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Posts mit dem Label "Himmel" werden angezeigt.

Der Elite ausgeliefert?

(mit wichtiger Fußnote...!) Neulich hatte ich ein längeres Treffen mit einem Trump-gut-Finder, Brexit-Befürworter und Sehr-überzeugter-Fleisch-Verzehrer. Es ist eine liebenswürdige, weitgereiste, nicht unerfahrene Person, mit der ich schon seit Jahren in Kontakt bin. Mir war bekannt, dass dieser Mensch vegetarisch für Blödsinn und vegan für hirnverbrannt hält, darüber hatten wir schon letztes Jahr gesprochen. Doch der Rest war mir neu. Schwedische Trump- und Brexitanhänger sind hier nämlich Raritäten - erst recht solche, die offen dazu stehen und es im Gespräch mit "Andersgläubigen" ungeniert zuzugeben wagen. Doch vermutlich fühlte sich mein Freund in meiner Gegenwart sicher genug, mal wieder über alles offen reden zu können.* (Ganz nebenbei: Achtung, hier war die wichtige Fußnote!) Ich witterte eine einzigartige Chance zum Lernen und Verstehen. So begann ich, nachzufragen. Ich erfuhr, dass die Eliten der Welt für das ganze Chaos auf dem Globus verantwortlich sind. ...

Einsatz

Wir haben zwar ein System, wie im Konfliktfall vorzugehen ist, doch manchmal muss ich eben selber ran. Das kommt nicht oft, aber immer wieder vor. Auch in diesem Jahr musste ich schon ran. Und was halte ich davon? Ich habe gelernt, das Konflikt grundsätzlich etwas Gutes ist. Konflikte zeigen die Vielfalt in der Schöpfung, ja, auch im Himmelreich. Ich bin mir sicher, dass es auch im Himmel unterschiedliche Meinungen, Erfahrungen, Ansichten oder Persönlichkeiten geben wird. So wurden wir eben geschaffen, und jeder Konflikt ist ein Beweis, wie sehr wir alle aufeinander angewiesen sind, um uns gegenseitig ergänzen zu können. Armselig läuft hingegen meistens unser Umgang mit dem Konflikt ab. Anstatt voller Neugier erfahren zu wollen, was hier an Unerwartetem entstehen kann, laufen wir davon. Es ist die Konflikt scheu , die unsere Sündhaftigkeit beweist, nicht der Konflikt. Die Scheu sagt, ich laufe weg, ich bin mir selbst genug, ich brauche den anderen nicht. Die Scheu ist ein Ergebnis...

Die Entdeckung der Langsamkeit

Meine Frau spielt schon lange keine Strategiespiele mehr mit mir. Anfangs fand sie es immer lustig, weil sie jedes Spiel gewann. Vor allem neue Spiele. Doch nach ein paar Spielen, Tagen oder Wochen, wenn ich es dann endlich auch begriffen hatte und beginne, eigene Taktiken zu entwickeln, wird der Spieß umgedreht. Nach einigen Ehejahren entdeckte sie dieses Muster und fand es fortan langweilig, gegen mich immer nur noch zu verlieren. So geht es mir oft. Mittlerweile weiß ich es: Wenn mir neue Leute ein neues Spiel beibringen wollen, fühle ich mich grundsätzlich wie ein dummer Schuljunge, der gar nichts rafft, während alle anderen sofort kapieren, was abgeht. Aus diesem Grunde habe ich wohl auch nie Skat gelernt, trotz vieler Versuche, es mir beizubringen. Das Gefühl, dumm zu sein und andere mit meiner Dummheit zu nerven, war wahrscheinlich immer die größte Erfolgsbremse. Die Abseitsregel habe ich auch erst bei der WM 2010 in Südafrika gerafft. Nicht, weil sie mir da jemand erklären...

Die Gemeinde der Zukunft (5) ist ökumenisch

Wo es immer weniger Christen gibt, kann man sich keinen Exklusivismus leisten. Das ist kein neuer Trend. Schon lange spalten sich keine Denominationen mehr wegen des Backrezepts eines Abendmahlsbrotes. Solche Lächerlichkeiten konnte man sich nur leisten, als es in jedem Dorf noch genug Christen gab, die Zeit und Lust genug hatten, über solche Unwichtigkeiten zu streiten. War man erstmal lange genug der einsame, einzige Christ im Dorf, dann freut man sich über einen zweiten einsamen. Und plötzlich werden die Gemeinsamkeiten wichtiger als die Unterschiede. Heute gibt es die Allianz. Schon lange arbeiten Gemeinden auf lokaler Ebene zusammen. Doch das ist erst die Saat. Dieser Trend wird sich intensivieren und multiplizieren, weil es in Zukunft nicht sehr viele Alternativen geben wird. Wer nicht zusammenarbeiten will, wird exklusiv sterben, und der Grabstein wird ebenso schwer wie der dort verscharrte Dickkopf sein. Das heißt ganz praktisch, dass es auch zu Verschmelzungen ganzer De...

