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Posts mit dem Label "Postmoderne" werden angezeigt.

Forge Film

Unter die Rubrik "Sachen, die wir so machen" fallen mal sehr schöne, mal sehr unschöne Aufgaben. Zu den besonders schönen gehört es, wenn ich einen Filmauftrag bekomme. In meinem Fall sind die Aufraggeber meistens christlich und deren Budgets ebenso, dass heißt, ich muss alles alleine in sehr begrenzter Zeit hinkriegen. Doch selbst, wenn das Resultat aufgrund solcher Begrenzungen nicht immer so perfekt ist, wie Profis sich das vorstellen, so ist die Arbeit an sich schon Belohnung. Ein Film, den ich diese Woche geliefert habe. Übersetzung, gefällig?! Forge ist eine Ausbildung für Pioniere, die dich aufmuntern und ausrüsten will, Jesus in deinem Umfeld zu folgen. Risiken eingehen, neues Territorium zu erschließen, Jünger machen, die neue Jünger machen.  Forge ist eine Gedankenschmiede, wo wir versuchen und darüber nachdenken, das Evangelium auf relevante Weise im heutigen Schweden zu formulieren. Es gab eine Zeit, wo in Schweden die Kirche mitten im Dorf stand. Es...

Steckt der Teufel im Detail?

Im Laufe dieses Bloglebens wurde schon einiges über geistlichen Kampf geschrieben. Und doch muss ich immer wieder mal darauf zurückkommen. Teilweise, weil dem heutigen Westen eine Theorie über Herkunft oder Existenz des Bösen abgeht, man hält Teufel und Dämonen doch für pure Überbleibsel des Mittelalters, grad wie jener verwitterte Wicht auf dem Foto. Schauerliche Nachrichten über grausame Exorzismen scheinen dies ja auch glaubhaft zu bestätigen. Teilweise, weil es auch in unseren Gemeinden sinkende Tendenzen gibt, das Böse zu thematisieren, entsprechend gibt es - meiner Meinung nach - immer weniger, denen es auf Gute Art gelingt, sich im Spannungsfeld zwischen "verleugnen" und "Dämonen hinter jedem Busch" aufhalten zu können. Teilweise, weil wir in einer Welt leben, in der es manchmal leichter erscheint, an den Teufel zu glauben als an Gott. Teilweise, weil viele, die sich für aufgeklärt und kaum religiös halten, nicht wissen, wie sie übernatürlichen Erf...

Apropos Langsamkeit. Oder: Lesen macht dumm.

Als Ergänzung zu meinem (interessanten?) Blogpost zur Entdeckung der Langsamkeit möchte ich Euch gerne zu einem kleinen Wettbewerb herausfordern. Das geht so: Ich werde Euch einen kurzen Text geben, und Ihr messt die Zeit, die Ihr zum Lesen braucht. Es wird ungefähr eine gute Buchseite sein. Ich habe zum Lesen dieser einen Seite mindestens eine halbe Stunde gebraucht. Weil ich nicht nur ein langsamer Leser bin, sondern, wie der Schwede sagen würde, ein "scheißelangsamer". So ungefähr ging es vor sich: Es war sehr früh morgens. Wegen der langen Schlange an der Sicherheitskontrolle war ich einer der letzten, die das Flugzeug bestiegen hatten. Endlich saß ich an meinem Platz und schlug mein Buch auf, um weiterzulesen, begann eben jene Seite, die Ihr auch gleich bekommen werdet. Während sich meine Augen die ersten zwei Zeilen entlangschlängelten, fragte ich mich immer noch, warum die beiden Kinder hinter mir in der Securityschlange am Weinen waren, warum die beiden Mütter so...

