichte ist nur eine einzige aus unendlich vielen, und doch ist jede einzelne bewegend. Oder Andries, bekannter holländischer Fernsehmoderator, den ich in seinem Büro in Amsterdam traf. Er hat jede Menge Sendungen zum Thema Flüchtlinge, Einwanderung und den Einsatz von Christen und Kirchen produziert. Hochinteressant und lehhreich, seine Sicht der Dinge aus der P...

ALT Göteborg

Ich dachte, es interessiert Euch an diesem wunderschönen, grauverschneiten Märzdonnerstag vielleicht, was ich donnerstags immer so treibe. Am Tage des nordischen Gottes Thor (schwedisch tors dag) kümmere ich mich vor allem darum, dass junge Leiter darin gefördert werden, nicht Thor, sondern den einen wahren Gott und Herrn der Herren bekannt zu machen. Heute zum Beispiel, am 3. März, ist u.a. die Examination des Kurses Gemeindegründung angesagt, den ich über die vergangenen vier Donnerstage unterrichtet habe. Die Akademie für Leiterschaft und Theologie (ALT) ist seit 2011 die gemeinsame Pastorenausbildung dreier großer, schwedischer Denominationen. Wegen der Größe und Bevökerungsdichte des Landes gibt es ALT-Lehrzentren übers ganze Land verteilt, welche zum Unterricht über Videokonferenzanlagen miteinander verbunden sind. Meine Aufgabe ist neben einigen Lehraufträgen, mich lokal in Göteborg um die Studenten im dritten und vierten Jahrgang zu kümmern. Manchmal bekomme ich auch Spezi...

Semesterverträge

Neues Semester = Reisezeit. Die ALT-Ausbildung, an dessen Göteborger Studienzentrum ich teilzeitlich mitarbeite, bietet eine sehr praxisorientierte Ausbildung. Hier kann man nur studieren, wenn man von einer Gemeinde gesandt wird. Und nicht nur das, die Gemeinde muss einen Teil der Studiengebühren tragen und dem Studenten sowohl einen Praktikumsplatz als auch einen Mentor zur Verfügung stellen. Meine Rolle ist dabei u.a. Kontaktperson zwischen Student, Mentor und ALT zu sein. Verantwortlich bin ich für die Göteborger Studenten im dritten und vierten Studienjahr. Zu diesem Zwecke reise ich zu Beginn jedes Semesters in jede einzelne Ausbildungsgemeinde und treffe mich mit Student und Mentor, um einen sog. Semestervertrag zu formulieren. Darin werden Aufgaben und Ziele für das Praktikum während des kommenden Semesters formuliert. Das kann zwar manchmal ganz schön zeitintensiv werden, insbesondere, wenn die Gemeinde nicht gerade in der Nähe liegt, doch für mich hat sich das bis jetzt n...

Konkurrenz ist out.

So yesterday: Mauern mauern im eigenen Reich Vorbei die Zeiten, wo sich Gemeinden wegen weiblicher Rocklängen oder männlicher Oberhemdenknöpfe gespalten haben. Wer sowas immer noch tut, beweist, im letzten Jahrhundert hängen geblieben zu sein - wenn nicht im vorletzten. Früher konnte man sich derartige Spitzfindigkeiten leisten. Damals war die ganze Gesellschaft "christlich" und es gab immer solche und andere, die sich hier oder dort für biblischer hielten. Doch mit diesem "Luxus" ist heute Schluss. Zumindest im nachchristlichen Europa. Schweden macht es uns vor. Die dramatische Gemeindeschrumpfung zwingt immer mehr Denominationen, einst mit biblischer Ernsthaftigkeit gegründet oder abgespaltet, wieder miteinander zu verschmelzen. Selbst die Ausbildung ALT, wo ich als studieledare und Lehrer arbeite, ist die gemeinsame Pastorenausbildung von drei großen Denominationen, die früher nicht unbedingt zusammengearbeitet haben. Plötzlich sieht man sich wieder als ...

