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Posts mit dem Label "Psalm" werden angezeigt.

Die Lehre der Leere (19): Der Psalm

Eines Morgens wachte ich viel zu früh auf und spürte das Verlangen, sofort mein Bibelapp zu öffnen und den Vers des Tages zu lesen. Es war ein Vers aus Psalm 143. Mir war, als sagte mir jemand, ich solle den ganzen Psalm lesen. Ein Psalmlied. Von David. Hör mein Gebet Jahwe, achte auf mein Flehen! Erhöre mich, denn du bist treu und gerecht! Geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht, denn vor dir kann kein Lebendiger bestehen! Der Feind verfolgt meine Seele, tritt mein Leben mit Füßen und stößt mich in eine Dunkelheit wie bei den Toten im Grab. Mein Geist ist erstarrt, ich bin vor Angst wie gelähmt. Ich denke an die vergangene Zeit, grüble nach über dein Tun und überlege, was du gewirkt hast. Betend breite ich meine Hände zu dir aus, meine Seele lechzt nach dir wie ein ausgetrocknetes Land. Jahwe, erhöre mich bald! Denn mein Geist zehrt sich auf.  Verbirg dein Gesicht nicht vor mir! Sonst gleiche ich bald denen im Grab. Der Morgen bringe mir Worte deiner Güte, de...

Gebetskrücken

Mein schwedisches Gebetsbuch Wenn's dick kommt, leidet das Gebet. Soviel ist sicher. Es erfordert Disziplin, aus überquellenden Terminkalendern regelmäßige Gebete auszugraben, die mehr sind als nur Stoßgebete. Und wenn man mal kurz Zeit hätte, zum Beispiel im Bus oder Wartesaal, fehlen die betenden Worte. Man ist müde und das Hirn zu blank zum Beten. In den letzten Jahren habe ich versucht, Wege zu finden, mein Gebet trotz langer, voller Tage zu fördern. Denn ein lebendiger Kontakt zu Gott ist (über-) lebenswichtig für mich. Lobpreismusik hilft mir nicht, meist weil mir die ewig sonnigen Texte zu flach und zu ich-mir-mein-mich-bezogen sind. Sie spiegeln kaum mein Seelenleben wider. Vor Jahren entdeckte ich eine unerwartete Ressource: Das Stundengebet. Erst war ich etwas empört, dass so viele schwedische Freikirchler so bereitwillig eine "katholische" Tradition in ihr Gebetsleben einbauten. Außerdem reagiere ich seit dem Konfirmandenunterricht in der evangelischen ...

H2O im Wald

"... wie sehr wünschte ich, dass es schon brennte!" So mancher kann die Worte Jesu aus Lk 12,49 sehr gut nachvollziehen - wie dieser junge H2O'ler im Angereder Vättlefjäll.  Die Himmel erzählen die Ehre Gottes,   und die Feste verkündigt seiner Hände Werk. Ein Tag sagt's dem andern,   und eine Nacht tut's kund der andern, ohne Sprache und ohne Worte;   unhörbar ist ihre Stimme. Ihr Schall geht aus in alle Lande   und ihr Reden bis an die Enden der Wel t. H2O beschäftigt sich derzeit mit den Psalmen. Was liegt da näher, als über Psalm 19 mitten in der wunderbaren Natur Angereds nachzudenken? Das an Angered angrenzende Vättlefjäll ist ein Naturschutzgebiet mit vielen Seen und Inseln und viel Wald. Der perfekte Platz, um an den Schöpfer erinnert zu werden. Was Psalm 19 ja auch will, uns an den Schöpfer erinnern. Selbst in einer gefallenen Schöpfung ist alles noch wunderbar aufeinander abgesti...

Psalm 123

1 Ich hebe meine Augen auf zu dir, der du im Himmel wohnst.  Das tun wir hoffentlich immer wieder, denn die Augen sind das Fenster zur Seele. Unser Innerstes wird mit dem gefüllt, worauf wir sehen. Auch wenn das Sehen auf den Herrn für viele Christen nur noch im Gottesdienst geschieht, immerhin ist es regelmäßig. 2 Wie die Augen der Knechte auf die Hände ihrer Herren sehen, wie die Augen der Magd auf die Hände ihrer Frau, so sehen unsere Augen auf den Herrn, unseren Gott, bis er uns gnädig werde. In Gemeindevokabular sprechen wir zwar oft von "Herr", aber es scheint, niemand versteht heute noch annähernd, was "Herr" bedeutet. Wann haben wir schon mal in so totaler Abhängigkeit gelebt, wie diese Knechte und Mägde? Ausgeliefert, wartend, hoffend, genau beobachtend, und da ist nichts, gar nichts, was wir selber tun könnten. Wir sind machtlos, der Herr entscheidet ganz allein, ob, wann, und wieviel er austeilt. Nein, das kennen wir nicht mehr - wir können heute ...