Die hässliche Seite der Schönheit

Viele Deutsche mögen Schweden, nicht zuletzt schwedisches Design. Neulich machte ich mit einigen Deutschen eine Stadtführung durch Göteborg, und die Kommentare waren eindeutig: "Wie schön!" "So sauber und aufgeräumt!" "Der Weihnachtsschmuck ist gar nicht so kitschig!" "Die Schweden wissen, was schön ist!" Richtig, die Schweden verstehen es. Ich möchte euch eine kurze Geschichte von Yngryd erzählen. Sie ist eine typische Schwedin, groß, blond, schlank. Wie alle Schweden machte sie Abitur, und wie viele andere legte sie hinterher ein Gapyear ein, eine Zeit im Ausland, um die Welt kennenzulernen und das Leben zu genießen. Die Welt war so spannend, dass aus dem Gapyear zwei Gapjahrzehnte wurde. Als sie wieder zurückkam, war es Zeit für eine Berufsausbildung, fand sie. Hier trafen wir Yngryd zum ersten Mal. Sie war interessiert an H2O. In vielen Unternehmungen und tiefen Gesprächen lernten wir sie recht gut kennen. Yngryd fühlte sich leer und su...

Die Leere war eine Lehre

Angeredsbron  "Bitte lass mich auch die andere Seite sehen!" war mein wiederholtes Gebet beim Anblick der vielen Häuserfassaden während der ausgiebigen Gebetsmärsche im ersten Jahr unseres außergewöhnlichen Dienstes. Es dauerte seine Zeit, doch Gott antwortete. Die Türen, die mir in den Jahren danach in die unterschiedlichsten Wohnstätten geöffnet wurden, führten mich in vielen Fällen in eine Welt der Verzweiflung. Alkohol- oder Drogenmissbrauch, völlige Einsamkeit, zerbrechende Beziehungen, Oberflächlichkeit, Krankheit, Angst. Mal mehr, mal weniger. Mal überdeutlich, mal subtiler.  Manche von denen, die ich dort antraf, waren in religiösen Familien groß geworden und haben sich aus diversen Gründen wieder vom Glauben abgewandt. Oder sie kämpften mit ihrer religiösen Vergangenheit. Viele, sehr viele andere hatten aber so etwas wie Glauben, der das Leben prägt, nie erlebt.  Meine Augen sahen eine Menge Menschen, meine Ohren hörten unzählige Geschichten, mein...

Nachchristliche Dogmatik

Heutige Menschen haben die alten Doktrine satt. Man will sich nicht mehr vorschreiben lassen, wie man was richtig zu glauben hat. Doch bei genauem Hinsehen lebt die nachchristliche Gesellschaft ihre eigenen Dogmen. Sie mögen nicht systematisch beschrieben und gelehrt werden, doch sie sind da, sie sind stark und und sie sind alles andere als tolerant. Hier sind einige: Der Mensch ist im Kern gut. Es gibt keine Erbsünde.  Der Sinn des Lebens besteht darin, Glück, Befriedigung, einen unabhängigen und freien Lebensstil zu finden sowie sich selbst zu verwirklichen.  Gäbe es keine konservativen Kräfte, würde die Welt durch Fortschritt zu einem immer bessereren Platz werden.  Persönliche Freiheit und Selbstbestimmung ist wichtiger als Unterordnung.  Es gibt keine absolute Wahrheit. Jeder mus seine Wahrheit selbst finden.    Traditionelle Gruppen wie Religionen spielen bestenfalls kleinere Rollen am Rande der Gesellschaft als eine Art Dienstleiste...

Humanistischer Ramsch

Der atheistische Humanismus  hat viele Werte und Praktiken übernommen,  die im Ursprung christlich sind;  doch losgelöst von ihrer Quelle sind sie machtlos,  unfähig, Stärke und Glaubwürdigkeit zu bewahren.  Geist, Vernunft, Freiheit, Wahrheit, Brüderlichkeit, Gerechtigkeit,  ohne diese großartigen Dinge gäbe es gar keinen Humanismus.  Sie werden unwirklich,  sobald sie nicht als Strahlen Gottes gesehen werden,  der sie mit Leben und Vitalität füllt.  Gibt man den Glauben an den lebendigen Gott auf,  verlieren sie ihre Substanz  und verkommen zu leeren Formen.  Henry de Lubac

