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Posts mit dem Label "Heiliger Geist" werden angezeigt.

Der Bolsonaro in uns

Als Notre Dame in Flammen stand, war das Entsetzen groß: Schrecken, Spenden, Sondersendungen. Politiker versprachen, das "Kulturerbe" so schnell und schön wie möglich wieder aufzubauen. Seit der Regenwald in Flammen steht, ist das Entsetzen recht überschaubar. Es ist ja keine Kirche! Nur ein Wald, und sehr weit weg. Eine von diesen Nachrichten halt. Keine Spezialsendungen, die genauestens zu beleuchten versuchen, was die Ursache dahinter sein könnte. Keine Spendenkonten. Dabei haben wir doch alle schon in der Schule gelernt, wie wichtig der Regenwald für die Nordhalbkugel ist - und damit für uns und unsere Kinder, unsere Enkel. Wir alle wissen auch, dass Lungen abfackeln einen frühen Tod beschert. Dennoch kriegt unser Hirn die einfache Mathematik nicht hin, um eins und eins zusammenzuzählen. Eine abgebrannte Kathedrale ist sicher tragisch, ihre verkohlten Ruinen mögen nicht schön sein, es ist sehr schade um alle Kunstschätze, wirklich, doch die existenzielle Bedrohun...

Die Lehre der Leere (12): Seelenreise

Es ist so leicht, Leere zu verdrängen, sich abzulenken, Buntes an der Oberfläche anzusammeln, das letzlich doch nur die Poren verstopft, nie eindringt dringt und das Innere füllt. Mir war manchmal, als schwebte die Seele wie ein Raumschiff im Vakuum. Mit diesem Erlebnis konfrontiert fragte ich mich, wie vielen Seelen um mich herum es ähnlich ergehen musste, all die angeblich zwölf Gramm leichten Schiffe, die führerlos durch den inneren Raum ihrer Besitzer schweben, weil die Bombardierung der Schale durch Lautes und Grelles, durch farbige Nebelbomben jede Orientierung unmöglich machen. Und ich musste mich fragen, warum es mir selbst so erging. Was hatte mich, der nie ein oberflächlicher Mensch sein wollte, dorthin gebracht? Schreibend diese Fragen stellend, nahm behutsam jemand meine Hand.

Happy Camper

Nee, das hat nix mit camping zu tun. Ein happy camper ist einfach ein Mensch, der gerade glücklich ist, und so fühle ich mich an diesem Sonntagmorgen (nach einer ziemlich kurzen Nacht) während ich gerade auf Heimreise von Stockholm zurück nach Göteborg bin. Wir haben das vierte von fünf Forgewochenenden sehr gut hinter uns gebracht. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich die Teilnehmer entwickeln, diskutieren, ehrlich sind, Gäste einladen, die "das auch unbedingt mal erleben" sollen. Auf dem ersten schwedischen Forgetraining passiert etwas, wovon ich von Anfang an mit unseren Dienst bei H2O geträumt hatte: Interesse, Neugier und Dominoeffekt. Das allerbeste ist, das sowohl die Leiter als auch alle Teilnehmer sagen, man erlebe auf jedem Wochenende die Gegenwart Gottes im Heiligen Geist. Den krönenden Abschluss jedes Wochenendes bildet eine "Liturgie", die wir selbst erfunden haben: Alle stehen im Kreis und der erste sagt, zu welchen Menschen er sich nach dies...

Die Gemeinde der Zukunft (9) ist geprägt von der Vergangenheit ihrer Gläubigen

Wir alle wissen, wie schwierig es ist, aus alten Mustern herauszukommen, neue Gewohnheiten zu entwickeln. Hand auf's Herz: Das gilt auch für Christen, die den Heiligen Geist in sich haben, mit dem eigentlich nichts unmöglich ist. Für unsere zukünftigen Geschwister werden wir dieselbe Geduld aufbringen müssen, die der Heilige Geist mit uns hatte und immer noch hat. Es mag uns schwerer fallen, weil deren Lebensprobleme ganz anders aussehen werden als unsere. Einsamkeit, Identitätsprobleme, psychische Störungen oder Abhängigkeiten waren von 30 Jahren eher die Ausnahme in Gemeinden, in 30 Jahren ist es wohl normal. Enttsprechend werden die Aktivitäten und Unterweisungen und das ganze Gemeindeleben aussehen: Völlig anders, als wir es heute kennen. Was der Heilige Geist damit im Einzelnen alles machen wird, ist schwer zu sagen. Der Wind weht ja bekanntlich, wo er will.

Missional kontra attraktional?