Let's make Europe GREAT again!

Die heutige Amtseinführung Trumps war von mir so nicht geplant. Ich verspreche es. Doch sie passt hervorragend zu meiner neuen Serie über die Gemeinde der Zukunft. Denn alle Trumps, Brexits oder Pegidas dieser Welt sind Symptome desselben Phänomens: Unsere Angst vor der Zukunft, unsere Unsicherheit, mit den rasenden Veränderungen dieser Zeit umzugehen. Es heißt, es waren weiße, "evangelical" - ob man das jetzt mit evangelikal oder evangelisch übersetzt, ist egal - Christen, die Trump zum Sieg verholfen haben. Dieser Typ Mensch hat den Drang, das Leben in rechten, geordneten und "sündlosen" Bahnen halten zu wollen. Rückt einem die gefühlte Unordnung aber zu bedrohlich auf den Pelz, greift man mitunter zu drastischen, nicht selten scheinheilig-rechtgläubig klingenden Gegenmaßnahmen. So manche Gemeindeschlammschlacht beweist die verzweifelten Versuche, "Ordnung" wiederherzustellen. Es heißt, es waren auf dem Lande lebende ältere Herr- und Damschaften,...

Die Exklusivität des Kreuzes vs. die Exklusivität des Westens

Zum Vater kommt man ausschließlich durch mich. Jesus (in Johannes 14,6) Zwei Trends kann man heute leicht erkennen: Erstens, dass jeder nach seiner eigenen Façon selig werden soll und es keinen einen Weg geben darf. Zweitens, dass rechtsradikale Politiker gewählt und Grenzen geschlossen werden. Beides sind Symptome fortgeschrittener Säkularisierung. Der Mensch betet sich selbst an und will seinen Thron weder von Gott noch Mitmenschen in Frage stellen lassen. Große Summen westlicher Menschen halten sich für etwas ganz besonderes und wollen ihre Exklusivität um jeden Preis bewahren. Beide Trends führen zu Einsamkeit als Vorstufe zur Hölle. Nur wo die Exklusivität des Kreuzes mit seiner Aufforderung zur drastischen Umkehr betont und gelebt wird sieht man die Inklusivität des Gottesreiches: Jeder ist willkommen und für alle gibt es mehr als genug. Diese Welt könnte eine Vorstufe des Himmels sein. Doch am Ärgernis des Kreuzes führt kein Weg vorbei.

Randale, Barrikaden und brennende Autos

Nicht weit von uns entfernt gab's gewalttätige Auseinandersetzungen. Diese Woche hatte die Polizei mehmals gegen Hehler und kriminelle Gruppen zugeschlagen, und bei einem weiteren Einsatz schlugen die Gangs zurück. Man wollte klarstellen: "Hier regieren wir, nicht ihr, und wir lassen uns nicht von euch reinreden." Einige völlig unbescholtene Bürger verloren dabei ihre Autos, weil sie gerade zur faschen Zeit am falschen Platz waren und kurzerhand in Brand gesetzt wurden. "Was können wir tun?" "Wo sind die guten Kräfte in der Gesellschaft?" Solche Fragen werden heute ganz offen in den lokalen Zeitungen gestellt. Von Betroffenen bis zu Politikern. Man sollte meinen, dass Gemeinde die ultimative gute Kraft in jeder Gesellschaft sein sollte, wo es Gemeinde gibt. Doch es ist nicht leicht für Christen, sich das einzugestehen und dann auch auszuleben. Es ist einfacher, alle guten Kräfte nur intern zu verwenden. Wer will schon mit Leuten abhängen, die,...

