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"Religion? Unwichtig!"

In Schweden herrscht Hebammenmangel. Trotz des großen Bedarfs wurde einer schwedischen Hebamme an mehreren Krankenhäusern eine Anstellung verweigert, weil sie im Vorstellungsgespräch erwähnte, dass sie aufgrund ihres christlichen Glaubens keine Abtreibungen durchführen möchte. Die Hebamme hat daraufhin Anzeige wegen religiöser Diskriminierung erstattet. Der sogenannte DO, der "diskrimineringsombudsman" hat nun aber entschieden, dass hier kein Fall von Diskriminierung vorliege.

Am heutigen Sonntag kommentiert die Göteborgs Posten den Fall mit einer kurzen Notiz ganz oben auf Seite zwei:

"Dieser Tage entschied der DO zwei Anzeigen der Hebamme E. G. abzulehnen, welche keine Abtreibungen durchführen will. Eine kluge Entscheidung. Keine Anstellung zu bekommen, weil sie Aufgaben beinhaltet, die man sich weigert, durchzuführen, ist keine Diskriminierung. Eventuelle religiöse Zugehörigkeiten sind in diesem Zusammenhang unwichtig. Als Hebamme arbeiten zu dürfen ist außerdem kein Menschenrecht. Das Recht auf eine sichere und zuverlässige Abtreibung sollte es hingegen sein."

Hebammen tragen in Schweden größere medizinische Verantwortung als in Deutschland und führen z.B. sämtliche gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen durch. Wer Verhütungsmittel wünscht, bekommt diese von der Hebamme verschrieben. Wer eine Abtreibung wünscht, ebenfalls. Beides ist gleich leicht zu bekommen. Der Unterschied: Verhütungsmittel muss man selbst bezahlen, die Abtreibung ist kostenlos.

Wie kommt es nur, dass ich ausgerechnet jetzt an ein jüngeres Zitat von Papst Franziskus denken muss? Er sagte: "Glaubt ihr, es gäbe heute keine Menschenopfer mehr? Wir opfern viele, sehr viele. Und es gibt Gesetze, die das fördern."

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