Vom Sinn und Unsinn der Gnade

"Ihr müsst nachsichtig mit mir sein, denn an diese Regelung werde ich mich nicht halten." Das waren so ziemlich die ersten Worte, die Denis zu mir sagte. Und weil ich ihn wohl perplex ein Moment zu lange sprachlos ansah, legte er gleich nach: "Aber ihr habt ja "Gnade"als wichtigen Grundwert in Eurer Organisation. Davon habe ich schon viel gehört. Ihr seid echt cool drauf. Das wird also kein Problem für Euch sein." "Die meisten Menschen haben Probleme, sich an Regeln zu gewöhnen, die man noch nicht kennt." erwiderte ich. Ich wusste nämlich nicht recht, wie ich Denis' Aussage zu deuten hatte. War es ein Zeichen von Arroganz? Egoismus? Falschen Erwartungen? Oder war es einfach nur primitiv? Ich fragte mich außerdem, warum Denis mir nicht erzählte, aus welchem Grund diese Regel ein Problem für ihn sein würde. Er setze einfach voraus, dass solche Dinge nicht für ihn gelten. Um dies herauszufinden, würde ich betonen müssen, dass jene Regel n...

Junge Römer

Der Thron des Papstes? Italien hat mehr Freikirchen, als man meinen sollte. Längst nicht alles ist in katholischer Hand. Aber natürlich ist nicht alles problemfrei. Einerseits wird auch Italien von der Säkularisierung getroffen und alle Trends gehen in die gleiche Richtung. Außerdem haben die wenigsten italienischen Pastoren eine theologische Ausbildung. Das meiste ist Berufung und Erfahrung. Allerdings sind viele Pastoren gleich so erfahren, dass sie weit, weit über das offizielle Rentenalter hinaus sind. Nicht wenige sind deutlich über 80. Und so manchem fällt es schwer, loszulassen und das Regiment einem anderen, noch unerfahrenen Jüngeren zu überlassen. Training und Ausbildung ist wichtig. Und wir fragen uns, ob oder was wir als COMMUNITAS beitragen können. Unter anderem trafen wir uns in Rom mit dem stellvertretendem Leiter der italienischen evangelischen Allianz, der nicht nur Professor für Kirchengeschichte ist sondern auch eine nebenberufliche Ausbildung für Pastoren ganz...

Forge Europa II

Brüten: Forgeleiter Alan grübelt in Brüssel über schweren Fragen Es war wieder Zeit. Im belgischen OM-Zentrum, bequem und fußläufig neben dem Brüsseler Flughafen gelegen, traf sich zum zweiten Mal traf sich die europäische Forge-Kerngruppe. Wie ich schon im Januar erzählte , läuft diese Gruppe erst selbst durch das Training, um es danach in ihren jeweiligen Ländern anzupassen und anzubieten. Es geht in diesem Training um echtes Handwerkszeug zur missionalen Gemeindegründung. Dieses Wochenende stand das Thema Jüngerschaft im Mittelpunkt. Denn in der Gemeindegründung geht es nicht um den Start neuer kirchlichen Organisationen, sondern um neue Nachfolger. Leider werden die zwei immer noch sehr gerne verwechselt: Wer Mitglied einer Gottesdienst feiernden, frommen Organisationsform ist, wird "automatisch" als Jünger angesehen. Weit gefehlt. Jesus sagt: Mitgliedsausweise sind mir egal. Nur wer mir rund um die Uhr nachfolgt, ist Jünger. Wer nicht, der nicht. Alle Ausreden ab...

Schlafen, Sex und Seelenschmerz (4)

Der vierte und letzte Vortrag von den Impulstagen für Gemeindegründung 2016 in Hannover dauert ca. 45 min und zusammengefasst geht's um Folgendes: Wenn " Jesus " oder das so genannte " Evangelium " heutzutage eher als vergammelter Essensrest aus alten Tagen empfunden wird, wie können wir die Welt mit appetitanregenden Vorspeisen neugierig machen und vom Gegenteil überzeugen? Drei Vorschläge für verlockend-köstliche Entrees. Allerdings: Das "Anrichten" will gelernt sein. Meist servieren wir Christen nämlich doch immer nur den gleichen Pampf. Nur Übung macht den Meister. Und aufgepasst: Zum Abschluss werden die Zutaten einer postmodernen Bekehrung vorgestellt. Die im Vortrag erwähnte Blogserie zum Thema Sex findet sich übrigens hier.