Feuchte Gnade

September. Die erste frische Nacht. Auf der morgendlichen Hunderunde entdecke ich Tau, der fröhlich in der Sonne schimmert. Der Herbst muss wohl im Anmarsch sein. Doch wie der Regenbogen ist auch Morgentau eine Erinnerung für uns: Er erinnert an den Himmel. Er kommt über Nacht und ist einfach da. Wir müssen nichts dafür tun. Aber wie oft denken wir, wir könnten den Tau des Himmels durch gutes Verhalten, frommes Erscheinen, Gottesdienstgänge, lange Gebete, sozialen Einsatz, den Zehnten geben, keine falschen Webseiten aufrufen und so weiter produzieren? Wie oft denken wir, wenn ich dieses tue und jenes lasse, dann wird mir Gott gefällig sein? Und umgekehrt: Wenn ich dieses lasse und jenes tue, dann wird er böse, droht mit dem Zeigefinger oder schickt mich in die trockene Wüste. Derweil liegt der Tau auf jedem einzelnen Blatt und Grashalm. Als wollte er sagen: "Was für ein perverses Gottesbild habt ihr da gezüchtet." Und für alle, die ganz besonders schwer von Begriff sin...

Fromme Gedanken zum Brexit

Sie haben entschieden, die Briten. Obwohl ich immer eher EU-skeptisch war, bin ich nicht sicher, ob gestern die richtige Entscheidung getroffen wurde. Ich kenne viele Argumente gegen die EU, und viele sind wahr. Der gemeine EU-Bürger ist sich in der Regel gar nicht bewusst, was sich auf EU-Ebene hinter Brüsseler Vorhängen alles so zusammenbraut. Doch Politik ist wie Ethik. Meistens kann man nämlich nur zwischen schlecht und schlechter wählen. Wir leben in einer kranken, faulen Welt. Nur westlicher Wohlstand bildet sich ein, man könne grundsätzlich zwischen "gut" und "schlecht" wählen. Diese westliche Naivität wird immer dann besonders sichtbar, wenn sie sich in nichtwestliche Politik einmischt. In den Irak zum Beispiel vor vielen Jahren. Saddam Hussein wurde als "schlecht" angesehen und gemäß westlicher Wohlstandslogik lautete die propagierte Formel Saddam = schlecht = muss weg  => alles wird gut . Doch dann zeigte sich: Saddam war schlecht => ...

Er ist wirklich auferstanden!

In Zeiten wie diesen kann das Leben beschwerlich wirken. Terror, Flugzeugentführungen, Unglücke oder Flüchtlingsdramen, und all das gepaart mit dem ganz normalen Alltagswahnsinn wie Stress in der Arbeit, der Ehe, der Familie, mit Krankheiten, you name it. Da kann es schon mal sein, dass der Seele mehr Kraft entwrungen wird als nachgetröpfelt kommt. Ich weiß genau, wovon ich rede. Und ich weiß, welche Strategien es gibt, um sich selbst das Gefühl zu geben, nicht völlig vor die Hunde zu gehen. Augen zu und durch, lautet eine. Das Herz zum Flummi werden lassen, an dem alles abprallt und nichts hängen bleiben darf, ganz besonders keine Gefühle. Kopf in den Sand stecken ist auch sehr beliebt. So tun, als wäre alles bestens und die Scheuklappen immer schön so ausrichten, dass man nur den eigenen Blumentopf sieht. Alkohol und Drogen stehen ebenfalls hoch im Kurs. Berauscht vergessen können und ein bisschen Glück spüren. Manche werden aggressiv. Weil Angriff als die beste Verteidigu...

Wen kümmert schon die Ewigkeit? (3)

Der dritte Vortrag auf den Impulstagen für Gemeindegründung 2016 in Hannover dauert ca. 46 Minuten und handelt u.a. von:  Unbewusste Bremsklötze: Warum sich "Glauben teilen" so leicht so künstlich und gewollt anfühlt Was ist das Endziel deiner Glaubensreise? Warum sollten andere auch genau dorthin wollen? Keine Angst vor Religionen! Mission mal etwas anders definiert...

Himmlische Politik

"Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen." Über Mt 16,18 lässt sich viel rätseln und diskutieren, doch eins ist unbestritten: Hier wird ein neues Wort eingeführt, eines, das in der Bibel bislang noch keine Verwendung fand, doch fortan ein sehr große Rolle spielen wird: das Wort Gemeinde .  Gemeinde. So übersetze Luther das neue Wort aus Jesu Mund. Nun ist das so eine Sache mit Sprache und Wörtern. Wenn ich z.B. "Auto" schreibe, ist es leicht, sich das Richtige  vorzustellen. Schreibe ich hingegen "Fierpe" oder "Stroß", woran denkst du dann? Neue Wörter sind weder mit Bedeutung noch Geschichte gefüllt. Achte nur mal drauf, was vor deinem inneren Auge abgeht, wenn ich ein gut bekanntes, frommes Wort wie Gottesdienst schreibe!  Das ist genau der Grund, warum H2O keine " Gottesdienste " veranstaltet. Für knapp 100% der einheimischen Bevölkerung ...