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Posts mit dem Label "new reformation" werden angezeigt.

New-reformation ist nicht Last Reformation

Googelt man ”new reformation” bekommt man viele Links, die zur dänischen Bewegung Last Reformation führen. Ich wollte nur mal so erwähnt haben, dass weder ich persönlich noch Communitas als Organisation etwas mit dieser Bewegung zu tun haben. Ich habe nichts Konkretes  gegen sie zu sagen, aber auch nichts Gutes. Das, was ich meist über persönliche Kontakte oder Anhänger von der Last Reformation mitbekomme, klingt in meinen Ohren etwas merkwürdig, manchmal sogar sektiererisch. Außerdem finde ich, dass keiner weiß, wann die ”letzte Reformation” stattfindet. Das können wir ebensowenig wissen wie das Datum der Wiederkunft des Herrn. Neue Reformationen werden hingegen ständig gebraucht. Im Grunde ist jeder Tag eine Reformation des eigenen Lebens. Und die Neuformung unseres Lebens sollten wir dem Herrn des Neuen Lebens vollständig überlassen. Ebenso wie den Tag, an dem Er dies zum letzten Mal tun wird, weil Er Lust hat, uns zu sich zu rufen.

Es gibt noch mehr wie wir

Ein ganz besonderer Höhepunkt der vergangenen Woche war Dienstagabend das Treffen mit Magnus Persson, Pastor einer Malmöer Gemeinde namens United. Faszinierend war das Treffen deshalb, weil Magnus von der Gründungszeit der Gemeinde sprach. In ganz vielen Punkten konnten wir nur sagen: Das hätten wir sein können. Die Vision, etwas Neues zu entwickeln ohne die Bibel zu verwässern, der Wunsch, theologisch tiefe Wurzeln wachsen zu lassen, der Mut, sämtliche Gemeindeprogramme erstmal sein zu lassen, der Gedanke, von Gemeinde als Institution wegzukommen und stattdessen einen wahren Organismus anzustreben - all das und vieles mehr sprach uns aus der Seele. Aber es gab noch mehr Parallelen. 1998 zog ein Gründungsteam mit eben dieser Vision von Stockholm nach Malmö (bei uns war es Göteborg 2006). Die ersten zwei Jahre machte man noch gar kein Programm, man versuchte erst einmal, die Stadt und das Leben dort kennenzulernen. Dies geschah vor allem durch Arbeit in ganz normalen Berufen (für uns wa...

Der Alchimist

Die Alchemie befasste sich bekanntlich mit der Goldherstellung aus anderen Materialien. Das war eine ganz schön schwere Aufgabe und erforderte viel Geduld und Experimentierfreude. In einem Telefongespräch sagte ich gestern ganz spontan, dass ich mich manchmal ebenfalls wie ein echter Alchimist fühle, der versucht, aus ganz verschiedenen Zutaten  etwas ganz Neues zu schaffen. Das größte Problem ist aber nicht, dass kein Gold entsteht, sondern dass viele unserer Zutaten gar nicht in den Topf wollen, oder, wenn sie drin sind, einfach wieder rausspringen. Ob der Topf zu klein ist? Oder zu groß? Oder zu mittelgroß? Ob die Temperatur zu heiß ist? Oder zu kalt? Oder zu lau? Immer wieder setzen wir uns zusammen, bisherige Erfahrungen zu diskutieren, lesen, überlegen, tauschen mit anderen "Alchimisten" aus. Für 2011 haben wir ein weiteres Rezept entwickelt. Morgen werde ich mehr darüber berichten.

Missionseifer

Wir betrachten H2O ja als eine Art Pilotprojekt und Versuchskaninchen, um herauszufinden, wie Gemeinde auch im postchristlichen 21. Jahrhundert noch lebendig bleiben kann. Da gibt es viel Versuch und Irrtum und wir selber lernen dabei jede Menge, aber wenn andere Gemeinden und Projekte vielleicht auch davon profitieren können, wäre das genau in unserem Sinne. Das ist einer der Existenzgründe dieses Blogs. Hier kommt nun eine weitere Beobachtung, die zumindest ich immer und immer wieder mache. Es ist eine Angelegenheit, deren man sich im Zusammenleben mit zeitgenössischen "Nichtkirchengängern" (oder wie auch immer sie heißen wollen) wahrscheinlich besser bewusst ist, um Fettnäpfchen zu vermeiden. Es geht nämlich um die früheren Erfahrungen solcher Menschen mit Kirchen oder missionseifrigen Christen. Je mehr Menschen ich kennenlerne und je besser ich sie kennenlerne, desto mehr zeigt sich, dass diese früheren Erfahrungen ein verstecktes, subtiles aber echt schwerwiegendes Hin...