Wen kümmert schon die Ewigkeit? (3)

Der dritte Vortrag auf den Impulstagen für Gemeindegründung 2016 in Hannover dauert ca. 46 Minuten und handelt u.a. von:  Unbewusste Bremsklötze: Warum sich "Glauben teilen" so leicht so künstlich und gewollt anfühlt Was ist das Endziel deiner Glaubensreise? Warum sollten andere auch genau dorthin wollen? Keine Angst vor Religionen! Mission mal etwas anders definiert...

Von Richtern und Henkern: Gute Nachricht heute (2)

Warum fühlt sich christlicher Glaube heute so mittelalterlich an? Können wir etwas dagegen tun und wenn ja, was? Was ist Okkultur und wie können wir eine Sprache finden, mit der biblische Geschichten auch heute noch als "gefühlte gute Nachricht" empfunden werden? (Zweiter Vortrag auf den Impulstagen für Gemeindegründung 2016, Hannover. Ca 43 min)

Sie spinnen, die Christen! (1)

Wie lebt man heutzutage als überzeugter Christ, ohne seinen Glauben zu verstecken und insgeheim als "Spinner" angesehen zu werden? Kann man in nachchristlichen Zeiten noch über Dinge wie "Hölle" sprechen? Und überhaupt, warum treiben wir eigentlich den ganzen Aufwand mit "Mission" oder "Evangelisation"? Außerdem stellt sich heraus, dass "spinnen" gar nicht so schlecht und sogar erwünscht ist... (Erster Vortrag auf den Impulstagen für Gemeindegründung 2016, Hannover. Ca 48 min)

"Nicht wachsende Gemeinden sind doch gar keine Gemeinden!"

Der junge Mann war empört. Ich hatte einen einführenden Vortrag über die missionale Gemeinde gehalten. Das geht immer am einfachsten, wenn man die Kirchengeschichte Europas auszoomt und als Ganzes betrachtet, von der Urgemeinde bis heute. Man erkennt gut, wo wir sind und warum. Anhand der Ballistik einiger Trends kann man sogar voraussagen, wo wir in ein paar Jahren landen werden - inklusive Möglichkeiten und Schwierigkeiten. Der junge Mann meinte, dass das Missionale doch nur zur Verwässerung der Gemeinde führt. Dies sei eindeutig zu sehen. So weit, so gut. Diesen Einwand kann ich voll und ganz gelten lassen, denn wo Gemeinden nur darauf aus sind, cooler, hipper oder trendier zu werden, da mag man zwar wachsende Gemeinden vorfinden, aber auch einen wachsenden Showfaktor, und damit die Gefahr zur Oberflächlichkeit. Ich selber stehe den stylischen Hochglanzgemeinden eher skeptisch gegenüber, selbst wenn längst nicht alles schlecht klingt, was ich von diesen Gemeinden mitkriege. Doch H...

Missionale Mutproben

Warum wir diese neue Zwiebelskala im Gegensatz zur alten Engelskala entworfen haben, steht hier . Die geistliche Reise heutiger Menschen entspricht schon lange keinem Lineal mehr, wo alles geradlinig, eindimensional und messbar verläuft. Viel zu komplex und unübersichtlich ist unser Leben geworden. Die heutige geistliche Reise entspricht vielmehr einer Zwiebel: Dreidimensional, mal größer, mal kleiner und vor allem hat sie viele Schichten. Der gemeine Durchschnittschrist kommt in der Regel immer nur mit der äußersten Zwiebelschicht seiner Mitmenschen in Berühung. Allzuoft müssen wir uns damit zufrieden geben. Vielleicht müssen wir's auch nicht, tun's aber trotzdem. Doch manchmal kommen wir eine Schicht tiefer: Auf dem Betriebsausflug, dem Straßenfest mit Nachbarn oder einer gemeinsamen Autofahrt lernt man neue Seiten seines Gegenübers kennen. Missionarisch gesinnte Gemeindechristen beginnen dann bald zu überlegen, wie man diesen Menschen in den Gottesdienst einladen kö...

Missional kontra attraktional?