"Kannst Du mir noch die Adresse schicken, wohin ich morgen kommen soll?" schrieb ich diese Woche dem neuen Studenten. Zu Beginn jedes Semesters muss ich alle meine 12 Studenten in ihren Praktikumsgemeinden besuchen und ihren Mentor treffen. Per Sms kam folgende Antwort: "Weiß nicht genau. Hausnummer 1, glaub ich. Park einfach neben der Kirche." Es ist nicht immer leicht, all die Gemeinden zu finden, manche haben noch nicht mal eigene Lokale. Meine Abenteuerlust gab sich aber zufrieden und ich begab mich auf eine Tagestour, um mehrere Studenten samt ihren Mentoren im Göteborger Umland zu besuchen. Als nach vielen Kilometern und Gesprächen vor mir die Stadt auftauchte, in der ich Hausnummer 1 suchen sollte, bot sich mir folgendes Bild: Dieser Parkplatz sollte ganz ohne GPS zu finden sein, dachte ich bei mir und war zugegebendermaßen etwas überrascht. In Kirchen dieser Größe verkehre ich eher selten. Ein glücklicher Student und ein ebenso glückicher Mentor hieße...

Harte Bandagen

"Wie?! Etwa nur fettarme Milch?!" entrüstete sich gestern die etwa 60 Jahre alte Frau, die ein Arbeitstrainingsprogramm für sozial schwache Frauen durchläuft. Als sie gar nicht mehr aufhören konnte, sich zu empören und aufzuregen, brachte Karen sie zur Ruhe, indem sie ihr das deutsche Sprichwort "Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul" erklärte. Denn immerhin hatte eine große Molkerei eine ganze Palette Milch geschenkt, von der sich jeder so viel mitnehmen durfte, wie man tragen konnte. Kostenlose Milch. Aber eben "nur" fettarme. Dieser kleine Vorfall zeigt einen Trend: Je mehr wir bekommen, desto unzufriedener sind wir. "Jammern auf hohem Niveau", sagt man im Deutschen, aber Jammern ist und bleibt auf jedem Level Lamentieren und Klagen, letztlich Undankbarkeit. Das unzufriedene Geplärre derer, die ihren ganzen Lebensunterhalt auf Staatskosten bestreiten, ist auf die Dauer anstrengend und man fragt sich, ob es uns allen nicht do...

Herzlichen Glückwunsch, Gemeinde!

Heute ist Pfingsten und damit der eigentliche Geburtstag der Gemeinde. Mit der Ausgießung des Heiligen Geistes, dem dritten Teil der göttlichen Dreieinigkeit, begann die Existenz der Kirche. Denkt man heute an "Kirche" so fällt den allerwenigsten als erstes der Heilige Geist ein. Nun, dazu gäbe es sehr, sehr, sehr viel zu sagen, aber ich will mich heute nur auf einen kurzen Glückwunsch beschränken. Ich freue mich sehr darüber, dass Gott sich entschlossen hat, ein Abbild seiner neue Schöpfung schon hier und jetzt zu schaffen (wie zuverlässig die Kirche diese Aufgabe erfüllt und erfüllt hat, ist wiederum eine ganz andere Sache). Immerhin, das Potenzial ist gegeben, und das liegt im Heiligen Geist. Und den feiern wir heute. Herzlichen Glückwunsch, Gemeinde!

Wie kann aus Fluch ein Segen werden? (Karfreitag)

Worte, von Gott gesprochen, sind immer endgültig. Die Verurteilung des Bösen, der Sünde, Arroganz und Korruption, von denen Anfang dieser Woche die Rede war, kann weder aufgehoben noch angefochten werden. Wie kann dann trotzdem aus Gottes Verdammung ein Segen für uns entstehen? Der alttestamentliche Prophet Sacharia hilft uns, das zu verstehen: Sach 12,10-13,1. Und dann, dann werde Ich Mich wieder Meinem Volk zuwenden, den Einwohnern Jerusalems. Ich werde einen Geist der Gnade und des Gebets über sie gießen. Dann werden sie sehen können, fähig, Mich endlich als den zu erkennen, der Ich bin: Der Schwerverwundete, von ihnen selbst so zugerichtet. Sie werden die Löcher sehen, die sie in Meinen Körper bohrten! Und sie werden weinen - oh, wie sie wimmern und schluchzen werden. Sie werden trauern wie Eltern, deren erstes Kind vom Tode genommen wurde. Die Klage in Jerusalem wird enorm sein. Jedes Geschlecht, jeder Stamm wird ganz besonders trauern, und die Frauen werden auch ganz beso...