Gemeinschaft (8)

Auszug aus dem Buch " Blue like Jazz - Nonreligious thoughts on Christian Spirituality " von Donald Miller ( Hier geht's zum Anfang der Serie "Gemeinschaft") * * * Im Frühling meines Jahres auf Graceland, als der Boden noch dabei war zu trocknen, fuhr ich mit einem Freund nach Salem um dort Brennan Manning zu hören. Manning war mal katholischer Priester und ist ein toller Autor, der sehr mit Alkohol zu kämpfen hatte; er spricht offen darüber und über Angelegenheiten der christlichen Spiritualität. Wir saßen so weit vorne, dass ich in Mannings blaue Augen sehen konnte, und dort sah ich dieses Funkeln der Aufrichtigkeit, welche nur solche Menschen in sich tragen, die die Tiefen ihres Lebens zu einem Dienst an anderen Menschen zu verwandeln vermochten. Brennan wuchs in New York auf und spricht mit leichten Ostküstendialekt, der durch jahrelanges Rauchen aufgeraut wurde. Ein Ohr hat schwer zu tun wenn es mit Brennan mithalten will. Er begann seine Rede mit der ...

Gemeinschaft (7)

Auszug aus dem Buch " Blue like Jazz - Nonreligious thoughts on Christian Spirituality " von Donald Miller ( Hier geht's zum Anfang der Serie "Gemeinschaft") * * * Gott brachte mich nach Graceland um mich dieser Täuschung zu entledigen, um es aus meinen grauen Zellen auszuradieren. Es war eine völlig frustrierende und schmerzhafte Erfahrung. Manchmal höre ich Drogenabhängige von ihren Entzugserscheinungen erzählen, dem Durchschütteln, den Panikattacken, den Höhen und Tiefen, und teilweise kann ich sie gut verstehen weil ich ähnliches durchgemacht habe. Keine Droge ist so mächtig wie die Ich-Droge. Keine Furche unseres Hirns ist so tief wie die, die uns sagt ich sei die Welt, die Welt gehört mir, alle anderen sind nur Statisten in meinem Schauspiel. Keine Abhängigkeit ist so stark wie die Abhängigkeit von mir selbst. * * * Fortsetzung folgt hier

Gemeinschaft (6)

Auszug aus dem Buch " Blue like Jazz - Nonreligious thoughts on Christian Spirituality " von Donald Miller ( Hier geht's zum Anfang der Serie "Gemeinschaft") * * * Doch die größte Lüge, mit der ich je fertig werden musste, war die: Das Leben ist eine Geschichte über mich. * * * Fortsetzung folgt hier

Gemeinschaft (5)

Auszug aus dem Buch " Blue like Jazz - Nonreligious thoughts on Christian Spirituality " von Donald Miller ( Hier geht's zum Anfang der Serie "Gemeinschaft") * * * Ich mochte sie alle sehr, aber wir hatten es nicht einfach miteinander. Ich war ein hartgesottener Einsiedler, bevor ich zu den Männern in Graceland einzog. Wenn man jahrelang alleine lebt, fängt man an zu glauben, die Welt gehöre einem alleine. Du fängst an zu glauben, jeder Raum hat Platz für dich und die Zeit gehört dir allein. Es ist wie im Film „ About a boy oder: Der Tag der toten Ente “ wo die Hauptfigur, gespielt von Hugh Grant, glaubt, das Leben sei ein Spiel um ihn selber und alle anderen spielen nur kleinere Nebenrollen um seine eigene große Hauptrolle herum. Mein Leben war genau so. Eine Geschichte nur über mich, weil ich ja auch in allen Szenen vorkam. Eigentlich war ich sogar der einzige in jeder Szene. Wohin ich auch ging, ich war dabei. Wenn jemand meinen Weg kreuzte konnte das fr...