"Kannst Du mir noch die Adresse schicken, wohin ich morgen kommen soll?" schrieb ich diese Woche dem neuen Studenten. Zu Beginn jedes Semesters muss ich alle meine 12 Studenten in ihren Praktikumsgemeinden besuchen und ihren Mentor treffen. Per Sms kam folgende Antwort: "Weiß nicht genau. Hausnummer 1, glaub ich. Park einfach neben der Kirche." Es ist nicht immer leicht, all die Gemeinden zu finden, manche haben noch nicht mal eigene Lokale. Meine Abenteuerlust gab sich aber zufrieden und ich begab mich auf eine Tagestour, um mehrere Studenten samt ihren Mentoren im Göteborger Umland zu besuchen. Als nach vielen Kilometern und Gesprächen vor mir die Stadt auftauchte, in der ich Hausnummer 1 suchen sollte, bot sich mir folgendes Bild: Dieser Parkplatz sollte ganz ohne GPS zu finden sein, dachte ich bei mir und war zugegebendermaßen etwas überrascht. In Kirchen dieser Größe verkehre ich eher selten. Ein glücklicher Student und ein ebenso glückicher Mentor hieße...

Zuckergussjesus

Wahrscheinlich würde niemand ernsthaft Jesus als Gartenzwerg im Blumenbeet aufstellen (oder?!). Tatsache ist aber, dass wir ihn schneller zu einem Gnom verkommen lassen, als uns lieb oder bewusst ist. Postchristliche Zeiten haben ihre Tücken. Aber auch unerwartete Vorzüge. Nimmt der Wasserstand im See ab, kommt ans Licht, was verdeckt war. Wir werden uns blinder Flecken bewusst. Heute möchte ich über einen solchen Fleck schreiben. Je länger ich mich mit "missionaler Evangelisation" in postchristlichen Zeiten auseinandersetze, desto mehr fällt mir auf, wie sehr wir Evangelikalen Jesus im Laufe der Zeit verniedlicht haben. So sehr, bis vom König der Könige nicht mehr als eine süße Verzierung des Lebens übrig geblieben ist. Diese schrittweise Degradierung des Herrn ist historisch gesehen durchaus nachvollziehbar, und ich mache niemanden einen Vorwurf daraus. Dennoch müssen wir überlegen, wie Jesus den Platz zurückbekommt, der ihm gebührt. Ich beginne mit der Reformat...

Harte Bandagen

"Wie?! Etwa nur fettarme Milch?!" entrüstete sich gestern die etwa 60 Jahre alte Frau, die ein Arbeitstrainingsprogramm für sozial schwache Frauen durchläuft. Als sie gar nicht mehr aufhören konnte, sich zu empören und aufzuregen, brachte Karen sie zur Ruhe, indem sie ihr das deutsche Sprichwort "Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul" erklärte. Denn immerhin hatte eine große Molkerei eine ganze Palette Milch geschenkt, von der sich jeder so viel mitnehmen durfte, wie man tragen konnte. Kostenlose Milch. Aber eben "nur" fettarme. Dieser kleine Vorfall zeigt einen Trend: Je mehr wir bekommen, desto unzufriedener sind wir. "Jammern auf hohem Niveau", sagt man im Deutschen, aber Jammern ist und bleibt auf jedem Level Lamentieren und Klagen, letztlich Undankbarkeit. Das unzufriedene Geplärre derer, die ihren ganzen Lebensunterhalt auf Staatskosten bestreiten, ist auf die Dauer anstrengend und man fragt sich, ob es uns allen nicht do...

Eine Denomination ärmer

Das war dann doch eine Nachricht für die Zeitung: "Schweden wird um einen Gemeindebund ärmer" - so beginnt die Notiz. Die schwedische Heilsarmee schließt zum Jahresende ihre Pforten für immer. Überalterung und schrumpfende Mitgliedszahlen machten diesen Schritt notwendig. Es fühlt sich ein bisschen an wie beim Tod eines alten Verwandten: Obwohl alle wissen, dass es bald zu Ende gehen wird, so macht einen die endgültige Nachricht dann doch betroffen. Und es zeigt wieder einmal, dass wir in einer Zeit leben, wo nicht nur Gemeinden, sondern ganze Gemeindebünde sterben. Die Heilsarmee war weder die erste Tote noch wird sie die letzte sein.