Neue Leiter

Ich bin dankbar, ein bisschen baff und fühle mich sehr geehrt. Immer wieder muss ich staunen, wie der Herr meine Wege geführt hat. Völlig anders, als ich es selbst gemacht hätte - doch immer voller intressanter Überraschungen. Hätte ich mein Leben selber in der Hand gehabt und hätte ich stets mein allerbestes gegeben um grundsätzlich das meiste herauszuholen und alles so zu gestalten, wie ich es hätte haben wollen - man hätte wohl auf meinen Grabstein schreiben können: "Hier ruht Marcus. Er bemühte sich stets." Stattdessen habe ich Jesus die Zügel überlassen. Dann braucht man sich nicht mehr bemühen - man muss nur folgen. Gewiss, das Folgen ist nicht immer leicht. Denn es geht durch Wüsten und Gebirge. Doch man erlebt Erstaunliches. Nicht nur dass es immer mehr als genug zu Essen, zu Trinken und zum Leben gibt. Immer wieder gibt es wunderbare Überraschungen. Wie z.B. 2009, als ich diese unvehoffte SMS bekam, ich möchte doch bitte mal dringend diese Nummer anrufen. Dort soll...

Auf Tour Etappe II

Zimmer mit Aussicht Der Fahrer wollte mich nicht rauslassen: "Das ist doch kein Hotel! Kommen Sie, ich bringe Sie zu einer vernünftigen Unterkunft!" Dann kam einer der Arbeiter, die auf dem großen Parkplatz vor dieser Fabrik riesige Sattelschlepper ent- und beluden, auf uns zu. "Ihr sucht das Hotel, was. Um die Ecke." Doch da war nur ein Tor zur Verladung von Kühlgut. Erst nachdem ich die Nummer auf meiner Buchungsbestätigung angerufen hatte, öffnete sich eine kleine, unbeschriftete Metalltür, welche ich für einen Notausgang gehalten hatte. Eine Treppe hoch, und ich war in einem für mich gemachten sauberen, kleinen Zimmer, wenn auch ohne Mahlzeiten und mit Klo und Bad auf dem Flur. Eine kleine Nebengeschichte einer typischen Budgetreise. Gestern war ich vom Leitungstreffen in Glasgow nach Moss in Norwegen geflogen. Dort werde ich heute Mittag von einem ALT-Bus aufgesammelt werden. Denn sämtliche ALT-Studenten Schwedens samt Personal sind jetzt gerade auf dem W...

Zukunft gestalten

Eine Sache, welche sich auch in meiner neuen Rolle nicht ändern wird, ist die Leitung der nun 15-köpfigen Studentengruppe in Göteborg, welche sich im dritten und vierten Jahr an der schwedenweiten Akademie für Leitung und Theologie (ALT) zu Leitern und Pastoren ausbilden lassen. Während diese Leute in den jeweiligen Kursen akademisch ausgebildet werden, ist es meine Aufgabe, sie auf das eigene Leben als Leiter, Pastor, Missionar oder Seelsorger vorzubereiten. Eine große Aufgabe, die mir sehr wichtig ist, denn hier wird mehr als auf jeder großen Konferenz die Zukunft ganz konkret gestaltet. ALT-Semesterauftakt: Anfang jeden Septembers treffen sich alle über 150 Studenten in der Nähe Jönköpings, um dort das neue Semester zu beginnen. Ich werde im Herbst zu einigen Gelegenheiten über Mission, Theologie und Kultur unterrichten.

Gemeindegründung

Nein, dies ist keine Kirchenbeerdigung sondern eine künstlerische Darstellung des englischen Wortes für Gemeindegründung, Church Planting (Gemeindepflanzung) Es ist wieder soweit. Letzte Woche Donnerstag begann der 2012-er Kurs in "Gemeindegründung" an der Akademie für Leiterschaft und Theologie. Weil es dieses Jahr deutlich früher stattfindet als 2011, hat's mir ein wenig Stress verursacht - teilweise weil ich letzte Woche von London aus unterrichten musste, teilweise weil der Kurs dieses Jahr auch noch erweitert wurde. Nun muss ich also noch einige Extralektionen und Gruppenarbeiten vorbereiten - was viel Spaß macht, nur zeitlich grad nicht wirklich reinpasst. Dennoch komme ich ganz gut voran - morgen ist Teil zwei. Jedes noch so kurze Gebet ist herzlich willkommen.