Gemeinschaft (4)

Auszug aus dem Buch " Blue like Jazz - Nonreligious thoughts on Christian Spirituality " von Donald Miller ( Hier geht's zum Anfang der Serie "Gemeinschaft") * * * Das Foto ist auf der Veranda entstanden. Wir rauchen alle Pfeife. Ich habe eine schwarze Mütze auf wie Rapper oder Bankräuber das haben. Andrew der Demonstrant, der große gutaussehende mit dunklem Haar und dem Bart, der wie jung-Fidel Castro aussieht, war der Aktivist unserer Junggesellenfamilie. Er ist derjenige, mit dem ich auf Demos gehe. Er arbeitet mit Obdachlosen im Zentrum und studiert in Portland, um Sozialarbeiter zu werden. Er redet ständig davon, wie abscheulich die Republikaner sind und welch ein Fehler es ist, Fleisch zu essen. Ich hab keine Ahnung, wie Andrew ohne Fleisch so groß werden konnte. Jeremy, der in der Wranglerjeans und mit dem Militärhaarschnitt, ist der Cowboy der Familie. Er hat immer eine Knarre bei sich. Man sollte meinen, dass Andrew und Jeremy sich nicht leiden kön...

Gemeinschaft (3)

Auszug aus dem Buch " Blue like Jazz - Nonreligious thoughts on Christian Spirituality " von Donald Miller ( Hier geht's zum Anfang der Serie "Gemeinschaft") * * * Einen Monat später bin ich mit fünf anderen Männern zusammengezogen. Wir fanden ein Haus, sehr gut gelegen, direkt neben einem Kreisverkehr und direkt gegenüber von John d’Arcs riesiger Statue. Die Statue sieht man, wenn man nach Portland reinfährt. Erst fand ich es ganz gut. Es war ein großes Haus, und ich bekam das beste Zimmer, das Zimmer mit all den Fenstern. Mein Zimmer hatte in jeder Wand Fenster, insgesamt zehn. Fast wie ein Gewächshaus. Meinen Schreibtisch stellte ich vor das große Fenster Richtung Kreisverkehr und Statue. Meine Freunde haben dann immer gehupt wenn sie durch den Kreisverkehr fuhren. Jedes Mal hatte ich vergessen, in einem Glashaus zu wohnen und meinen Finger deshalb besser rechtzeitig aus der Nase zu ziehen um zurückzuwinken. Ich bin aus der totalen Isolation in einen Gla...

Gemeinschaft (2)

Auszug aus dem Buch " Blue like Jazz - Nonreligious thoughts on Christian Spirituality " von Donald Miller * * * Ich hielt Glauben, vor allem den christlichen, immer für was total privates. Etwas, das man für sich selbst hat und tut so wie die Höhlenmönche. Ich glaubte dies, bevor ich in eine WG kam. Ich dachte, das Rückgrad des Glaubens ist Zeit allein mit Gott, Zeit, alte Texte zu lesen, Zeit zur Meditation über Dichtung oder Naturgesetze, kurz, wenn Menschen besser werden als sie sind, oder wenn sie lernen, Blumentöpfe oder Gießkannen frei schweben lassen zu können. In den meisten Büchern scheint es mir auch so zu sein. Ich las mal ein christliches Buch darüber, wie man ein besserer Mensch wird und über die eigene Selbstverwirklichung auf der Reise zu Gott. Das ganze Buch ging nur um Konzentration, Motivation und die richtige Perspektive. Das war alles nur so Zeug, das man im stillen Kämmerlein macht. Nichts hatte auch nur im Geringsten etwas mit Gemeinschaft zu tun. ...

Gemeinschaft

Für unser Jahr 2 (2009/10) hatten wir "Gemeinschaft" als Fokus unseres Tuns. Viele Menschen sind oder fühlen sich alleine hier, das wissen wir. Also wollen wir was dagegen tun, und "Gemeinde" und "Gemeinschaft" gehören ja schließlich auch eng zusammen. " Durch Gemeinschaft Zeugnis sein ", hätte man unseren Ansatz beschreiben können. Mittlerweile können wir aber sagen, dass dieser Ansatz offenbar nicht so gut funktioniert. Gemeinschaft an sich scheint in Schweden etwas bedrohliches an sich zu haben. Vor allem dann, wenn Unbekannte in der Gruppe sein können und nicht hundertprozentig sichergestellt ist, dass man selbst auch wirklich anonym bleiben kann. Die WM war für mich ein überdeutliches Beispiel. Während in Deutschland die Massen zum "Public Viewing" strömten, konnten wir froh sein, wenn überhaupt ein einziger Gast auftauchte. So ganz haben wir immer noch nicht verstanden, warum das so ist und was das für H2O bedeuten mag. Ich denke ...